Ein Gastartikel von Nitya Wilhelm Klingholz, Hamburg, Primärtherapeut/Heilpraktiker

Ein Sturz beschert mir keine guten Prognosen

Die Katze hatte es sich auf der obersten Stufe der Treppe bequem gemacht – in dieser Nacht im Jahr 2005. Ich stolperte über sie, fiel herunter und fand mich im Krankenhaus wieder, wo der Arzt eine linksseitige Calcaneusmehrfachfraktur feststellte. Klinikaufenthalt, OP, Infektion, Krankengymnastik, Entfernung der Ersatzteile nach einem Jahr (Schrauben und Platte), die Beschwerden beim Gehen hörten nicht auf. Der orthopädische Chirurg prognostizierte Arthrose in absehbarer Zeit. Ich musste mit einem Stützstrumpf und orthopädischen Einlagen herumlaufen und ohne einen Stock traute ich mich kaum noch auf die Straße.

"Die Tänzerin" von Ludolf Albrecht, aufgenommen im Jenisch-Park in Hamburg

Die Wendung kommt durch ein Video

Und schon im Jahr 2008 stieß ich bei jetzt-tv auf ein Video  von einem Herrn Dr. med. Hans-Peter Greb. Er stellt dort eine Gehmethode namens GODO vor: Das Gehen mit dem Schwerpunkt auf den Zehenballen. Dr. Greb meint, wir seien genetisch als Ballengänger angelegt und wir sollen uns das Marschieren auf den Hacken tunlichst wieder abgewöhnen. Auf der Hacke aufsetzen, dann den Fuß abrollen sei also passée – stattdessen aufsetzen mit den Zehenballen und erst dann den Fuß auf die Ferse absenken.

Eine Fülle von neuen Informationen und Erfahrungen übers Gehen

Unsere Fuß- und Rückenprobleme wären überwiegend darauf zurückzuführen, dass wir beim Gehen unsere Knochenkette von der Ferse bis hinauf zum Schädel beanspruchen würden statt die entsprechende Muskelkette.  Das probierte ich gleich mal aus. Wenn ich auf der Stelle oder auf die Seite trat, belastete ich ganz automatisch die Zehenballen. Ebenso wenn ich die Treppe ging. Das tat ich dann erst einmal sehr ausgiebig. Zig mal die Treppe hinauf und hinunter. Anschließend spürte ich seit Jahren wieder einmal meine Füße richtig. Sie fühlten sich sehr lebendig an und warm. Ich beschloss spontan, das mit dem GODO ganz ernsthaft anzugehen. Mit dem Taschenbuch (GODO – mit dem Herzen gehen) von Dr. Gerb unterm Arm  fuhr zu ihm. Er zeigte und erklärte mir alles ganz genau.

Der Stock bleibt wieder in der Ecke stehen

Jetzt war Üben angesagt. Mit absatzlosen Schuhen begann ich mit dem Ballengehen. Anfangs setzte ich den Fuß zu steil auf – ich trippelte und stakste ganz komisch durch die Gegend. Nach und nach bemerkten andere kaum noch einen Unterschied – ich setzte den Fuß immer flacher auf. Für mich hingegen war der Unterschied umso deutlicher: Muskelkater in den Waden, der Stützstrumpf wurde überflüssig (die Venenpumpe wird beim GODO aktiviert), die Einlagen konnte ich entsorgen und den Stock zu Hause lassen.

Und wie geht’s in Zukunft weiter?

Heute, nach drei Jahren Ballengehen, kann ich mir nicht mehr vorstellen, zu dieser Hackenmarschiererei zurückzukehren. GODO ist wie Tanzen und am schönsten ist es, barfuß auf einer Wiese oder im Wald herumzutanzen. Weitere Informationen gibt es  hier. Das Ballengehen nennt sich hier Fox Walk. Und hier die offizielle Homepage von Dr. Greb. Schuhe dazu gibt es im Barfußshop.

Das Buch von Herrn Greb bei Amazon:

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