Archiv für ‘Hypnose’

18. März 2012

Buchrezension: codes – Die geheime Sprache der Produkte

Das menschliche Gehirn ist bestens dazu geeignet,
mehr als eine Sprache gleichzeitig zu sprechen.”
(Prof. Dr. Petra Schulz)

Schon als Kind faszinierten mich Geheimsprachen. Ich dachte mir immer noch kompliziertere Codes aus, die andere entziffern sollten. Ich lernte das Morse-Alphabet und litt ziemlich darunter, dass ich niemanden hatte, der bereit war, es mir gleich zu tun. Keiner wollte das auch lernen, damit wir uns verständigen konnten.

Sprachen lernen – ein Automatismus

In der Schule lernte ich dann andere Sprachen: Englisch und Französisch. Erst als ich meine erste Reise in die USA unternahm entdeckte ich den praktischen  Nutzen, eine Fremdsprache zu sprechen  - ich wurde verstanden und hatte meine Freude daran, mich in der Fremdsprache auszutauschen. Und während des Psychologie-Studiums lernte ich dann, dass mein Gehirn diese Fähigkeit – Sprache zu lernen – auch für ganz andere Verknüpfungen nützt. Heute ist diese Fähigkeit die Grundlage für meine therapeutische Arbeit. Das menschliche Gehirn lernt Regeln und kann diese auch wieder verlernen bzw. umlernen – ebenso wie es auch ganz automatisch sie Muttersprache gelernt hat. Alle Regeln haben wir im Kopf, wenden sie an – können sie jedoch nicht reproduzieren wenn wir danach gefragt werden. Das gute daran ist: Wir können diese Verknüpfungen nützen. Und genau davon handelt dieses Buch:

codes – Die geheime Sprache der Produkte

Es fällt ins Auge weil es in eine Signalfarbe gekleidet ist. In Signal-orange verpackte 215 Seiten Neuromarketing der Spitzenklasse. Es läßt sich leicht und spannend lesen – ein Fachbuch, bei dem das Lesen Spaß macht. Das Buch wurde bei Haufe verlegt und es kann hier direkt bestellt werden. Die zehn Kapitel bauen aufeinander auf und der Text ist immer wieder mit Grafiken, Bildern und Schaubildern aufgelockert. Wichtige Sätze sind schon gelb markiert – als ob sich jemand bereits mit Leuchtmarker für Sie durchs Buch gearbeitet hätte.

Multimediale Umsetzung: Buch, videos, App

Bei bloggdeinbuch habe ich mich für codes interessiert, weil es auch von Gehirnforschung handelt. Und so ist es voll gespickt mit Links zu kleinen Videos, in denen sich der Leser die Hintergründe aus der Hirnforschung ansehen kann. Mittels Link oder des abgedruckten QR-Codes wird der Leser auf die decode-Seite geleitet, die Videos bereitstellt. Hier finden Sie zum Beispiel das Video aus der Reihe Geist & Gehirn von Manfred Spitzer, wo er beschreibt, dass mentale Verknüpfungen bestehen zwischen Eigenschaften und mentalen Konzepten. Ganz konkret geht es um Experimente dazu, wie die Wärme eines Kaffees die Einschätzung von “psychischer Wärme” verändern kann..

Das gesamte Buch ist nun in zwei Teile gegliedert: Theorie und Praxisbeispiele. Zunächst handelt es davon wie so ein Produkt in den Kopf kommt. Dabei spielt die Verpackung eine wichtige Rolle, denn die wird ja wahrgenommen.

Was steht drin im Buch?

Das Buch ist thematisch in aufeinander aufbauenden Kapiteln gegliedert. Zunächst erfahren Sie von den Grundlagen aus der Hirnforschung. Dann etwas darüber, wie ein Produkt in unseren Kopf gelangt – nämlich über die Verpackung. Und schließlich verraten die Autoren (Christian Scheuer, Dirk Bayas-Linke, Johannes Schneider) das Geheimnis wie Sie Ihr Produkt mit den Zielen (also den Bedürfnissen) des Käufers verbinden können. Bei den Beispielen haben die Autoren darauf geachtet, nicht nur Erfolgsstories vorzustellen, sondern geben dem Leser auch die Möglichkeit, von Projekten zu lernen, die gescheitert sind und nennen die Hypothesen worauf das Scheitern beruhte. Viele Menschen sind an Geheimnissen interessiert. Und dieses Buch ist voll davon! Von 5 möglichen Sternen erhält das Buch von mir 5 (Aufmachung, Inhalt, Spannung, Sprache, Praxisbezug)

Und hier geht’s zur App zum Buch

Wer noch mehr Praxisbezug möchte, der findet bei Haufe auch noch eine App fürs iPhone. Hier können Sie ein virtuelles Auge auf Ihre Produkte richten lassen, um herauszufinden, was ein Käufer von Ihrem Produkt im ersten Moment wahrnimmt. Mein Fazit: Das Buch macht Spaß – und das ist ein ganz wichtiges Bedürfnis eines jeden Menschen.

Hier finden Sie das Buch bei Amazon: 

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23. Januar 2012

Die Technik des Geschichten Erzählens…

Und wenn Sie nicht gestorben sind… Wer kennt ihn nicht, diesen Satz, mit dem zumindest die Grimm’schen Märchen enden? Und wer würde es nicht gerne können, eine eigene Geschichte so zu erzählen, dass sie spannend bleibt bis zu diesem Satz?

Kinder machen das ganz automatisch

Es ist schon faszinierend wie Kinder das können. Im Spiel versinken, die Welt um sich vergessen, “hui buh, hui buh, ich bin ein Gespenst, habe keine Zeit, ich muss spuken, hui buh, hui buh…” huscht die 5 jährige Sophia durch den Raum. Um ihren Hals hat sie einen Gespenster-Schal, der gestern noch der Ritter-Umhang ihres Bruders war. Und dann verschwindet sie wieder in ihre Gespenster-Wirklichkeit, um erst nach einer Stunde wieder zurück zu kommen weil sie durstig ist. Für sie ist es die Wirklichkeit und es ist ein Leichtes einen Erwachsenen durch ihre mitreißende Art und ihre Erzählungen mit in diese Wirklichkeit zu entführen. Wir Erwachsenen haben das oft vergessen und müssen es neu lernen. Wie geht es, dieses Geschichten erzählen? Das muss doch lernbar sein…?

Wir lernen das Geschichten erzählen heute im Internet

In Zeiten des Web 2.0 findet Unterrichten ganz anders statt als wir es bisher gewohnt waren. Bei TED werden laufend neue Vorlesungen eingestellt, die kostenlos verfügbar sind. So gibt es derzeit einen Titel von Joe Sabia “Die Technik des Geschichten Erzählens”.

Naja – er bringt Ihnen in seiner kurzen Präsentation das Erzählen nicht bei. Aber er zeigt, dass er es beherrscht. Es könnte Ihnen gelingen, seine Technik abzukupfern und es nachzumachen. Oder er steckt sie an mit seiner Art, Spannung aufzubauen, Erwartungen zu umschiffen oder genau zu treffen. Geschichten sind deshalb so effektiv, um Menschen zu erreichen weil wir uns mit den Protagonisten identifizieren und die Erlebnisse uns emotional erreichen. Wodurch wir am besten lernen sind eigene Erfahrungen. Und je tiefer die Gefühle sind, die etwas bei uns auslöst, desto besser ist der Lerneffekt. Deshalb werden ja Lernziele auch gerne in Geschichten verpackt, deshalb wurde die Fabel erfunden. Oder Verkäufer packen ihre Botschaft in Geschichten, um ihre Kunden zu erreichen. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Geschichten, die ich gerade am liebsten lese stehen auch im Internet, bei belauscht.de – ganz im Sinne von: Geschichten, die das Leben schrieb.

Auf die Perspektive kommt es an…

Und was ist wenn mir die Geschichte nicht gefällt? “Dann lese ich eben eine andere.” mögen Sie denken. Eine Möglichkeit – heute gibt es fast für alles eine Lösung. Hören Sie was Raghava KK dazu zu sagen hat:

Mag sein, Kinder können auf diese Weise besser lernen unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Ab einem bestimmten Alter ist das gewiss angebracht. Aber vorher könnte es etwas verwirrend sein. Denn bevor der Egozentrismus nicht überwunden ist, was nützt es mit verschiedenen Perspektiven konfrontiert zu werden wenn diese Fähigkeit, mich in die Lage des anderen zu versetzen noch gar nicht vollständig ausgeprägt ist? Aber für Erwachsene ist dieses virtuelle Buch ganz sicher eine Möglichkeit, Vorurteile zu überwinden. Denn es gibt immer eine andere Perspektive, die man einnehmen kann, so man denn will…

Die Märchenerzählerin…

Und was ist wenn Sie gerne eine eigene Geschichte oder ein eigenes Märchen verfassen möchten – Sie bekommen es jedoch partout nicht hin? Dafür gibt es auch eine Lösung. In diesem Fall empfehle ich Ihnen meine Freundin und Kollegin Nadine Reiband. Sie ist auch Diplompsychologin und in ihrer wenigen Freizeit schreibt sie Geschichten und Märchen – auch im Auftrag. Ein Beispiel können Sie hier auf meiner Homepage hören (der große Glücksfall). Oder Sie besuchen bei ihr einen Kurs, in dem Sie das Schreiben von Geschichten lernen, sie bietet das auch für Kinder an. Wer Interesse daran hat zu lernen therapeutische Geschichten zu schreiben lernt das am besten bei Stefan Hammel. Viel Spaß damit und gute Geschichten wünsche ich Ihnen!

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Foto: pitopia (c)

8. Dezember 2011

Wozu soll das gut sein? Geschichten, Metaphern, Märchen

Echte Kreativität entsteht dann,
wenn die Ressourcen des Unbewussten
ins Spiel kommen.

(Harry R. Moody)

Das erste Buch, das mich in meiner Kindheit faszinierte war ein Märchenbuch von den Gebrüdern Grimm. Ich liebte es, darin zu lesen und versank förmlich in den Heldengeschichten. Danach fand ich in der Bibliothek das Buch mit den Geschichten aus 1001 Nacht. Mich faszinierte, wie die Heldin Scheherazade ihr Leben rettete indem sie immer noch eine Geschichte zu erzählen begann und darauf bestand, dass ihr das Ende der Geschichte erst am folgenden Tag einfallen würde.

Was bringt die einen dazu, dass sie was ändern und was hält die anderen davon ab?

Wenn man einen Frosch in ein Gefäß mit heißem Wasser wirft, dann springt die grüne Kreatur ganz schnell wieder heraus. Ein paar wenige kleine Verbrühungen hat er sich sicher zugezogen, aber die sind bald verheilt und vergessen… und er lebt fröhlich weiter! Wenn man jedoch einen Frosch in ein Gefäß mit kaltem Wasser steckt und dann anschließend das Wasser ganz langsam erhitzt, bleibt der Frosch darin sitzen. Er bleibt sitzen und sitzen und sitzen bis er in dem heißen, kochenden Wasser kläglich ums Leben kommt! Und so wie diesem grünen Gesellen, so geht es vielen Menschen: Sie leben ihr Leben so, dass es ihnen langsam, aber sicher immer schlechter geht. Sie schaffen es nicht, dieses Leben zu verändern, also aus dem unangenehmen Gefäß zu springen. Ja, durch die Verschlechterung, die langsam geht merken viele Menschen oft gar nicht, dass sich ihre Lebensqualität immer mehr zum Negativen wendet.

Viele schreiben es ihrer eigenen Fähigkeit oder im schlimmeren Falls ihrer Unfähigkeit zu wenn Sie es nicht schaffen, eine Veränderung einzuleiten. Die Geschichte zeigt, dass es zwar wichtig ist, zu reagieren – dass die Ursache aber durchaus in der Situation begründet sein kann.

Identifikation mit dem Protagonisten

Wer es versteht, sich vom Autor in eine Geschichte hineinziehen zu lassen, der erlebt sie hautnah mit. Und seit der modernen Gehirnforschung können wir auch erklären was das bewirken kann. Sofern wir von der Geschichte fasziniert sind – und nur dann – kann es die Strukturen in unserem Gehirn verändern – wir lernen! Der Lerneffekt ist zwar bei eigenem Erleben etwas höher als wenn ich “nur” eine Geschichte höre. Aber der Effekt ist vorhanden. Und der Lern-Effekt ist größer als wenn ich die Geschichte “nur” lesen würde.

Und die Moral von der Geschicht’?

Bild: Sulamith.Sallman

So wie jede Sprache eine Grammatik hat so besitzen auch Geschichten eine Grammatik – nämlich die Moral von der Geschichte. Und so wie ich eine Grammatikregel auf alle möglichen Wörter anwenden kann, ist es möglich diese Moral auf mehrere Lebensbereiche anzuwenden. Und auch umzulernen. Eine Geschichte hat sogar die Kraft, dass ich alte, schädliche Regeln verlerne und  neue, konstruktive erlerne. Viele deuten das als die “Macht des Unbewussten”. Dabei handelt es sich einfach um einen Lernprozess, der zwar stattfindet aber so explizit nicht benannt werden braucht. Wie mit der Grammatik der Muttersprache eben. Die Regeln wenden wir täglich an – können sie aber (außer wir haben sie später gelernt) nicht benennen.

Comedy und Satire machen auch Geschichte

Zu Hofe war es der Narr, der dem König die Wahrheit sagen durfte ohne seinen Kopf zu verlieren. Auch heute gibt es noch Flecken auf dieser Erde. wo jemand für die Wahrheit durchaus seinen Kopf riskiert. In unseren Gefilden gilt das zum Glück nicht mehr heutzutage. Aber dennoch wird die Wahrheit oft verpackt mit einer Prise Humor, dann nimmt sich etwas Unangenehmes leichter. So wie eine bittere Medizin auf dem Stück Würfelzucker. Was mir sehr gut gefällt sind die Fusel Anleihen, von denen der Komiker Chin Meyer bei Markus Lenz erzählte.

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Eine Metapher wie unser Finanz-System funktioniert. Eine bittere Wahrheit hört sich besser mit einer Prise Humor.

Metaphern in der Hypnosetherapie

Zuerst war ich erstaunt: Was sollen denn Metaphern und Geschichten in der Hypnosetherapie? Irgendwann im Laufe der Ausbildung habe ich die Geschichten lieben gelernt. Vor allem Dirk Revenstorf war ein Meister darin, eine Geschichte in eine andere hineinzuverpacken und noch eine wie einen Mantel drumherum zu legen. Die Spannung, die dadurch entsteht ist fast magisch. Ich empfinde es nach wie vor als hohe Kunst, die richtigen Metaphern auszuwählen, die jemandem helfen, eine eingefahrene unbewusst gelernte Regel zu verändern. Und es funktioniert – zum Glück!

Welche Geschichten, Metaphern und Märchen lieben sie? Schreiben Sie einen Kommentar!

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Bilder: pitopia, Sulamith Sallman

11. September 2011

Wer hat Angst vor kleinen Spinnen?

Die Gartenparty war in vollem Gange, als sie bemerkte, dass zwischen Dachrinne und dem Busch neben der kleinen Laube eine Spinne ihr handtellergroßes Netz gespannt hatte. Mittendrin saß sie, die großartige Architektin. Das Bier in ihrer rechten Hand war kühl, ebenso kühl war ihre Emotion. Überrascht – so kann sich das anfühlen. Fasziniert von der filigranen Bauweise des Netzes. So genau konnte sie sich das bisher nicht ansehen. Nein, es wäre immer noch nicht angenehm, sich vorzustellen, dass das Getier über ihren Körper krabbelt. Aber es ist vollkommen in Ordnung hier stehen zu bleiben und sich in die Schönheit des Spinnennetzes zu vertiefen, während das kühle Bier ihre Lippen benetzt. Wie sich das ändern konnte blieb ihr ein Rätsel.  Bis tief in die Nacht genoß sie es, mit ihren Freunden am Lagerfeuer im Gras zu sitzen. Noch zwei Wochen davor hätte sie sich nach Anbruch der Dunkelheit nicht auf den Balkon getraut und nun saß sie im Gras wo sie nicht wußte welches Insekt ihr als nächstes zu Lebe rücken konnte.

Zum Glück hatte die Therapeutin sie nach dem Traum gefragt.

Ob es etwas mit diesem Traum zu tun hatte? Der Traum, in dem diese schlimmste Nacht ihrer Kindheit ganz anders verlaufen war. Als sie die Bettdecke zurückschlug, um drunter zu schlüpfen sah sie  es sitzen: das schwarze Tier mit den acht Beinen. In ihrer Erinnerung war sie viel größer gewesen. Fast so als ob sie die Hälfte von ihrem Lebensraum eingenommen hätte. Und nun saß sie da, in einer Ritze des Balkens der Zimmerdecke. Sie sahen sich an. “Mama”, schrie sie. “Da sitzt eine Spinne über mir an der Decke.”  Die Mutter wußte wie sehr sie sich vor den Tierchen fürchtete und rückte an – bewaffnet mit einem Glas und einer Postkarte, um sie dingfest zu machen. Ein bißchen mußten die beiden jagen, aber bald hatten sie die Spinne im Glas. Der einzige Fluchtweg abgeschlossen durch die Postkarte wirkte das Tier noch kleiner als es tatsächlich war. Wenn sie sich nicht bewegen konnte wirkte sie gar nicht mehr gefährlich. Eigenartig wie viel Sicherheit es ihr gab, wenn ihre Mutter zu Hause war. Sie blickte auf das Glas und ihr war, als ob sie darin die Ereignisse ablaufen sah. Die Ereignisse dieser schlimmsten Nacht ihrer Kindheit. Ihre Mutter war arbeiten wie jeden Abend. Alleine für ein Kind zu sorgen war ja auch nicht gerade leicht. Da war sie froh, dass sie die Stelle als Serviererin gefunden hatte. Abends konnte sie ihre Kleine gut alleine lassen. Nur ein einziges Mal wurde sie von ihrer Tochter bei der Arbeit angerufen. Weil eine Spinne sie bedrohte. So ein Schmarrn. Als ob es in unseren Breiten Taranteln gäbe. Ich konnte sie überzeugen, in meinem Bett zu schlafen. Und danach hat sie mich nie wieder bei der Arbeit angerufen. Das war wie ihre Mutter es sah. Als sie sie entdeckte saß die Spinne auf dem Holzbalken. Sie blickte ihr direkt in die Augen. Starr vor Schreck konnte sie sich erst gar nicht rühren. “Mama!” Doch schreien machte keinen Sinn – sie war ja allein. Außer der Spinne und ihr gab es sonst nichts in dem Raum. Sie wußte dass es anders war. Aber ihre Wahrnehmung schien ihr einen Streich zu spielen. Sie konnte daran nichts ändern, so sehr sie sich auch bemühte. Und das machte sie nur noch hilfloser. Bei jeder Bewegung schien sie dem Tier ausgeliefert, schien sie angreifbarer zu sein als vorher. Irgendwie schaffte sie es nach einer gefühlt unendlichen Zeit, die Tür zu erreichen und diese von außen zu schließen. Dort sackte sie erstmal in sich zusammen und weinte. “Die Spinne ist jetzt da drin.” Das machte die Bedrohung kleiner. Aber verschwunden war sie nicht. Sie griff zum Telefonhörer und rief ihre Mutter an. “Deine Tochter hat Besuch vom Ungeheuer von Lochness.” Der Chef ging zu dieser Zeit ans Telefon und das waren die Worte mit denen er  ihr den Hörer in die Hand drückte. Die Stimme ihrer Mutter machte die Spinne noch etwas kleiner. So konnte sie sich etwas beruhigen. Als die Mutter ihr dann erlaubte, für diese Nacht in ihrem Bett zu schlafen fühlte sie sich auch noch etwas wärmer und es wurde heller um sie.

Je älter sie wurde, desto ausgeprägter wurde ihre Spinnenphobie.

Mit den Jahren wurde sie größer. Und mit ihr die Angst vor den kleinen Spinnen. Und obwohl sie wußte, dass diese ihr nichts tun konnten, war es unmöglich ein Fenster offen zu haben, ohne dass ein Fliegengitter dran war. Sie mußte die Tür zum Balkon nach den Tierchen absuchen wenn sie sie öffnete. Es war undenkbar, nach Anbruch der Dunkelheit auf dem Balkon zu sitzen – geschweige denn die Füße unter einen nicht vorher untersuchten Tisch zu strecken. Und das alles nicht wegen einer Spinne – sondern wegen einer nicht daheim gewesenen Mutter – wegen einer nicht empfundenen Sicherheit. Das wußte sie jetzt, wo die Farbe der Postkarte so viel Wärme in das Licht zaubern konnte. Das faszinierte sie.  Das Licht war genauso warm wie das Bauchgefühl das der Traum ihr schenkte.

Es war gar nicht die Spinne, vor der sie sich immer gefürchtet hatte.

Wie wohl sie sich fühlte und das obwohl sie gerade die Spinne beobachtete. Sie genoß es, dass ihr Gefühl ihr sagte was auch ihre Gedanken wußten: Die Spinne ist klein und nebensächlich. Es war gar nicht die Spinne vor der sie sich immer gefürchtet hatte. Es war die fehlende Sicherheit wenn ihre Mutter nicht da war. Und die Wärme des Lagerfeuers ließ sie die Sicherheit noch mehr spüren. Jeden einzelnen Schluck von ihrem Bier konnte sie genießen.

Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Aber sie hätte sich so zutragen können.

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11. September 2011

Kann die Psyche wirklich Einfluß auf eine Blasenentzündung haben?

Sie können diese Geschichte auch anhören (Info dazu weiter unten)

Dieses Mal konnte sie ihren Urlaub genießen. Ihr Blick streifte auf der rechten Seite das Kaisergebirge. Schon auf der Höhe von Innsbruck war sie und nur noch wenige Kilometer bis sie zu Hause war. Die Fahrt hinunter zum Gardasee war ihr länger vorgekommen als die Rückfahrt. An was das wohl lag? So einen Urlaub hatte sie noch nie erlebt. Wenn sie anderen das erzählte, kam denen das ganz normal vor: Ein Urlaub ohne Blasenentzündung. Keine stechenden Schmerzen, nicht Stunden auf dem stillen Örtchen verbracht, keine verpassten oder verschobenen Ausflüge. Nein – dieses Mal hatte sie jede einzelne Stunde genossen: die Sonne, den See, die Menschen, das Eis, die Ausflüge. Sie fühlte sich wohl in ihrem Körper während sie die schönen Erlebnisse Revue passieren ließ.

Jetzt geht es so nicht mehr weiter – ich ändere was!

Das war nicht immer so. Und dieses Mal sollte es anders werden. Sie hatte Vertrauen gefast zu ihrer Therapeutin. Im Wartezimmer lag dort eine Informationsbroschüre, in der stand, dass auch chronische Blasenentzündungen behandelbar seien. Sie hatte schon vieles versucht. Von der Ärztin bekam sie Medikamente und zusätzlich trank sie Cranberrysaft. Der schaffte ihr Erleichterung, die Medikamente halfen.  Aber eben immer erst als die Entzündung schon da war. Die Schmerzen waren erstmal unerträglich. Sie hatte zwar keine Ahnung, was die Psychologin dazu beitragen könnte. Aber die Aussicht auf weniger Schmerz oder gar Schmerzfreiheit genügte für eine Entscheidung.

CranberriesEin Ausflug in meine Vergangenheit bringt mich ins Jetzt.

Das Prozedere kannte sie schon. Die Psychologin versetzte sie in Trance. Die vertraute, warme Stimme und die langsamen Worte ließen sie tief entspannen.  Ehe sie sich versah war sie in ihrer Kindheit gelandet. In einer Zeit, an die sie nicht gerne zurückdachte. Ihre Mutter war damals schwer krank, Brustkrebs. Sie war viel im Krankenhaus, dann wieder zu Hause. Das war eine schwierige Zeit. Gerade mal 8 Jahre alt, in der Schule ging es grade so gut. Traurig war sie, wenn sie zur Tür reinkam.  Die Mutter lag auf dem Sofa, die Oma hatte gekocht. Früher öffnete sie mir die Tür und empfing mich mit offenen Armen, wirbelte mich einmal durch die Luft, drückte mir einen Kuß auf die Wange und sagte, ich soll meinen Schulranzen dieses Mal nicht mitten in den Weg, sondern ordentlich neben meinen Schreibtisch stellen. Die Träne, die meine Wange herunterkollerte beweinte die tiefe Sicherheit, die mir eine gesunde Mutter gegeben hatte. Die Sicherheit war weg. Das konnte ich jetzt spüren. Damals wußte ich nicht was mir fehlte.  Und ich war gemein zu ihr gewesen. Ich war wütend und gemein und schämte mich dafür. Mama war ja krank und brauchte ihre Ruhe. Und nicht so eine miesepetrige Jammer-Tochter, der niemand etwas recht machen konnte. Ja, ich hatte mich damals nicht getraut zu sagen, dass ich mir wieder eine Mama wünsche, die mich in der Luft herumwirbelt. Eine Mama, die mich schimpft, weil ich zu lebendig bin. Weil ich vor lauter Unternehmungslust alles um mich herum vergaß. Eine Mama, die mir einfach zuhört. Eine Mama, die mir bei den Hausaufgaben auf die Sprünge hilft.

mit jeder Träne klarer und klarer...Heraus aus dem Gefühlskorsett in emotionale Freiheit.

Die Angst, dass sie Schuldgefühle hat ließ mich stumm bleiben. Ich sagte es nicht, ich sagte überhaupt immer weniger. War unsicher was ich noch sagen darf, was sie nicht belastet. Ich wollte nicht gemein zu ihr sein, wollte sie nicht belasten. Ich weinte. Die ganze Wut von damals verwandelte sich in einen Bach aus Tränen und wurde aus mir heraus geschwemmt. Der aufgewühlte Bach wurde klarer und klarer. Ehe ich mich versah hatte ich meine Augen geöffnet. Mir war wohl ums Herz. Und ich freute mich auf meinen Urlaub. Mit durchaus etwas mulmigem Gefühl fuhr ich am Abend gen Süden. Das Kaisergebirge funkelte im Abendlicht und ich konnte es kaum erwarten, am nächsten Morgen zum Frühstück echten italienischen Capucchino zu schlürfen.

Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Aber sie hätte sich so zutragen können.

Sie können die Geschichte auch im Veränderungspodcast anhören und herunterladen. Unverändert dürfen Sie die Datei auch gerne weiterverbreiten.

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29. Juni 2011

hypnotisieren durch widersprüchliche Kommunikation?

Die Intelligenzleistung von Kinder verändert sich über die Entwicklung hinweg. Darüber gibt es Forschung seit Anbeginn der Psychologie. Der Schweizer Jean Piaget hat dies in seinen Stufen der Entwicklung festgehalten. Zunächst ist die Intelligenzleistung stark an die Motorik und Sensorik gebunden – er nennt dies die Stufe der Sensomotorischen Intelligenz. Ein wichtiger Meilenstein in dieser Stufe ist die Objektpermanenz: Das Kind sucht nach einem Gegenstand wenn dieser aus dem Gesichtsfeld verschwindet. Im Alter zwischen dem zweiten bis sechsten Lebensjahr befindet sich das Kind in der Präoperationalen Phase. Diese ist gekennzeichnet von Egozentrismus. Das heißt, das Kind kann sich nicht in die Lage eines anderen versetzen, es selber ist Mittelpunkt seiner Welt.  Aus der Sicht der Erwachsenen machen die Kinder sehr viele logische Fehler. Aus Sicht der Kinder ist es einfach nur wichtig, eindeutig zu sein, weil Kinder in dieser Phase nicht verschiedene sich widersprechende Faktoren miteinander in Einklang bringen können. Vom siebten bis 11. Lebensjahr folgt die Phase der Konkretoperationalen Intelligenz. Hier können Kinder logische Denkleistungen vollbringen, wenn sie ein konkretes Objekt haben, an dem sie es sich sichtbar verdeutlichen können, z.B. Rechnen mit den Fingern oder mit Hilfe von Klötzchen.  Ab dem Formaloperationalen Stadium (12. LJ) schließlich beginnen Kinder damit,  abstrakt zu denken.

Was bedeutet diese sich verändernde Fähigkeit jetzt für die menschliche Kommunikation? In den 50er Jahren entdeckte Gregory Beatson das Phänomen der Paradoxen Kommunikation. Das beschreibt die Tatsache, dass ein Mensch auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen sich widersprechende Botschaften sendet. Zum Beispiel sagt der Vater: “Du bist mir wichtig.” Da er jedoch nie anwesend ist zeigt er durch sein Verhalten: “Du bist mir egal.” Ein Kind von 12 Jahren kann verstehen, dass es dem Vater wichtig ist, obwohl er nicht viel körperlich anwesend ist. Für ein jüngeres Kind jedoch bedeutet dies ein Paradoxon, das in seiner Wirklichkeit nicht lösbar ist.  Die Lösung wäre, wenn der Vater sagte: “Du bist mir nicht wichtig.” Das wäre eindeutige Kommunikation. Dann könnte das Kind traurig sein und würde nicht wie hypnotisiert mit dem Blick von einer zur anderen Botschaft wechseln ohne zu wissen was denn jetzt richtig ist. Das führt dazu, dass die Kinder dann keinen Zugang zu ihren Gefühlen bekommen, weil sie so weit eben gar nicht vordringen, sondern in der Dechiffrierung der Botschaft festhängen bleiben – ähnlich einem Trance-Zustand. Deshalb könnte ich jetzt behaupten, dass Kinder bis zum Alter von 7 Jahrne durch uneindeutige Kommunikation in einen Trance-Zustand versetzt werden. Die Folge ist eine tiefe Unzufriedenheit und das Gefühl, einsam zu sein – und das obwohl offensichtlich Menschen um einen sind. Das stärkt nicht gerade das Selbstvertrauen. Wenn ein Kind diesem Kommunikationsmuster öfters ausgesetzt ist kann dies sogar in Krankheiten resultieren. Am schlimmsten ist es, wenn dadurch elementare Grundbedürfnisse frustriert werden.

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, dann empfehle ich Ihnen, sich jemanden zu suchen, der Sie aus dieser Trance wieder herausholt. Jemand, der Ihnen hilft, die automatische Reaktion von Angst und Verunsicherung zu unterbrechen, wenn Sie uneindeutige Botschaften erhalten. Jemand, der Ihnen hilft, dass durch eindeutige Kommunikation der Zugang zu Ihren Gefühlen gelingt. Jemand der Ihnen zeigt, wie Sie das Gefühl der Einsamkeit überwinden können. Und zuguterletzt Ihnen zeigt, dass nicht Sie der zerstörende Faktor in Ihrem Leben sind, sondern Kommunikationsmuster, mit denen Sie nie gelernt haben adäquat umzugehen.

Christiane und Alexander Sautter schrieben ein Buch über ihre Erfahrungen mit Menschen, die seit ihrer Kindheit dem Doublebind Kommunikationsmuster konfrontiert waren. Der Titel: Wege aus der Zwickmühle. Gleich zwei Radiosender haben diesem Phänomen eine Sendung gewidmet: Hier geht es zur Seite des HR und hier zur Seite des SWR2. Beide Sender haben die Autoren interviewt und sind im Podcast nachzuhören.

14. Juni 2010

Podcast Psychogynäkologie

Marco Ramadani und Shivani AllgaierBereits im Frühjahr hat mein Kollege Dr. med. Marco Ramadani mit mir einen Podcast über einen Teil meiner Arbeit aufgenommen: Die Psychogynäkologie. Da bisher wenige Menschen davon wissen, ist es mir besonders wichtig, dieses spannende Aufgabengebiet bekannt zu machen.

Seither probierte ich einige Male, den Podcast hier zu verlinken und endlich ist es mir gelungen.

Die Aufnahmen haben Spaß gemacht – Danke Marco – und nun wünsche ich Ihnen: Viel Spaß beim Anhören.

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Bild: privat (c)

26. Januar 2010

Hypnosepflaster

Einen Hobel habe ich gekauft und nicht nur das Kraut – nein, auch meinen Daumen gehobelt – und ganz schön tief.

Nach dem ersten Schreck ist mir Albrecht Schmierer eingefallen. Er ist Zahnarzt in Stuttgart und arbeitet mit Hypnose. Er ist Präsident und Ausbilder der DGZH (Deutsche Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose e. V.)  Mir begegnete er in meiner Ausbildung für Medizinische Hypnose bei der MEG (Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose e. V.) Es hat mich immer fasziniert, wenn er während der Ausbildung erzählte, wie er unter Hypnoanästhesie Zähne zieht. “Und die Blutung bitte stoppen.” Das sei wie ein Befehl und das Blut hört sofort auf zu fliessen.  Die Erinnerung an seine Erzählung schien zu wirken. Ich schickte dem noch hinterher “Wenn alle Fremdstoffe aus der Wunde herausgeschwemmt wurden, dann kann die Blutung jetzt aufhören. Die Heilung hat bereits begonnen.” Ich machte weiter und wußte, mein Körper weiss was zu tun ist. Nach zwei Stunden war die Stelle zwar noch etwas empfindlich, aber auf den ersten Blick von einer Verletzung keine Spur mehr.

Hier noch der Link zur Homepage von Albrecht Schmierer und der DGZH und nochmals der Link zum Video mit der Zahnextraktion

26. Januar 2010

Wenn ich eine Krücke hätte…

Letzte Woche ärgerte ich mich darüber, dass mein Zahn, der eine Krone trägt eine immer noch größere Spannung zum Vorderzahn aufbaut. Zum Teil war die Spannung so groß, dass ich Schmerzen und Schwierigkeiten beim Kauen hatte. Gerade als ich zum Hörer griff, um den Zahnarzt anzurufen, hatte ich eine Idee – wozu habe ich Hypnose gelernt? Ich setzte mich am Abend hin, schloß die Augen und sprach zu meinem Zahn:

Wenn ich eine Krücke hätte, dann wäre ich zunächst sehr traurig, das Bein verloren zu haben. Wenn ich eine Krücke hätte, dann hätte das Bein ganz lange gebraucht, sich an den neuen Zustand zu gewöhnen. Wenn ich eine Krücke hätte, dann müßte mein Beinstumpf sich daran gewöhnen, die Bewegungen von damals ganz anders auszuführen als es dies bisher gewohnt war. Wenn ich eine Krücke hätte, dann müßte mein Beinstumpf lernen, über die Rückmeldung einer fremden Substanz zu spüren wo es anstößt. Wenn ich eine Krücke hätte, dann müßte mein Beinstumpf ausprobieren, wie es eine gewohnte Bewegung auf ganz neue Weise bewirkt. Wenn ich eine Krücke hätte, dann wäre das ganz sicher auch anstrengend. Wenn ich eine Krücke hätte, dann hätte ich vielleicht auch Schmerzen. Wenn ich eine Krücke hätte, dann müßte ich mich am Anfang mit ganz kleinen Fortschritten zufrieden geben. Wenn ich eine Krücke hätte, dann würde mein Körper sich immer besser an die neuen Umstände gewöhnen. Wenn ich eine Krücke hätte, könnte es sein, ich wäre eines Tages dankbar, die Krücke zu haben.

Ich ärgerte mich nicht mehr über den Zahn – schließlich hatte er es ganz schön schwer. Was für eine Leistung der in den letzten Jahren vollbracht hat. Schon am nächsten Tag war die Spannung verschwunden und ich kann heute schmerzfrei kauen. Natürlich habe ich jetzt auch einen Termin beim Zahnarzt. Das ist schließlich sein Fachgebiet.

Eine “was wäre wenn” Situation gehört zur Kunst des Geschichten erzählens und dies hat sich in der Hypnosetherapie als sehr wirksam erwiesen.

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3. Januar 2010

Gute Vorsätze

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
(George Bernhard Shaw)

Wer hat sie nicht? Die guten Vorsätze für das neue Jahr. Aufhören zu rauchen, weniger essen, keine chips mehr essen, sich mehr bewegen, gesund ernähren. Die Vorsätze haben immer mit Veränderung zu tun. Nur wie mache ich es, damit ich die Vorsätze nicht kleinlaut wieder breche? Hier einige Tipps, damit es bestmöglich klappt.

“Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.” habe ich viele Leute sagen hören. Die moderne Forschung gibt dieser Aussage recht. Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, was es einmal gelernt hat immer und immer wieder zu wiederholen.

Tipp No. 1. Deshalb ist es zunächst wichtig, sich nicht zu viel vorzunehmen. Die gewohnten Routinen laufen automatisch ab und eine Veränderung braucht Zeit, Aufmerksamkeit und Anstrengung. Wenn ich dies auf mehrere Veränderungen verteile, gelingen sie eher alle nicht. Deshalb besser auf eine oder wenige Veränderungen konzentrieren.

Tipp No. 2: In der hypnotischen Kommunikation gibt es eine wichtige Regel: Formuliere ein Ziel immer positiv. Wenn ich sage: “Ich will weniger essen.” dann habe ich immer noch nicht formuliert was ich genau will. “Vitaminreicher essen” oder “Gewicht reduzieren” oder “einen schlankeren Körper”? Nur zu sagen, ich will nicht nach Paris hilft mir nicht, wenn ich nach Stuttgart fahren möchte. Erst wenn ich weiß wo ich hin will, kann ich dort auch ankommen.

Tipp No. 3: Wenn Sie Ihr Ziel kennen, dann können Sie konkret planen wie Sie dieses Ziel erreichen möchten. Ohne diese Konkretisierung verläuft sich die Umsetzung des Zieles oft im Sande. Dabei ist wichtig, dass Sie Ihre persönlichen Möglichkeiten und die äußeren Umstände mit einbeziehen. Wenn Sie körperlich fitter sein möchten und planen mehr Sport zu machen, dann nützt es nichts sich vorzunehmen, Joggen zu gehen wenn es gerade Winter ist. Dann ist die Wahl vielleicht, sich ein Trampolin anzuschaffen oder ins Fitness-Studio zu gehen.

Tipp No. 4: Haben Sie Nachsehen mit sich, wenn Sie ein Ziel nicht erreichen und belohnen Sie sich wenn Sie ein Ziel erreicht haben. Meist ist das gute Gefühl, der Stolz etwas geschafft zu haben Belohnung genug.

Vielleicht gibt es ja gar keinen inneren Schweinehund – sondern nur falsche Strategien? Viel Erfolg beim Umsetzen Ihrer guten Vorsätze für das kommende Jahr!

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