Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse und Obst, wenig Fleisch, viel Fisch, Nüssen, Olivenöl und einem moderaten Alkoholkonsum gilt gemeinhin als kardioprotektiv und Stoffwechselerkrankungen vorbeugend. Möglicherweise verringert diese Ernährungsform auch das Depressionsrisiko.

Die mit der mediterranen Diät einhergehende Verringerung von Entzündungsprozessen, Gefäß- und Stoffwechselerkrankungen sollte auch einen Einfluss auf die Entwicklung einer Depression haben, dachten sich spanische Forscher und untersuchten die Assoziation von Ernährung und neu auftretender Depression im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie mit 10.094 initial gesunden Universitätsabsolventen in Navarra.

Die Adhärenz zur mediterranen Ernährungsweise -auch in Spanien längst keine Selbstverständlichkeit mehr – wurde mit Hilfe eines 136 Items umfassenden Fragebogens ermittelt und in 5 Grade aufgeteilt. Eine vom Arzt diagnostiziert Depression bzw. eine Depression, die eine medikamentöse Therapie notwendig machte, entwickelten im Beobachtungszeitraum von im Median 4,4 Jahren 480 Studienteilnehmer. Dabei fanden die Autoren in Bezug auf das Depressionsrisiko einen dosisabhängigen Effekt der Adhärenz zur mediterranen Ernährungsweise:

Im Vergleich zur Gruppe mit einer Ernährung, die am wenigsten der mediterranen entsprach, litten alle Teilnehmer mit einer stärkeren Adhärenz seltener an einer Depression. Wer sich sogar überwiegend mediterran ernährte, hatte ein nur etwa halb so großes Risiko, eine Depression zu entwickeln, wie diejenigen, die sich anders ernährten. Bezogen auf Einzelkomponenten der Ernährung fanden die Wissenschaftler einen inversen dosisabhängigen Zusammenhang von Depression und Konsum von Früchten, Nüssen und Gemüsen sowie dem Verhältnis von einfach zu mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Allerdings gehen sie davon aus, dass der protektive Effekt insgesamt doch eher aus dem gesamten Ernährungsverhalten resultiert und weniger einzelne Faktoren entscheidend sind. Inwieweit auch andere Einflüsse, z.B. der Umwelt oder erbliche Faktoren mit in die Studienergebnisse eingeflossen sind, bleibt offen, sodass diese Studie letztlich nicht als Beleg eines kausalen Effekts zwischen Ernährung und Depression gelten kann. Weitere prospektive Studien, die solche Einflussfaktoren mit berücksichtigen, bleiben abzuwarten. Derweil lohnt es aber allemal aus anderen Gründen, Aspekte der mediterranen Ernährung in seinen persönlichen Lebensstil zu integrieren.  Autorin: Friederike Klein

Originalquelle: Sánchez-Villegas A et al. Arch Gen Psychiatry 2009; 66: 1090-8.

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