Wir werden glücklich
indem wir immer weiter
für uns lernen.
(Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer)

Ich kann Ihnen durch das was ich schreibe und hier im Blog behandle Bilder in den Kopf setzen, die angenehme Gefühle auslösen.  Alles wird ganz weit, die Atmung wird tiefer, ruhiger und Sie beginnen zu schwelgen. Den allermeisten Menschen wird es warm werden wenn Sie dieses Video sehen, manche bekommen auch Angst weil Sie bestimmte Erfahrungen damit gemacht haben. Wärme wird mit angenehm assoziiert.

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Ich kann jedoch auch Bilder in Ihren Kopf setzen, die Ihnen unangenehme Gefühle bescheren. Es zieht sich etwas zusammen, die Atmung wird oberflächlicher, kurzatmiger, Ihre Konzentration wird geringer und der Organismus schaltet langsam auf  Fluchtmodus. Womöglich werden Sie unruhig, Energie wird aktiviert, um aus der Situation zu gehen.

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Möchten Sie das gerne wiederholen? Die einen ja – die anderen nein. Manche würden sofort mit ins Wasser springen – anderen graut davor schon bei der Vorstellung daran.

Das Eiswasser-Experiment

Und genau diese Erfahrung machen sich Psychologen zunutze in der Schmerzforschung. Lange haben Forscher damit gearbeitet, Patienten zu Forschungszwecken Schmerz zuzufügen. Heutzutage wird nicht mehr geritzt, gepikst oder erhitzt um dem Teilnehmer der Studie Schmerz zuzufügen – es wird gekühlt. Wenn der Körper lange einem Kältereiz ausgesetzt ist beginnt er, die Wahrnehmung als Schmerz zu bewerten. Das nützt die Schmerzforschung für das „Eiswasserexperiment“. Die Probanden werden dazu gebeten, ihre Hände in Eiswasser zu tauchen. Dabei wird unter allen möglichen Fragestellungen gemessen wie lange die Teilnehmer den Kältereiz und damit den Schmerzreiz aushalten. Und die Forschungslage dazu ist mittlerweile ziemlich dicht.

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Diese Drei haben das Experiment für sich etwas abgewandelt, sie tauchen das Gesicht ins eisige Wasser. Die klassische Anordnung sieht so aus, dass die Hand ins Wasser getaucht wird. Und das jeweils unter verschiedenen Bedingungen – einige mag ich hier darstellen.

Einfluß von sexuellen Imaginationen auf Schmerz

Dr. Peter Staats von der John Hopkins Universität in Baltimore ließ Männer unter drei Bedingungen die Hand eintauchen: Die einen visualisierten einen Spaziergang, die anderen eine wenig erregende sexuelle Phantasie und die dritte Gruppe visualisierte eine sexuelle Szene die individuelle für sie sehr erregend war. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Doppelt so lange konnte die dritte Gruppe ihre Hand im eiskalten Wasser belassen. Die Autoren empfehlen deshalb auch, bei unvermeidbaren Schmerzen die Aufmerksamkeit auf extrem lustvolle Erlebnisse zu richten – meist eben sexuelle Phantasien. Meine Gedanken dazu sind: Ob nicht auch exzessives sexuelles Verhalten der Versuch ist, erlebten seelischen oder körperlichen Schmerz zu überdecken, zu verdrängen?

Für hübsche Frauen ertragen Männer Schmerzen länger

Während seinem Studium machte Ernst Roidl einen Eiswasser-Test um zu überprüfen ob Männer wirklich berechenbar sind wie ihnen immer nachgesagt wird. Die Versuchsleiterin machte sich für die einen hübsch (offenes Haar, Make-up, körperliche Nähe) und für die anderen blieb sie eher kühl (Haar streng nach hinten, kein Make-up, körperliche Distanz) und die Männer hatten ihre Hand wieder im Eiswasser. In der „hübsch“-Bedingung beließen die Männer ihre Hände mehr als doppelt so lange im Eiswasser. Die Versuchsleiter mussten die Probanden sogar in einigen Fällen vor Schäden bewahren, indem sie nach zweieinhalb Minuten den Versuch abbrachen. Die weiteren Ergebnisse gibt bei Spiegel Interview.

Fluchen lindert Schmerz

Hier wurden die Probanden gebeten, während Sie die Hand in Eiswasser tauchen Schimpfwörter auszusprechen oder neutrale Worte zu sagen. Überraschenderweise konnten die Probanden tatsächlich ihre Hand unter der Schimpfwörter-Bedingung länger im Wasser lassen. Hier das Abstract bei Nero Report. Was lernen wir hier für die Praxis? Geht es wirklich ums Fluchen und Schimpfen? Der Schmerz muss raus! Aus meiner Sicht ist es wichtig authentisch zu sein – nett lächeln während ich Schmerzen empfinde nützt nichts, ein Emotions-Ausdruck muss her, der zum Erleben passend ist. Vielleicht muss es nicht gleich Fluchen sein, Schimpfen tut’s auch!

Geschlechterunterschiede – Männer & Frauen

Werden Männer und Frauen gebeten, ihre Hand in Eiswasser zu tauchen halten Männer immer länger durch. Interessant wird es, wenn jetzt die Männer zusammen mit den Frauen ihre Hand in das Eiswasser tauchen. Die Wissenschaftler fanden, dass beide Geschlechter dann länger durchhalten! Bei den Frauen war der Effekt zwar auch da – war aber nicht so groß wie bei den Männern.

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