Angststörungen und Depressionen gehen oft mit sexuellen Dysfunktionen einher. Eine erfolgreiche Verhaltenstherapie bessert nicht nur Angst- und depressive Symptomatik, sondern oft auch “nebenbei” die sexuellen Probleme.

Fast zwei Drittel von 451 Patienten, die sich an einer Institutsambulanz in Dresden wegen Angststörungen oder Depressionen behandeln ließen, berichteten vor Behandlungsbeginn über verschiedene sexuelle Probleme. Die besserten sich bei einer Reihe von Patienten mit der Zeit deutlich – aber nur, wenn die Verhaltenstherapie selbst auch erfolgreich war. Sowohl das generelle sexuelle Interesse, als auch Erektions- und Orgasmusfähigkeit nahmen bei diesen Patienten zu. Ein Wermutstropfen: Auch wenn die Primärerkrankung vollständig in Remission war, berichteten doch immer noch etwa 45% der zuvor von einer sexuellen Dysfunktion Betroffenen von Problemen beim und mit Sex. Unterschiede gab es bezüglich der sexuellen Probleme zwischen Patienten mit Angststörungen und solchen mit Depression nicht.

Die Autoren rufen dazu auf, sexuellen Dysfunktionen als Begleitsymptome psychischer Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. So kann ihrer Ansicht nach besser beurteilt werden, in welchen Fällen eine zusätzliche sexualtherapeutische oder medizinische Behandlung notwendig ist.

Autor: Friederike Klein, München

Quelle: Hoyer J et al. Reduction of sexual dysfunction: by-product of cognitive-behavioural therapy for psychological disorders? Sexual and Relationship Therapy 2009; 24: 64-73

Das könnte Sie auch interessieren:

Ohne Pille mehr Spaß am Sex?

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, freue ich mich wenn Sie ihn auf Facebook, Twitter, Google+ oder per Email weiterempfehlen. Hier die Kurz-URL zum Kopieren: http://wp.me/pJUzK-1b

… oder einen Kommentar hinterlassen

.… oder die neuen Artikel per RSS abonnieren.

Advertisements