Eine neue Frage ist hereingeschneit…

Sehr geehrte Frau Allgaier, ich würd gern wissen, wie man im Freundes- und Bekanntenkreis am besten mit finanziellen Unterschieden umgehen kann. Ich habe wenig Geld. Natürlich kann man sagen „selbst schuld“, hättest du dies oder jenes im Leben anders gemacht. Ich beschwere mich ja auch nicht, ich für mich komm schon klar. Aber wenn Freunde mit mir essen gehen möchten, oder wenn ich ein Hochzeitsgeschenk für jemanden besorgen muss, kann ich mir das im Prinzip gar nicht leisten, möchte aber trotzdem am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Wenn ich es thematisiere, wird das vielleicht wie Neid verstanden, oder die anderen haben ein schlechtes Gewissen, weil es ihnen besser geht (beides schon passiert). Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Problem gar nicht so selten auftritt. Danke für den interessanten Blog, Kathy

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Manche Wege gehen Menschen gemeinsam – andere allein.

Liebe Kathy,

vielen Dank erstmal für die Blumen – ich freue mich sehr, dass Ihnen der Blog gefällt. Sie haben eine Frage zum lieben Geld und möglichen Auswirkungen auf das Erleben. Sie haben wenig Geld zur Verfügung und kommen für sich selbst gut damit klar. Jedoch belastet es Sie immer wieder wenn Sie zusammen mit Freunden oder Bekannten etwas unternehmen. Ihre Erfahrung ist, dass sowohl Neid- als auch Schuldgefühle auftreten können und Ihr Ziel ist es vermutlich, sich dennoch gut miteinander zu fühlen?

Was ist Geld? Wofür steht es?

Was Sie beschäftigt scheint erstmal sehr einfach und ist bei näherer Betrachtung doch sehr komplex.  Geld ist ein Tauschmittel. Es hilft mir, Wertschätzung für eine Ware oder eine Dienstleistung auszudrücken. Geld an sich ist nichts (oder nur wenig) wert. Dann kann ich mich fragen: Was nützt mir Geld? Für dieses Tauschmittel kann ich wiederum andere Waren oder Dienstleistungen eintauschen. Ich kann also damit meine Wertschätzung ausdrücken und meine Bedürfnisse erfüllen.

Geld in der Gemeinschaft

Schon an der Tatsache, dass Geld ein Tauschmittel darstellt macht deutlich, dass es sich dabei um etwas Soziales handelt. Geld ist nur nützlich wenn mindestens zwei Menschen damit umgehen und es als Tauschmittel akzeptieren. Geld für mich alleine macht keinen Sinn. Sie können nun verschiedene Blickwinkel einnehmen. Sie können entweder auf das schauen, was Sie voneinander trennt – das Geld. Oder Sie können auf das schauen, was Sie verbindet. Was verbindet Sie denn mit Ihren Bekannten und Ihren Freunden? Marshall Rosenberg, der Begründer der Gewaltfreien Kommunikation, geht davon aus, dass das Verbindende zwischen Menschen Bedürfnisse sind.

Unterschiede zu überbrücken braucht Klarheit

Wo Unterschiede bestehen ist es immer verbindend, auf die Bedürfnisebene zu blicken. Was sind Ihre gemeinsamen Bedürfnisse? Was ist der Kitt, der Sie zusammenhält? Wenn Sie das finden, dann werden sich für Sie Lösungen auftun, die vom Geld unabhängig sind. Wie wäre es zum Beispiel, als Hochzeitsgeschenk Zeit zu schenken? In einer Welt, in der Zeit so wertvoll ist, ein fast unbezahlbares Gut, oder nicht? Wie wäre es, mit Freunden nicht in ein Restaurant zu gehen, sondern gemeinsam einen Picknick-Korb zu bestücken, an einen schönen Ort zu gehen und dort in der Natur das Mitgebrachte geniessen? Wie wäre es, Freunde zum Essen einzuladen? Oder sich einfach nach dem Essen zu treffen? Welche Ideen haben Sie?

Welche Bedeutung haben Neid und Schuld?

Ich könnte jetzt viel über unangenehme Gefühle wie Neid oder Schuld schreiben. Das möchte ich aber nicht – es reicht, diese als Signal zu sehen, dass Bedürfnisse unerfüllt sind. Sie dienen einfach als Erinnerungssignale, unsere Bedürfnisse zu beachten und sie zu erfüllen. Ich empfehle Ihnen, nicht darauf herumzuhacken – weder bei sich – noch bei den anderen. Ums Geld, die unangenehmen Gefühle und die Unterschiede kann es also gar nicht gehen – es geht im Kern um Ihre Bedürfnisse.

Und wenn das Geld nicht reicht?

Meine Devise lautet: „Das Geld muss Ihnen dienen – nicht Sie dem Geld.“ Wenn das Geld Ihnen bereits dient, all Ihre Bedürfnisse zu erfüllen, können Sie sich glücklich schätzen. Denn dann reicht es aus, wenn Sie Ihren Fokus weg vom Geld hin zu den gemeinsamen Bedürfnissen  verschieben. Betonen Sie das Gemeinsame, machen Sie Komplimente. Genießen Sie das Gemeinsame, werden Sie gemeinsam kreativ. In dieser Fusion liegt Ihr Glück – da gibt es keinen Neid und auch keine Schuldgefühle.

Für die Leser, denen Geld fehlt, die nicht verstehen warum immer sie zuwenig haben und an Gutem Reichtum interessiert sind, empfehle ich das gleichnamige Webinar von Veit Lindau. Es kann helfen, finanzielle Ziele zu erreichen auf der Basis der eigenen Werte. Und ich kann es wirklich sehr empfehlen.

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Bild: Shivani Allgaier (cc)

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