Ich bekomme ihn regelmäßig und bin auch regelmäßig berührt davon. Dass es in der heutigen Zeit jemanden gibt, der sich richtig Mühe gibt, viel Herzblut in seinen Text zu legen finde ich bemerkenswert. Ich spreche vom Newsletter, den Bernd Ulrich im Auditorium Netzwerk herausbringt. Das ist ein Verlag für audio-visuelle Medien. Ich habe dort schon sehr viele hochwertige Fortbildungen genießen können – denn der Verlag zeichnet vor allem Vorträge und Workshops auf – vor allem bei Tagungen und besonders im Bereich von Psychotherapie. Viele Titel sind auch für Laien sehr wertvoll.

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Bäume mit alten Verletzungen sind oft besonders – das gilt auch für Menschen, die eine Traumatisierung erfahren haben.

Die Angebote gelten immer noch

Der letzte Newsletter war vom August und das Thema war mal wieder Traumatisierung. Offenbar sind die damals angebotenen Titel immer noch preislich reduziert. Und weil ich den Text so gut finde, habe ich mich entschieden – in Abstimmung mit dem Autor – ihn hier als Artikel zu veröffentlichen. Ich wünsche Ihnen viele Erkenntnisse und Einsichten beim Lesen. Sie können lernen was der Zweite Weltkrieg mit Ihrer Gegenwart zu tun haben könnte und vielleicht bekommen Sie ja Lust, sich entsprechend fortzubilden? Die folgenden Zeilen stammen aus der Feder von Bernd Ulrich.

Hoffnung bei Traumatisierungen – Seelische Trümmer

Meine Tante, 85 Jahre alt, hatte vor kurzem einen Schlaganfall. Sie kann sich nun nur mehr schwer bewegen und hat Gedächtnisausfälle. Am interessantesten war allerdings folgende Begebenheit: Da sie nicht in ein Pflegeheim will (was ich gut verstehen kann), schlugen wir ihr vor, dass jemand bei ihr im Hause wohnt. (Ihr Mann starb vor 15 Jahren, und Kinder hatte sie keine.) Annonce aufgesetzt – und schon kamen einige junge Frauen. Die meisten aus Russland, der Ukraine, Rumänien etc.
Da hätten Sie mal meine freundliche nette Tante erleben sollen. Auf einmal war das Dritte Reich in ihrem Wohnzimmer und meine Tante hielt Reden gegen die unwürdige Brut aus dem Osten, die von Joseph Goebbels persönlich hätten stammen können. Dieses Ungeziefer aus dem Osten kommt ihr auf jeden Fall nicht ins Haus.

Sehr geehrtes Auditorium,

der Zweite Weltkrieg und das Dritte Reich brechen soeben wieder aus, diesmal in Altenheimen oder zu Hause, wo es von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt vor sich geht. Meine Tante, geboren 1930, hat als kleines Mädchen die komplette Gehirnwäsche der Nazis über sich ergehen lassen müssen. Ich weiß, dass sie zeitweise Führerin im BDM (Bund deutscher Mädchen) war, und dass sie ihren Vater (meinen Großvater) sehr liebte. Er hat sich im Sudetenland nach mehrfacher Folterung durch die tschechische Polizei aufgehängt. Ich habe noch ein Bild von ihm mit dem Parteiabzeichen am Mantelkragen. Meine Tante fand ihren aufgehängten Vater im Wald.

Traumatische Ereignisse kennen die meisten von uns

Wenn Traumata nicht beizeiten aufgedeckt und aufgelöst werden, dann finden sie ihren Weg auf die eine oder andere Weise, spätestens wenn wir alt sind und die Kraft zum Unterdrücken emotional belastender Inhalte nicht mehr reicht. Gehirnwäsche ist auch eine Traumatisierung. Es ist emotionaler Missbrauch. Emotionen werden pervertiert.
Traumatische Ereignisse kennen die meisten unter uns – entweder selbst erlebt oder wir kennen Menschen, denen Traumatisches widerfahren ist. Unterschieden wird zwischeneinmaligen traumatischen Schockerlebnissen – z. B. einem Sturz, einem Auto-, Fahrrad- oder Motorradunfall, bis hin zu schwersten Traumatisierungen bei anhaltendem psychischem und/oder physischem oder emotionalen Missbrauch oder auch kollektiv erlebten Traumata wie Hungersnöten, Naturkatastrophen, Genozid oder Kriegserlebnissen. Traumata werden erlebt als emotionale Überschwemmungen, die blitzartig auftauchen können, meist ausgelöst durch ein äußeres Ereignis, das der traumatischen Situation in irgendeiner Art ähnlich ist.

Der Betroffene wird auf allen Sinnen erfasst.

Seine Alltagspersönlichkeit verschwindet oder tritt verzerrt in Erscheinung. Das kann in Form von Agressionsausbrüchen, depressiven Zusammenbrüchen oder Wahnvorstellungen geschehen und ist eine schwere psychische Belastung für DEN Menschen, der es durchlebt, (immer wieder erleben muss) und für die, die ihm nahestehen. Betrachtet man von dieser Perspektive aus die Kriegsgeneration (ich wurde 17 Jahre nach dem 2. Weltkrieg geboren), wird klar, dass meine Generation inmitten sehr vieler traumatisierter Menschen aufwuchs. Viele merkwürdige Reaktionen der „ERWACHSENEN“, die ich als Kind miterlebte, machen erst vor diesem Hintergrund Sinn. Denn Flucht, Bombardierungen, Tod und Gewalt gehörten zu den Alltagserfahrungen aller, die in der Zeit bis 1945 oder sogar 1950 geboren wurden.

Ihre Fortbildung findet bei Ihnen zu Hause statt

Dass diese Generationen dann ihre Traumata an uns, die nächste Generation weiterreichten, das wissen wir erst seit die Forschung sich mit den Spätfolgen des 2. Weltkrieges beschäftigte. Die Elterngeneration hat die Trümmer des 2. Weltkrieges aufgeräumt. Wir, die Enkel, haben die Aufgabe, die seelischen Trümmer zu ordnen, damit unsere Kinder möglichst wenig davon mitbekommen. Die Vielzahl an Ausprägungen von Traumata verlangt auch eine Vielzahl an auf den Einzelnen abgestimmten Methoden und Interventionen. Wir haben ein sehr breites Spektrum an auf Trauma spezialisierten Referenten im Programm. Ein günstiger Augenblick, um mehr über Traumata und deren Heilung zu erfahren, denn wir haben viele Titel zum Thema reduziert!

Ihr Bernd Ulrich

Medien dazu direkt vom Verlag:

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Bild: Shivani Allgaier (cc)

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