Wer glücklich ist, nimmt seine Umwelt anders wahr als ein unglücklicher Mensch. Wie sich Emotionen auf das Sehen genau auswirken, wurde jetzt mit der funktionellen Magnetresonanztomografie untersucht.

Nach Erkenntnissen der Verhaltensforschung sollten positive Emotionen das Gesichtsfeld erweitern, negative hingegen einengen. Freiwilligen wurden zunächst schöne, neutrale und hässliche Fotos gezeigt, um in ihnen verschiedene Emotionen auszulösen. Die neutralen Fotos waren die Kontrolle. Anschließend wurden den Probanden 300 ms lang Fotos vorgeführt, in deren Mitte ein Gesicht und als Hintergrund ein Gebäude zu sehen waren. Aufgabe der Teilnehmer war es, sich auf das Gesicht zu konzentrieren, um das Geschlecht der abgebildeten Person angeben zu können.

Während des Tests wurde mit der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) die Gehirnaktivität der Probanden gemessen. Dabei konzentrierte man sich auf zwei Areale: die sogenannte Fusiform Face Area (FFA), eine Hirnregion, die für das Erkennen von Gesichtern zuständig ist, und die Parahippocampal Place Area (PPA), die wenig auf Gesichter, aber stark auf Hintergründe und räumliche Anordnungen reagiert.

Die fMRT-Messungen bestätigten die Hypothese der Verhaltensforscher: Die Probanden, die schöne Bilder von niedlichen Welpen oder Kleinkindern gesehen hatten, also in guter Stimmung waren, hatten höhere Scanaktivitäten in der PPA als die mit einer schlechteren Laune. Sie registrierten den Hintergrund der Fotos intensiver. Der Unterschied war umso größer, je stärker die Bilder bei ihnen positive Emotionen ausgelöst hatten. Die FFA wurde nicht beeinflusst. Sie war in beiden Versuchsgruppen gleich groß.

Kommentar

Nach den fMRT-Messergebnissen verändern Emotionen tatsächlich die Wahrnehmung. Positive Emotionen erweitern das Gesichtsfeld und machen für nebensächliche Hintergrunddetails empfänglicher. Negative Emotionen engen den Sehfokus ein und blenden zusätzliche Informationen aus.

Literatur: T. W. Schmitz et al. (Department of Psychology, University of Toronto, 100 St. George Street, Toronto, ON M5S 3G3, Canada; e-mail: taylor@aclab.ca) Opposing influences of affective state valence on visual cortical encoding. J Neurosci 2009;29:7199-7207; doi:10.1523/JNEUROSCI.5387-08.2009

Produkte dazu bei Amazon:


Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, wie wäre es mit diesem?

KiKe – Atelier für Kinder krebs Kranker Eltern

Märchen sind doch Kinderkram!

Was für ein Unterschied – sagen Sie Ihre Botschaft in anderen Worten

Ich freue ich mich wenn Sie ihn auf Facebook, Twitter, Google+ oder per Email weiterempfehlen. Hier die Kurz-URL zum Kopieren: http://wp.me/pJUzK-2z

… oder einen Kommentar hinterlassen

.… oder die neuen Artikel per RSS abonnieren.

Advertisements