Um Prävention betreiben zu können ist es wichtig, bereits im Vorfeld zu wissen, wodurch Krankheiten entstehen, damit die Auslöser geändert oder gemieden werden können. In der Zeit des Internet beschäftigt sich auch dir Forschung mit diesem Thema. Eine Studie beleuchtet die Faktoren, anhand derer am wahrscheinlichsten vorausgesagt werden kann, dass sich eine Internetsucht entwickelt (Prädiktoren).

Wenn die Internetnutzung von Heranwachsenden Suchtcharakter annimmt, sind häufig psychische Probleme im Spiel.

Eine aktuelle Studie identifiziert als mögliche Prädiktoren für eine im Laufe von 2 Jahren de novo entstehende Internetsucht bei männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine vorbestehende Depression, ein Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), eine Soziophobie und feindseligem Verhalten. Bei den weiblichen Teilnehmern trat eine Internetsucht vor allem auf dem Hintergrund von Feindseligkeit und ADHS auf.

Die Autoren hatten initial 2.293 Heranwachsende, davon 1.179 Jungen und 1.114 Mädchen, aus 10 Schulen in Südtaiwan untersucht. Psychische Probleme zu Beginn der Studie erfassten sie dabei mithilfe verschiedener Fragebögen, eine mögliche Internetsucht mit der “Chen Internet Addiction Scale”. Dabei schieden schon eingangs etwa 10% der Schülerinnen und Schüler wegen des Verdachts einer bereits bestehenden Internetsucht aus. 6, 12 und 24 Monate nach Studienbeginn befragten die Autoren die Teilnehmer erneut mit dem suchtspezifischen Fragebogen zum Verhalten bei Internetnutzung. Jungen waren demnach doppelt so stark gefährdet wie Mädchen, eine Internetsucht zu entwickeln. Andere Prädiktoren waren eine Computernutzung von mehr als 20 Stunden pro Woche und die überwiegende Beschäftigung mit Onlinespielen. Eine ADHS erhöhte bei Mädchen das Internetsucht-Risiko auf das 2,56-fache, bei Jungen auf das 1,62-Fache. Feindseliges Verhalten führte zu einer Zunahme des Suchtrisikos um 83%, Depressionen um 56% und Soziophobie um 35%.

Die Ergebnisse zeigen, dass es wichtig ist, die zugrunde liegenden psychischen Probleme Heranwachsender, insbesondere ADHS und Feindseligkeit, aber auch Depression und Soziophobie, frühzeitig zu entdecken und zu behandeln, nicht nur um die individuelle Entwicklung zu fördern, sondern auch um die Entwicklung einer Internetsucht zu verhindern.

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Quelle: Ko CH et al. Predictive values of psychiatric symptoms for internet addiction in adolescents: a 2-year prospective study. Arch Pediatr Adolesc Med 2009; 163: 937-43.

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