Archiv für ‘Schmerz’

12. Dezember 2011

Neues aus der Wissenschaft: Experimente zu Eiswasser und Schmerz

Wir werden glücklich
indem wir immer weiter
für uns lernen.
(Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer)

Ich kann Ihnen durch das was ich schreibe und hier im Blog behandle Bilder in den Kopf setzen, die angenehme Gefühle auslösen.  Alles wird ganz weit, die Atmung wird tiefer, ruhiger und Sie beginnen zu schwelgen. Den allermeisten Menschen wird es warm werden wenn Sie dieses Video sehen, manche bekommen auch Angst weil Sie bestimmte Erfahrungen damit gemacht haben. Wärme wird mit angenehm assoziiert.

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Ich kann jedoch auch Bilder in Ihren Kopf setzen, die Ihnen unangenehme Gefühle bescheren. Es zieht sich etwas zusammen, die Atmung wird oberflächlicher, kurzatmiger, Ihre Konzentration wird geringer und der Organismus schaltet langsam auf  Fluchtmodus. Womöglich werden Sie unruhig, Energie wird aktiviert, um aus der Situation zu gehen.

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Möchten Sie das gerne wiederholen? Die einen ja – die anderen nein. Manche würden sofort mit ins Wasser springen – anderen graut davor schon bei der Vorstellung daran.

Das Eiswasser-Experiment

Und genau diese Erfahrung machen sich Psychologen zunutze in der Schmerzforschung. Lange haben Forscher damit gearbeitet, Patienten zu Forschungszwecken Schmerz zuzufügen. Heutzutage wird nicht mehr geritzt, gepikst oder erhitzt um dem Teilnehmer der Studie Schmerz zuzufügen – es wird gekühlt. Wenn der Körper lange einem Kältereiz ausgesetzt ist beginnt er, die Wahrnehmung als Schmerz zu bewerten. Das nützt die Schmerzforschung für das “Eiswasserexperiment”. Die Probanden werden dazu gebeten, ihre Hände in Eiswasser zu tauchen. Dabei wird unter allen möglichen Fragestellungen gemessen wie lange die Teilnehmer den Kältereiz und damit den Schmerzreiz aushalten. Und die Forschungslage dazu ist mittlerweile ziemlich dicht.

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Diese Drei haben das Experiment für sich etwas abgewandelt, sie tauchen das Gesicht ins eisige Wasser. Die klassische Anordnung sieht so aus, dass die Hand ins Wasser getaucht wird. Und das jeweils unter verschiedenen Bedingungen – einige mag ich hier darstellen.

Einfluß von sexuellen Imaginationen auf Schmerz

Dr. Peter Staats von der John Hopkins Universität in Baltimore ließ Männer unter drei Bedingungen die Hand eintauchen: Die einen visualisierten einen Spaziergang, die anderen eine wenig erregende sexuelle Phantasie und die dritte Gruppe visualisierte eine sexuelle Szene die individuelle für sie sehr erregend war. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Doppelt so lange konnte die dritte Gruppe ihre Hand im eiskalten Wasser belassen. Die Autoren empfehlen deshalb auch, bei unvermeidbaren Schmerzen die Aufmerksamkeit auf extrem lustvolle Erlebnisse zu richten – meist eben sexuelle Phantasien. Meine Gedanken dazu sind: Ob nicht auch exzessives sexuelles Verhalten der Versuch ist, erlebten seelischen oder körperlichen Schmerz zu überdecken, zu verdrängen?

Für hübsche Frauen ertragen Männer Schmerzen länger

Während seinem Studium machte Ernst Roidl einen Eiswasser-Test um zu überprüfen ob Männer wirklich berechenbar sind wie ihnen immer nachgesagt wird. Die Versuchsleiterin machte sich für die einen hübsch (offenes Haar, Make-up, körperliche Nähe) und für die anderen blieb sie eher kühl (Haar streng nach hinten, kein Make-up, körperliche Distanz) und die Männer hatten ihre Hand wieder im Eiswasser. In der “hübsch”-Bedingung beließen die Männer ihre Hände mehr als doppelt so lange im Eiswasser. Die Versuchsleiter mussten die Probanden sogar in einigen Fällen vor Schäden bewahren, indem sie nach zweieinhalb Minuten den Versuch abbrachen. Die weiteren Ergebnisse gibt bei Spiegel Interview.

Fluchen lindert Schmerz

Hier wurden die Probanden gebeten, während Sie die Hand in Eiswasser tauchen Schimpfwörter auszusprechen oder neutrale Worte zu sagen. Überraschenderweise konnten die Probanden tatsächlich ihre Hand unter der Schimpfwörter-Bedingung länger im Wasser lassen. Hier das Abstract bei Nero Report. Was lernen wir hier für die Praxis? Geht es wirklich ums Fluchen und Schimpfen? Der Schmerz muss raus! Aus meiner Sicht ist es wichtig authentisch zu sein – nett lächeln während ich Schmerzen empfinde nützt nichts, ein Emotions-Ausdruck muss her, der zum Erleben passend ist. Vielleicht muss es nicht gleich Fluchen sein, Schimpfen tut’s auch!

Geschlechterunterschiede – Männer & Frauen

Werden Männer und Frauen gebeten, ihre Hand in Eiswasser zu tauchen halten Männer immer länger durch. Interessant wird es, wenn jetzt die Männer zusammen mit den Frauen ihre Hand in das Eiswasser tauchen. Die Wissenschaftler fanden, dass beide Geschlechter dann länger durchhalten! Bei den Frauen war der Effekt zwar auch da – war aber nicht so groß wie bei den Männern.

Interessiert Sie das auch?

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Schmerz laß nach!

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Wozu sind Gefühle da? Angst (1)

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30. November 2011

Migräne und Kopfschmerz Forum

Wie ein Adler aus dem Blauen ist der Schmerz,
der seine Klauen jählings scharf ins Fleisch dir schlägt,
aber dann mit starkem Flügel über Wipfel dich und Hügel
zu des Lebens Gipfeln trägt
(Emanuel Geibel)

Für alle, die sich zum Thema Migräne und Kopfschmerz einen kompetenten Austausch wünschen kann ich das folgende Forum nur wärmstens empfehlen. Einfach auf das Banner klicken und mal vorbeischauen, es gibt kompetente Tipps und immer ein offenes Ohr von Gleichgesinnten.

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28. November 2011

Die Heilkraft des inneren Arztes

Imagination ist wichtiger als Wissen.
Unser Wissen ist begrenzt.
Die Imagination unfaßt die ganze Welt.
(Albert Einstein)

Sie interessieren Sich dafür welche Selbstheilkräfte unser Organismus besitzt? Dann sehen Sie diesen Film, der bei ARTE letzten Dienstag 22.November ausgestrahlt wurde.

Dieses Gras muss ungeahnte Kräfte aktiviert haben, um durch den Asphalt zu wachsen. Ich habe es am Samstag entdeckt, als ich Blätter zusammenfegte. Mir war klar, dass diese Kraft die gesamte Zeit schon im Gras enthalten war. So wie dieses Gras es geschafft hat, durch den Asphalt zu wachsen birgt auch der menschliche Organismus sehr große Kräfte in sich – für den der weiß wie diese zugänglich sind. Und zwar zu jeder Zeit.

Das Gehirn steuert Streß und Abwehr – aber auch Gesundung und Heilung. Dieses implizite Wissen trägt jeder in sich. Der innere Arzt steckt in Ihnen! Wie wecke ich diese Kräfte in meinem Inneren?

Wenn Sie sich dafür interessieren: Was kann ich selbst für mich tun? Wenn Sie etwas mehr als 50 Minuten Zeit haben, dann ist der Film genau richtig für Sie:

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Themen im Film:

  • Prof. Dr. Gerald Hüther: Das “Wissen” des Körpers um die Heilung
  • Ganzheitsmedizin versus Symptombehandlung
  • Patientendokumentation (Burn-out)
  • Abteilung Integrative Medizin der Klinik in Essen-Mitte (Ressourcenorientierter Ansatz der Mind-Body Medizin)
  • Kräfte wecken durch achtsamkeitsbasierten Ansatz
  • Meditation und Hirnforschung
  • Prof. Dr. Gerald Hüther: Grundbedürfnisse des Menschen (Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und Vertrauen ins Große Ganze)
  • Patientendokumentation (Brustkrebs)
  • Placeboforschung (Schmerz und Immunmodulation)
  • Erwartungsmechanismen modulieren die Wirkung von Medikamenten (abhängig von der Beziehung Arzt-Patient)
  • Nocebo-Effekt
  • Kommunikationstraining für Medizinstudenten an der Uni Heidelberg
  • Heilung geschieht wenn Vertrauen zum Behandler da ist!
  • Kosten sparen im Gesundheitssystem durch das Nützen des inneren Arztes.
  • Patientendokumentation (Arzt mit Leukämie)
  • Die Medizin der Zukunft?

Mein Kommentar zum Film:

Der beschriebene Ansatz ist die Zukunft der Medizin.Ich freue mich, dass ich also mit meiner Praxis der Zeit voraus bin. Denn auch Hypnose ist eine Methode, die Mind und Body verknüpft betrachtet und behandelt, also ein ganzheitliches Verfahren. Es gibt mehr Methoden, die Körper und Geist verbinden können. Das macht auch die TCM (Traditionelle Chemische Medizin) und ganz viele andere ganzheitliche Verfahren. Die Aussage, dass der Ansatz nur in Essen-Mitte praktiziert wird ist nicht richtig!

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In dem folgenden Clip wird die im Film angedeutete Achtsamkeits-Meditation eingeführt.

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Genießen Sie die geführte Sitz-Meditation.

10.12.11 Leider ist der Film über die Heilkraft des inneren Arztes bei youtube derzeit nicht verfügbar und auch bei ARTE ist er nicht mehr zugänglich. Alternativ empfehle ich “Das Geheimnis der Heilung“. Der Film wurde  von Joachim Faulstich produziert und ist sehr empfehlenswert. Das Thema ist etwas anders als “Die Heilkraft des inneren Arztes. Falls dieses Video wieder irgendwo zugänglich ist, bitte ich sehr um eine kurze Nachricht. Vielen Dank!
12.12.11 Heute habe ich eine Quelle gefunden, bei der der Film wieder abrufbar ist. Genießen Sie ihn!

Haben Sie Erfahrungen mit dem Body-Mind Ansatz? Oder einen Buch-Tipp? Haben Sie Fragen dazu? Ich freue mich über Ihren Kommentar!

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Achtsamkeits-Buch bei Amazon:

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20. November 2011

Schmerz lass nach!

Wenn zu mir jemand in die Praxis kommt mit dem Wunsch der Schmerzreduktion ist für mich eines wichtig: Es muss von einem Arzt abgeklärt sein, dass es keine aktuelle körperliche Ursache für den Schmerz gibt. Erst dann beginne ich damit, den Menschen darin zu unterstützen, seine Schmerzen zu reduzieren oder gar ganz auflösen. Dabei arbeite ich mit Hypnosetherapie.

Schmerz und Hirnforschung

Mein Ansatz dahinter ist einfach. Schon der Begründer der Psychoanalyse Siegmund Freud beobachtete, dass unbewältigte Erfahrungen sich in körperlichen Beschwerden niederschlagen können. Er hatte seine eigene Theorie wie dies von statten geht und nannte diesen Abwehrmechanismus Konversion. Von den Verhaltenspsychologen wurde er oft belächelt, da seine Annahmen reine Theorie waren und nicht mit harten Daten untermauert war. Die moderne Hirnforschung liefert heute Beweise, dass er so schlecht gar nicht lag. Freilich liefern die Forschungsergebnisse nicht den Beweis, dass seine Theorie richtig ist. Vielmehr kann die moderne Hirnforschung zeigen, dass emotionaler Schmerz (wie zum Beispiel auch Eifersucht) im selben Zentrum im Gehirn verarbeitet wird wie körperlicher Schmerz.

Die Signales des Körpers verstehen lernen.

Die meisten Menschen, die zu mir kommen weil sie unter Schmerzen leiden verstehen nicht, was ihr Körper ihnen durch den Schmerz sagen möchte. In einer anderen Situation wäre dies einfacher. Wenn dieselbe Person ihre Hand auf die Herdplatte legte wäre offensichtlich, dass der Schmerzreiz eine Schutzfunktion auslösen soll – nämlich, dass die Hand in Sekundenbruchteilen zurückgezogen wird, um Verbrennungen zu vermeiden.

Hier sehen Sie wie die Schmerzleitung funktioniert. Ich behaupte jetzt einfach, dass der Mechanismus bei seelischen Schmerzen genau gleich ist wie bei körperlichem Schmerz. Nur hier haben wir die Möglichkeit, uns den seelischen Schmerz auszureden, ihn herunterzuspielen oder auf alle erdenklichen Weisen umzuinterpretieren. Es ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass dieser Schmerz vorhanden ist. Vergeht dann noch ein wenig Zeit, sind wir nicht mehr in der Lage das auslösende Ereignis mit dem Schmerz in Beziehung zu setzen. Das Gehirn verarbeitet ihn und mit der Zeit zeigt er sich körperlich. Wir haben körperliche Schmerzen. Dieser Zusammenhang wird nicht gleich klar, weil oft die Ursache in der Vergangenheit liegt.

Den Schmerz auflösen.

Die gute Nachricht dabei ist, dass sich dieses Prinzip auch umkehren läßt: Löst sich der seelische Schmerz, reduzieren sich oder verschwinden auch die körperlichen Beschwerden. Aber zunächst noch mehr dazu: Schmerz ist subjektiv und es ist nicht möglich, ihn von außen zu messen. Er wird auch von unterschiedlichen Menschen unterschiedlich empfunden. Was aber allen gemeinsam ist: Schmerz ist ein Notsignal, das den Organismus schützen soll. Laß das, es tut weh! Wenn jemand auf dieses Signal bei seelischem Schmerz nicht reagieren kann steckt meistens ein Konflikt dahinter. Denn der Schmerz wird in den überwiegenden Fällen von nahestehenden Menschen zugefügt. Manchmal absichtlich – dann fällt es leichter sich zu wehren. Meistens jedoch unabsichtlich – und die Betroffenen stehen vor der unlösbaren Aufgabe, den Schmerz loswerden zu wollen, aber den nahestehenden Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Oft stammt der Konflikt auch aus der Kindheit, aus einer Zeit als der Betroffene sich selber noch nicht schützen konnte und den Schutz von den Eltern nicht bekommen hat. Oft resultieret Schmerz auch aus traumatischen Erfahrungen und hilfreich ist Traumatherapie. Genauso wie eine Beziehung Schmerz zufügen kann ist es auch möglich, dass eine gute Beziehung hilft Schmerz zu reduzieren oder ganz zu bewältigen.

Der Schmerz läßt nach.

Es scheint, als ob das Gehirn solange in einer Schleife den ungelösten Konflikt immer wieder durchspielt bis er gelöst ist. Als Beispiel möchte ich von einer Frau schreiben, die Schmerzen empfindet beim Geschlechtsverkehr. Hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es unangenehme Erlebnisse gab aus der Vergangenheit, die ungelöst sind. Das kann ein körperlicher Missbrauch sein – muß aber nicht. Es reicht, wenn sie als Kind einen Vertrauensmissbrauch erlebte – es gibt irgendein Erlebnis in der Vergangenheit, bei dem ihr als kleines Mädchen seelischer Schmerz zugefügt wurde. Dieses Ereignis – das kann auch eine Enttäuschung durch den Vater sein – erzeugt eine emotionale Blockade und bevor die nicht gelöst ist bleibt der Schmerz.

Ein anderes Beispiel wäre eine Projektleiterin, die seit Jahren unter Schmerzen in der Schulter leidet. Gleichzeitig mit Schmerzbeginn hat sie ein Projekt übernommen, das ihr eigentlich zu viel ist, weil sie sich thematisch damit gar nicht ganz auskennt und noch immer dabei ist, sich einzuarbeiten. Sie fühlt sich überfordert und hat Sorge, ob sie der Verantwortung gerecht wird. Nach einem Gespräch mit ihrer Vorgesetzten, in dem ihr zugesichert wird, dass sie durch einen anderen Kollegen kollegiale Supervision erhält verschwinden ihre Schulterschmerzen – sie fühlt sich spürbar entlastet und hat jetzt die Einschätzung, der Aufgabe gewachsen zu sein.

Genauso ist meine Erfahrung in meiner täglichen Arbeit: löst sich der emotionale Schmerz aus der Vergangenheit, löst sich auch der körperliche Schmerz auf. Was für eine Erleichterung – der Schmerz  läßt nach!

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25. September 2011

Das Geheimnis liegt im Wahrnehmen des Unterschiedes

Die Progressive Muskelentspannung (kurz PME) nach Jacobson wird häufig zur Entspannung und Stressbewältigung empfohlen. Bei der PME werden systematisch die Körpermuskeln zunächst angespannt, um sie danach gleich wieder zu entspannen. Dabei ist nicht wichtig, das Muskeln sehr anzuspannen, sondern die Aufmerksamkeit auf den Unterschied zu richten zwischen Anspannung und Entspannung.

Worin liegen die Vorteile dieses Entspannungs-Verfahrens?

Es ist möglich, die Übungen schnell zu erlernen. Es gibt sogar besprochene CDs, die einem die Übungen anleiten. Wenn man sie beherrscht, kann man immer wieder im Alltag den Stress leichter abbauen und sich entspannen. Das geht selbst in öffentlichen Verkehrsmitteln oder während der Mittagspause.

Auf welchem Prinzip baut die Methode auf?

Durch die willentliche Anspannung und die folgende Entspannung erreicht der Übende eine messbar niedrigere Grundspannung seiner Körpermuskulatur und seines Stress-Levels. Entwickelt wurde sie von dem amerikanischen Arzt Edmund Jacobson, der beobachtete, dass seine Patienten, wenn sie gestresst waren, unbewusst ihre Muskeln anspannten. Dieser Spannungszustand kann sich mit der Zeit chronifizieren und zu allen möglichen Beschwerden führen. Dazu zählen Schmerzen, im Besonderen Kopfschmerzen und auch ein erhöhter Stress-Level. Die Idee von Jacobson lag darin, mittels seiner Methode diesen Prozess umzukehren, also durch bewusstes Entspannen Stress abzubauen und so schmerzhaften Verspannungen und Kopfschmerzen vorzubeugen oder diese zu reduzieren.

Konkretes Beispiel wie die kurzzeitige Aktivierung und anschließende Entspannung funktionieren

Vermutlich kennen Sie das Gefühl, wie sich ein verspannter Nacken anfühlt. Ich erkläre Ihnen jetzt eine Übung zur Entspannung der Nackenmuskulatur: Setzen Sie sich aufrecht hin und verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf. Dann drücken Sie mit dem Kopf sieben Sekunden lang in aufrechter Haltung gegen ihre Handinnenflächen. Lassen Sie die Anspannung los – anschließend konzentrieren Sie sich auf die Entspannung der Muskeln.

Wo kann ich die progressive Muskelentspannung erlernen?

So entspannend wie eine Rast auf der Bank...

Entweder Sie belegen einen Kurs oder Sie besorgen sich eine besprochene CD. Zunächst ist es wichtig, dass die Übungen für Sie angeleitet werden. Fragen Sie einfach bei ihrer Krankenkasse nach, wer in Ihrer Nähe Kurse anbietet. In den meisten Fällen übernehmen die Kassen auch die Kosten dafür. Außerdem bieten viele Volkshochschulen Kurse in progressiver Muskelentspannung an. Sie sollten die Übungen durch die Anleitung so gut kennen, dass Sie  diese  zu Hause alleine weiter machen können.

Wenn Sie sich tiefer informieren möchten

Der Neurologe Dr. Karl C. Meyer hat ausführliche Informationen und die Beschreibung der Übungen zusammengestellt. Bei der Schmerzakademie in Berlin gibt es einen kostenlosen Download als mp3. Falls Sie eine andere Stimme bevorzugen, hier die Übungen der Kurfreunde Lohmen.

Für wen ist PME geeignet?

Für jeden, der lernen möchte zu entspannen. Dabei ist es egal, ob es um körperliche Entspannung geht oder ob Sie einfach Ihren Streßlevel senken möchten. Viele sind erstaunt wie hoch ihre Anspannung vorher war. Sie bemerken es erst nach den Übungen.

Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson – 7 Übungen zum Kennenlernen

Falls Sie ausprobieren möchten, ob Ihnen die PME entspricht, stelle ich Ihnen hier sieben einfache Übungen vor. Dann können Sie die Wirkung selber erleben. Sie spannen bei allen Übungen die Muskeln erst einmal an und entspannen sie anschließend bewusst die selben Muskeln. Wichtig ist, dass die Entspannung länger dauern soll als die Anspannung. Denken Sie daran, während der gesamten Übung möglichst gleichmäßig und ruhig weiter zu atmen. Falls Sie in einem Körperteil Schmerzen wahrnehmen, lassen Sie diese Muskelpartie aus.

  • Ballen Sie die rechte Hand zur Faust und spannen Sie die Muskulatur im gesamten rechten Arm an. Dann konzentrieren Sie sich auf die Entspannung derselben Muskeln.
  • Wiederholen Sie dasselbe mit dem linken Arm.
  • Runzeln Sie die Stirn und ziehen Sie dabei die Augenbrauen so hoch wie möglich – und dann entspannen dann die Stirn wieder.
  • Kneifen Sie die Augenlider zusammen und rollen Sie die Augäpfel hin und her – entspannen Sie anschließend die Augenmuskeln.
  • Schieben Sie ihren Unterkiefer soweit wie möglich nach vorne – und dann entspannen Sie die Unterkiefermuskeln.
  • Setzen Sie sich aufrecht hin und verschränken die Hände hinter dem Kopf. Drücken Sie mit dem Kopf in aufrechter Haltung gegen ihre Handinnenflächen, lassen die Anspannung wieder los und anschließend richten sie Ihre Konzentration auf die Entspannung der Nackenmuskulatur.
  • Ziehen Sie die Schultern möglichst weit hoch und nach hinten – und dann entspannen Sie sie.
Falls Sie sich noch weiter informieren möchten: Gebräuchlich ist auch der Begriff der Progressiven Muskelrelaxation (PMR).
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Welche Erfahrung machen Sie mit PME oder anderen Entspannungsverfahren?
Interessiert Sie auch das?
Wenn Dich der Partner schafft, dann ist es Partnerschaft

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Bild: pitopia (c)

26. Januar 2010

Wenn ich eine Krücke hätte…

Letzte Woche ärgerte ich mich darüber, dass mein Zahn, der eine Krone trägt eine immer noch größere Spannung zum Vorderzahn aufbaut. Zum Teil war die Spannung so groß, dass ich Schmerzen und Schwierigkeiten beim Kauen hatte. Gerade als ich zum Hörer griff, um den Zahnarzt anzurufen, hatte ich eine Idee – wozu habe ich Hypnose gelernt? Ich setzte mich am Abend hin, schloß die Augen und sprach zu meinem Zahn:

Wenn ich eine Krücke hätte, dann wäre ich zunächst sehr traurig, das Bein verloren zu haben. Wenn ich eine Krücke hätte, dann hätte das Bein ganz lange gebraucht, sich an den neuen Zustand zu gewöhnen. Wenn ich eine Krücke hätte, dann müßte mein Beinstumpf sich daran gewöhnen, die Bewegungen von damals ganz anders auszuführen als es dies bisher gewohnt war. Wenn ich eine Krücke hätte, dann müßte mein Beinstumpf lernen, über die Rückmeldung einer fremden Substanz zu spüren wo es anstößt. Wenn ich eine Krücke hätte, dann müßte mein Beinstumpf ausprobieren, wie es eine gewohnte Bewegung auf ganz neue Weise bewirkt. Wenn ich eine Krücke hätte, dann wäre das ganz sicher auch anstrengend. Wenn ich eine Krücke hätte, dann hätte ich vielleicht auch Schmerzen. Wenn ich eine Krücke hätte, dann müßte ich mich am Anfang mit ganz kleinen Fortschritten zufrieden geben. Wenn ich eine Krücke hätte, dann würde mein Körper sich immer besser an die neuen Umstände gewöhnen. Wenn ich eine Krücke hätte, könnte es sein, ich wäre eines Tages dankbar, die Krücke zu haben.

Ich ärgerte mich nicht mehr über den Zahn – schließlich hatte er es ganz schön schwer. Was für eine Leistung der in den letzten Jahren vollbracht hat. Schon am nächsten Tag war die Spannung verschwunden und ich kann heute schmerzfrei kauen. Natürlich habe ich jetzt auch einen Termin beim Zahnarzt. Das ist schließlich sein Fachgebiet.

Eine “was wäre wenn” Situation gehört zur Kunst des Geschichten erzählens und dies hat sich in der Hypnosetherapie als sehr wirksam erwiesen.

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20. Dezember 2009

Der Glaube allein kann schaden oder Schmerzen lindern

Der Zusammenhang zwischen Psyche und Körper ist momentan sehr oft Thema in der Tagespresse. Vor Kurzem gab es einen Artikel über die Wirkung von Placebos. Jetzt schreibt FAZnet über die Wirkung von Nocebos (”ich werde schaden”). Über die Wirkung von weißen Mänteln und die Überredungskraft von Bildern.

20. Dezember 2009

Ästhetik wirkt wie Schmerzmittel

Ästhetik in der NaturEin schönes Bild wirkt auf den Betrachter schmerzlindernd. Schmerzen werden dabei um ein Drittel weniger intensiv empfunden, als wenn ein neutrales oder hässliches Bild betrachtet wird. Gleichzeitig ist auch die Reaktion des Gehirns auf den Schmerzreiz schwächer, haben Forscher um Marina de Tommaso von der Universität Bari herausgefunden.

Das italienische Forscherteam ging erstmals der Frage nach, welche Rolle Schönheit bei der Schmerzempfindung spielt. Dazu verwendeten die Neurowissenschaftler italienische Gemälde, zum Beispiel von Botticelli oder Leonardo da Vinci. Die zwölf Teilnehmer der Untersuchung wählten unter 300 Gemälden zwanzig aus, die ihnen am besten gefielen, und zwanzig, die sie am hässlichsten fanden. Anschließend betrachteten sie entweder die schönen oder die hässlichen Bilder oder eine neutrale schwarze Fläche, während ein Laserpuls einen Schmerzreiz auf ihrer Hand auslöste.

Ließen die Probanden die angenehmen Bilder auf sich wirken, war ihre Schmerzempfindung um ein Drittel geringer als bei den neutralen oder hässlichen Bildern. Zugleich zeigten am Kopf befestigte Elektroden an, dass auch das Gehirn bei schönen Bildern weniger stark auf den Schmerz reagierte: Die P200, ein positiver Gipfel der elektrischen Hirnaktivität, der Aufmerksamkeit und die Verarbeitung von Reizen widerspiegelt, fiel beim Betrachten der schönen Gemälde geringer aus.

Es sei zwar bekannt, dass Ablenkung im Krankenhaus dazu beitragen kann, die Schmerzen der Patienten zu lindern, sagt de Tommaso. Aber Krankenhäuser seien oft nüchtern und funktional gestaltet. “Wir denken jedoch, dass ästhetische Aspekte bei der Einrichtung mehr berücksichtigt werden sollten”, sagt die italienische Hirnforscherin.

Quelle: Consciousness and Cognition,  Aesthetic value of paintings affects pain thresholds
Volume 17, Issue 4, Pages 1152-1162 (December 2008)

Heute gibt es sogar sichere Ergebnisse, dass Schmerztabletten die Umwelt vergiften. Womöglich ist die Wahl von ästhetischer Umgebung eine Möglichkeit, Schmerzen zu senken?

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20. Dezember 2009

Schmerzfreie Geburt?

Die überwiegende Erfahrung von Frauen, die gebähren ist dass es schmerzhaft ist. Es gibt jedoch auch andere Erfahrungen. Manche behaupten, es sei das am besten gehütete Geheimnis: Frauen können eine Geburt auch als ekstatisch erleben. Dieser englischsprachige Film (Dauer 7:59) auf Youtube zeigt einen Überblick über verschiedene Paare und wie sie die Geburt ihres Kindes als sehr lustvoll erlebten. Auch Hypnose stellt eine Möglichkeit dar, sich auf eine solche Geburt vorzubereiten.

Gerade erinnere ich mich an den Kongreß für Prä- und Perinatale Psychologie, der vor einigen Wochen in Heidelberg stattfand. Der US-amerikanische Pränatalpsychologe Dr. David Chamberlain zeigte zwei solche Geburtsfilme und sagte dazu: “This is what it can be like when the woman knows what to do and also the husband knows what to do.”

Bücher über Hypnobirthing:

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17. Dezember 2009

Boddhisattva in Metro

Jeder hat die Möglichkeit seinen Beitrag dazu zu leisten, dass diese Welt eine lebenswerte ist. Der Kurzfilm “Boddhisattva in Metro” ist das beste Beispiel dafür.

Schlechte Laune? Tipp: Dieses Video (7 min.) schauen. Lachanfall garantiert!

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Buchvorstellung: Nur Tote bleiben liegen

Du bist wundervoll … eine Geschichte von Sabina Boddem

Verschenken Sie doch mal Wärme

Dieses Buch hält auch solche Lebensfreude für Sie bereit:

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