Archiv für ‘Psychologie’

18. März 2012

Sind Träume ein Schlüssel zu unserem Unbewussten…?

Aus den Träumen von gestern
werden manchmal die Alpträume von morgen
(Friedrich Nowottny)

Es wird wohl kaum jemanden geben, der es noch nie erlebt hat: einen Traum. Die Themen im Traum sind vielfältig. Es gibt angenehme und unangenehme Träume gleichermaßen. Der Chemiker Kekulé soll sogar im Traum die Figur des Benzol-Ringes im Traum gesehen haben. Er träumte von einer Schlange, die sich selber in den Schwanz beißt und hat damit die Lösung zu seiner Forschungs-Thematik quasi im Schlaf “erarbeitet”.

Themen von Träumen

In allen Kulturen finden sich ähnliche Themen, die in Träumen auftauchen. Die unangenehmen Träume lassen sich zusammenfassen in Verfolgungsträume, Fallträume, beschämende Träume (nackt sein), Träume des Scheiterns (zu spät kommen, Bus verpassen). Zu den angenehmen Träumen zählen Flugträume, Prophetische Träume, sexuelle Träume, Entscheidungsträume, Träume in denen die Erfahrungen des Alltags verarbeitet werden.

Sich im Traum des Träumens bewußt zu sein

“Es war ja nur ein Traum…” mit diesem oder einem anderen Gedanken ist schon so mancher aus einem Alptraum erwacht. Und dabei geht es auch anders. Beim Luziden Träumen ist es möglich, sich des Träumens bewußt zu sein. Dabei existiert gewissermaßen neben dem Träumenden eine Instanz, die sich des Träumens bewußt ist. Hierbei soll es sogar möglich sein, das Geschehen des Traumes aktiv zu beeinflussen. “Mal sehen, was sich hinter dieser Tür verbirgt…” oder “Mal sehen, wer es ist, der mich da verfolgt…” Manchen Menschen gelingt es, spontan luzide zu träumen und andere müssen dafür trainieren. Hier ein tolles Blog zum Thema Klarträumen.

Träume in der Psychotherapie

Ganz oft passiert es, dass mir Klienten oder Patienten berichten, dass sie nach einem Termin bei mir einen Traum hatten. Manchmal kommen sie dann schon und haben vollkommene Klarheit darüber was der Traum bedeutet und manchmal brauchen sie von mir noch Hilfestellung dabei. Letztendlich kann ich selber den Traum eines anderen nicht deuten – das kann nur der Träumende. Aber ich kann Hilfestellung geben. Wer sich vor einer Entscheidung drückt träumt oft von verschiedenen Wegen, die vor ihm liegen, es werden oft auch unverarbeitete Konflikte geträumt

Träume selber deuten

Träumen auch Sie viel? Können Sie diese Träume deuten? Dann gratuliere ich Ihnen. Wenn Sie etwas Unterstützung dafür benötigen, habe ich  hier einige Tipps für Sie: Als erstes empfehle ich Ihnen, ein Traumtagebuch zu führen. Schon alleine das Vorhaben, einen Traum auszuschreiben sofort nachdem Sie aufgewacht sind, erhöht die Erinnerungswahrscheinlichkeit des Traumes nach dem Aufwachen. Legen Sie Stift und Papier hierfür neben Ihr Bett. Schreiben Sie sich die Grundgefühle mit auf, die Sie im Traum hatten: Angst, Hilflosigkeit, Wut, Freude, Neugier, Ekel, Verachtung. Achten Sie schließlich auf bestimmte Symbole, die Sie im Traum sahen und lassen sich von einem Buch inspirieren, was diese bedeuten können. Es gibt auch einen tollen Link mit Deutungen zu den Traumsymbolen. Wenn Sie von einem Frosch träumen sieht das Ergebnis beispielsweise so aus. Und dann nichts wie los in die Traumdeutung: Wo habe ich das Grundgefühl des Traumes vielleicht nicht beachtet, dass mein Traum es mir so deutlich zeigt…? Hier ist ein toller Beitrag zum Deuten von Träumen, der bei ARTE ausgestrahlt wurde:

Warum träumen Menschen?

Auch in der Psychoanalyse wurden von Siegmund Freud die Träume seiner Patienten gedeutet. “Träume sind der Königsweg zum Unbewussten.” – das war seine Hypothese aufgrund der er die Traumdeutung mit in seine Therapiemethode einbezog. Aber er war nicht er erste – die alten Griechen schickten manche Menschen in einen sogenannten Heilschlaf, in dem die Betreffenden heftige Träume erlebten und danach gesund waren. Die Forschung zeigt, dass Träume unterschiedliche Funktionen haben. Zum einen scheinen sie daran beteiligt zu sein, Lernprozesse zu festigen. Denn unterbindet man den Traumschlaf, wird das Lernen verhindert oder zumindest erschwert. Aber in Träumen wird wohl auch das verarbeitet, was laut Freud im sogenannten Unbewussten schlummert… Ganz zu schweigen von phrophetischen oder Wahrträumen – diese sind von der Wissenschaft bis heute nicht erklärbar. Hier werden wohl die Erkenntnisse der Quantenphysik Erhellung bringen…?

Ich wünsche Ihnen allseits gute Träume und schöne Traumdeutungen.

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19. Februar 2012

Schlaganfall einer Hirnforscherin – Faszinierende Erfahrung!

Wieso heißt es, wenn wir zu Gott sprechen,
dass wir beten – und wenn Gott zu uns spricht,
dass wir schizophren sind? (Lily Tomlin)

Ihr Wunsch, Forscherin zu werden entstand durch die Erkrankung ihres Bruders. Die Familie war hilflos seiner Schizophrenie ausgeliefert und Jill Bolte Taylor fragte sich, warum ihr Bruder nicht konnte was sie kann: Seite Träume wahr werden lassen? Seine Träume mit anderen Menschen zu teilen? Also befaßte sie sich beruflich viel mit Psychiatrischer Forschung.

Das Gehirn von innen entdecken

Sie kannte sich mit der Zeit sehr gut aus mit dem Gehirn. Dabei befaßte sie sich mit Lernmechanismen, die im Gehirn beobachtbar waren: Plastizität. Das ist die Tatsache, dass Gehirnzellen nicht ihr Leben lang für eine bestimmte Aufgabe verantwortlich sind. Fällt diese weg, stehen die Zellen für neue Aufgaben zur Verfügung. Oder anders ausgedrückt. Die Aktivität unserer Gehirnzellen ist ganz stark davon abhängig wie wir das Gehirn gebrauchen! Und am Abend engagierte sie sich bei einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Bevölkerung über psychische Krankheiten aufzuklären: die NAMI (National Alliance on Mental Illness) Im Inneren des Gehirns kannte sie sich also schon gut aus.  Jedoch sollte sie sich bald noch besser darin auskennen…

Ein einschlagendes Ereignis

Im Dezember 1996 hatte sie die Möglichkeit, eine schlagartige Einsicht zu erlangen: sie erlitt selber einen Schlaganfall. Sie sagt selber über sich, dass sie plötzlich zu einem Kind wurde, das in einem erwachsenen Körper steckte. In ihrer linken Gehirnhälfte platzte ein Blutgefäss. Sie sagt, an diesem Morgen habe sie etwas verloren. “Komisch sieht mein Körper aus.” waren ihre Gedanken als sie danach in ihrem Rudergerät trainierte. Aber sehen Sie selbst den Vortrag, in dem sie ihr Erlebnis erzählt.

Wieviele Hirnforscher haben die Möglichkeit, einen Schlaganfall am eigenen Leib zu erfahren?

Gewünscht hatte sie es sich sicherlich nicht – dass es ihr selber passieren würde. Aber seit es geschehen ist fasziniert sie mit ihren Erlebnissen das Publikum.

Sie war oft hin- und hergerissen zwischen dem was sie wußte und was sie durch ihren Schlaganfall erlebte: die Grenzen zwischen sich und der Umwelt lösten sich auf. Und wie wenn jemand eine Fernbedienung betätigt hatte war es plötzlich still in ihrem Kopf. Stille. Eins mit allem. Schönheit. Was war es nun, das sie verloren hatte? Oder hatte sie etwas gefunden? Sie nennt es Nirvana. Alles um sie herum war still. Absolute Stille. Im Kopf war es still. Was hatte sie gefunden? Sie erlebte sich eins mit allem um sich herum. Sie war hin- und hergerissen zwischen “Wow ist das cool! Was für ein Frieden!” und “He, wir haben ein Problem, das geht doch so  nicht! Ich habe jetzt keine Zeit für einen Schlaganfall” Der ganze Streß war weg, Jahre von emotionalem Ballast! Stille. Friedfertigkeit. “Toll, wieviele Forscher haben die Möglichkeit, einen Schlaganfall von innen her zu erforschen? Geht nicht, ich bin eine viel beschäftigte Frau.” Und selbst eine Telefonnummer zu wählen wird plötzlich zu einem Abenteuer, bei dem Sie schließlich mit einem Golden Retriever verbunden war.

Und das Fazit von Dr. Jill Bolte Taylor?

Ich merkte, dass ich nicht mehr der Regisseur meines Lebens war. Vom Leben hatte ich mich bereits verabschiedet und war sehr überrascht, als ich wieder aufwachte. Wie ein riesiger Wal glitt ich durch ein Meer stiller Freude. Ich hatte eine schlagartige Einsicht: Wenn ich das Nirvana gefunden habe und immer noch am Leben bin – dann kann das jeder! Ich finde, das ist eine Idee, die es wert ist, zu verbreiten!

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9. Januar 2012

Wozu soll das gut sein? Zwang

Die Freiheit spürt nicht,
wer niemals unter Zwang gelebt hat.
(Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe) 

“Jeder Schritt darf nur auf die Mitte der Platten auf dem Gehsteig fallen. Sobald ich auf eine Fuge trete gelingt es mir heute nicht meine Mutter davon zu überzeugen, dass ich am Sonntag schwimmen gehen möchte.” Was in der Kindheit eine normale Spielerei darstellt kann für manche schnell eine tagesfüllende nervende Aktivität werden – die aber willentlich nicht beendet werden kann. Ein Zwang kann das Leben bestimmen.

Zwangs-Rituale bestimmen das Leben

Ein Zwang ist wie eine Zwickmühle

Wer unter Zwang leidet ist dem ausgeliefert. Es muss schrecklich sein, den Herd auszuschalten und genau zu wissen, dass er aus ist. Dennoch gibt es einen inneren Drang, der die Betroffenen dazu bringt, es immer wieder zu überprüfen. “Kein gutes Gefühl es sein zu lassen” – so beschreiben es die Betroffenen. Und das Wissen, dass der Herd aus ist macht die innere Unruhe noch viel größer – denn hier ist was der Verstand weiß und was das Gefühl meldet nicht in Einklang miteinander.

Ein Ritual hilft den Alltag und das Leben zu gestalten

Eine Angst ist ein ganz normales Gefühl, das dem Menschen eigentlich dienen soll, um zu spüren wann er Sicherheit braucht. Genauso hat ein Ritual seinen Sinn. Es ist eine Strategie, um Sicherheit zu vermitteln. Jede Mutter weiß, dass es den Kindern Sicherheit gibt, bestimmte Erfahrungen immer zur selben Zeit zu etablieren: Vor dem zu Bett gehen ein Buch lesen, nach dem Essen gibt es eine kleine Süßigkeit, gegessen wird immer um dieselbe Zeit, und, und, und, und… Rituale spielen nicht nur bei Kindern eine Rolle, sondern auch bei der Gestaltung von Übergängen. Es soll die Sicherheit schaffen, die alte Phase gut abzuschließen und die neue sicher zu beginnen. So gibt es in einigen Kulturen Initationsrituale, um zum Beispiel Jugendlichen den Übergang ins Erwachsenenleben zu erleichtern und ganz klar zum Ausdruck zu bringen: Jetzt gehörst Du zu uns Erwachsenen! Das Ritual an sich ist also nicht das Problematische wenn es um Zwänge geht.

Und was soll jetzt das Gute daran sein?

Bei dem ganzen Zwang haben Sie sich sicher schon gefragt, wofür das jetzt gut sein soll? Therapeuten, die systemisch ausgebildet sind drücken es so aus: Das Symptom ist nicht das Problem – es ist die Lösung! Aber wofür soll eine Zwangshandlung die Lösung sein? Die Antwort kann Ihnen ein Betroffener geben. Was passiert denn, wenn eine Zwangshandlung nicht ausgeführt wird? Die Betroffenen haben “kein gutes Gefühl” – sie fühlen sich unangenehm. Meist ist es eine Angst. Und was fehlt wenn unser Organismus Angst verspürt? Sicherheit!

Praktische Tipps dagegen

Für Kinder gibt es jetzt ein Computerspiel, das eigens dafür entwickelt wurde, Zwang zu überwinden. Im Dezember 2012 hat das Forscher-Team der Universität Zürich das Computer-Programm veröffentlich. Hauptdarsteller im Spiel ist der Marienkäfer, der seine Punkte zählt. Naja, der seine Punkte zählen muss – er hat einen Zählzwang. Vertrieb und Verkauf sind noch nicht angelaufen. Jedoch können sich Psychotherapeuten bereits hier anmelden, damit zu arbeiten und dadurch Kinder zu unterstützen ihre Zwänge zu überwinden.

Und plötzlich glaubte ich mir –  ein Buchtipp

Franziska Hötzel hat Zwänge überwunden und ein Buch darüber geschrieben. OK, ein Büchlein. Es hat 80 Seiten und trägt den Titel … und plötzlich glaubte ich mir! Sie können darin Frau Hötzel begleiten auf ihrem Weg aus den Kontrollzwängen.

Bei Amazon finden Sie das Buch: 

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Foto: Pitopia

28. Dezember 2011

Märchen sind doch Kinderkram!

Nicht die Kinder bloß
speißt man mit Märchen ab.
(Gottfried Ephrahim Lessing)

Durch meinen Beitrag über Märchen habe ich einige Anfragen erhalten und möchte das gerne als Anlass nehmen noch mehr darüber zu schreiben.

Ein Märchenbuch, das ich empfehlen kann

Märchen sind doch Kinderkram! Sehen Sie hier eine grimmige Geschichte, die den Namen auch verdient hat:

Definitiv nichts für Angsthasen. Eine Märchen-Sammlung, bei der die Helden nur aus Hänsel und Gretel bestehen.

Wie macht es unser Gehirn, aus Märchen zu lernen?

Schon immer hatte ich mich gefragt wie unser Gehirn es wohl macht, die Grammatik der Muttersprache zu lernen. Prof. Dr. Manfred Spitzer beantwortet es mir indem er mit erklärte wie das Gehirn Regeln lernt.

Und Regeln gibt es nicht nur in der Grammatik, sondern alle möglichen sozialen Beziehungen laufen durch mehr oder weniger bewusste oder unbewußte Regeln ab. In diesem Video geht er zuerst darauf ein, was Spuren im Schnee mit unserem Gedächtnis zu tun haben. Er erklärt dann die Müller-Lyer-Täuschung und wie man daran einen Automatismus erklären kann. Und schließlich erzählt er wie Kinder die Grammatik lernen – mit Beispiel, ich finde es sehr faszinierend!

Die Wiege der Märchen Erzähler?

Bild: Im Theater spielt man auch Märchen...

Viele Märchenerzähler kommen aus Persien. Als ich zum ersten Mal die Lesung eines echten Märchenerzählers erlebte war ich aufgeregt. Rafik Schami las  aus seinem neuen Buch – ich glaube es war das Geheimnis des Kalligrafen. Die Bücher und Hörbücher von ihm kann ich nur wärmstens empfehlen. Auch Nossrat Peseschkian ist persischer Herkunft und hat sich als Psychiater & Psychotherapeut dem Märchen Erzählen verschrieben. Damit begründete er eine therapeutische Richtung, die er Positive Psychotherapie nannte. In meiner Kindheit vergrub ich mich mit Vorliebe in die Märchenbücher von Elsa S. Kamphoevener. Sie erzählte orientalische Märchen so schön, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte mit Lesen. Und auch sie hat ihre Wurzeln im persischen Reich – Jahre ihrer Kindheit hat sie dort verbracht und ihr Vater führte sogar den Titel eines Paschas.

Welche Märchen sind empfehlenswert?

Ich möchte weniger die Märchen selber empfehlen. Sondern was ich wichtig finde ist, einen Märchenerzähler zu finden, der sein Fach wirklich liebt. Nur wer mit Begeisterung bei der Sache ist kann auch andere begeistern. Deshalb kann ich vorbehaltlos alle Bücher und Märchen von den vorgenannten Autoren empfehlen. Und noch ein weiteres Buch. Er läßt sich nicht in die persische Tradition einreihen, ist aber ein hervorragender Märchen-Erzähler: mein Kollege Stefan Hammel. Sein Buch Der Grashalm in der Wüste ist eine hervorragende Sammlung von Geschichten zum Vorlesen in allen Lebenslagen. Und in seinem Blog stellt er tolle Geschichten auch zum Download zur Verfügung.

Und das Fazit zu den Märchen?

Und? Sind Märchen Kinderkram? Wenn Sie davon überzeugt sind, dann lesen Sie nicht die folgenden Bücher. Denn wenn Sie es ohne Begeisterung tun, dann können Sie es sich sparen! Dann lesen Sie aber auch niemandem ein Märchen vor… die Zeit können Sie sinnvoller nützen – und die Kinder, die Ihnen zugehört hätten auch!

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Bild: National Library of Ireland (cc)

19. Dezember 2011

Wozu ist das denn gut? Vorurteile

Ein Urteil läßt sich widerlegen,
aber niemals ein Vorurteil.
(Marie von Eber-Eschenbach) 

Vorurteile begegnen uns immer und überall. Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, Verarbeitungs-Prozesse zu vereinfachen. Sinn dieser Vereinfachung ist, dass Zeit gespart wird. Der Nachteil davon ist, dass unser Verhalten ja aufgrund einer automatisierten Verarbeitung getroffen wird. So kann es schnell zu Handlungen kommen, die nicht unseren Werten entsprechen. Was hilft ist allein Aufmerksamkeit und das Wissen dass es so ist.

Ein Krieger, dessen Mission der Weltfrieden ist

Einen ganz eigenwilligen Weg gegen Vorurteile in der Welt anzugehen hat sich The Scary Guy gewählt. Bevor ich hier lange Geschichten schreibe überlasse ich erstmal Manuel das Wort (5:32):

.

Im Jahr 2010 war The Scary Guy auf einer Tour durch Deutschland.

The Scary Guy ist bereits ein Filmstar in Deutschland

Ich kenne bisher nur den Film “Scary – furchterregend”, der im deutschen Fernsehen bereits mehrere Male ausgestrahlt wurde. Was Manuel erzählt ist nochmal eine ganz andere Seite von diesem Kämpfer für die Liebe. Vor allem fand ich es prima, dass er im Video kleine verhaltensnahe und praktikable Strategien verrät, die aus meiner Sicht sehr viel Sinn machen. Die offizielle Seite von The Scary Guy enthält noch viel mehr Informationen über ihn und seine Friedens-Mission. Sie ist in englischer Sprache. Für diejenigen, die nur deutsch verstehen gibt’s hier eine kurze Doku über ihn persönlich und seine Arbeit:

.

The Scary Guy arbeitet sowohl mit Jugendlichen als auch mit Erwachsenen. Dabei ist er spezialisiert darauf, in Gegenden, in denen es nicht gerade üblich ist, wertschätzend miteinander umzugehen, eine Veränderung im Verhalten von Menschen zu bewirken. Er ist also auf soziale Brennpunkte spezialisiert. Im Film “The Scary Guy” wird deutlich, dass er es schafft, Menschen dazu zu bewegen, mit ihm zu kommunizieren – und mit anderen waren diese noch nicht einmal bereit, Blickkontakt aufzunehmen. Durch diesen Kontakt, den er herstellt – und er macht das mit Empathie – schafft er es, Verhaltensänderungen zu bewirken wo andere es nichtmal schaffen, zur Änderung der Einstellung zu begeistern.

Das manifest gewordene Vorurteil

Bild: The Scary Guy (c)

Wie macht er es? Er lebt was er verkündet, ist authentisch – und zwar mit Haut und Haar – im wahrsten Sinne des Wortes! Was ihm dabei wohl sehr hilfreich ist – mit seiner Erscheinung selber scheint er ein manifest gewordenes Vorurteil darzustellen. In seiner Vergangenheit war er wohl genauso wie die Vorurteile, die auch heute noch seinem Äußeren entgegen schleudern. Heute steht er hin vor Massen von Publikum – vor allem in Schulen – und zeigt, dass es eben nur Vorurteile sind. Denn seine Mission ist eine noble: Für den Weltfrieden will er kämpfen. Und andere damit anstecken. Seine Botschaft ist, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann, damit es Weltfrieden gibt – und das jeden Tag!

Und wozu waren jetzt nochmal Vorurteile gut?

Ach ja, wir waren ja bei den Vorurteilen. Grundsätzlich ist es ja gut, dass unser Gehirn die Fähigkeit hat, den Wahrnehmungs- und Beurteilungsprozeß zu automatisieren. Wir sehen einen bunt tätowierten Kerl – der gehört dann automatisch in die Kategorie “gewalttätiger Mensch, der mich sowieso nicht interessiert”. Sinn dahinter ist, dass ich mich nicht unnütz lange damit beschäftige, sondern meine Ressourcen schone und der Gewalttätigkeit entkommen kann. Bei Scary wäre ich drauf reingefallen, da er zwar bunt tätowiert ist – jedoch nicht in diese automatisch zugewiesene Kategorie paßt. Und was denken Sei jetzt? Sie haben keine Vorurteile? Geht nicht gibt’s nicht. Denn Ihr Gehirn ist darauf spezialisiert.

Die Fähigkeit des Gehirns nützen um seine Werte zu leben

Wenn mein Gehirn das schon mal kann, dann könnte ich es ja nützen… gesagt getan! Mein Tipp: Immer achtsam sein und die Bewertungen, die Ihr  Gehirn jemandem zuweist in Frage stellen. Sich für den Menschen interessieren, seine Bedürfnisse wahrnehmen, aus den Vorwürfen die dahinter liegenden Wünsche hören und auf diese reagieren und nicht auf den Angriff. Immer überprüfen: Was mir mein Gehirn präsentiert – entspricht das meinen Werten? Immer auf die Werte reagieren, dann wird Ihr Gehirn irgendwann das automatisieren. Dann wird alles leichter und auch wärmer, wertschätzender.

Ich habe aber wirklich keine Vorurteile!

Vor allem in meinen Trainings habe ich bemerkt wie stark Vorurteile wirken. Und wieviel Aufmerksamkeit es erfordert, sich dagegen zu stellen. Denn jedes Vorurteil ist ein Angriff. Hier nicht mit Gegenangriff zu reagieren ist gar nicht so leicht. Es gehört schon zu den höheren Oktaven der menschlichen Kommunikation mit sich und der Welt so sehr zufrieden zu sein, um den Angriff zu parieren und nicht einen Gegenangriff zu starten. So kann jeder bei sich selber anfangen – ganz im Sinne von The Scary Guy. Der eigene Beitrag zum Weltfrieden – und das jeden Tag! Viel Spaß dabei…

Ach ja und: Falls jemand hört, dass der Film wieder ausgestrahlt wird, bitte mir den Termin schicken!

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15. Dezember 2011

Verschenken Sie doch mal Wärme!

Willst Du glücklich sein im Leben,
trage bei zu anderer Glück,
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eigene Herz zurück.
(das stand in meinem Poesie-Album) 

Als Kolumbus sich aufmachte, um einen anderen Weg nach Indien zu finden und dann Amerika entdeckte hatte er sicherlich Geschenke dabei. Durch ein Geschenk kann ich eine soziale Beziehung anbieten und das Gegengeschenk bezeugt, dass dieses Angebot angenommen wurde. Und eine eindeutige Geste besteht darin, ein Geschenk zurückzuweisen.

Die Dynamik hinter den Geschenken

Glaubt man dem was die Psychologen zu den Geschenken sagen, gilt es vorsichtig zu sein damit. Denn es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, das heißt, dass Geben und Nehmen ausgeglichen sein sollen. Eine gegenseitige Beziehung – oder Verpflichtung – besteht solange bis die zwischenmenschlichen “Gaben” ausgeglichen sind. Trifft das nicht zu, gibt es sogenannte “Ausgleichsbewegungen”, die bewußt oder unbewusst ausgetauscht werden. Ist das nicht der Fall, schlägt das schlechte Gewissen zu, wir fühlen uns schuldig. Durch ein bewusstes oder unbewußtes Opfer können wir das wieder ausgleichen, das kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen… Vor allem die systemischen Therapeuten befassen sich mit dieser Gesetzmäßigkeit, nach der diese “Gaben” dann unbewusst gegeneinander aufgerechnet werden. Deshalb bitte Vorsicht bei sehr, sehr großen Geschenken!

Nicht alle Geschenke erhalten die Freundschaft

Mit Geschenken kann ich also Bande knüpfen oder Bande aufrechterhalten. Aber nicht alle Geschenke sind geeignet, um anzubandeln – oder weiterzubandeln. Ein Geschenk kann zu klein sein – oder zu groß. Ein Geschenk kann unpassend sein – oder auch der Zeitpunkt. Ein Geschenk drückt aus, was der andere für mich bedeutet, ob ich ein Gespür dafür habe was ihm wichtig ist und ob er mir wichtig ist. Und wenn ich mich da vergreife, dann kann das auch daneben gehen. Oder wie würden Sie einen Gutschein für eine Schönheitsoperation interpretieren?

Schenken macht glücklich

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Harvard-Psychologie-Professorin Ellen J. Langer aus ihren jahrelangen Forschungen den Schluss: “Geben ist der erfolgreichste Weg, sich nützlich zu machen und glücklich zu sein.” In Ursula Nuber’s Buch “nur die Katze hat sieben Leben” beschreibt der Freiburger Psychoneuroimmunologe Prof. Dr. Joachim Bauer warum Geben die Gesundheit fördert. Der Göttinger Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther sagt, dass unser Körper seines dazu beiträgt, dass wir vom Schenken profitieren. Das Netzwerk in unserem Gehirn ist so angelegt, dass der Mensch seine Bedürfnisse befriedigt – und sich mit anderen verbunden zu fühlen ist (neben dem zu wachsen) das wichtigste Grundbedürfnis des Menschen. Wer seine Bedürfnisse erfüllt ist glücklich. Und wenn es dann auch noch einen anderen glücklich macht – wunderbar!

Acapella-Musik zu hören – vor allem live – genieße ich sehr. Deshalb mag ich auch sehr diesen Song der Prinzen – und er paßt so schön zum Thema!

Ich will was Richtiges…!

So richtige Geschenke – die für jeden passen gibt es wenige. Da wären die beliebten Kugelschreiber (hat se schon) oder eine Tasse passen immer (für Kaffee oder Tee oder alles mögliche andere Flüssige) und Blumen sind sehr beliebt (aber zum Verschicken per Post eignen sie sich gar nicht) – was also schenken?

Etwas Warmes braucht der Mensch

Welche Firma hat nochmal damit geworben? Helfen Sie mir auf die Sprünge…! Es dampfte ziemlich und wenn ich nur dran denke, blühen meine Geschmacksknospen auf. Bei dem Mann, der genüsslich die dampfende Suppen-Tasse ansetzt und mit geschlossenen Augen schlürft. Genuss pur. Nur hat es einen Nachteil: Heute vertrage ich die Geschmacksverstärker nicht mehr. Mein Körper hat was dagegen. Aber mal ehrlich: Wie wäre es damit, was Warmes zu verschenken? Nicht die Tasse, sondern das was drin ist? Eine warme Suppe verschenken. Ohne Glutamat, ohne Geschmacksverstärker, schnelle Zubereitung, lactosefrei, glutenfrei – gibt’s nicht? Suups Suppenmanufaktur GmbH aus Reutlingen machst möglich. Die Suppen gibt’s zum gleich essen in den beiden Filialen in Reutlingen (am Tübinger Tor und im Industriegebiet Markwasen). Ich finde die Suppen klasse und bin begeistert davon. Mich hat die Suppe, die es auch im Glas gibt zum Mitnehmen und zum Bestellen im online-shop inspiriert, an Weihnachten etwas Warmes zu verschenken. Aus meiner Sicht fehlt Wärme in unserer heutigen Welt. Also habe ich mich aufgemacht zu suups und Folgendes für Sie ausgehandelt: Sie erhalten exklusiv im Onlineshop bei Suups24 mit Gutscheincode 10 % Rabatt auf die regulären Preise. Ihr Gutscheincode lautet: herzwarm  Ach, was ich noch vergessen hatte: warm machen Sie die Suppe natürlich selber…

Am Donnerstag vor Weihnachten (22. Dez) schon was vor?

Pech, denn dann wird’s nix mit der X-Mas After Work Party im suups in Reutlingen. Ab 17 Uhr gibt es Glühwein, Musik vom DJ, Spaß und Gute Laune in der Ferdinand-Lasalle-Strasse 44.

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Bilder: privat

29. November 2011

So geht’s nicht mehr weiter – jetzt ändere ich was!

Viele Menschen möchten sich verändern. Das ist der Auftrag wenn jemand zu mir in die Praxis kommt. Die Spinnenangst soll weg, die Angst es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette zu schaffen soll weg, diese Wut soll verschwinden wenn ich im Kino oder im Bus sitze und höre wie jemand einen Kaugummi kaut oder die Eifersucht soll verschwinden. Die meisten wissen, dass es an ihnen liegt, etwas zu verändern, sie sind jedoch ratlos wie sie das machen sollen. Sie haben schon sehr viel unternommen, ihr Ziel jedoch nicht erreicht. Woran kann das liegen?

Aber Veränderung hat nicht nur mit Therapie zu tun – auch wenn Sie gerade eine Ausbildung machen, wenn Sie lernen sind Sie auf dem Weg der  Veränderung. Wenn ich es genau nehme, dann sind alle Menschen ständig im Veränderungsprozeß.

Denn unser Gehirn ist auf zwei Dinge spezialisiert: Zum einen, zu lernen, also Strukturen zu verändern – und zum anderen diese Strukturen dann ganz automatisch immer wieder abzuspielen. Sehen Sie dazu den Vortrag von Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer mit dem Thema “Wie lernt das Gehirn?”

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Wunderbar! Nur was ist, wenn mein Gehirn nicht das speichert, was mir gut tun, sondern was mir schadet? Was wenn es Programme abspielt mit denen ich mich unwohl fühle? Also was wenn Sie die Programme und gespeicherten Strukturen ändern wollen? Dann ist es gut, sich in der Architektur der Seele und in der Architektur des Gehirns auszukennen. Dazu habe ich heute einige Links ausgesucht. Zum einen der Blog-Artikel von meinem Kollegen Roland Kopp-Wichmann, wo er von seiner ersten Radio-Sendung erzählt zum Thema: “Das Leben ändern – aber wie?” Hier lesen (oder hören) Sie die psychischen Faktoren der Veränderung.

Zum anderen zum Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther zum Thema “Der Mensch – so verändert sich unser Gehirn im Umfeld von Unsicherheit” Genießen Sie seine lebendige Art, vorzutragen!

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Und was wollen Sie verändern? Ich freue mich über Ihren Kommentar!

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28. November 2011

Die Heilkraft des inneren Arztes

Imagination ist wichtiger als Wissen.
Unser Wissen ist begrenzt.
Die Imagination unfaßt die ganze Welt.
(Albert Einstein)

Sie interessieren Sich dafür welche Selbstheilkräfte unser Organismus besitzt? Dann sehen Sie diesen Film, der bei ARTE letzten Dienstag 22.November ausgestrahlt wurde.

Dieses Gras muss ungeahnte Kräfte aktiviert haben, um durch den Asphalt zu wachsen. Ich habe es am Samstag entdeckt, als ich Blätter zusammenfegte. Mir war klar, dass diese Kraft die gesamte Zeit schon im Gras enthalten war. So wie dieses Gras es geschafft hat, durch den Asphalt zu wachsen birgt auch der menschliche Organismus sehr große Kräfte in sich – für den der weiß wie diese zugänglich sind. Und zwar zu jeder Zeit.

Das Gehirn steuert Streß und Abwehr – aber auch Gesundung und Heilung. Dieses implizite Wissen trägt jeder in sich. Der innere Arzt steckt in Ihnen! Wie wecke ich diese Kräfte in meinem Inneren?

Wenn Sie sich dafür interessieren: Was kann ich selbst für mich tun? Wenn Sie etwas mehr als 50 Minuten Zeit haben, dann ist der Film genau richtig für Sie:

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Themen im Film:

  • Prof. Dr. Gerald Hüther: Das “Wissen” des Körpers um die Heilung
  • Ganzheitsmedizin versus Symptombehandlung
  • Patientendokumentation (Burn-out)
  • Abteilung Integrative Medizin der Klinik in Essen-Mitte (Ressourcenorientierter Ansatz der Mind-Body Medizin)
  • Kräfte wecken durch achtsamkeitsbasierten Ansatz
  • Meditation und Hirnforschung
  • Prof. Dr. Gerald Hüther: Grundbedürfnisse des Menschen (Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und Vertrauen ins Große Ganze)
  • Patientendokumentation (Brustkrebs)
  • Placeboforschung (Schmerz und Immunmodulation)
  • Erwartungsmechanismen modulieren die Wirkung von Medikamenten (abhängig von der Beziehung Arzt-Patient)
  • Nocebo-Effekt
  • Kommunikationstraining für Medizinstudenten an der Uni Heidelberg
  • Heilung geschieht wenn Vertrauen zum Behandler da ist!
  • Kosten sparen im Gesundheitssystem durch das Nützen des inneren Arztes.
  • Patientendokumentation (Arzt mit Leukämie)
  • Die Medizin der Zukunft?

Mein Kommentar zum Film:

Der beschriebene Ansatz ist die Zukunft der Medizin.Ich freue mich, dass ich also mit meiner Praxis der Zeit voraus bin. Denn auch Hypnose ist eine Methode, die Mind und Body verknüpft betrachtet und behandelt, also ein ganzheitliches Verfahren. Es gibt mehr Methoden, die Körper und Geist verbinden können. Das macht auch die TCM (Traditionelle Chemische Medizin) und ganz viele andere ganzheitliche Verfahren. Die Aussage, dass der Ansatz nur in Essen-Mitte praktiziert wird ist nicht richtig!

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In dem folgenden Clip wird die im Film angedeutete Achtsamkeits-Meditation eingeführt.

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Genießen Sie die geführte Sitz-Meditation.

10.12.11 Leider ist der Film über die Heilkraft des inneren Arztes bei youtube derzeit nicht verfügbar und auch bei ARTE ist er nicht mehr zugänglich. Alternativ empfehle ich “Das Geheimnis der Heilung“. Der Film wurde  von Joachim Faulstich produziert und ist sehr empfehlenswert. Das Thema ist etwas anders als “Die Heilkraft des inneren Arztes. Falls dieses Video wieder irgendwo zugänglich ist, bitte ich sehr um eine kurze Nachricht. Vielen Dank!
12.12.11 Heute habe ich eine Quelle gefunden, bei der der Film wieder abrufbar ist. Genießen Sie ihn!

Haben Sie Erfahrungen mit dem Body-Mind Ansatz? Oder einen Buch-Tipp? Haben Sie Fragen dazu? Ich freue mich über Ihren Kommentar!

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Achtsamkeits-Buch bei Amazon:

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23. November 2011

Wie finde ich einen Therapieplatz?

Immer wieder rufen bei mir Interessenten an oder schreiben mich an mit der Frage wie es geht, einen Therapieplatz zu finden. Nun ganz einfach ist das nicht zu beantworten.

Die Sache mit den Kosten…

Als erstes gibt es die Kostenfrage zu klären. Soll die Krankenkasse die Therapie übernehmen? Dann ist es wichtig, dass Sie einen Kassen-Therapeuten aussuchen. Diesen finden Sie wenn Sie bei Ihrer Krankenkasse die Therapeutenliste anfordern. Dort sind alle zugelassenen Kollegen verzeichnet. Sie rufen einfach die Kollegen auf der Liste einen nach dem anderen an und vereinbaren einen Termin. Bitte lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie lange auf einen Termin warten müssen – die Wartezeiten dauern derzeit bis zu einem Jahr!

Wenn Sie die Therapie selber bezahlen möchten, dann bekommen Sie wahrscheinlich schneller einen Termin. In Privatpraxen sind die Therapeuten oft auf Thematiken spezialisiert, die gar nicht das Ausmaß einer Psychischen Störung aufweisen und die Kasse würde die Behandlung in diesem Fall sowieso nicht bezahlen. Hören Sie sich in Ihrem Umfeld um – gute Therapeuten werden empfohlen oder schauen Sie bei den derzeit wachsenden Bewertungsportalen um.

Männlein oder Weiblein…?

Ganz wichtig ist, dass Sie sich überlegen, ob Sie lieber einen Mann oder eine Frau als Therapeuten haben möchten? Oft gibt es Themen, die ich mit einem Mann oder einer Frau besser besprechen kann. Oder das Thema um das es mir geht hängt mit dem Vater zusammen und Sie können es sich beim besten Willen nicht vorstellen, das mit einem Mann zu besprechen. Die Gründe können verschieden sein – wichtig ist, dass Sie sich vorher Gedanken darüber machen.

Welches Therapieverfahren?

Die Anzahl der Therapieverfahren, die derzeit angewendet werden ist stetig am steigen. Erst kürzlich habe ich wieder gelesen, dass Kollegen sich treffen, um neue Verfahren zu entwickeln. Ein richtiger Dschungel. Gut ist da, wer sich auskennt. Das ist derzeit leider nur den Experten vorbehalten. Und auch mir laufen immer wieder Therapieverfahren über den Weg, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Hier gibt es auch eine ausführliche Übersicht über die gängigen Verfahren.

Was Sie noch beachten können um einen passenden Therapeuten zu finden sehen Sie in diesem Video:

Sie wohnen nicht bei mir in der Nähe und suchen einen guten Therapeuten? Bei folgenden Portalen oder Verzeichnissen gibt es Therapeuten-Listen. Viel Erfolg bei der Suche!

Therapie

Therapeuten im Netz

Psychomeda

Gesunder Mensch

Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose

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20. Oktober 2011

Ich spürte ganz deutlich, dass da ein Zwilling war…

Eine Freundin erzählte mir zum ersten Mal von dem Phänomen “verlorener Zwilling”. Ihre Therapeutin hätte erzählt, dass sie einen tiefen Schmerz in sich trüge, weil sie diesen verloren hat. Mir kam das etwas komisch vor, aber meine Freundin beharrte darauf, dass sie sich seither wohler fühlte und ich konnte deutlich sehen, dass sie seither erfolgreicher und lebensfreudiger war.

In der hypnotischen Trance ist es möglich die bis dahin irrationale Gefühle zuzuordnen.

Wenige Monate später erlebte eine Patientin in einer Trance-Sitzung genau diesen Schmerz: Mein Zwillingsbruder ist tot! Und dabei war sie noch gar nicht geboren. “Ich war so hilflos, dass ich nichts machen konnte und ich fühlte mich auch schuldig dafür. Ich war am Leben und er war tot.”  Konkret hatte es sich im Leben der Patientin so ausgewirkt, dass sie immer die Sehnsucht nach einem Partner hatte – aber es einfach nicht schaffte, eine tragfähige Partnerschaft aufzubauen. Immer wenn da jemand war, entwickelte sie irrationale Ängste, die dazu führten, dass sie jeden Partner wieder in die Flucht schlug. Jetzt verstand sie plötzlich ihre Gefühlswelt. Sie hatte gar keine Angst vor der Partnerschaft, sondern es waren die alten Ängste, ohne den Bruder zu ein. Es war die alte Hilflosigkeit, nichts dagegen machen zu können, dass er stirbt. Sie hatte gar keine Angst, den Partner wieder zu verlieren, die Gefühle gehörten in eine andere Zeit. Sie waren jetzt endlich am richtigen Platz – in der Vergangenheit – dort wo sie hingehörten und die Patientin konnte mit voller Kraft ihr Leben leben. Zum Glück hatte meine Freundin mir davon erzählt, sonst hätte ich die Spur womöglich gar nicht verfolgt. Und mit unbewältigten Gefühlen meiner Patienten kann ich ja zum Glück umgehen. Schließlich ist das der Schwerpunkt meiner täglichen Arbeit.

Die Fakten zum “lost twin syndrom” wie es im englischsprachigen Raum heißt.

Ärzte und Biologen sehen in dem Verlust kein großes Drama. Jedoch für den verbleibenden Zwilling ist es eine emotionale Katastrophe. Neueste Schätzungen gehen davon aus, dass 50 – 78 % aller Schwangerschaften zu Beginn Mehrlingsschwangerschaften sind. Das bedeutet, dass beinahe die Hälfte aller Menschen bereits vor der Geburt ein Geschwisterlichen verloren haben. In den ersten Wochen wird der Embryo lebensunfähig und geht entweder ins Gewebe des verbleibenden Zwillings oder der Plazenta über. Haut- und Haarklumpen finden sich dann bei Operationen im Körper des Überlebenden selbst noch wenn dieser bereits erwachsen ist. Oder die Plazenta hat bei der Geburt eine kleine Verdickung, in der man Haut oder Haar deutlich erkennen kann, wenn sie untersucht wird.

Was es konkret für Auswirkungen haben kann, den Zwilling verloren zu haben.

Wie die Betroffenen es erleben, dass der andere Zwilling nicht mehr da ist, ist sehr individuell. Die einen sind wütend, dass der andere sich aus dem Staub gemacht hat. Im Leben später heißt das, dass wir unbewusst immer wieder Partner oder Gefährten anziehen, die uns davonrennen und wir wütend sind. Andere haben Angst, alleine zu sein. Diese suchen sich später immer jemanden, um diese Angst ja nicht zu spüren. Das heißt, es geht gar nicht um den anderen, den ich liebe, sondern nur darum, nicht alleine zu sein. Wieder andere haben Schuldgefühle, den Tod gar verursacht zu haben. Diese haben später ständig das Gefühl, eine Belastung für Gott und die Welt zu sein. Das ist nicht nur unangenehm für die Betroffenen, sondern auch für die Umwelt. Sie leben mit dem Grundgefühl “Entschuldigung, dass ich existiere!”

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Was ändert sich, wenn die Gefühle keinen Einfluß mehr auf die Gegenwart haben?

Zunächst erleben die Betroffenen ein größeres Selbstwertgefühl, weil Pläne plötzlich bis zum Ziel verfolgt werden. Außerdem berichten sie von mehr Lebensfreude mehr Kraft im Leben. Und als die wichtigste Veränderung wird beschrieben, dass sie sich endlich als Teil einer Gemeinschaft fühlen können. Ohne Sehnsucht danach – oder ohne das Gefühl zu haben, die anderen mit ihrer Anwesenheit zu belasten. Was für eine Befreiung.

Weiterführende Informationen.

Hören Sie auf der Seite meiner Kollegin Angela Braun einen Beitrag von Mirjam Müller als Podcast. Wenn Sie vermuten, dass Sie einen verlorenen Zwilling haben, dann empfehle ich Ihnen, eines der Bücher unten zu lesen. Direkt aus dem Leben einer Betroffenen lesen Sie hier im Blog Zwillingslos.

Haben Sie auch schon Erfahrungen gemacht mit dem Thema? Ich freue mich über Ihre Kommentare oder auch darüber wenn Sie weitergehende Informationen darüber anfügen.

Interessiert Sie auch das?

Let’s talk about LOVE

Boddhisattva in Metro

Etwas nur für Schwaben

Jeder Vorwurf ist ein schlecht formulierter Wunsch!

Bücher zum Thema, die ich empfehle:

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