Liebe Frau Allgaier, vielen Dank für die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Ich habe auch eine, die mir immer einmal wieder begegnet. Und zwar lächle ich zu viel. Ich weiß nicht, wie ich mir eine andere Mimik angewöhnen kann. Mir wird das immer wieder anhand von Fotos bewusst, dass ich sehr lächle und zu oft. Es sieht irgendwie unecht aus. Wie kommt man zu einer stimmigen Mimik? Viele Grüße Eva

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Der Weg zum Herzen geht übers Gesicht

Liebe Eva,

bitteschön, das mache ich wirklich gerne. Sie stellen auf Fotos fest, dass Ihr Lächeln unangemessen ist – es erscheint Ihnen zu oft und zu intensiv und Sie wünschen sich einen authentischen Gesichtsausdruck.

Auch bei dieser Frage komme ich zu einem Bedürfnis zurück

Zunächst frage ich Sie: Wozu könnte es gut sein, dass Sie viel lächeln? Wer lächelt ist freundlich und brüskiert niemanden, muss sich also auch nicht mit entsprechenden Reaktionen herumschlagen. Dann frage ich Sie: Wovor schützen Sie sich mit dem unechten Lächeln? Gibt es momentan in Ihrem Leben etwas, das Sie unsicher fühlen lässt? Dann könnte die Lösung darin liegen, dass Sie für Sicherheit sorgen. Oder gab es früher in Ihrem Leben eine Situation oder viele Situationen, in denen Sie sich unsicher fühlten und sich durch Lächeln schützen konnten? Vielleicht können Sie sich daran erinnern, dass es Angriffe gab? Es muss Ihnen gar nicht bewusst sein, dass Sie angegriffen wurden – es reicht, wenn Ihr Körper dies so empfunden hat. Es kann alles Mögliche sein: von Mobbing-Erfahrungen in der Schule über die Erfahrung, dass Sie die Kleinste waren in der Klasse über einen konkreten Konflikt oder Streitigkeiten. Oder gab es in Ihrer Kindheit Konflikte zwischen den Eltern? War ein Elternteil krank?

Kontakt zu unseren Beziehungspartnern gibt uns Sicherheit

Als Säuglinge bereits empfinden wir Sicherheit, wenn wir in authentischem Kontakt sind mit unserer Mutter. Dieser Kontakt findet über die Mimik statt. Steven Porges hat das in seiner Polyvagal-Theorie formuliert und darauf aufbauend gibt es immer mehr Forschung. Sehr eindrücklich ist das Still-Face Experiment.

Wie reagiert ein Kleinkind darauf, wenn die Mimik der Mutter einfriert?

Und wie kommen Sie jetzt zu einer stimmigen Mimik? Dazu frage ich Sie: Wie sicher fühlen Sie sich heutzutage in Beziehungen allgemein? Wie sicher fühlen Sie sich in Beziehungen zu Ihren Freunden, zu Ihrem Partner, zu Ihren Eltern und zu allen möglichen anderen Menschen, die Sie kennen? Vielleicht geht Ihnen ja ein Licht auf, wenn Sie darüber nachdenken? Es könnte aber auch sein, dass die Mechanismen so unterbewusst verknüpft sind, dass Sie Unterstützung benötigen, um zu einer authentischen Mimik zu kommen.  Sie können dazu das Online-Webinar LoveRevolution von Veit Lindau buchen, das speziell entwickelt wurde, um Beziehungen zu verbessern. Oder Sie können sich persönlich unterstützen lassen. Da ich nicht weiss, wo Sie wohnen, empfehle ich Ihnen die Praxis Blumhagen. Dort erhalten Sie Unterstützung auch aus der Distanz.

Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen viel Freude, mit Ihrer Mimik zu experimentieren. Testen Sie doch mal aus was passiert, wenn Sie nicht so viel lächeln. Ich bin ja ganz neugierig auf Ihre Erfahrungen damit.

Und ich wünsche Ihnen Viel Kraft dazu und viel Spaß dabei.

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Bild: Shivani Allgaier (cc)

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