Archiv für ‘Gefühle’

18. März 2012

Sind Träume ein Schlüssel zu unserem Unbewussten…?

Aus den Träumen von gestern
werden manchmal die Alpträume von morgen
(Friedrich Nowottny)

Es wird wohl kaum jemanden geben, der es noch nie erlebt hat: einen Traum. Die Themen im Traum sind vielfältig. Es gibt angenehme und unangenehme Träume gleichermaßen. Der Chemiker Kekulé soll sogar im Traum die Figur des Benzol-Ringes im Traum gesehen haben. Er träumte von einer Schlange, die sich selber in den Schwanz beißt und hat damit die Lösung zu seiner Forschungs-Thematik quasi im Schlaf “erarbeitet”.

Themen von Träumen

In allen Kulturen finden sich ähnliche Themen, die in Träumen auftauchen. Die unangenehmen Träume lassen sich zusammenfassen in Verfolgungsträume, Fallträume, beschämende Träume (nackt sein), Träume des Scheiterns (zu spät kommen, Bus verpassen). Zu den angenehmen Träumen zählen Flugträume, Prophetische Träume, sexuelle Träume, Entscheidungsträume, Träume in denen die Erfahrungen des Alltags verarbeitet werden.

Sich im Traum des Träumens bewußt zu sein

“Es war ja nur ein Traum…” mit diesem oder einem anderen Gedanken ist schon so mancher aus einem Alptraum erwacht. Und dabei geht es auch anders. Beim Luziden Träumen ist es möglich, sich des Träumens bewußt zu sein. Dabei existiert gewissermaßen neben dem Träumenden eine Instanz, die sich des Träumens bewußt ist. Hierbei soll es sogar möglich sein, das Geschehen des Traumes aktiv zu beeinflussen. “Mal sehen, was sich hinter dieser Tür verbirgt…” oder “Mal sehen, wer es ist, der mich da verfolgt…” Manchen Menschen gelingt es, spontan luzide zu träumen und andere müssen dafür trainieren. Hier ein tolles Blog zum Thema Klarträumen.

Träume in der Psychotherapie

Ganz oft passiert es, dass mir Klienten oder Patienten berichten, dass sie nach einem Termin bei mir einen Traum hatten. Manchmal kommen sie dann schon und haben vollkommene Klarheit darüber was der Traum bedeutet und manchmal brauchen sie von mir noch Hilfestellung dabei. Letztendlich kann ich selber den Traum eines anderen nicht deuten – das kann nur der Träumende. Aber ich kann Hilfestellung geben. Wer sich vor einer Entscheidung drückt träumt oft von verschiedenen Wegen, die vor ihm liegen, es werden oft auch unverarbeitete Konflikte geträumt

Träume selber deuten

Träumen auch Sie viel? Können Sie diese Träume deuten? Dann gratuliere ich Ihnen. Wenn Sie etwas Unterstützung dafür benötigen, habe ich  hier einige Tipps für Sie: Als erstes empfehle ich Ihnen, ein Traumtagebuch zu führen. Schon alleine das Vorhaben, einen Traum auszuschreiben sofort nachdem Sie aufgewacht sind, erhöht die Erinnerungswahrscheinlichkeit des Traumes nach dem Aufwachen. Legen Sie Stift und Papier hierfür neben Ihr Bett. Schreiben Sie sich die Grundgefühle mit auf, die Sie im Traum hatten: Angst, Hilflosigkeit, Wut, Freude, Neugier, Ekel, Verachtung. Achten Sie schließlich auf bestimmte Symbole, die Sie im Traum sahen und lassen sich von einem Buch inspirieren, was diese bedeuten können. Es gibt auch einen tollen Link mit Deutungen zu den Traumsymbolen. Wenn Sie von einem Frosch träumen sieht das Ergebnis beispielsweise so aus. Und dann nichts wie los in die Traumdeutung: Wo habe ich das Grundgefühl des Traumes vielleicht nicht beachtet, dass mein Traum es mir so deutlich zeigt…? Hier ist ein toller Beitrag zum Deuten von Träumen, der bei ARTE ausgestrahlt wurde:

Warum träumen Menschen?

Auch in der Psychoanalyse wurden von Siegmund Freud die Träume seiner Patienten gedeutet. “Träume sind der Königsweg zum Unbewussten.” – das war seine Hypothese aufgrund der er die Traumdeutung mit in seine Therapiemethode einbezog. Aber er war nicht er erste – die alten Griechen schickten manche Menschen in einen sogenannten Heilschlaf, in dem die Betreffenden heftige Träume erlebten und danach gesund waren. Die Forschung zeigt, dass Träume unterschiedliche Funktionen haben. Zum einen scheinen sie daran beteiligt zu sein, Lernprozesse zu festigen. Denn unterbindet man den Traumschlaf, wird das Lernen verhindert oder zumindest erschwert. Aber in Träumen wird wohl auch das verarbeitet, was laut Freud im sogenannten Unbewussten schlummert… Ganz zu schweigen von phrophetischen oder Wahrträumen – diese sind von der Wissenschaft bis heute nicht erklärbar. Hier werden wohl die Erkenntnisse der Quantenphysik Erhellung bringen…?

Ich wünsche Ihnen allseits gute Träume und schöne Traumdeutungen.

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22. Dezember 2011

Wozu sind Gefühle da? Scham

Das Schämen ist ganz aus der Mode gekommen.
Heute schämt man sich höchstens, dass man sich schämt.
(Nicola Trussardi)

Wenn jemand zu mir in die Praxis kommt oder eine Online-Beratung wünscht und es um Scham geht, dann sind die Anfragen folgende: Ich habe Angst mich zu blamieren, ich befürchte ausgelacht zu werden, ich möchte nicht rot werden vor all den Menschen. Und auch hier ist wieder der Auftrag: die Scham soll weg!

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Soviel zum kurzen Ausflug (1.17 min) in die  Grammatik – aber wir waren ja bei der Psychologie!

Und was ist der Sinn von Scham?

Gefühle geben zum einen mir selber eine Rückmeldung – aber auch meinem Umfeld. Die Scham ist zwar auch für mich gedacht – aber vor allem für die Menschen in meinem Umfeld. Wenn ich eine gültige gesellschaftliche Regel übertrete schäme ich mich. Eine Regel kann ich absichtlich oder unabsichtlich übertreten. Mache ich das absichtlich, werde ich keine Scham zeigen – passiert mir das hingegen unbeabsichtigt wird mein Organismus unverzüglich mit Scham reagieren. Das ist eine wertvolle Information für die Menschen um mich herum. Sie können mich verbannen aus der Gemeinschaft oder mir die Übertretung – abhängig von noch weiteren Faktoren – verzeihen! Das hängt davon ab wie viel Erfahrung ich bereits auf einem Gebiet habe, ob ich es absichtlich oder unabsichtlich tat, wie wichtig die Grenze ist, welche Folgen es hatte und so weiter. Die Scham ist also ein Gefühl, das mir hilft, zu einer Gemeinschaft dazuzugehören. Scham ist ein Gefühl, das das Überleben in der Gruppe sicherstellen soll.

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Welche Regel hat Guido Westerwelle gebrochen? Andere schämten sich für ihn, es gab kein Verständnis. Die Regel lautet: Bei internationalen Angelegenheiten spricht man Englisch.

Wie ausgeprägt ist Ihre Scham?

Um zu testen wie ausgeprägt Ihr Schamgefühl ist können Sie im Netzwerk Sexualtherapie den Fragebogen zu Schamgefühlen ausfüllen, den mein Kollege Manfred Soeder entwickelte. Der Test bezieht sich nur auf Sexualität und kann nicht als allgemeiner Test zum Schamgefühl verwendet werden. Sie können sich sogar das Ergebnis per Email schicken lassen wenn Sie das möchten.

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21. Dezember 2011

Was für ein Unterschied – sagen Sie Ihre Botschaft in anderen Worten!

Ein freundliches Wort
ist mehr wert als es kostet.
(Ernst Ferstl)

Missverständnisse zwischen Menschen gibt es wahrscheinlich schon seit es den Menschen gibt. Eine hohe Kunst ist, diese auszuräumen. Da scheint es offenbar einfach zu sein, seine eigene Position darzustellen wenn es noch keine Missverständnisse gibt. Aber auch das ist nicht immer einfach. Hier habe ich einiges zusammengetragen, das es ein wenig Klarheit bringen soll.

Die Kraft von Worten – dasselbe nur in anderen Worten

Immer wieder darf ich in Trainings, Coachings oder Therapiesitzungen erleben wie kraftvoll es sein kann, die eigenen Worte einfach nur anders auszudrücken. Der folgende Film verdeutlicht wie das konkret aussehen kann.

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Was hat die junge Dame auf dem Schild geändert? Was vorher auf dem Schild stand war ohne Bezug zum Leben der Menschen, die vorbeilaufen. Wenn ich jedoch jemandem sage, dass es einen Menschen gibt, der die Schönheit nicht sehen kann, die andere umgibt, dann gibt es einen persönlichen Bezug. Ich habe sofort vor mir, dass es sein könnte, auch ich könnte diese Schönheit nicht mehr sehen. Diese Vorstellung ist mir näher als einfach nur das Wissen: Da sitzt ein blinder Mann vor mir. Und schon steigt die Bereitschaft zu helfen. Das kann die Kraft der Worte sein wenn ich mich nur darin auskenne, sie richtig zu verwenden.

Wie kann ich Menschen in Worten nahe sein?

Die Frage wie ich in Worten Nähe zu anderen Menschen herstelle beschäftigt die Psychologen schon ziemlich lange. Es ist die Grundlage für die Gestaltung der Therapeutischen Beziehung. Vor allem die Gesprächspsychotherapie nach C. Rogers beschäftigt sich damit. Laut seiner Aussage sind es drei Faktoren, nach denen sich diese Nähe gestalten läßt: Empathie, Authentizität und Akzeptanz. Er ließ die Patienten genau diese drei Faktoren jeweils bewerten wenn sie ein Therapiegespräch hatten. Damit regte er an, dass eine bis dahin gültige Regel gebrochen wurde: Die Therapeuten begannen ihre eigenen Gefühle einzubringen. Bis dahin war es ziemlich verpönt das zu tun. Aber um authentisch zu sein ist es sogar unerlässlich, das zu tun. Einer, der ziemlich hohe Werte bei Empathie erreichte war Frank Farrelly. Er hat dann später eine eigene Therapie- oder Gesprächsform entwickelt: Provokative Therapie – im deutschen oft Humortherapie genannt.

Was macht empathische Gespräche so wirkungsvoll?

Frank Farelly spicht ungeschminkt alles aus, das ihm einfällt wenn er mit jemandem spricht. Viele sind dadurch empört, andere lachen viel und nach dem Gespräch sagen sie: Es hat sich etwas verändert und ich kann gar nicht benennen was es war. Sehen Sie hier eine Nachbesprechung von so einem Gespräch (7;24 min; es ist in englischer Sprache):

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Was wirkt scheint also zu sein, dass emotionale Zustände angesprochen werden und sich Blockaden dadurch lösen. So wie wenn an der Grammatik etwas geändert wird, der Betreffende wendet plötzlich eine ganz andere Regel an und kann gar nicht benennen was sich geändert hat. Das kann soweit gehen, dass die Kinder dann plötzlich fragen: “Was ist denn mit Mama los?” Die Änderung wurde bemerkt – konnte aber nicht benannt werden.

Und was kann ich selber machen um diese Nähe auszudrücken?

Es scheint sehr einfach zu sein wenn ich jetzt schreibe: Drücken Sie Ihre Bedürfnisse aus. Das ist die einzige Regel, die Sie befolgen müssen, um mit Ihren Worten dafür zu sorgen, dass andere Ihnen nahe sein können. Wenn Sie einem anderen zeigen möchten, dass Sie ihm nahe sind, dann zeigen Sie ihm in Ihren Worten, dass Sie seine Bedürfnisse verstehen. Das ist schon die höhere Kunst. Dabei geht es nicht – wie manchmal irrtümlich verbreitet – die Worte von anderen wie ein Papagei zu wiederholen. Nein, es geht darum, in meinen Worten das auszudrücken was dem anderen gerade wichtig ist.

Konkretes Beispiel aus der Praxis

Und das kann auch einfach heissen, wenn der Ehemann am Abend heim kommt und motzt: “Warum ist denn die Küche schon wieder nicht aufgeräumt?” zu antworten: “Schatz, welche Laus ist Dir denn heute über die Leber gelaufen? War Dein Tag anstrengend heute?” Sein Bedürfnis wird wahrscheinlich sein, sich erstmal auszuruhen weil er viel um die Ohren hatte. Die Schwierigkeit besteht nun darin, dass die Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen. Die Frau hatte auch einen vollen Tag und hätte gerne die Küche aufgeräumt, wurde aber davon abgehalten und ist ärgerlich darüber. Wahrscheinlich wird sie antworten: “Dann räum doch Du die Küche selber auf.” Sie wird angegriffen und verteidigt sich. Und schon haben die beiden den schönsten Streit. Nicht gerade was sie sich beide für den Abend gewünscht hatten…

Und gibt es Regeln um emphatisch zu kommunizieren?

Ein ganz wichtiger Satz ist: “Jeder Vorwurf ist nur ein schlecht formulierter Wunsch.” Er bedeutet, dass es wichtig ist, seine Bedürfnisse auszudrücken, seine Wünsche zu formulieren. Wer dem anderen Vorwürfe macht fängt einen potenziellen Streit an. Wer das möchte – gut – aber meistens will der andere ja ein Bedürfnis ausdrücken und wundert sich dann irgendwann, dass er es nicht bekommt. Wirklich tragisch wird es dann, wenn der eine anfängt, dem anderen vorzuwerfen, dass er seine Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt: Wegen Dir bin ich unglücklich, wegen Dir kann ich nicht… Die Wahrheit liegt ja dort nicht – sondern derjenige hat seine Bedürfnisse einfach bisher nicht erfolgreich ausgedrückt. Die gute Nachricht daran ist: Das ganze ist trainierter – und damit veränderbar. Zum Glück!

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20. Dezember 2011

Wenn die Libido schrumpft: keine Lust auf Sex?

Wie unbedeutend erscheint dem Menschen in
 leidenschaftlichen Augenblikken alles, was ihn umgibt!
(Johann Wolfgang von Goethe)

Keine Lust auf Sex?Menschen hören alle möglichen Ratschläge wenn sie sagen, dass sie immer weniger Lust auf Sex haben. Wenn die Libido schrumpft kann das vielfältige Ursachen haben. Nicht alle können wir mit unserem bewussten Verstand angehen, weil auch hier die Ursachen durchaus in der Vergangenheit liegen können.

Wer hat weniger Lust?

Es sind nicht immer nur die Frauen, die weniger Lust auf Sex haben. Die moderne Frau klagt selber immer öfter darüber, dass sie nicht begehrt wird, dass Sie keinen oder zu wenig Sex hat.

Hilfreiche Strategien

Was hilft nun konkret wenn Sie in der Situation sind? Es gibt viele Gründe für sexuelle Unlust. “Nehmen Sie halt den Wäscheständer aus dem Schlafzimmer!” Das war in den sechziger Jahren noch die Ausbeute einer Beratung zum Thema niedrige oder fehlende Libido. Ganz zu vernachlässigen ist dieser Tipp nicht. Generalisieren kann ich es auch nicht woran es im Einzelfall liegt wenn Sie keine Lust haben. Aber ganz erfolgreich ist die Strategie, zu überprüfen ob die Bedürfnisse gewahrt sind.

Die Örtlichkeit der Leidenschaft

Zur Örtlichkeit gibt es einiges zu bedenken. Fühlen Sie sich dort wo Sie Sex haben sicher? Fühlen Sie sich geborgen? Könnte jederzeit jemand zur Tür hereinkommen? Oder zum Fenster reinschauen? Ist Ihre Umgebung anregend? Oder werden Sie ständig an Arbeit und Pflicht erinnert? Steht der Wäscheständer rum? Ist das Licht an? Oder ist es aus? Oder ist es schön schummrig? Jeder hat andere Vorlieben

Der Feind in meinem Bett

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor ist das Klima, das zwischen Ihnen als Paar herrscht. Haben Sie sich durch Ihre Kommunikations-Gewohnheiten im Partner einen Freund oder einen Feind geschaffen? Sprechen Sie von Ihren eigenen Bedürfnissen oder machen Sie den anderen dafür verantwortlich, dass Sie Ihre nicht erfüllt bekommen? Klar ist es der Partner, der Sie streichelt. Wenn er das nicht tut ist das traurig und kann auch wütend machen. Aber er sollte auch Lust dazu haben. Was ist es denn sonst wert? Zu sagen: “Du schaffst es einfach nicht, mich in Fahrt zu bringen.” ist einfach ein Unterschied zu: “Ich liebe es, von Dir so berührt zu werden.” Kommunizieren Sie so, dass Ihr Partner wirklich Lust auf Sie hat?

Online-Test zur Libido

Um einen Testwert zu erhalten können Sie den Wert Ihrer Libido auch im Online-Test “Sexuelle Unpässlichkeit” überprüfen lassen. Der Test stammt von meinem Kollegen Dipl.-Psych. Manfred Soeder und gehört zum Verzeichnis “Therapeuten im Netz”. Hier finden Sie dann bei Bedarf gleich einen passenden Sexual-Therapeuten in Ihrer Nähe.

Keine Lust Felix!

Ann-Marlene Henning hat dem Thema auch einen Beitrag gewidmet, der ist wie immer wundervoll:

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Wenn Sie sich hier wieder finden und die Punkte selber nicht lösen können, dann empfehle ich Ihnen den Gang zum Therapeuten. Ebenso wenn Ihnen diese Tipps alle nicht weiterhelfen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Faktor der zwischen Ihrem erfüllten Liebesleben und dem Jetzt steht wahrscheinlich in der Vergangenheit zu suchen ist. Dann empfehle ich Ihnen, sich Unterstützung zu suchen. Oder es könnte sein, dass Ihnen auch das Buch von meinem Kollegen Bernhard Ludwig (siehe unten) weiterhilft. Das ist ein Comic, den ich sehr empfehlen kann. Und zum Schluß noch einen Witz, den das Leben schrieb, den Sie bei belauscht.de genießen können!

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Hier finden Sie das Buch von Bernhard Ludwig:

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5. Dezember 2011

Wozu sind Gefühle da? Angst (1)

Wenn einer keine Angst hat
hat er keine Phantasie
(Erich Kästner) 

Wenn jemand zu mir kommt, der unter Angst leidet ist eines klar: Die soll weg! Ohne meine Unterstützung ist das bisher nicht gelungen. Es ist auch leicht erklärbar warum: Im Zustand der Angst lernt unser Gehirn nicht. Das ist der erste Grund. Der zweite Grund ist, dass die Angst ja eine Botschaft hat. Ein unangenehmes Gefühl ist immer ein Signal, dass etwas nicht stimmt. Nur was stimmt nicht, wenn jemand Angst hat? Als Einleitung erstmal Prof. Dr. Gerald Hüther.

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Der alte Fluchtreflex wird aktiviert

Wenn wir bei den Neandertalern leben würden wäre es klar, was eine Angst bedeutet wenn ich einen Bären sehe. Sie hat eine Schutz-Funktion. Angst heisst: Lauf weg, lauf um Dein Leben. Heute sind aber die Bären selten geworden – was hilft mir jetzt dieses Wissen?

Ausflug in die Kommunikation

Wenn Sie sich mit Kommunikation beschäftigen erhalten Sie sicherlich irgendwann den Tipp, dass Sie positiv kommunizieren sollen. Positives Denken? Ich kann doch nicht ständig denken, dass es mir gut geht? Brauchen Sie auch nicht! Aber Sie können alles entweder positiv oder negativ formulieren. Gut, kenn ich schon, das ist das mit dem Glas, das entweder halb leer oder halb voll ist. Wenn Sie das auch schon kennen, wenden Sie das ruhig an – es hilft auch. Aber ich meine etwas anderes. Wenn mir jemand sagt: “Ich will keine Angst mehr haben.” und ich sage, er soll mir seine Bitte positiv formulieren, dann wissen viele nicht wie ich das meine. Wenn mir aber jemand sagt: “Ich will nicht nach Paris fahren.” und ich ihn bitte mir sein Ziel zu verraten, dann kann jeder etwas damit anfangen. Das Ziel zu formulieren ist in diesem Fall die positive Formulierung von dem Satz. “Ich fahre nach Venedig.” Dann wissen Sie auch wo es hingeht – nur zu wissen, dass es nicht nach Paris geht – damit hat noch keiner Klarheit.

Die Botschaft der Angst entschlüsseln: Sicherheit fehlt!

Gibt Sicherheit: Das Glas über den Krabbelbeinen

Gibt Sicherheit: Das Glas über den Krabbelbeinen

Bei der Angst sind wir jetzt aber noch nicht weiter. Wenn mir jemand sagt, dass die Angst weg soll, dann weiß ich selber auch nur eines: Der Mensch braucht Sicherheit! Wie diese konkret jeweils aussieht – das ist ganz individuell. Dem einen fehlt eine Information, dem anderen Zuspruch von anderen, wieder ein anderer jemanden Vertrauten oder Zeit zum Üben. Die Liste könnte ich endlos fortsetzen. Verwirrend ist auch oft, dass diese Gefühle durchaus aus der Vergangenheit kommen können. Es scheint so, dass unbewältigte Gefühle uns solange darauf aufmerksam machen, dass es da noch ein unerledigtes Geschäft ist – bis diese bewältigt sind.  Für eine erwachsene Frau, die sich so inkompetent fühlt wie ein Kind kann das schon ganz schön belastend sein. Und gleichzeitig kann alleine diese Information eine Erleichterung bringen – zu wissen, es ist ganz normal wie ich mich fühle – und es kann sich auch noch ändern.

Wer Angst hat kann sein Gehirn nicht optimal nutzen

Unter Angst sind wir nur auf eines fokussiert: Sicherheit zu finden. Oft rennen wir jedoch vor der Angst weg als auf die Sicherheit zu zu rennen. Und unser Gehirn kann keine Lösungen mehr finden für Probleme, die Kreativität geht verloren. Handlungsleitende Muster werden nicht mehr gefunden, die Empathie geht verloren, sie soziale Kompetenz ist nicht mehr möglich und Lernen findet nicht mehr statt. Wir haben Konzentrationsschwierigkeiten. Alte Muster werden aktiv – wir verhalten uns wie früher in der Kindheit oder schalten auf Angriff, Flucht oder Erstarrung. Nur über Vertrauen ist das wieder rückgängig zu machen. Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – und Vertrauen in eine soziale Gemeinschaft.

Was ist normale Angst und was ist eine Angsterkrankung?

Grundsätzlich ist eine gewisse Variabilität unter den Menschen durchaus normal – es gibt ängstlichere und weniger ängstlichere – oder mehr oder weniger Selbstsichere, um es positiv zu formulieren. Ein gewisses Maß an Ängstlichkeit kann also normal sein. Und wann geht es dann in Richtung Erkrankung? Erstmal eine Übersicht über die Angsterkrankungen. Für Sie reicht es zu wissen, dass das Hauptsymptom jeder Angsterkrankung die Vermeidung ist. Und wenn das Vermeidungsverhalten so ein Ausmaß annimmt, dass Sie Ihren Alltag nicht mehr bewältigen können, dann wird es Zeit, dass Sie sich nach einem Therapieplatz umsehen. Auf den Seiten meines Kollegen Richard L. Fellner  können Sie in einem kostenlosen Selbsttest Angst- und Panikstörung testen ob Ihre Symptome so ausgeprägt sind, dass es besser ist, wenn Sie sich an einen Therapeuten wenden.

Und wie sieht diese Vermeidung konkret aus?

Ihre Angst vor Spritzen ist so groß, dass Sie Ausreden erfinden, warum Sie nicht zum Arzt gehen können. Sie gehen drei Mal zur Toilette bevor Sie das Haus verlassen aus Angst es sonst nicht rechtzeitig dorthin zu schaffen wenn Sie unterwegs sind. Sie gehen gar nicht mehr aus dem Haus, weil Sie Angst haben umzufallen. Sie vermeiden Konflikte weil Sie Angst haben, jemanden zu verletzen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Denn: Angst ist behandelbar. Oder positiv ausgedrückt: Sicherheit ist trainierbar!

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16. September 2011

Was hat das Auto mit Gefühlen zu tun?

Vordergründig geht es beim Thema Auto immer um die “harten” Daten wie: Farbe, Hubraum, PS, Anzahl der Türen, Größe des Kofferraumes, Design. Welche Rolle die Emotion dabei spielt hat die ZEIT in einem Interview mit dem Designer Lutz Fügener geführt. Er geht dabei nicht nur auf die Faktoren beim Kauf des heiligen Blechle (wie die Schwaben das Auto nennen) ein, sondern auf die Beziehung zum Auto im Allgemeinen. Lesen Sie das köstliche Interview: “Die Deutschen fahren Kitsch

Und eine Studie verrät welche Bilder wir von den Automarken in unseren Köpfen tragen. Beim Release eines neuen Modells werden die Verkäufer ganz genau instruiert, welche Worte sie verwenden sollen, um ein bestimmtes Image zu erzeugen. Aber es klappt nicht immer – denn der Verbraucher bastelt mit am Image.

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29. Juni 2011

hypnotisieren durch widersprüchliche Kommunikation?

Die Intelligenzleistung von Kinder verändert sich über die Entwicklung hinweg. Darüber gibt es Forschung seit Anbeginn der Psychologie. Der Schweizer Jean Piaget hat dies in seinen Stufen der Entwicklung festgehalten. Zunächst ist die Intelligenzleistung stark an die Motorik und Sensorik gebunden – er nennt dies die Stufe der Sensomotorischen Intelligenz. Ein wichtiger Meilenstein in dieser Stufe ist die Objektpermanenz: Das Kind sucht nach einem Gegenstand wenn dieser aus dem Gesichtsfeld verschwindet. Im Alter zwischen dem zweiten bis sechsten Lebensjahr befindet sich das Kind in der Präoperationalen Phase. Diese ist gekennzeichnet von Egozentrismus. Das heißt, das Kind kann sich nicht in die Lage eines anderen versetzen, es selber ist Mittelpunkt seiner Welt.  Aus der Sicht der Erwachsenen machen die Kinder sehr viele logische Fehler. Aus Sicht der Kinder ist es einfach nur wichtig, eindeutig zu sein, weil Kinder in dieser Phase nicht verschiedene sich widersprechende Faktoren miteinander in Einklang bringen können. Vom siebten bis 11. Lebensjahr folgt die Phase der Konkretoperationalen Intelligenz. Hier können Kinder logische Denkleistungen vollbringen, wenn sie ein konkretes Objekt haben, an dem sie es sich sichtbar verdeutlichen können, z.B. Rechnen mit den Fingern oder mit Hilfe von Klötzchen.  Ab dem Formaloperationalen Stadium (12. LJ) schließlich beginnen Kinder damit,  abstrakt zu denken.

Was bedeutet diese sich verändernde Fähigkeit jetzt für die menschliche Kommunikation? In den 50er Jahren entdeckte Gregory Beatson das Phänomen der Paradoxen Kommunikation. Das beschreibt die Tatsache, dass ein Mensch auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen sich widersprechende Botschaften sendet. Zum Beispiel sagt der Vater: “Du bist mir wichtig.” Da er jedoch nie anwesend ist zeigt er durch sein Verhalten: “Du bist mir egal.” Ein Kind von 12 Jahren kann verstehen, dass es dem Vater wichtig ist, obwohl er nicht viel körperlich anwesend ist. Für ein jüngeres Kind jedoch bedeutet dies ein Paradoxon, das in seiner Wirklichkeit nicht lösbar ist.  Die Lösung wäre, wenn der Vater sagte: “Du bist mir nicht wichtig.” Das wäre eindeutige Kommunikation. Dann könnte das Kind traurig sein und würde nicht wie hypnotisiert mit dem Blick von einer zur anderen Botschaft wechseln ohne zu wissen was denn jetzt richtig ist. Das führt dazu, dass die Kinder dann keinen Zugang zu ihren Gefühlen bekommen, weil sie so weit eben gar nicht vordringen, sondern in der Dechiffrierung der Botschaft festhängen bleiben – ähnlich einem Trance-Zustand. Deshalb könnte ich jetzt behaupten, dass Kinder bis zum Alter von 7 Jahrne durch uneindeutige Kommunikation in einen Trance-Zustand versetzt werden. Die Folge ist eine tiefe Unzufriedenheit und das Gefühl, einsam zu sein – und das obwohl offensichtlich Menschen um einen sind. Das stärkt nicht gerade das Selbstvertrauen. Wenn ein Kind diesem Kommunikationsmuster öfters ausgesetzt ist kann dies sogar in Krankheiten resultieren. Am schlimmsten ist es, wenn dadurch elementare Grundbedürfnisse frustriert werden.

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, dann empfehle ich Ihnen, sich jemanden zu suchen, der Sie aus dieser Trance wieder herausholt. Jemand, der Ihnen hilft, die automatische Reaktion von Angst und Verunsicherung zu unterbrechen, wenn Sie uneindeutige Botschaften erhalten. Jemand, der Ihnen hilft, dass durch eindeutige Kommunikation der Zugang zu Ihren Gefühlen gelingt. Jemand der Ihnen zeigt, wie Sie das Gefühl der Einsamkeit überwinden können. Und zuguterletzt Ihnen zeigt, dass nicht Sie der zerstörende Faktor in Ihrem Leben sind, sondern Kommunikationsmuster, mit denen Sie nie gelernt haben adäquat umzugehen.

Christiane und Alexander Sautter schrieben ein Buch über ihre Erfahrungen mit Menschen, die seit ihrer Kindheit dem Doublebind Kommunikationsmuster konfrontiert waren. Der Titel: Wege aus der Zwickmühle. Gleich zwei Radiosender haben diesem Phänomen eine Sendung gewidmet: Hier geht es zur Seite des HR und hier zur Seite des SWR2. Beide Sender haben die Autoren interviewt und sind im Podcast nachzuhören.

12. September 2010

Dankbarkeit

Menschen, die erfolgreich und glücklich und gesund leben scheint etwas zu verbinden: sie sind dankbar. Das zumindest behauptet Alfred Stielau-Pallas in seinem Buch “Die Macht der Dankbarkeit”. Hier gibt es Informationen rund um das Buch und zum Thema.

Im Netz habe ich allerhand zum Thema Dankbarkeit gefunden. Da ist eine Dankbarkeitsliste, auf der jeder hinterlassen kann, wofür er dankbar ist – und auch die Beiträge der anderen lesen kann. Scheint ansteckend zu sein. Und ein Film

über einen Mann, der auf den ersten Blick nicht gerade Grund zur Dankbarkeit hat.

Und auch bei Wikepedia findet sich ein Eintrag darüber.

Wie die Wirkung von Dankbarkeit sichtbar gemacht werden kann lesen Sie hier bei Epoch Times online.

Worüber sind Sie dankbar?

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3. Januar 2010

Gute Vorsätze

Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
(George Bernhard Shaw)

Wer hat sie nicht? Die guten Vorsätze für das neue Jahr. Aufhören zu rauchen, weniger essen, keine chips mehr essen, sich mehr bewegen, gesund ernähren. Die Vorsätze haben immer mit Veränderung zu tun. Nur wie mache ich es, damit ich die Vorsätze nicht kleinlaut wieder breche? Hier einige Tipps, damit es bestmöglich klappt.

“Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.” habe ich viele Leute sagen hören. Die moderne Forschung gibt dieser Aussage recht. Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, was es einmal gelernt hat immer und immer wieder zu wiederholen.

Tipp No. 1. Deshalb ist es zunächst wichtig, sich nicht zu viel vorzunehmen. Die gewohnten Routinen laufen automatisch ab und eine Veränderung braucht Zeit, Aufmerksamkeit und Anstrengung. Wenn ich dies auf mehrere Veränderungen verteile, gelingen sie eher alle nicht. Deshalb besser auf eine oder wenige Veränderungen konzentrieren.

Tipp No. 2: In der hypnotischen Kommunikation gibt es eine wichtige Regel: Formuliere ein Ziel immer positiv. Wenn ich sage: “Ich will weniger essen.” dann habe ich immer noch nicht formuliert was ich genau will. “Vitaminreicher essen” oder “Gewicht reduzieren” oder “einen schlankeren Körper”? Nur zu sagen, ich will nicht nach Paris hilft mir nicht, wenn ich nach Stuttgart fahren möchte. Erst wenn ich weiß wo ich hin will, kann ich dort auch ankommen.

Tipp No. 3: Wenn Sie Ihr Ziel kennen, dann können Sie konkret planen wie Sie dieses Ziel erreichen möchten. Ohne diese Konkretisierung verläuft sich die Umsetzung des Zieles oft im Sande. Dabei ist wichtig, dass Sie Ihre persönlichen Möglichkeiten und die äußeren Umstände mit einbeziehen. Wenn Sie körperlich fitter sein möchten und planen mehr Sport zu machen, dann nützt es nichts sich vorzunehmen, Joggen zu gehen wenn es gerade Winter ist. Dann ist die Wahl vielleicht, sich ein Trampolin anzuschaffen oder ins Fitness-Studio zu gehen.

Tipp No. 4: Haben Sie Nachsehen mit sich, wenn Sie ein Ziel nicht erreichen und belohnen Sie sich wenn Sie ein Ziel erreicht haben. Meist ist das gute Gefühl, der Stolz etwas geschafft zu haben Belohnung genug.

Vielleicht gibt es ja gar keinen inneren Schweinehund – sondern nur falsche Strategien? Viel Erfolg beim Umsetzen Ihrer guten Vorsätze für das kommende Jahr!

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20. Dezember 2009

Literatur GfK

Im Jahrestraining Gewaltfreie Kommunikation bei Monika Schäpe und Jos Schick habe ich die Gewaltfreie Kommunikation kennen und lieben gelernt. Die emphatische Grundhaltung, die ich dort lernen durfte ist die Grundlage für meine heutige Arbeit, emotionale Blockaden zu lösen. Deshalb empfehle ich gerne die Bücher. Jedoch bitte ich jeden, der sich dafür interessiert, dass er zumindest ein Wochenend-Seminar besucht. Das Erleben der GfK ist aus meiner Erfahrung tausend Mal wertvoller als ein Buch darüber zu lesen!

Hier zu den Büchern rund um die GfK bei Amazon:

Gewaltfreie Kommunikation – eine Sprache des Lebens (als Buch und als Hörbuch).

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