Eine Studie zum Thema Sex und Pille überrascht: Ein Drittel der Probandinnen hat ein Risiko für sexuelle Dysfunktion, Raucherinnen haben weniger Spaß am Sex und die Pille senkt die Lust.

Geht die Verhütung mit der Pille zu Lasten der Lust?

Die Ergebnisse einer aktuellen Studie, die im Journal of Sexual Medicine erschienen ist, zeigen, dass Frauen, die nicht-hormonell verhütet hatten, in sexueller Hinsicht am glücklichsten waren. An der Studie – ein Familienprojekt von Lisa-Maria, Christian und Markus Wallwiener – nahmen 1.086 Medizinstudentinnen teil. Das entspricht ungefähr 2,5% aller Medizinstudentinnen in Deutschland. Die Frauen beantworteten Fragen zum Thema Sex, Kinderwunsch und Raucherstatus. 87% hatten in den letzten sechs Monaten Verhütungsmittel benutzt, und 97,3% waren in den letzten vier Wochen sexuell aktiv gewesen. In die Endauswertung gingen die Daten von 1.046 Frauen ein. 32,4% hatten ein Risiko, unter weiblicher sexueller Dysfunktion zu leiden: 8,7% hatten ein hohes Risiko für eine Orgasmusstörung, 5,8% für eine hypoaktive sexuelle Luststörung.

Zufriedener mit festem Partner

Die Teilnehmerinnen wurden entsprechend ihrer Verhütungsmethode in vier Gruppen eingeteilt: orale hormonelle, nicht orale hormonelle, nicht hormonelle und keine Verhütung. Den höchsten Wert auf der sexuellen Funktionsskala (das heißt das geringste Risiko für eine sexuelle Störung) hatten Frauen, die nicht hormonell verhüteten (31,0%), gefolgt von keine Verhütung (29,5%), orale hormonelle Verhütung (28,3%) und nicht orale hormonelle Verhütung. Neben der Verhütungsmethode war auch der Raucherstatus ein signifikanter Faktor für den Wert auf der sexuellen Funktionsskala. Raucherinnen hatten eine höhere Punktzahl als Nichtraucherinnen. Andere Faktoren wie Alter, frühere Schwangerschaften, Kinderwunsch und Partnerstatus spielten dagegen keine Rolle. Frauen, die nicht in stabilen Beziehungen lebten, hatten häufiger Orgasmusprobleme als Frauen mit festen Partnern.

Und was könnte das konkret für mich bedeuten?

Die Studienautoren betonen, dass die Studienergebnisse keinen Hinweis auf die Kausalität der gefundenen Assoziationen zulassen. Die Studie sollte also kein Grund sein, das Rauchen anzufangen, die Pille abzusetzen und sich einen festen Partner zuzulegen. Trotzdem bleibt besonders ein Zusammenhang bedenkenswert: Die Einnahme von Hormonen könnte das Sexualleben von Frauen negativ beeinflussen.

Quelle: Wallwiener C et al. Prevalence of sexual dysfunction and impact of contraception in female german medical students. J Sex Med 2010; May 4

Ergebnisse und Alternativen

Detaillierte Darstellung der Studienergebnisse gibt es hier  und vor kurzem habe ich schon einmal darüber geschrieben, weil ich das Thema bereits bei Utopia gefunden hatte. Und noch ein Nachtrag – bei gesund.co.at ist heute (29. November 2011) ein umfassender Artikel zum Thema Verhütung erschienen. Vielen Dank!

Hier gibt es Bücher dazu bei Amazon:

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