Archiv für ‘Traumatherapie’

23. November 2011

Wie finde ich einen Therapieplatz?

Immer wieder rufen bei mir Interessenten an oder schreiben mich an mit der Frage wie es geht, einen Therapieplatz zu finden. Nun ganz einfach ist das nicht zu beantworten.

Die Sache mit den Kosten…

Als erstes gibt es die Kostenfrage zu klären. Soll die Krankenkasse die Therapie übernehmen? Dann ist es wichtig, dass Sie einen Kassen-Therapeuten aussuchen. Diesen finden Sie wenn Sie bei Ihrer Krankenkasse die Therapeutenliste anfordern. Dort sind alle zugelassenen Kollegen verzeichnet. Sie rufen einfach die Kollegen auf der Liste einen nach dem anderen an und vereinbaren einen Termin. Bitte lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie lange auf einen Termin warten müssen – die Wartezeiten dauern derzeit bis zu einem Jahr!

Wenn Sie die Therapie selber bezahlen möchten, dann bekommen Sie wahrscheinlich schneller einen Termin. In Privatpraxen sind die Therapeuten oft auf Thematiken spezialisiert, die gar nicht das Ausmaß einer Psychischen Störung aufweisen und die Kasse würde die Behandlung in diesem Fall sowieso nicht bezahlen. Hören Sie sich in Ihrem Umfeld um – gute Therapeuten werden empfohlen oder schauen Sie bei den derzeit wachsenden Bewertungsportalen um.

Männlein oder Weiblein…?

Ganz wichtig ist, dass Sie sich überlegen, ob Sie lieber einen Mann oder eine Frau als Therapeuten haben möchten? Oft gibt es Themen, die ich mit einem Mann oder einer Frau besser besprechen kann. Oder das Thema um das es mir geht hängt mit dem Vater zusammen und Sie können es sich beim besten Willen nicht vorstellen, das mit einem Mann zu besprechen. Die Gründe können verschieden sein – wichtig ist, dass Sie sich vorher Gedanken darüber machen.

Welches Therapieverfahren?

Die Anzahl der Therapieverfahren, die derzeit angewendet werden ist stetig am steigen. Erst kürzlich habe ich wieder gelesen, dass Kollegen sich treffen, um neue Verfahren zu entwickeln. Ein richtiger Dschungel. Gut ist da, wer sich auskennt. Das ist derzeit leider nur den Experten vorbehalten. Und auch mir laufen immer wieder Therapieverfahren über den Weg, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Hier gibt es auch eine ausführliche Übersicht über die gängigen Verfahren.

Was Sie noch beachten können um einen passenden Therapeuten zu finden sehen Sie in diesem Video:

Sie wohnen nicht bei mir in der Nähe und suchen einen guten Therapeuten? Bei folgenden Portalen oder Verzeichnissen gibt es Therapeuten-Listen. Viel Erfolg bei der Suche!

Therapie

Therapeuten im Netz

Psychomeda

Gesunder Mensch

Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose

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20. November 2011

Schmerz lass nach!

Wenn zu mir jemand in die Praxis kommt mit dem Wunsch der Schmerzreduktion ist für mich eines wichtig: Es muss von einem Arzt abgeklärt sein, dass es keine aktuelle körperliche Ursache für den Schmerz gibt. Erst dann beginne ich damit, den Menschen darin zu unterstützen, seine Schmerzen zu reduzieren oder gar ganz auflösen. Dabei arbeite ich mit Hypnosetherapie.

Schmerz und Hirnforschung

Mein Ansatz dahinter ist einfach. Schon der Begründer der Psychoanalyse Siegmund Freud beobachtete, dass unbewältigte Erfahrungen sich in körperlichen Beschwerden niederschlagen können. Er hatte seine eigene Theorie wie dies von statten geht und nannte diesen Abwehrmechanismus Konversion. Von den Verhaltenspsychologen wurde er oft belächelt, da seine Annahmen reine Theorie waren und nicht mit harten Daten untermauert war. Die moderne Hirnforschung liefert heute Beweise, dass er so schlecht gar nicht lag. Freilich liefern die Forschungsergebnisse nicht den Beweis, dass seine Theorie richtig ist. Vielmehr kann die moderne Hirnforschung zeigen, dass emotionaler Schmerz (wie zum Beispiel auch Eifersucht) im selben Zentrum im Gehirn verarbeitet wird wie körperlicher Schmerz.

Die Signales des Körpers verstehen lernen.

Die meisten Menschen, die zu mir kommen weil sie unter Schmerzen leiden verstehen nicht, was ihr Körper ihnen durch den Schmerz sagen möchte. In einer anderen Situation wäre dies einfacher. Wenn dieselbe Person ihre Hand auf die Herdplatte legte wäre offensichtlich, dass der Schmerzreiz eine Schutzfunktion auslösen soll – nämlich, dass die Hand in Sekundenbruchteilen zurückgezogen wird, um Verbrennungen zu vermeiden.

Hier sehen Sie wie die Schmerzleitung funktioniert. Ich behaupte jetzt einfach, dass der Mechanismus bei seelischen Schmerzen genau gleich ist wie bei körperlichem Schmerz. Nur hier haben wir die Möglichkeit, uns den seelischen Schmerz auszureden, ihn herunterzuspielen oder auf alle erdenklichen Weisen umzuinterpretieren. Es ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass dieser Schmerz vorhanden ist. Vergeht dann noch ein wenig Zeit, sind wir nicht mehr in der Lage das auslösende Ereignis mit dem Schmerz in Beziehung zu setzen. Das Gehirn verarbeitet ihn und mit der Zeit zeigt er sich körperlich. Wir haben körperliche Schmerzen. Dieser Zusammenhang wird nicht gleich klar, weil oft die Ursache in der Vergangenheit liegt.

Den Schmerz auflösen.

Die gute Nachricht dabei ist, dass sich dieses Prinzip auch umkehren läßt: Löst sich der seelische Schmerz, reduzieren sich oder verschwinden auch die körperlichen Beschwerden. Aber zunächst noch mehr dazu: Schmerz ist subjektiv und es ist nicht möglich, ihn von außen zu messen. Er wird auch von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich empfunden. Was aber allen gemeinsam ist: Schmerz ist ein Notsignal, das den Organismus schützen soll. Laß das, es tut weh! Wenn jemand auf dieses Signal bei seelischem Schmerz nicht reagieren kann steckt meistens ein Konflikt dahinter. Denn der Schmerz wird in den überwiegenden Fällen von nahestehenden Menschen zugefügt. Manchmal absichtlich – dann fällt es leichter sich zu wehren. Meistens jedoch unabsichtlich – und die Betroffenen stehen vor der unlösbaren Aufgabe, den Schmerz loswerden zu wollen, aber den nahestehenden Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Oft stammt der Konflikt auch aus der Kindheit, aus einer Zeit als der Betroffene sich selber noch nicht schützen konnte und den Schutz von den Eltern nicht bekommen hat. Oft resultieret Schmerz auch aus traumatischen Erfahrungen und hilfreich ist Traumatherapie. Genauso wie eine Beziehung Schmerz zufügen kann ist es auch möglich, dass eine gute Beziehung hilft Schmerz zu reduzieren oder ganz zu bewältigen.

Der Schmerz läßt nach.

Es scheint, als ob das Gehirn solange in einer Schleife den ungelösten Konflikt immer wieder durchspielt bis er gelöst ist. Als Beispiel möchte ich von einer Frau schreiben, die Schmerzen empfindet beim Geschlechtsverkehr. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es unangenehme Erlebnisse gab aus der Vergangenheit, die ungelöst sind. Das kann ein körperlicher Missbrauch sein – muß aber nicht. Es reicht, wenn sie als Kind einen Vertrauensmissbrauch erlebte – es gibt irgendein Erlebnis in der Vergangenheit, bei dem ihr als kleines Mädchen seelischer Schmerz zugefügt wurde. Dieses Ereignis – das kann auch eine Enttäuschung durch den Vater sein – erzeugt eine emotionale Blockade und bevor die nicht gelöst ist bleibt der Schmerz.

Ein anderes Beispiel wäre eine Projektleiterin, die seit Jahren unter Schmerzen in der Schulter leidet. Gleichzeitig mit Schmerzbeginn hat sie ein Projekt übernommen, das ihr eigentlich zu viel ist, weil sie sich thematisch damit gar nicht ganz auskennt und noch immer dabei ist, sich einzuarbeiten. Sie fühlt sich überfordert und hat Sorge, ob sie der Verantwortung gerecht wird. Nach einem Gespräch mit ihrer Vorgesetzten, in dem ihr zugesichert wird, dass sie durch einen anderen Kollegen kollegiale Supervision erhält verschwinden ihre Schulterschmerzen – sie fühlt sich spürbar entlastet und hat jetzt die Einschätzung, der Aufgabe gewachsen zu sein.

Genauso ist meine Erfahrung in meiner täglichen Arbeit: löst sich der emotionale Schmerz aus der Vergangenheit, löst sich auch der körperliche Schmerz auf. Was für eine Erleichterung – der Schmerz  läßt nach!

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15. Oktober 2011

Wenn es erst vorbei ist, ist das Fliegen wunderbar…

… so ist das für viele Menschen mit Flugangst. Aviophobie heißt die unangenehme Krankheit in der Fachsprache. Immer mehr Menschen leiden darunter. Manche halten die unangenehmen Gefühle lange aus bevor sie den Weg zum Therapeuten gehen – oder lassen sich vom Arzt Tabletten verschreiben, um wenigstens etwas über die Runden zu kommen.

Ohne Vorfreude ist es kein richtiger Urlaub

“Wenn ich Angst hätte vor einem Hund, weil er mich gebissen hat, dann könnte ich das nachvollziehen. Aber ich hatte ja noch nie ein schlechtes Erlebnis mit einem Flugzeug und kann deshalb nicht verstehen, warum ich solche Angst vor dem Fliegen habe.” Diesen oder einen ähnlichen Satz höre ich immer, wenn jemand mit Flugangst sich bei mir meldet. Die Symptome fangen meist schon vor der Reise an. Je näher der Flug rückt, desto angespannter sind die Betroffenen. “Vorfreude auf den Urlaub kenne ich schon lange nicht mehr. Beim Packen schwitze ich und muss mir Wochen vorher schon einen Plan erstellen. An den halte ich mich, damit ich vor lauter Aufregung auch ja nichts vergesse.” Das ist die Angst vor der Angst wenn Sie schon vor der Reise unter diesen oder anderen Symptomen leiden. Vermeidungsverhalten gehört auch dazu. Aus Angst vor der Angst wird alles vermieden, das mit dem Flug zusammenhängt: Gespräche darüber, Sonnencreme einkaufen, die Route am Urlaubsort planen und so weiter…

Die Auslöser für Flugangst liegen im Unbewussten.

Die eigentliche Angst tritt dann auf, wenn Sie im Flugzeug sitzen und die Symptome sind immer die gleichen. Denn Menschen reagieren ähnlich auf Stressoren:

  • Schweißausbrüche
  • feuchte oder kalte Hände
  • Herzrasen
  • das Gefühl, keine Luft zu bekommen
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Durchfall

Die Angstauslöser sind so unterschiedlich wie die Menschen, die darunter leiden. Und was ganz besonders ist: meistens liegen die Auslöser für die Angst ganz weit in der Vergangenheit zurück. “Sobald die Tür zu ist, fühle ich mich so eingesperrt.” Während  der Therapiesitzung wird klar: In der Pubertät hat der Vater nicht akzeptiert, dass seine Tochter beginnt eigene Entscheidungen zu treffen. Wenn sie nicht nach seiner Pfeife tanzte, hing der Haussegen schief. Sie wußte zwar, was sie wollte, konnte sich ihm gegenüber aber nicht durchsetzen. “Ich fühlte mich so eingesperrt.”  Eine andere Patientin sagte mir, dass sie Angst empfinde, weil sie “keinen Boden mehr unter den Füßen” habe. In der Sitzung wird ganz schnell klar, dass sie sich genauso “bodenlos” fühlte, als sie mit 14 Jahren ihren Vater nach einer schweren Krebs-Erkrankung verlor. Die alte Hilflosigkeit kann sich in der Therapiesitzung lösen und beide können sich plötzlich – oh Wunder – vorstellen, ganz ruhig in einem Flugzeug zu sitzen. Beide können sich dann auch vorstellen, voller Vorfreude den Urlaub vorzubereiten.

Unbelastet von der Vergangenheit den Flug genießen.

Die Flug-Situation wird nicht mehr von alten Gefühlen, von alten Gefühlsblockaden überlagert. Meistens wirkt sich die Behandlung auch auf andere Bereiche ihres Erlebens aus, was sie jedoch erst nach der Behandlung spüren können.

So kann das dann aussehen, den Flug zu genießen.

Schönen Urlaub/ schöne Geschäftsreise für Sie!

Was sind Ihre Erfahrungen mit Flugangst?

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