Wieso heißt es, wenn wir zu Gott sprechen,
dass wir beten – und wenn Gott zu uns spricht,
dass wir schizophren sind? (Lily Tomlin)

Ihr Wunsch, Forscherin zu werden entstand durch die Erkrankung ihres Bruders. Die Familie war hilflos seiner Schizophrenie ausgeliefert und Jill Bolte Taylor fragte sich, warum ihr Bruder nicht konnte was sie kann: Seite Träume wahr werden lassen? Seine Träume mit anderen Menschen zu teilen? Also befaßte sie sich beruflich viel mit Psychiatrischer Forschung.

Das Gehirn von innen entdecken

Sie kannte sich mit der Zeit sehr gut aus mit dem Gehirn. Dabei befaßte sie sich mit Lernmechanismen, die im Gehirn beobachtbar waren: Plastizität. Das ist die Tatsache, dass Gehirnzellen nicht ihr Leben lang für eine bestimmte Aufgabe verantwortlich sind. Fällt diese weg, stehen die Zellen für neue Aufgaben zur Verfügung. Oder anders ausgedrückt. Die Aktivität unserer Gehirnzellen ist ganz stark davon abhängig wie wir das Gehirn gebrauchen! Und am Abend engagierte sie sich bei einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Bevölkerung über psychische Krankheiten aufzuklären: die NAMI (National Alliance on Mental Illness) Im Inneren des Gehirns kannte sie sich also schon gut aus.  Jedoch sollte sie sich bald noch besser darin auskennen…

Ein einschlagendes Ereignis

Im Dezember 1996 hatte sie die Möglichkeit, eine schlagartige Einsicht zu erlangen: sie erlitt selber einen Schlaganfall. Sie sagt selber über sich, dass sie plötzlich zu einem Kind wurde, das in einem erwachsenen Körper steckte. In ihrer linken Gehirnhälfte platzte ein Blutgefäss. Sie sagt, an diesem Morgen habe sie etwas verloren. „Komisch sieht mein Körper aus.“ waren ihre Gedanken als sie danach in ihrem Rudergerät trainierte. Aber sehen Sie selbst den Vortrag, in dem sie ihr Erlebnis erzählt.

Wieviele Hirnforscher haben die Möglichkeit, einen Schlaganfall am eigenen Leib zu erfahren?

Gewünscht hatte sie es sich sicherlich nicht – dass es ihr selber passieren würde. Aber seit es geschehen ist fasziniert sie mit ihren Erlebnissen das Publikum.

Sie war oft hin- und hergerissen zwischen dem was sie wußte und was sie durch ihren Schlaganfall erlebte: die Grenzen zwischen sich und der Umwelt lösten sich auf. Und wie wenn jemand eine Fernbedienung betätigt hatte war es plötzlich still in ihrem Kopf. Stille. Eins mit allem. Schönheit. Was war es nun, das sie verloren hatte? Oder hatte sie etwas gefunden? Sie nennt es Nirvana. Alles um sie herum war still. Absolute Stille. Im Kopf war es still. Was hatte sie gefunden? Sie erlebte sich eins mit allem um sich herum. Sie war hin- und hergerissen zwischen „Wow ist das cool! Was für ein Frieden!“ und „He, wir haben ein Problem, das geht doch so  nicht! Ich habe jetzt keine Zeit für einen Schlaganfall“ Der ganze Streß war weg, Jahre von emotionalem Ballast! Stille. Friedfertigkeit. „Toll, wieviele Forscher haben die Möglichkeit, einen Schlaganfall von innen her zu erforschen? Geht nicht, ich bin eine viel beschäftigte Frau.“ Und selbst eine Telefonnummer zu wählen wird plötzlich zu einem Abenteuer, bei dem Sie schließlich mit einem Golden Retriever verbunden war.

Und das Fazit von Dr. Jill Bolte Taylor?

Ich merkte, dass ich nicht mehr der Regisseur meines Lebens war. Vom Leben hatte ich mich bereits verabschiedet und war sehr überrascht, als ich wieder aufwachte. Wie ein riesiger Wal glitt ich durch ein Meer stiller Freude. Ich hatte eine schlagartige Einsicht: Wenn ich das Nirvana gefunden habe und immer noch am Leben bin – dann kann das jeder! Ich finde, das ist eine Idee, die es wert ist, zu verbreiten!

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Bild: Kip May (c) thank you for permission to publish

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