Archiv für ‘Kommunikation’

18. März 2012

Buchrezension: codes – Die geheime Sprache der Produkte

Das menschliche Gehirn ist bestens dazu geeignet,
mehr als eine Sprache gleichzeitig zu sprechen.”
(Prof. Dr. Petra Schulz)

Schon als Kind faszinierten mich Geheimsprachen. Ich dachte mir immer noch kompliziertere Codes aus, die andere entziffern sollten. Ich lernte das Morse-Alphabet und litt ziemlich darunter, dass ich niemanden hatte, der bereit war, es mir gleich zu tun. Keiner wollte das auch lernen, damit wir uns verständigen konnten.

Sprachen lernen – ein Automatismus

In der Schule lernte ich dann andere Sprachen: Englisch und Französisch. Erst als ich meine erste Reise in die USA unternahm entdeckte ich den praktischen  Nutzen, eine Fremdsprache zu sprechen  - ich wurde verstanden und hatte meine Freude daran, mich in der Fremdsprache auszutauschen. Und während des Psychologie-Studiums lernte ich dann, dass mein Gehirn diese Fähigkeit – Sprache zu lernen – auch für ganz andere Verknüpfungen nützt. Heute ist diese Fähigkeit die Grundlage für meine therapeutische Arbeit. Das menschliche Gehirn lernt Regeln und kann diese auch wieder verlernen bzw. umlernen – ebenso wie es auch ganz automatisch sie Muttersprache gelernt hat. Alle Regeln haben wir im Kopf, wenden sie an – können sie jedoch nicht reproduzieren wenn wir danach gefragt werden. Das gute daran ist: Wir können diese Verknüpfungen nützen. Und genau davon handelt dieses Buch:

codes – Die geheime Sprache der Produkte

Es fällt ins Auge weil es in eine Signalfarbe gekleidet ist. In Signal-orange verpackte 215 Seiten Neuromarketing der Spitzenklasse. Es läßt sich leicht und spannend lesen – ein Fachbuch, bei dem das Lesen Spaß macht. Das Buch wurde bei Haufe verlegt und es kann hier direkt bestellt werden. Die zehn Kapitel bauen aufeinander auf und der Text ist immer wieder mit Grafiken, Bildern und Schaubildern aufgelockert. Wichtige Sätze sind schon gelb markiert – als ob sich jemand bereits mit Leuchtmarker für Sie durchs Buch gearbeitet hätte.

Multimediale Umsetzung: Buch, videos, App

Bei bloggdeinbuch habe ich mich für codes interessiert, weil es auch von Gehirnforschung handelt. Und so ist es voll gespickt mit Links zu kleinen Videos, in denen sich der Leser die Hintergründe aus der Hirnforschung ansehen kann. Mittels Link oder des abgedruckten QR-Codes wird der Leser auf die decode-Seite geleitet, die Videos bereitstellt. Hier finden Sie zum Beispiel das Video aus der Reihe Geist & Gehirn von Manfred Spitzer, wo er beschreibt, dass mentale Verknüpfungen bestehen zwischen Eigenschaften und mentalen Konzepten. Ganz konkret geht es um Experimente dazu, wie die Wärme eines Kaffees die Einschätzung von “psychischer Wärme” verändern kann..

Das gesamte Buch ist nun in zwei Teile gegliedert: Theorie und Praxisbeispiele. Zunächst handelt es davon wie so ein Produkt in den Kopf kommt. Dabei spielt die Verpackung eine wichtige Rolle, denn die wird ja wahrgenommen.

Was steht drin im Buch?

Das Buch ist thematisch in aufeinander aufbauenden Kapiteln gegliedert. Zunächst erfahren Sie von den Grundlagen aus der Hirnforschung. Dann etwas darüber, wie ein Produkt in unseren Kopf gelangt – nämlich über die Verpackung. Und schließlich verraten die Autoren (Christian Scheuer, Dirk Bayas-Linke, Johannes Schneider) das Geheimnis wie Sie Ihr Produkt mit den Zielen (also den Bedürfnissen) des Käufers verbinden können. Bei den Beispielen haben die Autoren darauf geachtet, nicht nur Erfolgsstories vorzustellen, sondern geben dem Leser auch die Möglichkeit, von Projekten zu lernen, die gescheitert sind und nennen die Hypothesen worauf das Scheitern beruhte. Viele Menschen sind an Geheimnissen interessiert. Und dieses Buch ist voll davon! Von 5 möglichen Sternen erhält das Buch von mir 5 (Aufmachung, Inhalt, Spannung, Sprache, Praxisbezug)

Und hier geht’s zur App zum Buch

Wer noch mehr Praxisbezug möchte, der findet bei Haufe auch noch eine App fürs iPhone. Hier können Sie ein virtuelles Auge auf Ihre Produkte richten lassen, um herauszufinden, was ein Käufer von Ihrem Produkt im ersten Moment wahrnimmt. Mein Fazit: Das Buch macht Spaß – und das ist ein ganz wichtiges Bedürfnis eines jeden Menschen.

Hier finden Sie das Buch bei Amazon: 

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23. Januar 2012

Die Technik des Geschichten Erzählens…

Und wenn Sie nicht gestorben sind… Wer kennt ihn nicht, diesen Satz, mit dem zumindest die Grimm’schen Märchen enden? Und wer würde es nicht gerne können, eine eigene Geschichte so zu erzählen, dass sie spannend bleibt bis zu diesem Satz?

Kinder machen das ganz automatisch

Es ist schon faszinierend wie Kinder das können. Im Spiel versinken, die Welt um sich vergessen, “hui buh, hui buh, ich bin ein Gespenst, habe keine Zeit, ich muss spuken, hui buh, hui buh…” huscht die 5 jährige Sophia durch den Raum. Um ihren Hals hat sie einen Gespenster-Schal, der gestern noch der Ritter-Umhang ihres Bruders war. Und dann verschwindet sie wieder in ihre Gespenster-Wirklichkeit, um erst nach einer Stunde wieder zurück zu kommen weil sie durstig ist. Für sie ist es die Wirklichkeit und es ist ein Leichtes einen Erwachsenen durch ihre mitreißende Art und ihre Erzählungen mit in diese Wirklichkeit zu entführen. Wir Erwachsenen haben das oft vergessen und müssen es neu lernen. Wie geht es, dieses Geschichten erzählen? Das muss doch lernbar sein…?

Wir lernen das Geschichten erzählen heute im Internet

In Zeiten des Web 2.0 findet Unterrichten ganz anders statt als wir es bisher gewohnt waren. Bei TED werden laufend neue Vorlesungen eingestellt, die kostenlos verfügbar sind. So gibt es derzeit einen Titel von Joe Sabia “Die Technik des Geschichten Erzählens”.

Naja – er bringt Ihnen in seiner kurzen Präsentation das Erzählen nicht bei. Aber er zeigt, dass er es beherrscht. Es könnte Ihnen gelingen, seine Technik abzukupfern und es nachzumachen. Oder er steckt sie an mit seiner Art, Spannung aufzubauen, Erwartungen zu umschiffen oder genau zu treffen. Geschichten sind deshalb so effektiv, um Menschen zu erreichen weil wir uns mit den Protagonisten identifizieren und die Erlebnisse uns emotional erreichen. Wodurch wir am besten lernen sind eigene Erfahrungen. Und je tiefer die Gefühle sind, die etwas bei uns auslöst, desto besser ist der Lerneffekt. Deshalb werden ja Lernziele auch gerne in Geschichten verpackt, deshalb wurde die Fabel erfunden. Oder Verkäufer packen ihre Botschaft in Geschichten, um ihre Kunden zu erreichen. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Geschichten, die ich gerade am liebsten lese stehen auch im Internet, bei belauscht.de – ganz im Sinne von: Geschichten, die das Leben schrieb.

Auf die Perspektive kommt es an…

Und was ist wenn mir die Geschichte nicht gefällt? “Dann lese ich eben eine andere.” mögen Sie denken. Eine Möglichkeit – heute gibt es fast für alles eine Lösung. Hören Sie was Raghava KK dazu zu sagen hat:

Mag sein, Kinder können auf diese Weise besser lernen unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Ab einem bestimmten Alter ist das gewiss angebracht. Aber vorher könnte es etwas verwirrend sein. Denn bevor der Egozentrismus nicht überwunden ist, was nützt es mit verschiedenen Perspektiven konfrontiert zu werden wenn diese Fähigkeit, mich in die Lage des anderen zu versetzen noch gar nicht vollständig ausgeprägt ist? Aber für Erwachsene ist dieses virtuelle Buch ganz sicher eine Möglichkeit, Vorurteile zu überwinden. Denn es gibt immer eine andere Perspektive, die man einnehmen kann, so man denn will…

Die Märchenerzählerin…

Und was ist wenn Sie gerne eine eigene Geschichte oder ein eigenes Märchen verfassen möchten – Sie bekommen es jedoch partout nicht hin? Dafür gibt es auch eine Lösung. In diesem Fall empfehle ich Ihnen meine Freundin und Kollegin Nadine Reiband. Sie ist auch Diplompsychologin und in ihrer wenigen Freizeit schreibt sie Geschichten und Märchen – auch im Auftrag. Ein Beispiel können Sie hier auf meiner Homepage hören (der große Glücksfall). Oder Sie besuchen bei ihr einen Kurs, in dem Sie das Schreiben von Geschichten lernen, sie bietet das auch für Kinder an. Wer Interesse daran hat zu lernen therapeutische Geschichten zu schreiben lernt das am besten bei Stefan Hammel. Viel Spaß damit und gute Geschichten wünsche ich Ihnen!

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Foto: pitopia (c)

28. Dezember 2011

Märchen sind doch Kinderkram!

Nicht die Kinder bloß
speißt man mit Märchen ab.
(Gottfried Ephrahim Lessing)

Durch meinen Beitrag über Märchen habe ich einige Anfragen erhalten und möchte das gerne als Anlass nehmen noch mehr darüber zu schreiben.

Ein Märchenbuch, das ich empfehlen kann

Märchen sind doch Kinderkram! Sehen Sie hier eine grimmige Geschichte, die den Namen auch verdient hat:

Definitiv nichts für Angsthasen. Eine Märchen-Sammlung, bei der die Helden nur aus Hänsel und Gretel bestehen.

Wie macht es unser Gehirn, aus Märchen zu lernen?

Schon immer hatte ich mich gefragt wie unser Gehirn es wohl macht, die Grammatik der Muttersprache zu lernen. Prof. Dr. Manfred Spitzer beantwortet es mir indem er mit erklärte wie das Gehirn Regeln lernt.

Und Regeln gibt es nicht nur in der Grammatik, sondern alle möglichen sozialen Beziehungen laufen durch mehr oder weniger bewusste oder unbewußte Regeln ab. In diesem Video geht er zuerst darauf ein, was Spuren im Schnee mit unserem Gedächtnis zu tun haben. Er erklärt dann die Müller-Lyer-Täuschung und wie man daran einen Automatismus erklären kann. Und schließlich erzählt er wie Kinder die Grammatik lernen – mit Beispiel, ich finde es sehr faszinierend!

Die Wiege der Märchen Erzähler?

Bild: Im Theater spielt man auch Märchen...

Viele Märchenerzähler kommen aus Persien. Als ich zum ersten Mal die Lesung eines echten Märchenerzählers erlebte war ich aufgeregt. Rafik Schami las  aus seinem neuen Buch – ich glaube es war das Geheimnis des Kalligrafen. Die Bücher und Hörbücher von ihm kann ich nur wärmstens empfehlen. Auch Nossrat Peseschkian ist persischer Herkunft und hat sich als Psychiater & Psychotherapeut dem Märchen Erzählen verschrieben. Damit begründete er eine therapeutische Richtung, die er Positive Psychotherapie nannte. In meiner Kindheit vergrub ich mich mit Vorliebe in die Märchenbücher von Elsa S. Kamphoevener. Sie erzählte orientalische Märchen so schön, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte mit Lesen. Und auch sie hat ihre Wurzeln im persischen Reich – Jahre ihrer Kindheit hat sie dort verbracht und ihr Vater führte sogar den Titel eines Paschas.

Welche Märchen sind empfehlenswert?

Ich möchte weniger die Märchen selber empfehlen. Sondern was ich wichtig finde ist, einen Märchenerzähler zu finden, der sein Fach wirklich liebt. Nur wer mit Begeisterung bei der Sache ist kann auch andere begeistern. Deshalb kann ich vorbehaltlos alle Bücher und Märchen von den vorgenannten Autoren empfehlen. Und noch ein weiteres Buch. Er läßt sich nicht in die persische Tradition einreihen, ist aber ein hervorragender Märchen-Erzähler: mein Kollege Stefan Hammel. Sein Buch Der Grashalm in der Wüste ist eine hervorragende Sammlung von Geschichten zum Vorlesen in allen Lebenslagen. Und in seinem Blog stellt er tolle Geschichten auch zum Download zur Verfügung.

Und das Fazit zu den Märchen?

Und? Sind Märchen Kinderkram? Wenn Sie davon überzeugt sind, dann lesen Sie nicht die folgenden Bücher. Denn wenn Sie es ohne Begeisterung tun, dann können Sie es sich sparen! Dann lesen Sie aber auch niemandem ein Märchen vor… die Zeit können Sie sinnvoller nützen – und die Kinder, die Ihnen zugehört hätten auch!

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Bild: National Library of Ireland (cc)

21. Dezember 2011

Was für ein Unterschied – sagen Sie Ihre Botschaft in anderen Worten!

Ein freundliches Wort
ist mehr wert als es kostet.
(Ernst Ferstl)

Missverständnisse zwischen Menschen gibt es wahrscheinlich schon seit es den Menschen gibt. Eine hohe Kunst ist, diese auszuräumen. Da scheint es offenbar einfach zu sein, seine eigene Position darzustellen wenn es noch keine Missverständnisse gibt. Aber auch das ist nicht immer einfach. Hier habe ich einiges zusammengetragen, das es ein wenig Klarheit bringen soll.

Die Kraft von Worten – dasselbe nur in anderen Worten

Immer wieder darf ich in Trainings, Coachings oder Therapiesitzungen erleben wie kraftvoll es sein kann, die eigenen Worte einfach nur anders auszudrücken. Der folgende Film verdeutlicht wie das konkret aussehen kann.

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Was hat die junge Dame auf dem Schild geändert? Was vorher auf dem Schild stand war ohne Bezug zum Leben der Menschen, die vorbeilaufen. Wenn ich jedoch jemandem sage, dass es einen Menschen gibt, der die Schönheit nicht sehen kann, die andere umgibt, dann gibt es einen persönlichen Bezug. Ich habe sofort vor mir, dass es sein könnte, auch ich könnte diese Schönheit nicht mehr sehen. Diese Vorstellung ist mir näher als einfach nur das Wissen: Da sitzt ein blinder Mann vor mir. Und schon steigt die Bereitschaft zu helfen. Das kann die Kraft der Worte sein wenn ich mich nur darin auskenne, sie richtig zu verwenden.

Wie kann ich Menschen in Worten nahe sein?

Die Frage wie ich in Worten Nähe zu anderen Menschen herstelle beschäftigt die Psychologen schon ziemlich lange. Es ist die Grundlage für die Gestaltung der Therapeutischen Beziehung. Vor allem die Gesprächspsychotherapie nach C. Rogers beschäftigt sich damit. Laut seiner Aussage sind es drei Faktoren, nach denen sich diese Nähe gestalten läßt: Empathie, Authentizität und Akzeptanz. Er ließ die Patienten genau diese drei Faktoren jeweils bewerten wenn sie ein Therapiegespräch hatten. Damit regte er an, dass eine bis dahin gültige Regel gebrochen wurde: Die Therapeuten begannen ihre eigenen Gefühle einzubringen. Bis dahin war es ziemlich verpönt das zu tun. Aber um authentisch zu sein ist es sogar unerlässlich, das zu tun. Einer, der ziemlich hohe Werte bei Empathie erreichte war Frank Farrelly. Er hat dann später eine eigene Therapie- oder Gesprächsform entwickelt: Provokative Therapie – im deutschen oft Humortherapie genannt.

Was macht empathische Gespräche so wirkungsvoll?

Frank Farelly spicht ungeschminkt alles aus, das ihm einfällt wenn er mit jemandem spricht. Viele sind dadurch empört, andere lachen viel und nach dem Gespräch sagen sie: Es hat sich etwas verändert und ich kann gar nicht benennen was es war. Sehen Sie hier eine Nachbesprechung von so einem Gespräch (7;24 min; es ist in englischer Sprache):

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Was wirkt scheint also zu sein, dass emotionale Zustände angesprochen werden und sich Blockaden dadurch lösen. So wie wenn an der Grammatik etwas geändert wird, der Betreffende wendet plötzlich eine ganz andere Regel an und kann gar nicht benennen was sich geändert hat. Das kann soweit gehen, dass die Kinder dann plötzlich fragen: “Was ist denn mit Mama los?” Die Änderung wurde bemerkt – konnte aber nicht benannt werden.

Und was kann ich selber machen um diese Nähe auszudrücken?

Es scheint sehr einfach zu sein wenn ich jetzt schreibe: Drücken Sie Ihre Bedürfnisse aus. Das ist die einzige Regel, die Sie befolgen müssen, um mit Ihren Worten dafür zu sorgen, dass andere Ihnen nahe sein können. Wenn Sie einem anderen zeigen möchten, dass Sie ihm nahe sind, dann zeigen Sie ihm in Ihren Worten, dass Sie seine Bedürfnisse verstehen. Das ist schon die höhere Kunst. Dabei geht es nicht – wie manchmal irrtümlich verbreitet – die Worte von anderen wie ein Papagei zu wiederholen. Nein, es geht darum, in meinen Worten das auszudrücken was dem anderen gerade wichtig ist.

Konkretes Beispiel aus der Praxis

Und das kann auch einfach heissen, wenn der Ehemann am Abend heim kommt und motzt: “Warum ist denn die Küche schon wieder nicht aufgeräumt?” zu antworten: “Schatz, welche Laus ist Dir denn heute über die Leber gelaufen? War Dein Tag anstrengend heute?” Sein Bedürfnis wird wahrscheinlich sein, sich erstmal auszuruhen weil er viel um die Ohren hatte. Die Schwierigkeit besteht nun darin, dass die Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen. Die Frau hatte auch einen vollen Tag und hätte gerne die Küche aufgeräumt, wurde aber davon abgehalten und ist ärgerlich darüber. Wahrscheinlich wird sie antworten: “Dann räum doch Du die Küche selber auf.” Sie wird angegriffen und verteidigt sich. Und schon haben die beiden den schönsten Streit. Nicht gerade was sie sich beide für den Abend gewünscht hatten…

Und gibt es Regeln um emphatisch zu kommunizieren?

Ein ganz wichtiger Satz ist: “Jeder Vorwurf ist nur ein schlecht formulierter Wunsch.” Er bedeutet, dass es wichtig ist, seine Bedürfnisse auszudrücken, seine Wünsche zu formulieren. Wer dem anderen Vorwürfe macht fängt einen potenziellen Streit an. Wer das möchte – gut – aber meistens will der andere ja ein Bedürfnis ausdrücken und wundert sich dann irgendwann, dass er es nicht bekommt. Wirklich tragisch wird es dann, wenn der eine anfängt, dem anderen vorzuwerfen, dass er seine Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt: Wegen Dir bin ich unglücklich, wegen Dir kann ich nicht… Die Wahrheit liegt ja dort nicht – sondern derjenige hat seine Bedürfnisse einfach bisher nicht erfolgreich ausgedrückt. Die gute Nachricht daran ist: Das ganze ist trainierter – und damit veränderbar. Zum Glück!

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19. Dezember 2011

Wozu ist das denn gut? Vorurteile

Ein Urteil läßt sich widerlegen,
aber niemals ein Vorurteil.
(Marie von Eber-Eschenbach) 

Vorurteile begegnen uns immer und überall. Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, Verarbeitungs-Prozesse zu vereinfachen. Sinn dieser Vereinfachung ist, dass Zeit gespart wird. Der Nachteil davon ist, dass unser Verhalten ja aufgrund einer automatisierten Verarbeitung getroffen wird. So kann es schnell zu Handlungen kommen, die nicht unseren Werten entsprechen. Was hilft ist allein Aufmerksamkeit und das Wissen dass es so ist.

Ein Krieger, dessen Mission der Weltfrieden ist

Einen ganz eigenwilligen Weg gegen Vorurteile in der Welt anzugehen hat sich The Scary Guy gewählt. Bevor ich hier lange Geschichten schreibe überlasse ich erstmal Manuel das Wort (5:32):

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Im Jahr 2010 war The Scary Guy auf einer Tour durch Deutschland.

The Scary Guy ist bereits ein Filmstar in Deutschland

Ich kenne bisher nur den Film “Scary – furchterregend”, der im deutschen Fernsehen bereits mehrere Male ausgestrahlt wurde. Was Manuel erzählt ist nochmal eine ganz andere Seite von diesem Kämpfer für die Liebe. Vor allem fand ich es prima, dass er im Video kleine verhaltensnahe und praktikable Strategien verrät, die aus meiner Sicht sehr viel Sinn machen. Die offizielle Seite von The Scary Guy enthält noch viel mehr Informationen über ihn und seine Friedens-Mission. Sie ist in englischer Sprache. Für diejenigen, die nur deutsch verstehen gibt’s hier eine kurze Doku über ihn persönlich und seine Arbeit:

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The Scary Guy arbeitet sowohl mit Jugendlichen als auch mit Erwachsenen. Dabei ist er spezialisiert darauf, in Gegenden, in denen es nicht gerade üblich ist, wertschätzend miteinander umzugehen, eine Veränderung im Verhalten von Menschen zu bewirken. Er ist also auf soziale Brennpunkte spezialisiert. Im Film “The Scary Guy” wird deutlich, dass er es schafft, Menschen dazu zu bewegen, mit ihm zu kommunizieren – und mit anderen waren diese noch nicht einmal bereit, Blickkontakt aufzunehmen. Durch diesen Kontakt, den er herstellt – und er macht das mit Empathie – schafft er es, Verhaltensänderungen zu bewirken wo andere es nichtmal schaffen, zur Änderung der Einstellung zu begeistern.

Das manifest gewordene Vorurteil

Bild: The Scary Guy (c)

Wie macht er es? Er lebt was er verkündet, ist authentisch – und zwar mit Haut und Haar – im wahrsten Sinne des Wortes! Was ihm dabei wohl sehr hilfreich ist – mit seiner Erscheinung selber scheint er ein manifest gewordenes Vorurteil darzustellen. In seiner Vergangenheit war er wohl genauso wie die Vorurteile, die auch heute noch seinem Äußeren entgegen schleudern. Heute steht er hin vor Massen von Publikum – vor allem in Schulen – und zeigt, dass es eben nur Vorurteile sind. Denn seine Mission ist eine noble: Für den Weltfrieden will er kämpfen. Und andere damit anstecken. Seine Botschaft ist, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann, damit es Weltfrieden gibt – und das jeden Tag!

Und wozu waren jetzt nochmal Vorurteile gut?

Ach ja, wir waren ja bei den Vorurteilen. Grundsätzlich ist es ja gut, dass unser Gehirn die Fähigkeit hat, den Wahrnehmungs- und Beurteilungsprozeß zu automatisieren. Wir sehen einen bunt tätowierten Kerl – der gehört dann automatisch in die Kategorie “gewalttätiger Mensch, der mich sowieso nicht interessiert”. Sinn dahinter ist, dass ich mich nicht unnütz lange damit beschäftige, sondern meine Ressourcen schone und der Gewalttätigkeit entkommen kann. Bei Scary wäre ich drauf reingefallen, da er zwar bunt tätowiert ist – jedoch nicht in diese automatisch zugewiesene Kategorie paßt. Und was denken Sei jetzt? Sie haben keine Vorurteile? Geht nicht gibt’s nicht. Denn Ihr Gehirn ist darauf spezialisiert.

Die Fähigkeit des Gehirns nützen um seine Werte zu leben

Wenn mein Gehirn das schon mal kann, dann könnte ich es ja nützen… gesagt getan! Mein Tipp: Immer achtsam sein und die Bewertungen, die Ihr  Gehirn jemandem zuweist in Frage stellen. Sich für den Menschen interessieren, seine Bedürfnisse wahrnehmen, aus den Vorwürfen die dahinter liegenden Wünsche hören und auf diese reagieren und nicht auf den Angriff. Immer überprüfen: Was mir mein Gehirn präsentiert – entspricht das meinen Werten? Immer auf die Werte reagieren, dann wird Ihr Gehirn irgendwann das automatisieren. Dann wird alles leichter und auch wärmer, wertschätzender.

Ich habe aber wirklich keine Vorurteile!

Vor allem in meinen Trainings habe ich bemerkt wie stark Vorurteile wirken. Und wieviel Aufmerksamkeit es erfordert, sich dagegen zu stellen. Denn jedes Vorurteil ist ein Angriff. Hier nicht mit Gegenangriff zu reagieren ist gar nicht so leicht. Es gehört schon zu den höheren Oktaven der menschlichen Kommunikation mit sich und der Welt so sehr zufrieden zu sein, um den Angriff zu parieren und nicht einen Gegenangriff zu starten. So kann jeder bei sich selber anfangen – ganz im Sinne von The Scary Guy. Der eigene Beitrag zum Weltfrieden – und das jeden Tag! Viel Spaß dabei…

Ach ja und: Falls jemand hört, dass der Film wieder ausgestrahlt wird, bitte mir den Termin schicken!

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picture: The Scary Guy (c)
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18. Dezember 2011

Let it snow – Google hat schon wieder ein Osterei versteckt!

Stets findet Überraschung statt
dort wo man’s gar nicht erwartet hat.
(Wilhelm Busch)

Die Entwickler von Google sind bekannt für ihre Oster-Eier. Sie verstecken sie irgendwo und freuen sich wie kleine Kinder wenn sie entdeckt werden. Nein, nicht im Garten, sondern die modernen Ostereier werden programmiert.

Im Marketing sind Ostereier so schon lange gebräuchlich

Die Ostereier sind in der Werbebranche gang und gebe. Es handelt sich dabei um undokumentierte Besonderheiten. Sobald jemand es entdeckt macht die Information die Runde und die Information verbreitet sich meist in Windeseile. Das kann ein Sonderlevel in einem Computerspiel sein oder ein Begriff, der bei Google eingegeben wird und eine Kuriosität bewirkt. Es kann auch wie ein Suchbild sein in einem Buch oder ein versteckter Track auf einer CD oder DVD. Hier gibt es eine Übersicht über einige Easter Eggs.

Das Weihnachts-Osterei von Google

Haben Sie bei Google schonmal “Let it snow” eingegeben? Abgesehen von den Seiten, die natürlich gefunden werden – darunter natürlich auch let it snow von Frank Sinatra und Dean Martin – fängt es an zu schneien. Irgendwann ist die Seite so zugeschneit, dass die Scheibe aussieht als wäre sie angelaufen.

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Mit dem Mauszeiger können Sie die Scheibe wieder frei kratzen. Oder Sie enteisen die Scheibe indem Sie auf den Schalter “Defrost” klicken. Google ist bekannt für seine Ostereier.

Noch ein Osterei von Google

Erst kürzlich machte die Kuriosität die Runde, seinen Bildschirm einen Looping machen zu lassen. Geben Sie in der Suche einfach ein “Do a Barrel roll” (mache eine Fassrolle) und schon erleben Sie eine Überraschung! Von weiteren versteckten Überraschungen bei Google lesen Sie bei t3n.

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Und so sieht der Looping des Suchbildschirmes dann aus. Bisserl unnütz – aber lustig!

Auch im Buch Yoga der Liebe sind Ostereier versteckt.

Die nette Spielerei erinnert mich gerade daran, dass die Künstlerin in dem Buch “Yoga der Liebe” Ostereier versteckt hat. Das Buch ist liebevoll gestaltet und enthält Bilder und Zitate von Sri Ramana Maharshi, Sri H.W.L. Poonja und Sri Madhukar. Es ist gerade vor Weihnachten ein ideales Geschenk. Die Bilder sind wundervoll und aus den Zitaten strömt die Kraft, die aus der Stille kommt. Das ist wirklich einzigartig. Ein sehr schönes Buch, das ich nur empfehlen kann. Und ich hoffe, bis Ostern haben Sie die Ostereier dann gefunden?

Hier geht’s zum Yoga der Liebe im Shop von Madhukar:

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16. Dezember 2011

Menschen lieben diese Heimlichkeiten: belauscht!

Das schönste was wir erleben können
ist das Geheimnisvolle.
(Albert Einstein) 

Das Leben ist voller Überraschungen. Gerade die Adventszeit ist voller Überraschungen. Oder sagen wir mal, mit Überraschungen versüßt sich der Mensch das Warten auf Weihnachten – oder das Warten wird zelebriert. Ich habe heute eine geheimnisvolle Überraschung. Einen Lauschangriff! Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Menschen Dinge heimlich tun. So heimlich ist es gar nicht, denn Menschen bekommen es ganz oft sogar mit, wenn sie belauscht werden. Manchmal ist es lästig, manchmal interessant, es kann auch humorvoll, beschämend, erbauend oder witzig sein. Der große Lauschangriff ist längst Realität. Es wird immer und überall belauscht. Und veröffentlicht. Aber auf ganz andere Weise wie Sie jetzt womöglich denken…?

Bild: Heimlich Ehrlich Chinaski (cc)

Laßt uns das Geschnatter für die Mitmenschen festhalten!

Im Jahr 2006 hatten vier Studenten in Augsburg die Idee, ein Blog ins Leben zu rufen. Das Gerede, Geplapper und Geschnatter das interessant ist für andere sollte nicht ungehört von anderen verhallen. Sie beschlossen, mitgehörte Gespräche in einem Blog zu veröffentlichen und ermunterten die Leser, ihre belauschten Gespräche auch für die Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen. Die Idee schlug ein und fand reges Interesse.

Von Flensburg bis Zürich und von bearbeitet bis bewirtet

Mittlerweile ist belauscht.de zur Institution geworden. Täglich erscheint ein belauschtes Gespräch. Dabei finden sich Dialoge aus verschiedenen Städten. Es ist auch möglich, das Geschnatter aus Stuttgart, Berlin, München, Köln oder einer anderen Stadt gesondert zu lesen. Von Flensburg im hohen Norden bis Zürich in der Schweiz finden sich belauschte Gespräche. Die vier Lausch-Biblothekare haben passende Kategorien gebildet. Wer am Arbeitsplatz belauscht wurde findet sich unter bearbeitet. Was in öffentlichen Verkehrsmitteln belauscht wurde nennt sich befördert. Der beliebte Kindermund nennt sich bevormundet und unter betagt finden sich die Lauschangriffe von Omma und Oppa.

Andere Länder – andere Sitten?

“Dann reisen wir halt aus wenn wir in Deutschland belauscht werden!” könnten Sie sich denken. “Zu spät!” Denn die Idee gibt es auch in anderen Ländern und in anderen Städten. Overheard heißt belauscht in englischer Sprache. Und es gibt die Blogs Overheard in Athen, Amsterdam, New York, Schweden und noch weiteren Ländern und Städten. Die Blogs sind jeweils in der Blogroll verlinkt.

Was gibt’s sonst noch?

Es gibt eine Lauschkarte in der Sie sich anzeigen lassen können, woher die Lauschangriffe stammen. Im Zufallsgenerator können Sie sich einen zufälligen Beitrag anzeigen lassen. Und die Videos von der Lesung von Jürgen von der Lippe und Cordula Stratman von “Entschuldigung, sind Sie die Wurst?” bei “Was liest Du?” sind einfach ein Genuss. Sie können sich auch die Bestenlisten anzeigen lassen.  Oder eine Liste mit den Beiträgen, die eine schlechte Bewertung erhielten.

Die Bücher

Mittlerweile sind aus diesem Projekt heraus zwei Bücher und zwei Hörbücher entstanden . Die besten belauschten Gespräche wurden darin veröffentlicht. Eine Kostprobe aus dem zugehörigen Hörbuch gibt es hier:

Wo werden Menschen belauscht?

Gerade an öffentlichen Plätzen macht es Freude, die Gespräche von anderen Menschen zu belauschen. Dabei könnte man meinen, bei Nacht wäre ein Belauschen am einfachsten möglich. Wenn die Augen in der Nacht nicht mehr so viel Information geboten bekommen, dann hören die Ohren umso besser. Aber die Angriffe auf unsere Ohren geschehen wirklich immer und überall: Im Zoo, in der Gaststätte, beim Bäcker, an der Kasse im Supermarkt, ach einfach überall. Deshalb ist es jetzt aus mit dem Datenschutz – Sie können sich nie mehr sicher sein, ob sich ein Gespräch, das Sie heute führen nicht morgen auf belauscht.de wiederfindet!

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Bild: Heimlich Ehrlich Chinaski (cc)

13. Dezember 2011

Englisch lernen im Vorbeigehen?

Überall lernt man nur von dem, den man liebt.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Mich begeistert immer mehr was ich im Internet an Möglichkeiten entdecke. Der Englisch blog bietet in jedem neuen Post einen Tipp zum Lernen der englischen Sprache. Im zugehörigen Englisch Forum können sogar Fragen gestellt werden. Es gibt eine Zusammenfassung der englischen Grammatik und hilfreiche Links. Falls Ihnen das Lernen zu langsam geht können Sie auch bei  English Town Ihr Wissen vertiefen. Hier gibt es Angebote zum Lernen der Englischen Sprache in allen möglichen Lern-Niveaus. Sie können rund um die Uhr einen Englisch-Kurs starten und Ihren Lerninhalt und Level selber bestimmen. Der English Blog veröffentlicht unter der cc Lizenz, der Creative Commons Lizenz, was bedeutet, dass die Inhalte frei veröffentlicht werden dürfen – sofern die Urheber als Autoren genannt werden. Das gefällt mir – das ist Web 2.0!

Im Englisch Blog werden zum Beispiel Zeiten erklärt:

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und natürlich gibt es auch Links zu anderen Videos, die thematisch dazu passen. Alle Zeiten halt.

Da wird der englische Guardian zitiert und ungewöhnliche Wörter übersetzt. Oder es gibt Linktipps zu Blogs, die verwandte Themen behandeln. Auf Synonyme wird eingegangen indem aktuelle Veranstaltungen kommentiert werden. Und so macht der Englisch Blog seinem Slogan “Nebenbei Englisch lernen” alle Ehre. Jeden Tag erscheint ein neues Post, das immer irgendetwas mit der englischen Sprache zu tun hat.

Die Liebe zum Thema ist spürbar

Ich meine, in den Blogs ist wichtig, dass der Schreiber mit Begeisterung bei der Sache ist. Es ist einfach spürbar, wenn jemand sein Fach liebt. Das ist nicht einer von den Blogs, die nur geschrieben werden, damit irgendwelche Pharma-Produkte an den Mann und an die Frau gebracht werden. Werbung gibt’s zwar auch im Blog – aber themenbezogen und nicht aufdringlich. Im Vordergrund steht die Liebe zur Englischen Sprache. Mehr davon!  Schließlich sagt uns die moderne Hirnforschung (Prof. Dr. Gerald Hüther) dass es nicht ausreicht, den Lernstoff ganz oft zu wiederholen. Am besten funktioniert das mit dem Lernen, wenn wir den Inhalt mit Begeisterung lernen. Und wer kann uns das besser vermitteln als jemand, der sein Fach liebt?

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Die App zum Vokabeln trainieren

Und eine App zum Trainieren von Vokabeln habe ich auch gefunden. Der Wortfuchs kostet knappe 3 € und liest Ihnen die Vokabeln sogar vor wenn Sie das wünschen. Für Schüler sind bestimmte Lektionen bereits vorbereitet. Sie können auch Ihre eigenen Lektionen hinzufügen. Die eingegebenen Vokabeln können Sie in unterschiedlichen Varianten üben und sich abfragen lassen: Multiple-Choice, Drag&Drop, Matcher, 1 von 2 und schließlich “übersetzen”.

Das Programm zum herunterladen (freeware)

Den Wortfuchs gibt es auch als Freeware zum Download. Auch hier werden unterschiedliche Varianten angeboten, Vokabeln abzufragen. Der ist allerdings wirklich nur für Kinder gemacht. Für große oder auch kleine Kinder eben.

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10. Dezember 2011

Schlagfertigkeit trainieren: Kontern im Alltag – die App

Eine Antwort, die so gut ist, dass der andere sich wünscht,
er hätte sie gegeben, das ist Schlagfertigkeit.
(Elbert Hubbard)

Wer kennt das nicht? Auf dem Heimweg fällt mir ein was ich hätte sagen können. Nur dann ist es zu spät. Die Antwort wäre so gut gewesen. Mist! Und dabei habe ich so blöd dagestanden. Wäre mir das nur früher eingefallen. Warum passiert mir das nur immer? Antwort: Weil Sie es nicht anders gewohnt sind. Schlagfertigkeit ist trainierbar.

Schlagfertigkeit ist reine Trainingssache

Das sagt zumindest Matthias Pöhm, Schlagfertigkeitstrainer. Sie müssen noch nichtmal wirklich gut darin sein am Anfang. Nein – es genügt, wenn Sie ein paar Standardsätze parat haben.

“Ach was?”
“Stimmt, das wollte ich auch gerade sagen!”
“Es ist jetzt fünf vor halb zehn.”
“Kannst Du das auch rückwärts sagen?”
“Messerscharf beobachtet!”

Dann lernen Sie die Regeln hinter der Schlagfertigkeit – übertreiben, anderen Recht geben, ins Gegenteil verkehren, antworten wie ein Gentleman… Und wenn Sie täglich weiter fleißig üben – dann können Sie in zwei Wochen bereits schlagfertig sein. Das zumindest behauptet Matthias Pöhm.

Damit Sie überall üben können gibt es jetzt die App

Und damit es jetzt noch einfacher geht mit dem Üben gibt es exklusiv von Matthias Pöhm die App. Schlagfertig! Die App für Schlagfertigkeit im Alltag. Sie können sie innerhalb einer Woche (also bis einschließlich bis 17. Dezember 2011) für den sensationellen Preis von 0,79 € bzw. 1 CHF im iTunes-Store herunterladen.

Für die Kategorien Beruf, fiesse Sprüche, Partnerschaft, für Frauen, für Männer gibt es jeweils mindestens 3 Vorschläge wie Sie kontern können. Es gibt auch viele Informationen und die Theorie zur Schlagfertigkeit. Ich finde, die App ist gut gelungen. Wenn Sie ein wenig Zeit haben, darin stöbern und schon sind die paar Minuten sinnvoll genützt.

Und was hören wir in Zukunft vom Meister der Schlagfertigkeit?

Ich schätze Matthias Pöhm sehr, weil ich finde, dass er kreativ ist, seine Ideen mit sehr viel Mut umsetzt und das was er kann nützt um seine Ziele zu verwirklichen. Wenn er auch nicht immer seine eindeutigen Ziele transparent macht. Aber das macht ja neugierig… oder? Was er wohl mit seiner Anti-Power-Point-Partei vor hat? Meine Vermutung: Er nützt alles um Menschen glücklich zu machen. Ach was! Er beschert nur sich selber Glück. Wie auch immer – es bleibt spannend!

Noch mehr vom Könner der Schlagfertigkeit

Auf youtube finden Sie ein paar kleine Clips zum Thema. Was ich sehr gerne sehe ist ein 40 minütiges Interview bei Alpha Forum Studio Talk.

Hier gibt’s die restlichen Folgen. Und dann wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Trainieren. Und noch eine kleine Geschichte…

Schlagfertiges Völkchen…

Waren Sie schonmal im Schwabenland? Die Menschen dort sind schon ein eignes Völkchen. Ein Freund hat mir die Geschichte erzählt von dem Bauern, der gerade den Weidezaun reparierte als ein Bauer aus Hessen mit seinem Jeep vorbei kam. Er kurbelte das Fenster runter und fragte: “Sag mal Karle, der ganze Hof und die Felder, gehört das alles Dir?”  ”Klar doch, Fritz, von dem Pfosten da vorne bis hinten zum kleinen Wäldchen. “Da hast Du ja ein ganz schönes Anwesen und dass Du es weißt: ich habe auch eins.” So wie die Hessen nun mal sind fängt der Hesse an, ordentlich anzugeben. “Aber meins ist ein bißchen größer.” Natürlich fragt der Schwabe so wie es sich gehört: “Ach ja wirklich? Wie groß ist es denn?” Der Hesse antwortet: “Also wenn ich vor Sonnenaufgang in meinen Jeep steige und bis Sonnenuntergang fahre, dann habe ich die Hälfte geschafft.” Der schwäbische Bauer kratzt sich am Kinn, sieht sich kritisch den Jeep an und meint dann: “Ja, ja, so ein Auto hatte ich auch schon erwischt!”

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8. Dezember 2011

Wozu soll das gut sein? Geschichten, Metaphern, Märchen

Echte Kreativität entsteht dann,
wenn die Ressourcen des Unbewussten
ins Spiel kommen.

(Harry R. Moody)

Das erste Buch, das mich in meiner Kindheit faszinierte war ein Märchenbuch von den Gebrüdern Grimm. Ich liebte es, darin zu lesen und versank förmlich in den Heldengeschichten. Danach fand ich in der Bibliothek das Buch mit den Geschichten aus 1001 Nacht. Mich faszinierte, wie die Heldin Scheherazade ihr Leben rettete indem sie immer noch eine Geschichte zu erzählen begann und darauf bestand, dass ihr das Ende der Geschichte erst am folgenden Tag einfallen würde.

Was bringt die einen dazu, dass sie was ändern und was hält die anderen davon ab?

Wenn man einen Frosch in ein Gefäß mit heißem Wasser wirft, dann springt die grüne Kreatur ganz schnell wieder heraus. Ein paar wenige kleine Verbrühungen hat er sich sicher zugezogen, aber die sind bald verheilt und vergessen… und er lebt fröhlich weiter! Wenn man jedoch einen Frosch in ein Gefäß mit kaltem Wasser steckt und dann anschließend das Wasser ganz langsam erhitzt, bleibt der Frosch darin sitzen. Er bleibt sitzen und sitzen und sitzen bis er in dem heißen, kochenden Wasser kläglich ums Leben kommt! Und so wie diesem grünen Gesellen, so geht es vielen Menschen: Sie leben ihr Leben so, dass es ihnen langsam, aber sicher immer schlechter geht. Sie schaffen es nicht, dieses Leben zu verändern, also aus dem unangenehmen Gefäß zu springen. Ja, durch die Verschlechterung, die langsam geht merken viele Menschen oft gar nicht, dass sich ihre Lebensqualität immer mehr zum Negativen wendet.

Viele schreiben es ihrer eigenen Fähigkeit oder im schlimmeren Falls ihrer Unfähigkeit zu wenn Sie es nicht schaffen, eine Veränderung einzuleiten. Die Geschichte zeigt, dass es zwar wichtig ist, zu reagieren – dass die Ursache aber durchaus in der Situation begründet sein kann.

Identifikation mit dem Protagonisten

Wer es versteht, sich vom Autor in eine Geschichte hineinziehen zu lassen, der erlebt sie hautnah mit. Und seit der modernen Gehirnforschung können wir auch erklären was das bewirken kann. Sofern wir von der Geschichte fasziniert sind – und nur dann – kann es die Strukturen in unserem Gehirn verändern – wir lernen! Der Lerneffekt ist zwar bei eigenem Erleben etwas höher als wenn ich “nur” eine Geschichte höre. Aber der Effekt ist vorhanden. Und der Lern-Effekt ist größer als wenn ich die Geschichte “nur” lesen würde.

Und die Moral von der Geschicht’?

Bild: Sulamith.Sallman

So wie jede Sprache eine Grammatik hat so besitzen auch Geschichten eine Grammatik – nämlich die Moral von der Geschichte. Und so wie ich eine Grammatikregel auf alle möglichen Wörter anwenden kann, ist es möglich diese Moral auf mehrere Lebensbereiche anzuwenden. Und auch umzulernen. Eine Geschichte hat sogar die Kraft, dass ich alte, schädliche Regeln verlerne und  neue, konstruktive erlerne. Viele deuten das als die “Macht des Unbewussten”. Dabei handelt es sich einfach um einen Lernprozess, der zwar stattfindet aber so explizit nicht benannt werden braucht. Wie mit der Grammatik der Muttersprache eben. Die Regeln wenden wir täglich an – können sie aber (außer wir haben sie später gelernt) nicht benennen.

Comedy und Satire machen auch Geschichte

Zu Hofe war es der Narr, der dem König die Wahrheit sagen durfte ohne seinen Kopf zu verlieren. Auch heute gibt es noch Flecken auf dieser Erde. wo jemand für die Wahrheit durchaus seinen Kopf riskiert. In unseren Gefilden gilt das zum Glück nicht mehr heutzutage. Aber dennoch wird die Wahrheit oft verpackt mit einer Prise Humor, dann nimmt sich etwas Unangenehmes leichter. So wie eine bittere Medizin auf dem Stück Würfelzucker. Was mir sehr gut gefällt sind die Fusel Anleihen, von denen der Komiker Chin Meyer bei Markus Lenz erzählte.

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Eine Metapher wie unser Finanz-System funktioniert. Eine bittere Wahrheit hört sich besser mit einer Prise Humor.

Metaphern in der Hypnosetherapie

Zuerst war ich erstaunt: Was sollen denn Metaphern und Geschichten in der Hypnosetherapie? Irgendwann im Laufe der Ausbildung habe ich die Geschichten lieben gelernt. Vor allem Dirk Revenstorf war ein Meister darin, eine Geschichte in eine andere hineinzuverpacken und noch eine wie einen Mantel drumherum zu legen. Die Spannung, die dadurch entsteht ist fast magisch. Ich empfinde es nach wie vor als hohe Kunst, die richtigen Metaphern auszuwählen, die jemandem helfen, eine eingefahrene unbewusst gelernte Regel zu verändern. Und es funktioniert – zum Glück!

Welche Geschichten, Metaphern und Märchen lieben sie? Schreiben Sie einen Kommentar!

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Bilder: pitopia, Sulamith Sallman

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