Archiv für ‘Psychosomatik’

30. April 2012

Histaminintoleranz – die Symptome werden oft auf die Psyche geschoben!

Es kann die Ursache für vielfältige Symptome und Beschwerden sein: Eine Überempfindlichkeit oder Überlastung mit dem Stoff Histamin. Auf den ersten Blick scheinen diese nichts miteinander zu tun zu haben. Aus dem “Muster” kann jemand, der Erfahrung hat jedoch oft schon eine Verdachtsdiagnose der Histamin-Intoleranz stellen.

Leider oft jahrelang nicht oder falsch diagnostiziert.

Erst seit Mitte der 90er Jahre ist das Krankheitsbild der Histamin-Intoleranz in der Medizin in seiner Bedeutung bekannt. Leider ist das Wissen darüber heute immer noch bei viel zu wenigen Ärzten angekommen. Das führt immer noch viel zu häufig dazu, dass die damit zusammenhängenden Beschwerden als psychosomatisch eingestuft und deswegen nicht richtig behandelt werden können. Das reicht von jahrelang unerkannt gebliebenen allergischen Reaktionen und immer tiefgreifender Histamin-Reaktion bis hin zur fälschlichen Behandlung mit Psychopharmaka. Manche Patienten können ein Lied davon singen. Auch daran, dass die HI bisher noch keinen Einzug in das medizinische Diagnostik- und Klassifikationssystem (ICD10) gefunden hat ist zu erkennen, dass die Unverträglichkeitsreaktion bisher stiefmütterlich behandelt wird. Klassifiziert wird unter “T78.1, Sonstige Nahrungsmittelunverträglichkeit, anderenorts nicht klassifiziert”.

Histamin ist ein biogenes Amin, ein Abbaustoff aus Eiweiß in der Nahrung. Es wird zum einen über die Nahrung aufgenommen, aber auch vom eigenen Körper produziert. Histamin ist an vielen Körpervorgängen regelnd beteiligt. Verschiedene Körperzellen speichern es und geben es frei, wenn sie dazu gereizt werden. Anlässe, gespeichertes Histamin freizusetzen gibt es viele. Hier nur einige:

  • Reaktion auf eine Kontaktallergie (z.B. Tierhaare oder Pollen)
  • Unverträglichkeitsreaktionen auf Nahrungsmittel
  • Nesselsucht als Reaktion auf Anstrengung, Kälte, Hitze
  • Reaktion auf Medikamente (z. B. Schmerzmittel, Schleimlöser, Rheumamedikamente, Herz- und Asthmamittel, Kontrastmittel)

Im Darm ist normalerweise ein Enzym dafür verantwortlich, dass eine übermäßige Aufnahme von Histamin in den Körper verhindert wird. Diaminooxidase (DAO) wird in der Darmschleimhaut bereitgestellt und baut das Histamin direkt im Dünndarm ab. Die Bildung des Enzyms kann von verschiedenen Faktoren behindert werden:

  • Die Darmschleimhaut kann geschädigt sein
  • Medikamente können die Synthese verhindern
  • genetische Ursachen (vererbte Form der Histaminabbauschwäche)

Der Körper bildet Histamin auch selber und zwar genau dann, wenn der Körper sich mit Stoffen auseinandersetzen muss, die er nicht verträgt. Das Beschwerdebild bei einer Histamin-Intoleranz (HI) kann vielfältig sein:

  • Migräne
  • laufende Nase, Asthma
  • Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck, Schwindel
  • Ödeme (Schwellungen der Finger und Augenlider)
  • Nesselsucht, Hautausschläge, Hautjucken
  • Magen-Darm-Beschwerden, Durchfälle
  • schmerzhafte Periodenblutung (Dysmenorrhoe)
  • Überaktivität, Unruhe
  • Konzentrationsstörungen und Depressivität
  • und viele weitere Symptome

Die Beschwerden können von Mensch zu Mensch anders auftreten. Ebenso können die Beschwerden sich bei einem Betroffenen über die Zeit hinweg verändern.

Wie findet nun die Diagnose statt?

Hier werden unterschiedliche Vorgehensweisen empfohlen. Zum einen kann die HI durch eine Ausschluss-Diät bestimmt werden. Zu Beginn werden nur Kartoffeln und Reis gegessen. Nach einigen Tagen kann bei Beschwerdefreiheit immer wieder ein Lebensmittel nach dem anderen dazu genommen werden. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Konzentration des Enzyms DAO im Blut zu bestimmen. Auch eine energetische Testung (Kinesiologie, Bioressonanz) kann sehr gute Auskunft geben. Außerdem sollte ganz dringend nach Ursachen gesucht werden, die zum Nachlassen der DAO-Bildung im Darm führen. Ausführliche Informationen darüber finden Sie auf der Homepage der SIGHI (Schweizerische Interessengemeinschaft Histamin-Intoleranz.

Behandlung der Unverträglichkeits-Reaktion

Wie wird nun die HI behandelt? Zum einen sollen histaminhaltige Nahrungsmittel und solche, die gespeichertes Histamin im Körper freisetzen, gemieden werden. Zum anderen gibt es histaminblockierende Medikamente (sogenannte Antihistaminika oder Antiallergika). Beides sind Maßnahmen, um kurzfristig die Reaktion zu unterbinden. Als langfristige Therapie ist es wichtig, die zugrundeliegende Störung im Darm zu behandeln. Hierzu ist es wichtig, dass Sie einen entsprechenden Arzt oder Heilpraktiker finden, der Sie darin unterstützt.

Welche Nahrungsmittel sollen gemieden werden?

Grundsätzlich gilt: je länger ein Lebensmittel gekocht, gegart, warm gehalten oder auch aufgewärmt wird, desto höher steigt der Histamin-Gehalt! Deshalb ist auch der Histamin-Gehalt von industriell bearbeiteten Lebensmitteln, lange gereiften oder lange gelagerten Lebensmitteln sehr hoch.

  • lange gereifeter Käse (Camambert, Emmentaler, Schimmerkäse, Parmesan)
  • geräuchertes, getrocknetes, mariniertes Fleisch (Salami, Selchfleisch, Fleischkonserven)
  • Früchte: Ananas, Orange, Kiwi, Erdbeere, überreife Bananen, Papaya, Zitrusfrüchte
  • Gemüse: Karotte, Sauerkraut, Spinat, Tomaten, Sojaprodukte
  • Alkohol: Rotwein, Bier, Liköre (weil sie lange gereift sind), darüber hinaus behindert Alkohol generell den Abbau von Histamin
  • Nüsse, Schokolade, Kakao, Nougat, Kaffee, Schwarztee, Grüntee, Roibosh-Tee
  • Hefe-haltige Nahrungsmittel, Sauerteige, Backferment
  • Medikamente (ASS, Aspirin, verschiedene Herzmittel, Kontrastmittel)
  • Zusatzstoffe in Nahrungsmitteln, Glutamat, Hefeextrakt

Die Histaminintoleranz stellt die Betroffenen zu Beginn oft vor gewisse Probleme in der Umstellung mit der Nahrung. Jedoch haben sie in den meisten Fällen kein lebenslanges Problem. Zumindest dann wenn erschwerende Faktoren wie Störungen des Darmes konsequent erkannt und behandelt werden.

Welche Nahrungsmittel sind dann noch geeignet?

  • Gemüse: Kartoffeln, Blattsalat, Blumenkohl, Brokkoli, Chicoree, Feldsalat, Gurken, Knoblauch, Kürbis, Mangold, Radieschen, Rhabarber, Spargel, Zucchini, Zwiebel
  • Obst: Äpfel, Nektarinen, Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen, Melonen, unreife Bananen, Stachelbeeren, Blaubeeren
  • Beilagen: Reis, Nudeln, Kartoffeln
  • Getreideprodukte, Eigelb, Milch, Buttermilch, Joghurt, Quark, Sahne, Frischkäse, Butter, sehr junge Käsesorten

Wenn Sie vor einer medizinischen Behandlung stehen (Zahnarzt, Operation, Untersuchung mit Kontrastmitteln) sollten Sie Ihren Untersucher bzw. Behandler von Ihrer Histamin-Intoleranz unterrichten.

Und wie ernähre ich mich dann?

Viele stehen erstmal vor einem schier unlösbaren Problem. “Wenn ich nicht mehr essen darf was ich gewohnt war – was esse ich dann? Und wie soll ich bitte damit noch etwas kochen?” Zum Glück können Betroffene auf sehr viel Erfahrung von anderen Betroffenen zurückgreifen. Zum einen ist als Informationsquelle sehr nützlich die Seite der Schweizerischen Interessengesellschaft Histamin-Intoleranz (SIGHI), die wirklich sehr gut aufbereitet und sehr gehaltvoll ist. Zum anderen gibt es die Homepage mitohnekochen.com Dort gibt es jede Menge Rezepte für Betroffene von Intoleranzen – und zwar die gesamte Bandbreite, von der Histamin-Intoleranz über Gluten- bis hin zu Lactose-Intoleranz ist für jeden was dabei.  Der Clou an der Seite ist, dass die Rezepte über die Zutaten gefiltert werden können, die  nicht vertragen werden. Nützlich ist das vor allem, weil jeder ein etwas anderes Spektrum hat an Nahrungsmitteln, die er genau verträgt und die zu einer gewissen Schwelle von Histamin führen können. Die vielbeschriebene Rotationsdiät wird auf der Website von kochen.ohne.de beschrieben. Ein Rezept-Portal für Lebensmittel-Intoleranzen aller Arten. kochen-ohne.de - Rezept-Portal
Hier können sogar eigene Rezepte eingegeben werden. Und schließlich möchte ich nochmal auf meine Lieblings-Suppenküche aufmerksam machen: suups in Reutlingen. Hier gibt es Suppen, die glutenfrei oder lactosefrei sind und das Beste ist: Sie können die Suppen auch bestellen und hier gibt es noch einen kleinen Rabatt… Eine tolle Platform, auf der Sie sich auch über verschiedene Intoleranzen austauschen können ist NMI. Schließlich habe ich noch ganz pragmatische Ratschläge gefunden, die mitten aus dem Leben gegriffen sind: bei der Dinkelhexe!
mitohnekochen.com - Lust am Essen trotz Nahrungsunverträglichkeit!

Und was hat das nun alles mit der Psyche zu tun?

Nicht wenige der Betroffenen wurden vom Arzt bereits untersucht – ohne Ergebnis. Der naheliegende Schluß lautet dann ganz oft: das ist psychosomatisch. Einige haben deswegen bereits eine wahre Odyssee hinter sich – ohne Erfolg. Erst die Diagnose der HI bringt Klarheit und Erleichterung. Jedoch ist meine Erfahrung auch, dass die Histamin-Ausschüttung durchaus durch psychische Faktoren beeinflusst wird. So kann beispielsweise die Reaktion auf Kälte, die bei einem bestimmten Ereignis in der Vergangenheit gelernt wurde und in der Gegenwart immer wieder Quaddeln auf der Haut hervorbringen sobald es an die Kälte geht, sehr gut behandelt werden. Es erfolgt quasi eine Gegenkonditionierung der vom Organismus gelernten Verknüpfung von Kälte und automatischer Histamin-Ausschüttung. Bei richtiger Behandlung kann aus meiner Erfahrung auch das Einbeziehen der Psyche durchaus Erleichterung bringen!

Hilfreiche Produkte bei Amazon:

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18. März 2012

Buchrezension: codes – Die geheime Sprache der Produkte

Das menschliche Gehirn ist bestens dazu geeignet,
mehr als eine Sprache gleichzeitig zu sprechen.”
(Prof. Dr. Petra Schulz)

Schon als Kind faszinierten mich Geheimsprachen. Ich dachte mir immer noch kompliziertere Codes aus, die andere entziffern sollten. Ich lernte das Morse-Alphabet und litt ziemlich darunter, dass ich niemanden hatte, der bereit war, es mir gleich zu tun. Keiner wollte das auch lernen, damit wir uns verständigen konnten.

Sprachen lernen – ein Automatismus

In der Schule lernte ich dann andere Sprachen: Englisch und Französisch. Erst als ich meine erste Reise in die USA unternahm entdeckte ich den praktischen  Nutzen, eine Fremdsprache zu sprechen  - ich wurde verstanden und hatte meine Freude daran, mich in der Fremdsprache auszutauschen. Und während des Psychologie-Studiums lernte ich dann, dass mein Gehirn diese Fähigkeit – Sprache zu lernen – auch für ganz andere Verknüpfungen nützt. Heute ist diese Fähigkeit die Grundlage für meine therapeutische Arbeit. Das menschliche Gehirn lernt Regeln und kann diese auch wieder verlernen bzw. umlernen – ebenso wie es auch ganz automatisch sie Muttersprache gelernt hat. Alle Regeln haben wir im Kopf, wenden sie an – können sie jedoch nicht reproduzieren wenn wir danach gefragt werden. Das gute daran ist: Wir können diese Verknüpfungen nützen. Und genau davon handelt dieses Buch:

codes – Die geheime Sprache der Produkte

Es fällt ins Auge weil es in eine Signalfarbe gekleidet ist. In Signal-orange verpackte 215 Seiten Neuromarketing der Spitzenklasse. Es läßt sich leicht und spannend lesen – ein Fachbuch, bei dem das Lesen Spaß macht. Das Buch wurde bei Haufe verlegt und es kann hier direkt bestellt werden. Die zehn Kapitel bauen aufeinander auf und der Text ist immer wieder mit Grafiken, Bildern und Schaubildern aufgelockert. Wichtige Sätze sind schon gelb markiert – als ob sich jemand bereits mit Leuchtmarker für Sie durchs Buch gearbeitet hätte.

Multimediale Umsetzung: Buch, videos, App

Bei bloggdeinbuch habe ich mich für codes interessiert, weil es auch von Gehirnforschung handelt. Und so ist es voll gespickt mit Links zu kleinen Videos, in denen sich der Leser die Hintergründe aus der Hirnforschung ansehen kann. Mittels Link oder des abgedruckten QR-Codes wird der Leser auf die decode-Seite geleitet, die Videos bereitstellt. Hier finden Sie zum Beispiel das Video aus der Reihe Geist & Gehirn von Manfred Spitzer, wo er beschreibt, dass mentale Verknüpfungen bestehen zwischen Eigenschaften und mentalen Konzepten. Ganz konkret geht es um Experimente dazu, wie die Wärme eines Kaffees die Einschätzung von “psychischer Wärme” verändern kann..

Das gesamte Buch ist nun in zwei Teile gegliedert: Theorie und Praxisbeispiele. Zunächst handelt es davon wie so ein Produkt in den Kopf kommt. Dabei spielt die Verpackung eine wichtige Rolle, denn die wird ja wahrgenommen.

Was steht drin im Buch?

Das Buch ist thematisch in aufeinander aufbauenden Kapiteln gegliedert. Zunächst erfahren Sie von den Grundlagen aus der Hirnforschung. Dann etwas darüber, wie ein Produkt in unseren Kopf gelangt – nämlich über die Verpackung. Und schließlich verraten die Autoren (Christian Scheuer, Dirk Bayas-Linke, Johannes Schneider) das Geheimnis wie Sie Ihr Produkt mit den Zielen (also den Bedürfnissen) des Käufers verbinden können. Bei den Beispielen haben die Autoren darauf geachtet, nicht nur Erfolgsstories vorzustellen, sondern geben dem Leser auch die Möglichkeit, von Projekten zu lernen, die gescheitert sind und nennen die Hypothesen worauf das Scheitern beruhte. Viele Menschen sind an Geheimnissen interessiert. Und dieses Buch ist voll davon! Von 5 möglichen Sternen erhält das Buch von mir 5 (Aufmachung, Inhalt, Spannung, Sprache, Praxisbezug)

Und hier geht’s zur App zum Buch

Wer noch mehr Praxisbezug möchte, der findet bei Haufe auch noch eine App fürs iPhone. Hier können Sie ein virtuelles Auge auf Ihre Produkte richten lassen, um herauszufinden, was ein Käufer von Ihrem Produkt im ersten Moment wahrnimmt. Mein Fazit: Das Buch macht Spaß – und das ist ein ganz wichtiges Bedürfnis eines jeden Menschen.

Hier finden Sie das Buch bei Amazon: 

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18. März 2012

Sind Träume ein Schlüssel zu unserem Unbewussten…?

Aus den Träumen von gestern
werden manchmal die Alpträume von morgen
(Friedrich Nowottny)

Es wird wohl kaum jemanden geben, der es noch nie erlebt hat: einen Traum. Die Themen im Traum sind vielfältig. Es gibt angenehme und unangenehme Träume gleichermaßen. Der Chemiker Kekulé soll sogar im Traum die Figur des Benzol-Ringes im Traum gesehen haben. Er träumte von einer Schlange, die sich selber in den Schwanz beißt und hat damit die Lösung zu seiner Forschungs-Thematik quasi im Schlaf “erarbeitet”.

Themen von Träumen

In allen Kulturen finden sich ähnliche Themen, die in Träumen auftauchen. Die unangenehmen Träume lassen sich zusammenfassen in Verfolgungsträume, Fallträume, beschämende Träume (nackt sein), Träume des Scheiterns (zu spät kommen, Bus verpassen). Zu den angenehmen Träumen zählen Flugträume, Prophetische Träume, sexuelle Träume, Entscheidungsträume, Träume in denen die Erfahrungen des Alltags verarbeitet werden.

Sich im Traum des Träumens bewußt zu sein

“Es war ja nur ein Traum…” mit diesem oder einem anderen Gedanken ist schon so mancher aus einem Alptraum erwacht. Und dabei geht es auch anders. Beim Luziden Träumen ist es möglich, sich des Träumens bewußt zu sein. Dabei existiert gewissermaßen neben dem Träumenden eine Instanz, die sich des Träumens bewußt ist. Hierbei soll es sogar möglich sein, das Geschehen des Traumes aktiv zu beeinflussen. “Mal sehen, was sich hinter dieser Tür verbirgt…” oder “Mal sehen, wer es ist, der mich da verfolgt…” Manchen Menschen gelingt es, spontan luzide zu träumen und andere müssen dafür trainieren. Hier ein tolles Blog zum Thema Klarträumen.

Träume in der Psychotherapie

Ganz oft passiert es, dass mir Klienten oder Patienten berichten, dass sie nach einem Termin bei mir einen Traum hatten. Manchmal kommen sie dann schon und haben vollkommene Klarheit darüber was der Traum bedeutet und manchmal brauchen sie von mir noch Hilfestellung dabei. Letztendlich kann ich selber den Traum eines anderen nicht deuten – das kann nur der Träumende. Aber ich kann Hilfestellung geben. Wer sich vor einer Entscheidung drückt träumt oft von verschiedenen Wegen, die vor ihm liegen, es werden oft auch unverarbeitete Konflikte geträumt

Träume selber deuten

Träumen auch Sie viel? Können Sie diese Träume deuten? Dann gratuliere ich Ihnen. Wenn Sie etwas Unterstützung dafür benötigen, habe ich  hier einige Tipps für Sie: Als erstes empfehle ich Ihnen, ein Traumtagebuch zu führen. Schon alleine das Vorhaben, einen Traum auszuschreiben sofort nachdem Sie aufgewacht sind, erhöht die Erinnerungswahrscheinlichkeit des Traumes nach dem Aufwachen. Legen Sie Stift und Papier hierfür neben Ihr Bett. Schreiben Sie sich die Grundgefühle mit auf, die Sie im Traum hatten: Angst, Hilflosigkeit, Wut, Freude, Neugier, Ekel, Verachtung. Achten Sie schließlich auf bestimmte Symbole, die Sie im Traum sahen und lassen sich von einem Buch inspirieren, was diese bedeuten können. Es gibt auch einen tollen Link mit Deutungen zu den Traumsymbolen. Wenn Sie von einem Frosch träumen sieht das Ergebnis beispielsweise so aus. Und dann nichts wie los in die Traumdeutung: Wo habe ich das Grundgefühl des Traumes vielleicht nicht beachtet, dass mein Traum es mir so deutlich zeigt…? Hier ist ein toller Beitrag zum Deuten von Träumen, der bei ARTE ausgestrahlt wurde:

Warum träumen Menschen?

Auch in der Psychoanalyse wurden von Siegmund Freud die Träume seiner Patienten gedeutet. “Träume sind der Königsweg zum Unbewussten.” – das war seine Hypothese aufgrund der er die Traumdeutung mit in seine Therapiemethode einbezog. Aber er war nicht er erste – die alten Griechen schickten manche Menschen in einen sogenannten Heilschlaf, in dem die Betreffenden heftige Träume erlebten und danach gesund waren. Die Forschung zeigt, dass Träume unterschiedliche Funktionen haben. Zum einen scheinen sie daran beteiligt zu sein, Lernprozesse zu festigen. Denn unterbindet man den Traumschlaf, wird das Lernen verhindert oder zumindest erschwert. Aber in Träumen wird wohl auch das verarbeitet, was laut Freud im sogenannten Unbewussten schlummert… Ganz zu schweigen von phrophetischen oder Wahrträumen – diese sind von der Wissenschaft bis heute nicht erklärbar. Hier werden wohl die Erkenntnisse der Quantenphysik Erhellung bringen…?

Ich wünsche Ihnen allseits gute Träume und schöne Traumdeutungen.

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23. Januar 2012

Die Technik des Geschichten Erzählens…

Und wenn Sie nicht gestorben sind… Wer kennt ihn nicht, diesen Satz, mit dem zumindest die Grimm’schen Märchen enden? Und wer würde es nicht gerne können, eine eigene Geschichte so zu erzählen, dass sie spannend bleibt bis zu diesem Satz?

Kinder machen das ganz automatisch

Es ist schon faszinierend wie Kinder das können. Im Spiel versinken, die Welt um sich vergessen, “hui buh, hui buh, ich bin ein Gespenst, habe keine Zeit, ich muss spuken, hui buh, hui buh…” huscht die 5 jährige Sophia durch den Raum. Um ihren Hals hat sie einen Gespenster-Schal, der gestern noch der Ritter-Umhang ihres Bruders war. Und dann verschwindet sie wieder in ihre Gespenster-Wirklichkeit, um erst nach einer Stunde wieder zurück zu kommen weil sie durstig ist. Für sie ist es die Wirklichkeit und es ist ein Leichtes einen Erwachsenen durch ihre mitreißende Art und ihre Erzählungen mit in diese Wirklichkeit zu entführen. Wir Erwachsenen haben das oft vergessen und müssen es neu lernen. Wie geht es, dieses Geschichten erzählen? Das muss doch lernbar sein…?

Wir lernen das Geschichten erzählen heute im Internet

In Zeiten des Web 2.0 findet Unterrichten ganz anders statt als wir es bisher gewohnt waren. Bei TED werden laufend neue Vorlesungen eingestellt, die kostenlos verfügbar sind. So gibt es derzeit einen Titel von Joe Sabia “Die Technik des Geschichten Erzählens”.

Naja – er bringt Ihnen in seiner kurzen Präsentation das Erzählen nicht bei. Aber er zeigt, dass er es beherrscht. Es könnte Ihnen gelingen, seine Technik abzukupfern und es nachzumachen. Oder er steckt sie an mit seiner Art, Spannung aufzubauen, Erwartungen zu umschiffen oder genau zu treffen. Geschichten sind deshalb so effektiv, um Menschen zu erreichen weil wir uns mit den Protagonisten identifizieren und die Erlebnisse uns emotional erreichen. Wodurch wir am besten lernen sind eigene Erfahrungen. Und je tiefer die Gefühle sind, die etwas bei uns auslöst, desto besser ist der Lerneffekt. Deshalb werden ja Lernziele auch gerne in Geschichten verpackt, deshalb wurde die Fabel erfunden. Oder Verkäufer packen ihre Botschaft in Geschichten, um ihre Kunden zu erreichen. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Geschichten, die ich gerade am liebsten lese stehen auch im Internet, bei belauscht.de – ganz im Sinne von: Geschichten, die das Leben schrieb.

Auf die Perspektive kommt es an…

Und was ist wenn mir die Geschichte nicht gefällt? “Dann lese ich eben eine andere.” mögen Sie denken. Eine Möglichkeit – heute gibt es fast für alles eine Lösung. Hören Sie was Raghava KK dazu zu sagen hat:

Mag sein, Kinder können auf diese Weise besser lernen unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Ab einem bestimmten Alter ist das gewiss angebracht. Aber vorher könnte es etwas verwirrend sein. Denn bevor der Egozentrismus nicht überwunden ist, was nützt es mit verschiedenen Perspektiven konfrontiert zu werden wenn diese Fähigkeit, mich in die Lage des anderen zu versetzen noch gar nicht vollständig ausgeprägt ist? Aber für Erwachsene ist dieses virtuelle Buch ganz sicher eine Möglichkeit, Vorurteile zu überwinden. Denn es gibt immer eine andere Perspektive, die man einnehmen kann, so man denn will…

Die Märchenerzählerin…

Und was ist wenn Sie gerne eine eigene Geschichte oder ein eigenes Märchen verfassen möchten – Sie bekommen es jedoch partout nicht hin? Dafür gibt es auch eine Lösung. In diesem Fall empfehle ich Ihnen meine Freundin und Kollegin Nadine Reiband. Sie ist auch Diplompsychologin und in ihrer wenigen Freizeit schreibt sie Geschichten und Märchen – auch im Auftrag. Ein Beispiel können Sie hier auf meiner Homepage hören (der große Glücksfall). Oder Sie besuchen bei ihr einen Kurs, in dem Sie das Schreiben von Geschichten lernen, sie bietet das auch für Kinder an. Wer Interesse daran hat zu lernen therapeutische Geschichten zu schreiben lernt das am besten bei Stefan Hammel. Viel Spaß damit und gute Geschichten wünsche ich Ihnen!

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15. Januar 2012

Laßt Kinder wieder Kinder sein! Oder: Die Rückkehr zur Intuition

Das eigentlich Wertvolle ist
im Grunde die Intuition. (Albert Einstein)

Obwohl es im Buch um Kinder geht handelt es von Erwachsenen. Von Erwachsenen im Hamsterrad. Ein Hamsterrad, angetrieben von Stress und Phantomstress. Von einem Zeitphänomen, das den Erwachsenen die Ruhe und Intuition raubt – und den Kindern die Beziehung zu ihren Eltern. Eine Beziehung, die für sie so wichtig wäre, um den Streß in ihren Gehirnen “herunterkühlen” zu können, wie Prof. Dr. Gerald Hüther es so gerne nennt. Eine Beziehung, die wichtig wäre, um eine gesunde Reifeentwicklung unserer Kinder zu begleiten.

Die Daten und Fakten rund um das Buch

Laßt Kinder wieder Kinder sein! Oder : Die Rückkehr zur Intuition ist erschienen im Gütersloher Verlagshaus, das zur Verlagsgruppe bei Randomhouse bei Bertelsmann gehört. Sie können das Buch direkt beim Verlag bestellen. Es hat 205 Seiten, die Aufmachung ist einfach und klar. Die 26 Kapitel sind aufgeteilt in einen sehr langen Problem- und einen kurzen Lösungsteil.

Der Autor: Dr. Michael Winterhoff

Seine anderen Bücher sind bereits Bestseller. Der Kinder- und Jugendpsychiater aus Bonn hat selber zwei Kinder. Er beschreibt in seinen Büchern die Folgen veränderter Eltern-Kind-Beziehungen für die psychische Entwicklung unserer Kinder. Und er zeigt Wege auf wie diese Defizite bei Kindern und Jugendlichen wieder aufgeholt werden können. Michael Winterhoff studierte Humanmedizin und ist in eigener Praxis als Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie niedergelassen. Er praktiziert Tiefenpsychologie und wirft deshalb einen besonderen Blickwinkel auf die Beziehung zwischen den Eltern und ihren Kindern.

Das Hamsterrad – ein gesellschaftliches Phänomen

Dir schlechte Nachricht gleich vorweg: Einen schnellen Weg aus dem Hamsterrad gibt es nicht! Ich bin mir sicher, Sie als Leser von diesem Blog schätzen die Vorzüge der digitalen Medien. Wenn meine Patienten / Klienten nach einer besten Lösung für irgendein Problem suchen sage ich am liebsten: “Alles im Leben hat Vor- und Nachteile.” Und so ist es auch in diesem Fall. Der Musiker Tim Bendzko hat es in seinem Titel: Nur noch kurz die Welt retten” gut musikalisch zusammen gefasst.

Wer über die neuen Medien potenziell Kontakt zur gesamten Welt haben kann – der braucht auch die Fähigkeit die vielen Informationen richtig einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren. Hat jemand diese Fähigkeit nicht – dann hat das weitreichende Auswirkungen auf persönliche Beziehungen. Und damit auf unsere Kinder. Der Autor beschreibt die Faktoren, die aus seiner Sicht für das Hamsterrad verantwortlich sind, in dem sich viele Erwachsene in der heutigen Zeit befinden. Und so kommt er am Ende des Buches auch zu dem Schluß: “… da wir durch ein Weniger an äußerer Freiheit ein Mehr an innerer Freiheit gewinnen könnten.” Aus seiner Sicht kehrt die Intuition in die Elternhäuser wieder zurück wenn jeder aus einer inneren Ruhe heraus handeln kann. Und nun die gute Nachricht am Schluß: Ein Weg aus dem Hamsterrad ist möglich!

Erfahrung aus meiner eigenen Arbeit

Was Winterhoff schreibt ist auch meine Erfahrung: Oft hängen Symptome, die selbst ein Erwachsener hat noch mit Erlebnissen aus der Kindheit zusammen. Das können so alltägliche Erfahrungen sein, dass ich am Ende gefragt werde: “Und mit so etwas profanem hängt es jetzt zusammen, dass ich seit der Kindheit an den Nägeln gekaut habe?” Ist die emotionale Blockade gelöst, verschwindet das Symptom. Dabei beobachte ich, dass die Annahme aus der systemischen Therapie “Das Symptom ist meist nur die Lösung für ein ganz anderes Problem.” mich meist weiterbringt. Gelingt es mir durch Empathie einen Zugang zum Inneren des Klienten zu finden – ähnlich wie durch ein trojanisches Pferd – kann sich dieses Problem auflösen und das Symptom erübrigt sich.

Erstmal für Entspannung sorgen…

Wer Streß hat, der sorgt erstmal für Entspannung. Das ist eine Idee, die zwar gut gemeint ist – jedoch selten funktioniert. Denn die Streßreaktionen sind ja die Lösung für ein ganz anderes Problem. Und so gibt es aus der eigenen Psyche heraus Widerstände gegen die Entspannung. Deshalb ist es wichtig, genauer hinzusehen. Es gibt einen Schlüssel, der uns zur inneren Ruhe bringt und damit zur Intuition.

Wer liest dieses Buch?

Das Buch ist geeignet für alle, die Kinder haben oder mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Es ist nicht in Fachsprache geschrieben sondern ist auch für Laien gut verständlich. Empfehlen möchte ich es allen gestressten Eltern, Eltern von Problemkindern und mein persönlicher Wunsch ist, dass sich auch ein Politiker mal diese Lektüre zu Gemüte führt. Ein hehrer Wunsch – vielleicht geht er ja in Erfüllung?

Und das Fazit zu: Laßt Kinder wieder Kinder sein?

Das Buch rezensiere ich weil es mir von blogg dein buch zur Verfügung gestellt wurde. Ich hatte erwartet, dass es mehr von Kindern handelt – ich war überrascht – der Autor trifft das Thema jedoch goldrichtig. Es erhält von mir 5 von 5 möglichen Sternen. Letztendlich hat für mich das “Katastrophen-Warn-Buch” von Winterhoff ja eine positive Botschaft: Aus einer inneren Ruhe heraus bin ich fähig alle möglichen Situationen zu bewältigen. Wohl dem, der aus dieser inneren Kraft schöpfen kann. Ich finde diese Ruhe im Yoga der Stille.

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9. Januar 2012

Wozu soll das gut sein? Zwang

Die Freiheit spürt nicht,
wer niemals unter Zwang gelebt hat.
(Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe) 

“Jeder Schritt darf nur auf die Mitte der Platten auf dem Gehsteig fallen. Sobald ich auf eine Fuge trete gelingt es mir heute nicht meine Mutter davon zu überzeugen, dass ich am Sonntag schwimmen gehen möchte.” Was in der Kindheit eine normale Spielerei darstellt kann für manche schnell eine tagesfüllende nervende Aktivität werden – die aber willentlich nicht beendet werden kann. Ein Zwang kann das Leben bestimmen.

Zwangs-Rituale bestimmen das Leben

Ein Zwang ist wie eine Zwickmühle

Wer unter Zwang leidet ist dem ausgeliefert. Es muss schrecklich sein, den Herd auszuschalten und genau zu wissen, dass er aus ist. Dennoch gibt es einen inneren Drang, der die Betroffenen dazu bringt, es immer wieder zu überprüfen. “Kein gutes Gefühl es sein zu lassen” – so beschreiben es die Betroffenen. Und das Wissen, dass der Herd aus ist macht die innere Unruhe noch viel größer – denn hier ist was der Verstand weiß und was das Gefühl meldet nicht in Einklang miteinander.

Ein Ritual hilft den Alltag und das Leben zu gestalten

Eine Angst ist ein ganz normales Gefühl, das dem Menschen eigentlich dienen soll, um zu spüren wann er Sicherheit braucht. Genauso hat ein Ritual seinen Sinn. Es ist eine Strategie, um Sicherheit zu vermitteln. Jede Mutter weiß, dass es den Kindern Sicherheit gibt, bestimmte Erfahrungen immer zur selben Zeit zu etablieren: Vor dem zu Bett gehen ein Buch lesen, nach dem Essen gibt es eine kleine Süßigkeit, gegessen wird immer um dieselbe Zeit, und, und, und, und… Rituale spielen nicht nur bei Kindern eine Rolle, sondern auch bei der Gestaltung von Übergängen. Es soll die Sicherheit schaffen, die alte Phase gut abzuschließen und die neue sicher zu beginnen. So gibt es in einigen Kulturen Initationsrituale, um zum Beispiel Jugendlichen den Übergang ins Erwachsenenleben zu erleichtern und ganz klar zum Ausdruck zu bringen: Jetzt gehörst Du zu uns Erwachsenen! Das Ritual an sich ist also nicht das Problematische wenn es um Zwänge geht.

Und was soll jetzt das Gute daran sein?

Bei dem ganzen Zwang haben Sie sich sicher schon gefragt, wofür das jetzt gut sein soll? Therapeuten, die systemisch ausgebildet sind drücken es so aus: Das Symptom ist nicht das Problem – es ist die Lösung! Aber wofür soll eine Zwangshandlung die Lösung sein? Die Antwort kann Ihnen ein Betroffener geben. Was passiert denn, wenn eine Zwangshandlung nicht ausgeführt wird? Die Betroffenen haben “kein gutes Gefühl” – sie fühlen sich unangenehm. Meist ist es eine Angst. Und was fehlt wenn unser Organismus Angst verspürt? Sicherheit!

Praktische Tipps dagegen

Für Kinder gibt es jetzt ein Computerspiel, das eigens dafür entwickelt wurde, Zwang zu überwinden. Im Dezember 2012 hat das Forscher-Team der Universität Zürich das Computer-Programm veröffentlich. Hauptdarsteller im Spiel ist der Marienkäfer, der seine Punkte zählt. Naja, der seine Punkte zählen muss – er hat einen Zählzwang. Vertrieb und Verkauf sind noch nicht angelaufen. Jedoch können sich Psychotherapeuten bereits hier anmelden, damit zu arbeiten und dadurch Kinder zu unterstützen ihre Zwänge zu überwinden.

Und plötzlich glaubte ich mir –  ein Buchtipp

Franziska Hötzel hat Zwänge überwunden und ein Buch darüber geschrieben. OK, ein Büchlein. Es hat 80 Seiten und trägt den Titel … und plötzlich glaubte ich mir! Sie können darin Frau Hötzel begleiten auf ihrem Weg aus den Kontrollzwängen.

Bei Amazon finden Sie das Buch: 

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Foto: Pitopia

22. Dezember 2011

Wozu sind Gefühle da? Scham

Das Schämen ist ganz aus der Mode gekommen.
Heute schämt man sich höchstens, dass man sich schämt.
(Nicola Trussardi)

Wenn jemand zu mir in die Praxis kommt oder eine Online-Beratung wünscht und es um Scham geht, dann sind die Anfragen folgende: Ich habe Angst mich zu blamieren, ich befürchte ausgelacht zu werden, ich möchte nicht rot werden vor all den Menschen. Und auch hier ist wieder der Auftrag: die Scham soll weg!

.

Soviel zum kurzen Ausflug (1.17 min) in die  Grammatik – aber wir waren ja bei der Psychologie!

Und was ist der Sinn von Scham?

Gefühle geben zum einen mir selber eine Rückmeldung – aber auch meinem Umfeld. Die Scham ist zwar auch für mich gedacht – aber vor allem für die Menschen in meinem Umfeld. Wenn ich eine gültige gesellschaftliche Regel übertrete schäme ich mich. Eine Regel kann ich absichtlich oder unabsichtlich übertreten. Mache ich das absichtlich, werde ich keine Scham zeigen – passiert mir das hingegen unbeabsichtigt wird mein Organismus unverzüglich mit Scham reagieren. Das ist eine wertvolle Information für die Menschen um mich herum. Sie können mich verbannen aus der Gemeinschaft oder mir die Übertretung – abhängig von noch weiteren Faktoren – verzeihen! Das hängt davon ab wie viel Erfahrung ich bereits auf einem Gebiet habe, ob ich es absichtlich oder unabsichtlich tat, wie wichtig die Grenze ist, welche Folgen es hatte und so weiter. Die Scham ist also ein Gefühl, das mir hilft, zu einer Gemeinschaft dazuzugehören. Scham ist ein Gefühl, das das Überleben in der Gruppe sicherstellen soll.

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Welche Regel hat Guido Westerwelle gebrochen? Andere schämten sich für ihn, es gab kein Verständnis. Die Regel lautet: Bei internationalen Angelegenheiten spricht man Englisch.

Wie ausgeprägt ist Ihre Scham?

Um zu testen wie ausgeprägt Ihr Schamgefühl ist können Sie im Netzwerk Sexualtherapie den Fragebogen zu Schamgefühlen ausfüllen, den mein Kollege Manfred Soeder entwickelte. Der Test bezieht sich nur auf Sexualität und kann nicht als allgemeiner Test zum Schamgefühl verwendet werden. Sie können sich sogar das Ergebnis per Email schicken lassen wenn Sie das möchten.

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21. Dezember 2011

Was für ein Unterschied – sagen Sie Ihre Botschaft in anderen Worten!

Ein freundliches Wort
ist mehr wert als es kostet.
(Ernst Ferstl)

Missverständnisse zwischen Menschen gibt es wahrscheinlich schon seit es den Menschen gibt. Eine hohe Kunst ist, diese auszuräumen. Da scheint es offenbar einfach zu sein, seine eigene Position darzustellen wenn es noch keine Missverständnisse gibt. Aber auch das ist nicht immer einfach. Hier habe ich einiges zusammengetragen, das es ein wenig Klarheit bringen soll.

Die Kraft von Worten – dasselbe nur in anderen Worten

Immer wieder darf ich in Trainings, Coachings oder Therapiesitzungen erleben wie kraftvoll es sein kann, die eigenen Worte einfach nur anders auszudrücken. Der folgende Film verdeutlicht wie das konkret aussehen kann.

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Was hat die junge Dame auf dem Schild geändert? Was vorher auf dem Schild stand war ohne Bezug zum Leben der Menschen, die vorbeilaufen. Wenn ich jedoch jemandem sage, dass es einen Menschen gibt, der die Schönheit nicht sehen kann, die andere umgibt, dann gibt es einen persönlichen Bezug. Ich habe sofort vor mir, dass es sein könnte, auch ich könnte diese Schönheit nicht mehr sehen. Diese Vorstellung ist mir näher als einfach nur das Wissen: Da sitzt ein blinder Mann vor mir. Und schon steigt die Bereitschaft zu helfen. Das kann die Kraft der Worte sein wenn ich mich nur darin auskenne, sie richtig zu verwenden.

Wie kann ich Menschen in Worten nahe sein?

Die Frage wie ich in Worten Nähe zu anderen Menschen herstelle beschäftigt die Psychologen schon ziemlich lange. Es ist die Grundlage für die Gestaltung der Therapeutischen Beziehung. Vor allem die Gesprächspsychotherapie nach C. Rogers beschäftigt sich damit. Laut seiner Aussage sind es drei Faktoren, nach denen sich diese Nähe gestalten läßt: Empathie, Authentizität und Akzeptanz. Er ließ die Patienten genau diese drei Faktoren jeweils bewerten wenn sie ein Therapiegespräch hatten. Damit regte er an, dass eine bis dahin gültige Regel gebrochen wurde: Die Therapeuten begannen ihre eigenen Gefühle einzubringen. Bis dahin war es ziemlich verpönt das zu tun. Aber um authentisch zu sein ist es sogar unerlässlich, das zu tun. Einer, der ziemlich hohe Werte bei Empathie erreichte war Frank Farrelly. Er hat dann später eine eigene Therapie- oder Gesprächsform entwickelt: Provokative Therapie – im deutschen oft Humortherapie genannt.

Was macht empathische Gespräche so wirkungsvoll?

Frank Farelly spicht ungeschminkt alles aus, das ihm einfällt wenn er mit jemandem spricht. Viele sind dadurch empört, andere lachen viel und nach dem Gespräch sagen sie: Es hat sich etwas verändert und ich kann gar nicht benennen was es war. Sehen Sie hier eine Nachbesprechung von so einem Gespräch (7;24 min; es ist in englischer Sprache):

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Was wirkt scheint also zu sein, dass emotionale Zustände angesprochen werden und sich Blockaden dadurch lösen. So wie wenn an der Grammatik etwas geändert wird, der Betreffende wendet plötzlich eine ganz andere Regel an und kann gar nicht benennen was sich geändert hat. Das kann soweit gehen, dass die Kinder dann plötzlich fragen: “Was ist denn mit Mama los?” Die Änderung wurde bemerkt – konnte aber nicht benannt werden.

Und was kann ich selber machen um diese Nähe auszudrücken?

Es scheint sehr einfach zu sein wenn ich jetzt schreibe: Drücken Sie Ihre Bedürfnisse aus. Das ist die einzige Regel, die Sie befolgen müssen, um mit Ihren Worten dafür zu sorgen, dass andere Ihnen nahe sein können. Wenn Sie einem anderen zeigen möchten, dass Sie ihm nahe sind, dann zeigen Sie ihm in Ihren Worten, dass Sie seine Bedürfnisse verstehen. Das ist schon die höhere Kunst. Dabei geht es nicht – wie manchmal irrtümlich verbreitet – die Worte von anderen wie ein Papagei zu wiederholen. Nein, es geht darum, in meinen Worten das auszudrücken was dem anderen gerade wichtig ist.

Konkretes Beispiel aus der Praxis

Und das kann auch einfach heissen, wenn der Ehemann am Abend heim kommt und motzt: “Warum ist denn die Küche schon wieder nicht aufgeräumt?” zu antworten: “Schatz, welche Laus ist Dir denn heute über die Leber gelaufen? War Dein Tag anstrengend heute?” Sein Bedürfnis wird wahrscheinlich sein, sich erstmal auszuruhen weil er viel um die Ohren hatte. Die Schwierigkeit besteht nun darin, dass die Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen. Die Frau hatte auch einen vollen Tag und hätte gerne die Küche aufgeräumt, wurde aber davon abgehalten und ist ärgerlich darüber. Wahrscheinlich wird sie antworten: “Dann räum doch Du die Küche selber auf.” Sie wird angegriffen und verteidigt sich. Und schon haben die beiden den schönsten Streit. Nicht gerade was sie sich beide für den Abend gewünscht hatten…

Und gibt es Regeln um emphatisch zu kommunizieren?

Ein ganz wichtiger Satz ist: “Jeder Vorwurf ist nur ein schlecht formulierter Wunsch.” Er bedeutet, dass es wichtig ist, seine Bedürfnisse auszudrücken, seine Wünsche zu formulieren. Wer dem anderen Vorwürfe macht fängt einen potenziellen Streit an. Wer das möchte – gut – aber meistens will der andere ja ein Bedürfnis ausdrücken und wundert sich dann irgendwann, dass er es nicht bekommt. Wirklich tragisch wird es dann, wenn der eine anfängt, dem anderen vorzuwerfen, dass er seine Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt: Wegen Dir bin ich unglücklich, wegen Dir kann ich nicht… Die Wahrheit liegt ja dort nicht – sondern derjenige hat seine Bedürfnisse einfach bisher nicht erfolgreich ausgedrückt. Die gute Nachricht daran ist: Das ganze ist trainierter – und damit veränderbar. Zum Glück!

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20. Dezember 2011

Wenn die Libido schrumpft: keine Lust auf Sex?

Wie unbedeutend erscheint dem Menschen in
 leidenschaftlichen Augenblikken alles, was ihn umgibt!
(Johann Wolfgang von Goethe)

Keine Lust auf Sex?Menschen hören alle möglichen Ratschläge wenn sie sagen, dass sie immer weniger Lust auf Sex haben. Wenn die Libido schrumpft kann das vielfältige Ursachen haben. Nicht alle können wir mit unserem bewussten Verstand angehen, weil auch hier die Ursachen durchaus in der Vergangenheit liegen können.

Wer hat weniger Lust?

Es sind nicht immer nur die Frauen, die weniger Lust auf Sex haben. Die moderne Frau klagt selber immer öfter darüber, dass sie nicht begehrt wird, dass Sie keinen oder zu wenig Sex hat.

Hilfreiche Strategien

Was hilft nun konkret wenn Sie in der Situation sind? Es gibt viele Gründe für sexuelle Unlust. “Nehmen Sie halt den Wäscheständer aus dem Schlafzimmer!” Das war in den sechziger Jahren noch die Ausbeute einer Beratung zum Thema niedrige oder fehlende Libido. Ganz zu vernachlässigen ist dieser Tipp nicht. Generalisieren kann ich es auch nicht woran es im Einzelfall liegt wenn Sie keine Lust haben. Aber ganz erfolgreich ist die Strategie, zu überprüfen ob die Bedürfnisse gewahrt sind.

Die Örtlichkeit der Leidenschaft

Zur Örtlichkeit gibt es einiges zu bedenken. Fühlen Sie sich dort wo Sie Sex haben sicher? Fühlen Sie sich geborgen? Könnte jederzeit jemand zur Tür hereinkommen? Oder zum Fenster reinschauen? Ist Ihre Umgebung anregend? Oder werden Sie ständig an Arbeit und Pflicht erinnert? Steht der Wäscheständer rum? Ist das Licht an? Oder ist es aus? Oder ist es schön schummrig? Jeder hat andere Vorlieben

Der Feind in meinem Bett

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor ist das Klima, das zwischen Ihnen als Paar herrscht. Haben Sie sich durch Ihre Kommunikations-Gewohnheiten im Partner einen Freund oder einen Feind geschaffen? Sprechen Sie von Ihren eigenen Bedürfnissen oder machen Sie den anderen dafür verantwortlich, dass Sie Ihre nicht erfüllt bekommen? Klar ist es der Partner, der Sie streichelt. Wenn er das nicht tut ist das traurig und kann auch wütend machen. Aber er sollte auch Lust dazu haben. Was ist es denn sonst wert? Zu sagen: “Du schaffst es einfach nicht, mich in Fahrt zu bringen.” ist einfach ein Unterschied zu: “Ich liebe es, von Dir so berührt zu werden.” Kommunizieren Sie so, dass Ihr Partner wirklich Lust auf Sie hat?

Online-Test zur Libido

Um einen Testwert zu erhalten können Sie den Wert Ihrer Libido auch im Online-Test “Sexuelle Unpässlichkeit” überprüfen lassen. Der Test stammt von meinem Kollegen Dipl.-Psych. Manfred Soeder und gehört zum Verzeichnis “Therapeuten im Netz”. Hier finden Sie dann bei Bedarf gleich einen passenden Sexual-Therapeuten in Ihrer Nähe.

Keine Lust Felix!

Ann-Marlene Henning hat dem Thema auch einen Beitrag gewidmet, der ist wie immer wundervoll:

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Wenn Sie sich hier wieder finden und die Punkte selber nicht lösen können, dann empfehle ich Ihnen den Gang zum Therapeuten. Ebenso wenn Ihnen diese Tipps alle nicht weiterhelfen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Faktor der zwischen Ihrem erfüllten Liebesleben und dem Jetzt steht wahrscheinlich in der Vergangenheit zu suchen ist. Dann empfehle ich Ihnen, sich Unterstützung zu suchen. Oder es könnte sein, dass Ihnen auch das Buch von meinem Kollegen Bernhard Ludwig (siehe unten) weiterhilft. Das ist ein Comic, den ich sehr empfehlen kann. Und zum Schluß noch einen Witz, den das Leben schrieb, den Sie bei belauscht.de genießen können!

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Hier finden Sie das Buch von Bernhard Ludwig:

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19. Dezember 2011

Wozu ist das denn gut? Vorurteile

Ein Urteil läßt sich widerlegen,
aber niemals ein Vorurteil.
(Marie von Eber-Eschenbach) 

Vorurteile begegnen uns immer und überall. Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, Verarbeitungs-Prozesse zu vereinfachen. Sinn dieser Vereinfachung ist, dass Zeit gespart wird. Der Nachteil davon ist, dass unser Verhalten ja aufgrund einer automatisierten Verarbeitung getroffen wird. So kann es schnell zu Handlungen kommen, die nicht unseren Werten entsprechen. Was hilft ist allein Aufmerksamkeit und das Wissen dass es so ist.

Ein Krieger, dessen Mission der Weltfrieden ist

Einen ganz eigenwilligen Weg gegen Vorurteile in der Welt anzugehen hat sich The Scary Guy gewählt. Bevor ich hier lange Geschichten schreibe überlasse ich erstmal Manuel das Wort (5:32):

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Im Jahr 2010 war The Scary Guy auf einer Tour durch Deutschland.

The Scary Guy ist bereits ein Filmstar in Deutschland

Ich kenne bisher nur den Film “Scary – furchterregend”, der im deutschen Fernsehen bereits mehrere Male ausgestrahlt wurde. Was Manuel erzählt ist nochmal eine ganz andere Seite von diesem Kämpfer für die Liebe. Vor allem fand ich es prima, dass er im Video kleine verhaltensnahe und praktikable Strategien verrät, die aus meiner Sicht sehr viel Sinn machen. Die offizielle Seite von The Scary Guy enthält noch viel mehr Informationen über ihn und seine Friedens-Mission. Sie ist in englischer Sprache. Für diejenigen, die nur deutsch verstehen gibt’s hier eine kurze Doku über ihn persönlich und seine Arbeit:

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The Scary Guy arbeitet sowohl mit Jugendlichen als auch mit Erwachsenen. Dabei ist er spezialisiert darauf, in Gegenden, in denen es nicht gerade üblich ist, wertschätzend miteinander umzugehen, eine Veränderung im Verhalten von Menschen zu bewirken. Er ist also auf soziale Brennpunkte spezialisiert. Im Film “The Scary Guy” wird deutlich, dass er es schafft, Menschen dazu zu bewegen, mit ihm zu kommunizieren – und mit anderen waren diese noch nicht einmal bereit, Blickkontakt aufzunehmen. Durch diesen Kontakt, den er herstellt – und er macht das mit Empathie – schafft er es, Verhaltensänderungen zu bewirken wo andere es nichtmal schaffen, zur Änderung der Einstellung zu begeistern.

Das manifest gewordene Vorurteil

Bild: The Scary Guy (c)

Wie macht er es? Er lebt was er verkündet, ist authentisch – und zwar mit Haut und Haar – im wahrsten Sinne des Wortes! Was ihm dabei wohl sehr hilfreich ist – mit seiner Erscheinung selber scheint er ein manifest gewordenes Vorurteil darzustellen. In seiner Vergangenheit war er wohl genauso wie die Vorurteile, die auch heute noch seinem Äußeren entgegen schleudern. Heute steht er hin vor Massen von Publikum – vor allem in Schulen – und zeigt, dass es eben nur Vorurteile sind. Denn seine Mission ist eine noble: Für den Weltfrieden will er kämpfen. Und andere damit anstecken. Seine Botschaft ist, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann, damit es Weltfrieden gibt – und das jeden Tag!

Und wozu waren jetzt nochmal Vorurteile gut?

Ach ja, wir waren ja bei den Vorurteilen. Grundsätzlich ist es ja gut, dass unser Gehirn die Fähigkeit hat, den Wahrnehmungs- und Beurteilungsprozeß zu automatisieren. Wir sehen einen bunt tätowierten Kerl – der gehört dann automatisch in die Kategorie “gewalttätiger Mensch, der mich sowieso nicht interessiert”. Sinn dahinter ist, dass ich mich nicht unnütz lange damit beschäftige, sondern meine Ressourcen schone und der Gewalttätigkeit entkommen kann. Bei Scary wäre ich drauf reingefallen, da er zwar bunt tätowiert ist – jedoch nicht in diese automatisch zugewiesene Kategorie paßt. Und was denken Sei jetzt? Sie haben keine Vorurteile? Geht nicht gibt’s nicht. Denn Ihr Gehirn ist darauf spezialisiert.

Die Fähigkeit des Gehirns nützen um seine Werte zu leben

Wenn mein Gehirn das schon mal kann, dann könnte ich es ja nützen… gesagt getan! Mein Tipp: Immer achtsam sein und die Bewertungen, die Ihr  Gehirn jemandem zuweist in Frage stellen. Sich für den Menschen interessieren, seine Bedürfnisse wahrnehmen, aus den Vorwürfen die dahinter liegenden Wünsche hören und auf diese reagieren und nicht auf den Angriff. Immer überprüfen: Was mir mein Gehirn präsentiert – entspricht das meinen Werten? Immer auf die Werte reagieren, dann wird Ihr Gehirn irgendwann das automatisieren. Dann wird alles leichter und auch wärmer, wertschätzender.

Ich habe aber wirklich keine Vorurteile!

Vor allem in meinen Trainings habe ich bemerkt wie stark Vorurteile wirken. Und wieviel Aufmerksamkeit es erfordert, sich dagegen zu stellen. Denn jedes Vorurteil ist ein Angriff. Hier nicht mit Gegenangriff zu reagieren ist gar nicht so leicht. Es gehört schon zu den höheren Oktaven der menschlichen Kommunikation mit sich und der Welt so sehr zufrieden zu sein, um den Angriff zu parieren und nicht einen Gegenangriff zu starten. So kann jeder bei sich selber anfangen – ganz im Sinne von The Scary Guy. Der eigene Beitrag zum Weltfrieden – und das jeden Tag! Viel Spaß dabei…

Ach ja und: Falls jemand hört, dass der Film wieder ausgestrahlt wird, bitte mir den Termin schicken!

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Verschenken Sie doch mal Wärme!

Mehr Info zum Schubladendenken gibt es hier:

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