Im klinischen Setting ist ein möglicher Zusammenhang zwischen Schlafstörungen und Suizidalität bekannt. Jetzt zeigt sich, dass diese Assoziation auch für die Gesamtbevölkerung gelten könnte.

Die Auswertung einer großen bevölkerungsbezogenen Befragung in den USA weist deutlich auf einen Zusammenhang zwischen Ein- oder Durchschlafstörungen oder sehr frühem Erwachen mit einer erhöhten Selbstgefährdung hin. Lag auch nur einer dieser Schlafprobleme vor, ergab sich – bereinigt um andere Risikofaktoren für Suizidaltiät – in den darauffolgenden 12 Monaten gegenüber guten Schläfern immer noch ein deutlich erhöhtes Risiko für suizidale Gedanken (Odds Ratio OR = 2,1), das Planen suizidaler Handlungen (OR = 2,6) und Suizidversuche (OR = 2,5). Im Einzelnen erhöhten Einschlafstörungen signifikant vor allem Suizidgedanken und suizidale Planungen, Durchschlafstörungen Suizidgedanken und Suizidversuche und frühes morgendliches Erwachen alle abgefragten Aspekte suizidalen Verhaltens.

Die Autoren der Studie rufen dazu auf, Schlafprobleme beim Abschätzen des Suizidrisikos und bei der Entwicklung von Modellen zur Suizidalität als Risikofaktor regelhaft mit einzubeziehen.

Autor: Friederike Klein, München
Quelle: Wojnar M. et al. International Congress of the World Psychiatric Association, Florenz 1.-4. April 2009; Abstract NRS4.5. Sleep problems and suicidality in the national comorbidity survey replication.

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