Archiv für ‘Selbstbewußtsein’

9. Januar 2012

Wozu soll das gut sein? Zwang

Die Freiheit spürt nicht,
wer niemals unter Zwang gelebt hat.
(Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe) 

“Jeder Schritt darf nur auf die Mitte der Platten auf dem Gehsteig fallen. Sobald ich auf eine Fuge trete gelingt es mir heute nicht meine Mutter davon zu überzeugen, dass ich am Sonntag schwimmen gehen möchte.” Was in der Kindheit eine normale Spielerei darstellt kann für manche schnell eine tagesfüllende nervende Aktivität werden – die aber willentlich nicht beendet werden kann. Ein Zwang kann das Leben bestimmen.

Zwangs-Rituale bestimmen das Leben

Ein Zwang ist wie eine Zwickmühle

Wer unter Zwang leidet ist dem ausgeliefert. Es muss schrecklich sein, den Herd auszuschalten und genau zu wissen, dass er aus ist. Dennoch gibt es einen inneren Drang, der die Betroffenen dazu bringt, es immer wieder zu überprüfen. “Kein gutes Gefühl es sein zu lassen” – so beschreiben es die Betroffenen. Und das Wissen, dass der Herd aus ist macht die innere Unruhe noch viel größer – denn hier ist was der Verstand weiß und was das Gefühl meldet nicht in Einklang miteinander.

Ein Ritual hilft den Alltag und das Leben zu gestalten

Eine Angst ist ein ganz normales Gefühl, das dem Menschen eigentlich dienen soll, um zu spüren wann er Sicherheit braucht. Genauso hat ein Ritual seinen Sinn. Es ist eine Strategie, um Sicherheit zu vermitteln. Jede Mutter weiß, dass es den Kindern Sicherheit gibt, bestimmte Erfahrungen immer zur selben Zeit zu etablieren: Vor dem zu Bett gehen ein Buch lesen, nach dem Essen gibt es eine kleine Süßigkeit, gegessen wird immer um dieselbe Zeit, und, und, und, und… Rituale spielen nicht nur bei Kindern eine Rolle, sondern auch bei der Gestaltung von Übergängen. Es soll die Sicherheit schaffen, die alte Phase gut abzuschließen und die neue sicher zu beginnen. So gibt es in einigen Kulturen Initationsrituale, um zum Beispiel Jugendlichen den Übergang ins Erwachsenenleben zu erleichtern und ganz klar zum Ausdruck zu bringen: Jetzt gehörst Du zu uns Erwachsenen! Das Ritual an sich ist also nicht das Problematische wenn es um Zwänge geht.

Und was soll jetzt das Gute daran sein?

Bei dem ganzen Zwang haben Sie sich sicher schon gefragt, wofür das jetzt gut sein soll? Therapeuten, die systemisch ausgebildet sind drücken es so aus: Das Symptom ist nicht das Problem – es ist die Lösung! Aber wofür soll eine Zwangshandlung die Lösung sein? Die Antwort kann Ihnen ein Betroffener geben. Was passiert denn, wenn eine Zwangshandlung nicht ausgeführt wird? Die Betroffenen haben “kein gutes Gefühl” – sie fühlen sich unangenehm. Meist ist es eine Angst. Und was fehlt wenn unser Organismus Angst verspürt? Sicherheit!

Praktische Tipps dagegen

Für Kinder gibt es jetzt ein Computerspiel, das eigens dafür entwickelt wurde, Zwang zu überwinden. Im Dezember 2012 hat das Forscher-Team der Universität Zürich das Computer-Programm veröffentlich. Hauptdarsteller im Spiel ist der Marienkäfer, der seine Punkte zählt. Naja, der seine Punkte zählen muss – er hat einen Zählzwang. Vertrieb und Verkauf sind noch nicht angelaufen. Jedoch können sich Psychotherapeuten bereits hier anmelden, damit zu arbeiten und dadurch Kinder zu unterstützen ihre Zwänge zu überwinden.

Und plötzlich glaubte ich mir –  ein Buchtipp

Franziska Hötzel hat Zwänge überwunden und ein Buch darüber geschrieben. OK, ein Büchlein. Es hat 80 Seiten und trägt den Titel … und plötzlich glaubte ich mir! Sie können darin Frau Hötzel begleiten auf ihrem Weg aus den Kontrollzwängen.

Bei Amazon finden Sie das Buch: 

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Foto: Pitopia

21. Dezember 2011

Was für ein Unterschied – sagen Sie Ihre Botschaft in anderen Worten!

Ein freundliches Wort
ist mehr wert als es kostet.
(Ernst Ferstl)

Missverständnisse zwischen Menschen gibt es wahrscheinlich schon seit es den Menschen gibt. Eine hohe Kunst ist, diese auszuräumen. Da scheint es offenbar einfach zu sein, seine eigene Position darzustellen wenn es noch keine Missverständnisse gibt. Aber auch das ist nicht immer einfach. Hier habe ich einiges zusammengetragen, das es ein wenig Klarheit bringen soll.

Die Kraft von Worten – dasselbe nur in anderen Worten

Immer wieder darf ich in Trainings, Coachings oder Therapiesitzungen erleben wie kraftvoll es sein kann, die eigenen Worte einfach nur anders auszudrücken. Der folgende Film verdeutlicht wie das konkret aussehen kann.

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Was hat die junge Dame auf dem Schild geändert? Was vorher auf dem Schild stand war ohne Bezug zum Leben der Menschen, die vorbeilaufen. Wenn ich jedoch jemandem sage, dass es einen Menschen gibt, der die Schönheit nicht sehen kann, die andere umgibt, dann gibt es einen persönlichen Bezug. Ich habe sofort vor mir, dass es sein könnte, auch ich könnte diese Schönheit nicht mehr sehen. Diese Vorstellung ist mir näher als einfach nur das Wissen: Da sitzt ein blinder Mann vor mir. Und schon steigt die Bereitschaft zu helfen. Das kann die Kraft der Worte sein wenn ich mich nur darin auskenne, sie richtig zu verwenden.

Wie kann ich Menschen in Worten nahe sein?

Die Frage wie ich in Worten Nähe zu anderen Menschen herstelle beschäftigt die Psychologen schon ziemlich lange. Es ist die Grundlage für die Gestaltung der Therapeutischen Beziehung. Vor allem die Gesprächspsychotherapie nach C. Rogers beschäftigt sich damit. Laut seiner Aussage sind es drei Faktoren, nach denen sich diese Nähe gestalten läßt: Empathie, Authentizität und Akzeptanz. Er ließ die Patienten genau diese drei Faktoren jeweils bewerten wenn sie ein Therapiegespräch hatten. Damit regte er an, dass eine bis dahin gültige Regel gebrochen wurde: Die Therapeuten begannen ihre eigenen Gefühle einzubringen. Bis dahin war es ziemlich verpönt das zu tun. Aber um authentisch zu sein ist es sogar unerlässlich, das zu tun. Einer, der ziemlich hohe Werte bei Empathie erreichte war Frank Farrelly. Er hat dann später eine eigene Therapie- oder Gesprächsform entwickelt: Provokative Therapie – im deutschen oft Humortherapie genannt.

Was macht empathische Gespräche so wirkungsvoll?

Frank Farelly spicht ungeschminkt alles aus, das ihm einfällt wenn er mit jemandem spricht. Viele sind dadurch empört, andere lachen viel und nach dem Gespräch sagen sie: Es hat sich etwas verändert und ich kann gar nicht benennen was es war. Sehen Sie hier eine Nachbesprechung von so einem Gespräch (7;24 min; es ist in englischer Sprache):

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Was wirkt scheint also zu sein, dass emotionale Zustände angesprochen werden und sich Blockaden dadurch lösen. So wie wenn an der Grammatik etwas geändert wird, der Betreffende wendet plötzlich eine ganz andere Regel an und kann gar nicht benennen was sich geändert hat. Das kann soweit gehen, dass die Kinder dann plötzlich fragen: “Was ist denn mit Mama los?” Die Änderung wurde bemerkt – konnte aber nicht benannt werden.

Und was kann ich selber machen um diese Nähe auszudrücken?

Es scheint sehr einfach zu sein wenn ich jetzt schreibe: Drücken Sie Ihre Bedürfnisse aus. Das ist die einzige Regel, die Sie befolgen müssen, um mit Ihren Worten dafür zu sorgen, dass andere Ihnen nahe sein können. Wenn Sie einem anderen zeigen möchten, dass Sie ihm nahe sind, dann zeigen Sie ihm in Ihren Worten, dass Sie seine Bedürfnisse verstehen. Das ist schon die höhere Kunst. Dabei geht es nicht – wie manchmal irrtümlich verbreitet – die Worte von anderen wie ein Papagei zu wiederholen. Nein, es geht darum, in meinen Worten das auszudrücken was dem anderen gerade wichtig ist.

Konkretes Beispiel aus der Praxis

Und das kann auch einfach heissen, wenn der Ehemann am Abend heim kommt und motzt: “Warum ist denn die Küche schon wieder nicht aufgeräumt?” zu antworten: “Schatz, welche Laus ist Dir denn heute über die Leber gelaufen? War Dein Tag anstrengend heute?” Sein Bedürfnis wird wahrscheinlich sein, sich erstmal auszuruhen weil er viel um die Ohren hatte. Die Schwierigkeit besteht nun darin, dass die Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen. Die Frau hatte auch einen vollen Tag und hätte gerne die Küche aufgeräumt, wurde aber davon abgehalten und ist ärgerlich darüber. Wahrscheinlich wird sie antworten: “Dann räum doch Du die Küche selber auf.” Sie wird angegriffen und verteidigt sich. Und schon haben die beiden den schönsten Streit. Nicht gerade was sie sich beide für den Abend gewünscht hatten…

Und gibt es Regeln um emphatisch zu kommunizieren?

Ein ganz wichtiger Satz ist: “Jeder Vorwurf ist nur ein schlecht formulierter Wunsch.” Er bedeutet, dass es wichtig ist, seine Bedürfnisse auszudrücken, seine Wünsche zu formulieren. Wer dem anderen Vorwürfe macht fängt einen potenziellen Streit an. Wer das möchte – gut – aber meistens will der andere ja ein Bedürfnis ausdrücken und wundert sich dann irgendwann, dass er es nicht bekommt. Wirklich tragisch wird es dann, wenn der eine anfängt, dem anderen vorzuwerfen, dass er seine Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt: Wegen Dir bin ich unglücklich, wegen Dir kann ich nicht… Die Wahrheit liegt ja dort nicht – sondern derjenige hat seine Bedürfnisse einfach bisher nicht erfolgreich ausgedrückt. Die gute Nachricht daran ist: Das ganze ist trainierter – und damit veränderbar. Zum Glück!

Hier geht es zu hilfreichen Produkten bei Amazon:

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13. Dezember 2011

Englisch lernen im Vorbeigehen?

Überall lernt man nur von dem, den man liebt.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Mich begeistert immer mehr was ich im Internet an Möglichkeiten entdecke. Der Englisch blog bietet in jedem neuen Post einen Tipp zum Lernen der englischen Sprache. Im zugehörigen Englisch Forum können sogar Fragen gestellt werden. Es gibt eine Zusammenfassung der englischen Grammatik und hilfreiche Links. Falls Ihnen das Lernen zu langsam geht können Sie auch bei  English Town Ihr Wissen vertiefen. Hier gibt es Angebote zum Lernen der Englischen Sprache in allen möglichen Lern-Niveaus. Sie können rund um die Uhr einen Englisch-Kurs starten und Ihren Lerninhalt und Level selber bestimmen. Der English Blog veröffentlicht unter der cc Lizenz, der Creative Commons Lizenz, was bedeutet, dass die Inhalte frei veröffentlicht werden dürfen – sofern die Urheber als Autoren genannt werden. Das gefällt mir – das ist Web 2.0!

Im Englisch Blog werden zum Beispiel Zeiten erklärt:

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und natürlich gibt es auch Links zu anderen Videos, die thematisch dazu passen. Alle Zeiten halt.

Da wird der englische Guardian zitiert und ungewöhnliche Wörter übersetzt. Oder es gibt Linktipps zu Blogs, die verwandte Themen behandeln. Auf Synonyme wird eingegangen indem aktuelle Veranstaltungen kommentiert werden. Und so macht der Englisch Blog seinem Slogan “Nebenbei Englisch lernen” alle Ehre. Jeden Tag erscheint ein neues Post, das immer irgendetwas mit der englischen Sprache zu tun hat.

Die Liebe zum Thema ist spürbar

Ich meine, in den Blogs ist wichtig, dass der Schreiber mit Begeisterung bei der Sache ist. Es ist einfach spürbar, wenn jemand sein Fach liebt. Das ist nicht einer von den Blogs, die nur geschrieben werden, damit irgendwelche Pharma-Produkte an den Mann und an die Frau gebracht werden. Werbung gibt’s zwar auch im Blog – aber themenbezogen und nicht aufdringlich. Im Vordergrund steht die Liebe zur Englischen Sprache. Mehr davon!  Schließlich sagt uns die moderne Hirnforschung (Prof. Dr. Gerald Hüther) dass es nicht ausreicht, den Lernstoff ganz oft zu wiederholen. Am besten funktioniert das mit dem Lernen, wenn wir den Inhalt mit Begeisterung lernen. Und wer kann uns das besser vermitteln als jemand, der sein Fach liebt?

Tipp Wenn Sie im vorbeigehen Englisch lernen oder verbessern wollen – abonnieren Sie dieses Blog!

Die App zum Vokabeln trainieren

Und eine App zum Trainieren von Vokabeln habe ich auch gefunden. Der Wortfuchs kostet knappe 3 € und liest Ihnen die Vokabeln sogar vor wenn Sie das wünschen. Für Schüler sind bestimmte Lektionen bereits vorbereitet. Sie können auch Ihre eigenen Lektionen hinzufügen. Die eingegebenen Vokabeln können Sie in unterschiedlichen Varianten üben und sich abfragen lassen: Multiple-Choice, Drag&Drop, Matcher, 1 von 2 und schließlich “übersetzen”.

Das Programm zum herunterladen (freeware)

Den Wortfuchs gibt es auch als Freeware zum Download. Auch hier werden unterschiedliche Varianten angeboten, Vokabeln abzufragen. Der ist allerdings wirklich nur für Kinder gemacht. Für große oder auch kleine Kinder eben.

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10. Dezember 2011

Schlagfertigkeit trainieren: Kontern im Alltag – die App

Eine Antwort, die so gut ist, dass der andere sich wünscht,
er hätte sie gegeben, das ist Schlagfertigkeit.
(Elbert Hubbard)

Wer kennt das nicht? Auf dem Heimweg fällt mir ein was ich hätte sagen können. Nur dann ist es zu spät. Die Antwort wäre so gut gewesen. Mist! Und dabei habe ich so blöd dagestanden. Wäre mir das nur früher eingefallen. Warum passiert mir das nur immer? Antwort: Weil Sie es nicht anders gewohnt sind. Schlagfertigkeit ist trainierbar.

Schlagfertigkeit ist reine Trainingssache

Das sagt zumindest Matthias Pöhm, Schlagfertigkeitstrainer. Sie müssen noch nichtmal wirklich gut darin sein am Anfang. Nein – es genügt, wenn Sie ein paar Standardsätze parat haben.

“Ach was?”
“Stimmt, das wollte ich auch gerade sagen!”
“Es ist jetzt fünf vor halb zehn.”
“Kannst Du das auch rückwärts sagen?”
“Messerscharf beobachtet!”

Dann lernen Sie die Regeln hinter der Schlagfertigkeit – übertreiben, anderen Recht geben, ins Gegenteil verkehren, antworten wie ein Gentleman… Und wenn Sie täglich weiter fleißig üben – dann können Sie in zwei Wochen bereits schlagfertig sein. Das zumindest behauptet Matthias Pöhm.

Damit Sie überall üben können gibt es jetzt die App

Und damit es jetzt noch einfacher geht mit dem Üben gibt es exklusiv von Matthias Pöhm die App. Schlagfertig! Die App für Schlagfertigkeit im Alltag. Sie können sie innerhalb einer Woche (also bis einschließlich bis 17. Dezember 2011) für den sensationellen Preis von 0,79 € bzw. 1 CHF im iTunes-Store herunterladen.

Für die Kategorien Beruf, fiesse Sprüche, Partnerschaft, für Frauen, für Männer gibt es jeweils mindestens 3 Vorschläge wie Sie kontern können. Es gibt auch viele Informationen und die Theorie zur Schlagfertigkeit. Ich finde, die App ist gut gelungen. Wenn Sie ein wenig Zeit haben, darin stöbern und schon sind die paar Minuten sinnvoll genützt.

Und was hören wir in Zukunft vom Meister der Schlagfertigkeit?

Ich schätze Matthias Pöhm sehr, weil ich finde, dass er kreativ ist, seine Ideen mit sehr viel Mut umsetzt und das was er kann nützt um seine Ziele zu verwirklichen. Wenn er auch nicht immer seine eindeutigen Ziele transparent macht. Aber das macht ja neugierig… oder? Was er wohl mit seiner Anti-Power-Point-Partei vor hat? Meine Vermutung: Er nützt alles um Menschen glücklich zu machen. Ach was! Er beschert nur sich selber Glück. Wie auch immer – es bleibt spannend!

Noch mehr vom Könner der Schlagfertigkeit

Auf youtube finden Sie ein paar kleine Clips zum Thema. Was ich sehr gerne sehe ist ein 40 minütiges Interview bei Alpha Forum Studio Talk.

Hier gibt’s die restlichen Folgen. Und dann wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Trainieren. Und noch eine kleine Geschichte…

Schlagfertiges Völkchen…

Waren Sie schonmal im Schwabenland? Die Menschen dort sind schon ein eignes Völkchen. Ein Freund hat mir die Geschichte erzählt von dem Bauern, der gerade den Weidezaun reparierte als ein Bauer aus Hessen mit seinem Jeep vorbei kam. Er kurbelte das Fenster runter und fragte: “Sag mal Karle, der ganze Hof und die Felder, gehört das alles Dir?”  ”Klar doch, Fritz, von dem Pfosten da vorne bis hinten zum kleinen Wäldchen. “Da hast Du ja ein ganz schönes Anwesen und dass Du es weißt: ich habe auch eins.” So wie die Hessen nun mal sind fängt der Hesse an, ordentlich anzugeben. “Aber meins ist ein bißchen größer.” Natürlich fragt der Schwabe so wie es sich gehört: “Ach ja wirklich? Wie groß ist es denn?” Der Hesse antwortet: “Also wenn ich vor Sonnenaufgang in meinen Jeep steige und bis Sonnenuntergang fahre, dann habe ich die Hälfte geschafft.” Der schwäbische Bauer kratzt sich am Kinn, sieht sich kritisch den Jeep an und meint dann: “Ja, ja, so ein Auto hatte ich auch schon erwischt!”

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2. Dezember 2011

Wie komme ich morgens kraftvoll aus dem Bett?

Wie kommen Sie morgens aus den Federn? Schwungvoll? Träge? Nur nach mehrmaligem Drücken der “Schlummer-Taste”? Verschlafen Sie regelmäßig? Geht es Ihnen auch so, dass Sie morgens noch keine Energie haben, wenn Sie bei dieser Tageszeit (siehe Bild: Henning Schürig) bereits unterwegs sind? Dann habe ich einige Tipps für Sie!

Die Vorbereitung beginnt bereits am Abend davor

Bild: Henning Schürig

Richten Sie sich am Vorabend bereits alles so ein, dass Sie sich auf den nächsten Tag freuen. Legen Sie Ihre Kleidung zurecht, die Sie anziehen möchten, bereiten Sie Ihr Frühstück vor oder hinterlassen Sie Smileys. Manchen fällt es leichter, dies für einen anderen, für einen geliebten Menschen zu tun. Dann bereiten Sie einfach alles so vor, als würden Sie es für einen guten Freund tun. Probieren Sie es aus – es funktioniert genauso!

Kleine Übungen für mehr Energie im Alltag

Sobald Sie die Augen öffnen richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die angenehm wohlige Wärme unter der Bettdecke. Machen Sie sich bewußt wie angenehm locker Ihre Muskulatur jetzt nach dem Schlaf ist. Dieses entspannte Gefühl können Sie immer wieder erinnern wenn Ihnen tagsüber danach ist. Sie werden merken, dass sich Ihr Körper dann daran erinnert und dass es Ihnen mehr innere Ruhe und Gelassenheit bringt.

Gehen Sie in Gedanken den Tag durch. Worauf freuen Sie sich? Was wird eher schwierig werden? Was können Sie beachten, dass dies einen guten Ausgang für Sie hat? Haben Sie Unterstützung dabei? Machen Sie sich einen groben Zeitplan, auf den Sie tagsüber immer wieder zurück kommen. So können Sie Störungen effektiv minimieren und kraftvoll “Nein” sagen.

Machen Sie eine Faust und beugen Ihre Unterarme. Beugen Sie diese jetzt fest an den Oberkörper, halten es fünf Sekunden lang und lassen dann die Muskeln wieder locker. Machen Sie dasselbe mit Ihrer Beinmuskulatur. Legen Sie sich dann auf den Rücken und ziehen Ihre Knie möglichst bis zum Kinn. Spannen Sie in dieser Position so viele Muskeln wie möglich an, 5 Sekunden halten und wieder locker lassen.

Nehmen Sie dann einen tiefen Atemzug – atmen Sie bewußt und ruhig wieder aus. Nehmen Sie dabei alles was Ihnen Kraft gibt tief in sich hinein und atmen Sie alles aus was Ihnen nicht gut tut. Wiederholen Sie das drei Mal. Jetzt Dehnen und Strecken Sie sich und setzen sich langsam aus dem Bett auf. Beginnen Sie mit einer Tätigkeit, die Ihnen Freude macht. Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen! Bei Heilsame Informationen, dem Blog meiner Kollegin Angela Braun finden Sie weitere Tipps für Langschläfer!

Licht macht wach

Wenn Sie nachts aufwachen kann es hilfreich sein, kein helles Licht anzumachen, denn es wirkt als “Wachmacher” und kann unsere innere Uhr verstellen. Genauso können Sie morgens Licht als Wachmacher nützen. Auch wenn das künstliche Licht heller scheint – das natürliche Licht von der Sonne ist immer noch das Beste. Am besten hat sich bewährt, sich nach dem Aufstehen wen es geht mindestens eine halbe Stunde dem Tageslicht auszusetzen. Ein kleiner Spaziergang aktiviert zudem den Körper. Das wird Ihnen helfen, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu stabilisieren und außerdem kann es helfen, die Stimmung aufzuhellen. Was es mit dem Wake-up Light auf sich hat lesen Sie hier. David Servan-Schreiber empfiehlt diese Aufwachleuchte für Menschen, die unter Depression leiden. Er hat in seinem Buch (siehe unten) verschiedene nichtmedikamentöse Verfahren vorgestellt, wieder fit zu werden wenn sich die Trauer breit macht. Wenn  Sie das drauf haben - dann brauchen Sie weder zusätzliches Licht, noch Arzt oder Therapeut um kraftvoll durch den Tag zu wirbeln. Danke für diesen Tipp an meinem Kollegen Dr. Marco Ramadani

Und wenn mir diese Tipps langfristig nicht helfen?

Falls Sie länger als 12 Wochen keinen Erfolg mit diesen Tipps haben, dann empfehle ich Ihnen, sich beim Arzt auf etwaige gesundheitliche Probleme durchchecken zu lassen. Falls medizinisch nichts gefunden wird, können Sie auch einen Therapeuten aufsuchen. Oft gibt es Themen, die unangenehm sind, denen wir lieber ausweichen möchten. Das lohnt sich jedoch nicht, denn meistens beginnt irgendwann unser Körper darauf zu reagieren. Wir bekommen Probleme mit der Verdauung, Hautausschläge oder sogar Asthma. Jeder Körper reagiert mit seiner eigenen Schwachstelle wenn er unter Streß steht. Dem sollten Sie so gut es geht entgegen wirken. Sie sind es schließlich wert, dass es Ihnen gut geht!

Und noch ein Tipp!

Bei meinem Kollegen Dr. Marco Ramadani habe ich einen absolut empfehlenswerten Tipp gefunden, um sich gut auf den Tag vorzubereiten!

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15. Oktober 2011

Gesund geschrieben…

…das ist der Titel des Buches meiner Kollegin Sigrid Schwarz aus Düsseldorf. Sie beschreibt darin den Behandlungsverlauf einer Patientin, der beinahe nur per Email stattfand.

Beziehungsunfähig und noch nie Sex gehabt

Laura Weiß (Pseudonym) war eine Frau Mitte Zwanzig, die unter Angst vor Nähe litt, noch nie Sexualität mit einem Mann erlebte und ziemlich gut darin war, alle Männer wieder in die Flucht zu schlagen. Das ist natürlich nicht das angemessenen Verhalten, um den Wunsch nach einer eigenen Familie wahr werden zu lassen. Mit diesem Anliegen meldete sich Lara Weiß im Jahr 1996 bei Sigrid Schwarz. Drei Jahre, einige persönliche Kontakte und vielen, vielen Emails später hat Laura etwas erreicht, von dem sie nicht einmal zu träumen wagte: sie hat eine tragfähige Beziehung zu einem Mann aufgebaut und sie ist schwanger.

“Gesund geschrieben” Dokumentation einer Verwandlung per Email

Die gesamte Zeit dazwischen, den ganzen Email-Verkehr können Sie in dem Buch “Gesund geschrieben” nachlesen. Bisher kenne ich es so, dass Therapeuten Behandlungsverläufe aus ihrer Sicht beschreiben und veröffentlichen. Wahrscheinlich ist es ein Novum, die Veröffentlichung der Veränderung des Erlebens und Verhaltens aus Sicht der Therapeutin und der Patientin nachlesen zu können. Und zwar nicht retrospektiv – sondern es sind die Original-Emails, die über drei Jahre hin- und hergesendet wurden. Sigrid Schwarz hat auf ihrer Homepage eine Leseprobe und noch andere Texte darüber eingestellt. Das Buch ist im Selbstverlag erschienen. Sie können es bei ihr per Email bestellen oder bei Amazon. Falls Sie das Thema interessiert – ich würde sagen: das lohnt sich!

Hier geht es zum Buch bei Amazon:

Interessiert Sie auch das?

So geht’s nicht mehr weiter – jetzt ändere ich was!

Ich spürte ganz deutlich, dass da ein Zwilling war.

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