Archiv für ‘Forschung’

18. März 2012

Buchrezension: Einfach Ballengang – natürliches Gehen

Willig Herz macht leichte Füße
(altes Sprichwort)

Zu Beginn war es etwas stacksig – meine ersten Versuche im Ballengang. Mittlerweile hat mein Gehirn das Bewegungsmuster automatisiert. Wenn ich Schuhwerk trage, das dafür geeignet ist, dann brauche ich mich mittlerweile nicht mehr anzustrengen, in den Ballengang umzuschalten, der Körper macht es von alleine.

Inspiriert durch den Gastartikel in meinem Blog

Bei Nitya Wilhelm Klinkholz hatte ich angefragt, ob er Interesse hätte, einen Blogbeitrag zu verfassen. Und wie er hatte. Er schickte mir einen Erfahrungsbericht über den Ballengang. Nach einem Sturz und mehreren Operationen war er auf den Stock angewiesen zum Gehen. Als er den Ballengang gelernt hatte war sein Stock einfach überflüssig geworden. Und seine vielfältigen Beschwerden waren einfach verschwunden.

Das will ich auch ausprobieren!

Zwar hatte ich keine vergleichbaren Beschwerden, aber ich war angetan von den Veränderungen, die Nitya für sich erreichen konnte. So probierte ich die Gangart einfach mal aus. Zunächst merkte ich, dass es sich leichter joggen läßt im Ballengang. Das fand ich noch ziemlich einfach. Es war kein großer Lernprozess, sondern der Körper stellte sich sehr schnell darauf um. Dann erfuhr ich, dass ganz viele Spitzenläufer sowieso den Ballengang fürs Laufen empfehlen. Der jamaikanische Top-Läufer Usain Bolt schwört darauf. Etwas schwieriger war es beim Gehen: Ich mußte mich zu Beginn ganz schön anstrengen, dass ich nicht automatisch wieder in den Fersengang hinüberwechselte. Und ganz angenehm war es auch nicht – ich stakste ganz schön herum und das Gehen war ziemlich anstrengend geworden. Ich muss irgendwie eigenartig ausgesehen haben bei meinen Spaziergängen in dieser Übungs-Phase. Als ich dann schließlich die Gangart meiner Freundin demonstrierte, als ich den Ballengang dann ganz natürlich drauf hatte, meinte sie nur: “Klar, das ist doch der ‘Anschleich-Schritt’. Und Recht hat sie: Sehr viele Naturvölker, die sich ohne Schuhe fortbewegen gehen ganz automatisch im Ballengang.

Praktisches Buch für Interessierte des Ballenganges

Vor einigen Wochen nun hat mir Dirk Beckmann sein neues Buch gesendet. “Einfach Ballengang – natürliches Gehen” ist der Titel. Zunächst einmal vielen Dank an Sie, Herr Beckmann! Der Autor ist neben Hans-Peter Greb einer der gefragtesten Experten auf dem Gebiet des Ballenganges in ganz Deutschland. Als Faszientherapeut, Spezialist für Körperhaltung und funktionales Bewegen arbeitet er sein 2005 in seiner eigenen Praxis in Düsseldorf. Er unterrichtet und coacht Menschen zum Thema funktionale Bewegungsmuster. Er betreibt auch den Ballengang-Blog. Dort wird das Buch auch vorgestellt.

Und was steht nun im Buch?

Das Büchlein – wie wir Schwaben dazu sagen – hat schmale 40 Seiten und enthält nur das Wichtigste: Zunächst lesen Sie eine Gegenüberstellung der beiden Gangarten Fersengang – Ballengang. Dann bekommen Sie eine Anleitung für den Hör-Test und werden durch Bild und Wort hingeführt, Ihre Füße ganz neu kennen zu lernen. Schließlich wird der Ballengang in seinen einzelnen Schritten vorgestellt. Noch ein paar Worte zur Geschwindigkeit und zum richtigen Schuhwerk – und das war’s auch schon. Angereichert mit vielen wertvollen und nützlichen Bildern ist das Büchlein leicht zu lesen und hat einen hohen Praxiswert. Wem die Worte nicht reichen, für den gibt es auch noch ein Video…

Das Video zum Buch:

Hier können Sie die Auswirkungen und den Unterschied zwischen Fersengang und Ballengang hören und sehen:

Und nun kann ich Ihnen nur noch viel Spaß wünschen beim Ausprobieren!

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18. März 2012

Buchrezension: codes – Die geheime Sprache der Produkte

Das menschliche Gehirn ist bestens dazu geeignet,
mehr als eine Sprache gleichzeitig zu sprechen.”
(Prof. Dr. Petra Schulz)

Schon als Kind faszinierten mich Geheimsprachen. Ich dachte mir immer noch kompliziertere Codes aus, die andere entziffern sollten. Ich lernte das Morse-Alphabet und litt ziemlich darunter, dass ich niemanden hatte, der bereit war, es mir gleich zu tun. Keiner wollte das auch lernen, damit wir uns verständigen konnten.

Sprachen lernen – ein Automatismus

In der Schule lernte ich dann andere Sprachen: Englisch und Französisch. Erst als ich meine erste Reise in die USA unternahm entdeckte ich den praktischen  Nutzen, eine Fremdsprache zu sprechen  - ich wurde verstanden und hatte meine Freude daran, mich in der Fremdsprache auszutauschen. Und während des Psychologie-Studiums lernte ich dann, dass mein Gehirn diese Fähigkeit – Sprache zu lernen – auch für ganz andere Verknüpfungen nützt. Heute ist diese Fähigkeit die Grundlage für meine therapeutische Arbeit. Das menschliche Gehirn lernt Regeln und kann diese auch wieder verlernen bzw. umlernen – ebenso wie es auch ganz automatisch sie Muttersprache gelernt hat. Alle Regeln haben wir im Kopf, wenden sie an – können sie jedoch nicht reproduzieren wenn wir danach gefragt werden. Das gute daran ist: Wir können diese Verknüpfungen nützen. Und genau davon handelt dieses Buch:

codes – Die geheime Sprache der Produkte

Es fällt ins Auge weil es in eine Signalfarbe gekleidet ist. In Signal-orange verpackte 215 Seiten Neuromarketing der Spitzenklasse. Es läßt sich leicht und spannend lesen – ein Fachbuch, bei dem das Lesen Spaß macht. Das Buch wurde bei Haufe verlegt und es kann hier direkt bestellt werden. Die zehn Kapitel bauen aufeinander auf und der Text ist immer wieder mit Grafiken, Bildern und Schaubildern aufgelockert. Wichtige Sätze sind schon gelb markiert – als ob sich jemand bereits mit Leuchtmarker für Sie durchs Buch gearbeitet hätte.

Multimediale Umsetzung: Buch, videos, App

Bei bloggdeinbuch habe ich mich für codes interessiert, weil es auch von Gehirnforschung handelt. Und so ist es voll gespickt mit Links zu kleinen Videos, in denen sich der Leser die Hintergründe aus der Hirnforschung ansehen kann. Mittels Link oder des abgedruckten QR-Codes wird der Leser auf die decode-Seite geleitet, die Videos bereitstellt. Hier finden Sie zum Beispiel das Video aus der Reihe Geist & Gehirn von Manfred Spitzer, wo er beschreibt, dass mentale Verknüpfungen bestehen zwischen Eigenschaften und mentalen Konzepten. Ganz konkret geht es um Experimente dazu, wie die Wärme eines Kaffees die Einschätzung von “psychischer Wärme” verändern kann..

Das gesamte Buch ist nun in zwei Teile gegliedert: Theorie und Praxisbeispiele. Zunächst handelt es davon wie so ein Produkt in den Kopf kommt. Dabei spielt die Verpackung eine wichtige Rolle, denn die wird ja wahrgenommen.

Was steht drin im Buch?

Das Buch ist thematisch in aufeinander aufbauenden Kapiteln gegliedert. Zunächst erfahren Sie von den Grundlagen aus der Hirnforschung. Dann etwas darüber, wie ein Produkt in unseren Kopf gelangt – nämlich über die Verpackung. Und schließlich verraten die Autoren (Christian Scheuer, Dirk Bayas-Linke, Johannes Schneider) das Geheimnis wie Sie Ihr Produkt mit den Zielen (also den Bedürfnissen) des Käufers verbinden können. Bei den Beispielen haben die Autoren darauf geachtet, nicht nur Erfolgsstories vorzustellen, sondern geben dem Leser auch die Möglichkeit, von Projekten zu lernen, die gescheitert sind und nennen die Hypothesen worauf das Scheitern beruhte. Viele Menschen sind an Geheimnissen interessiert. Und dieses Buch ist voll davon! Von 5 möglichen Sternen erhält das Buch von mir 5 (Aufmachung, Inhalt, Spannung, Sprache, Praxisbezug)

Und hier geht’s zur App zum Buch

Wer noch mehr Praxisbezug möchte, der findet bei Haufe auch noch eine App fürs iPhone. Hier können Sie ein virtuelles Auge auf Ihre Produkte richten lassen, um herauszufinden, was ein Käufer von Ihrem Produkt im ersten Moment wahrnimmt. Mein Fazit: Das Buch macht Spaß – und das ist ein ganz wichtiges Bedürfnis eines jeden Menschen.

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19. Februar 2012

Schlaganfall einer Hirnforscherin – Faszinierende Erfahrung!

Wieso heißt es, wenn wir zu Gott sprechen,
dass wir beten – und wenn Gott zu uns spricht,
dass wir schizophren sind? (Lily Tomlin)

Ihr Wunsch, Forscherin zu werden entstand durch die Erkrankung ihres Bruders. Die Familie war hilflos seiner Schizophrenie ausgeliefert und Jill Bolte Taylor fragte sich, warum ihr Bruder nicht konnte was sie kann: Seite Träume wahr werden lassen? Seine Träume mit anderen Menschen zu teilen? Also befaßte sie sich beruflich viel mit Psychiatrischer Forschung.

Das Gehirn von innen entdecken

Sie kannte sich mit der Zeit sehr gut aus mit dem Gehirn. Dabei befaßte sie sich mit Lernmechanismen, die im Gehirn beobachtbar waren: Plastizität. Das ist die Tatsache, dass Gehirnzellen nicht ihr Leben lang für eine bestimmte Aufgabe verantwortlich sind. Fällt diese weg, stehen die Zellen für neue Aufgaben zur Verfügung. Oder anders ausgedrückt. Die Aktivität unserer Gehirnzellen ist ganz stark davon abhängig wie wir das Gehirn gebrauchen! Und am Abend engagierte sie sich bei einer Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Bevölkerung über psychische Krankheiten aufzuklären: die NAMI (National Alliance on Mental Illness) Im Inneren des Gehirns kannte sie sich also schon gut aus.  Jedoch sollte sie sich bald noch besser darin auskennen…

Ein einschlagendes Ereignis

Im Dezember 1996 hatte sie die Möglichkeit, eine schlagartige Einsicht zu erlangen: sie erlitt selber einen Schlaganfall. Sie sagt selber über sich, dass sie plötzlich zu einem Kind wurde, das in einem erwachsenen Körper steckte. In ihrer linken Gehirnhälfte platzte ein Blutgefäss. Sie sagt, an diesem Morgen habe sie etwas verloren. “Komisch sieht mein Körper aus.” waren ihre Gedanken als sie danach in ihrem Rudergerät trainierte. Aber sehen Sie selbst den Vortrag, in dem sie ihr Erlebnis erzählt.

Wieviele Hirnforscher haben die Möglichkeit, einen Schlaganfall am eigenen Leib zu erfahren?

Gewünscht hatte sie es sich sicherlich nicht – dass es ihr selber passieren würde. Aber seit es geschehen ist fasziniert sie mit ihren Erlebnissen das Publikum.

Sie war oft hin- und hergerissen zwischen dem was sie wußte und was sie durch ihren Schlaganfall erlebte: die Grenzen zwischen sich und der Umwelt lösten sich auf. Und wie wenn jemand eine Fernbedienung betätigt hatte war es plötzlich still in ihrem Kopf. Stille. Eins mit allem. Schönheit. Was war es nun, das sie verloren hatte? Oder hatte sie etwas gefunden? Sie nennt es Nirvana. Alles um sie herum war still. Absolute Stille. Im Kopf war es still. Was hatte sie gefunden? Sie erlebte sich eins mit allem um sich herum. Sie war hin- und hergerissen zwischen “Wow ist das cool! Was für ein Frieden!” und “He, wir haben ein Problem, das geht doch so  nicht! Ich habe jetzt keine Zeit für einen Schlaganfall” Der ganze Streß war weg, Jahre von emotionalem Ballast! Stille. Friedfertigkeit. “Toll, wieviele Forscher haben die Möglichkeit, einen Schlaganfall von innen her zu erforschen? Geht nicht, ich bin eine viel beschäftigte Frau.” Und selbst eine Telefonnummer zu wählen wird plötzlich zu einem Abenteuer, bei dem Sie schließlich mit einem Golden Retriever verbunden war.

Und das Fazit von Dr. Jill Bolte Taylor?

Ich merkte, dass ich nicht mehr der Regisseur meines Lebens war. Vom Leben hatte ich mich bereits verabschiedet und war sehr überrascht, als ich wieder aufwachte. Wie ein riesiger Wal glitt ich durch ein Meer stiller Freude. Ich hatte eine schlagartige Einsicht: Wenn ich das Nirvana gefunden habe und immer noch am Leben bin – dann kann das jeder! Ich finde, das ist eine Idee, die es wert ist, zu verbreiten!

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Bild: Kip May (c) thank you for permission to publish

23. Januar 2012

Die Technik des Geschichten Erzählens…

Und wenn Sie nicht gestorben sind… Wer kennt ihn nicht, diesen Satz, mit dem zumindest die Grimm’schen Märchen enden? Und wer würde es nicht gerne können, eine eigene Geschichte so zu erzählen, dass sie spannend bleibt bis zu diesem Satz?

Kinder machen das ganz automatisch

Es ist schon faszinierend wie Kinder das können. Im Spiel versinken, die Welt um sich vergessen, “hui buh, hui buh, ich bin ein Gespenst, habe keine Zeit, ich muss spuken, hui buh, hui buh…” huscht die 5 jährige Sophia durch den Raum. Um ihren Hals hat sie einen Gespenster-Schal, der gestern noch der Ritter-Umhang ihres Bruders war. Und dann verschwindet sie wieder in ihre Gespenster-Wirklichkeit, um erst nach einer Stunde wieder zurück zu kommen weil sie durstig ist. Für sie ist es die Wirklichkeit und es ist ein Leichtes einen Erwachsenen durch ihre mitreißende Art und ihre Erzählungen mit in diese Wirklichkeit zu entführen. Wir Erwachsenen haben das oft vergessen und müssen es neu lernen. Wie geht es, dieses Geschichten erzählen? Das muss doch lernbar sein…?

Wir lernen das Geschichten erzählen heute im Internet

In Zeiten des Web 2.0 findet Unterrichten ganz anders statt als wir es bisher gewohnt waren. Bei TED werden laufend neue Vorlesungen eingestellt, die kostenlos verfügbar sind. So gibt es derzeit einen Titel von Joe Sabia “Die Technik des Geschichten Erzählens”.

Naja – er bringt Ihnen in seiner kurzen Präsentation das Erzählen nicht bei. Aber er zeigt, dass er es beherrscht. Es könnte Ihnen gelingen, seine Technik abzukupfern und es nachzumachen. Oder er steckt sie an mit seiner Art, Spannung aufzubauen, Erwartungen zu umschiffen oder genau zu treffen. Geschichten sind deshalb so effektiv, um Menschen zu erreichen weil wir uns mit den Protagonisten identifizieren und die Erlebnisse uns emotional erreichen. Wodurch wir am besten lernen sind eigene Erfahrungen. Und je tiefer die Gefühle sind, die etwas bei uns auslöst, desto besser ist der Lerneffekt. Deshalb werden ja Lernziele auch gerne in Geschichten verpackt, deshalb wurde die Fabel erfunden. Oder Verkäufer packen ihre Botschaft in Geschichten, um ihre Kunden zu erreichen. Aber das ist eine andere Geschichte. Die Geschichten, die ich gerade am liebsten lese stehen auch im Internet, bei belauscht.de – ganz im Sinne von: Geschichten, die das Leben schrieb.

Auf die Perspektive kommt es an…

Und was ist wenn mir die Geschichte nicht gefällt? “Dann lese ich eben eine andere.” mögen Sie denken. Eine Möglichkeit – heute gibt es fast für alles eine Lösung. Hören Sie was Raghava KK dazu zu sagen hat:

Mag sein, Kinder können auf diese Weise besser lernen unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Ab einem bestimmten Alter ist das gewiss angebracht. Aber vorher könnte es etwas verwirrend sein. Denn bevor der Egozentrismus nicht überwunden ist, was nützt es mit verschiedenen Perspektiven konfrontiert zu werden wenn diese Fähigkeit, mich in die Lage des anderen zu versetzen noch gar nicht vollständig ausgeprägt ist? Aber für Erwachsene ist dieses virtuelle Buch ganz sicher eine Möglichkeit, Vorurteile zu überwinden. Denn es gibt immer eine andere Perspektive, die man einnehmen kann, so man denn will…

Die Märchenerzählerin…

Und was ist wenn Sie gerne eine eigene Geschichte oder ein eigenes Märchen verfassen möchten – Sie bekommen es jedoch partout nicht hin? Dafür gibt es auch eine Lösung. In diesem Fall empfehle ich Ihnen meine Freundin und Kollegin Nadine Reiband. Sie ist auch Diplompsychologin und in ihrer wenigen Freizeit schreibt sie Geschichten und Märchen – auch im Auftrag. Ein Beispiel können Sie hier auf meiner Homepage hören (der große Glücksfall). Oder Sie besuchen bei ihr einen Kurs, in dem Sie das Schreiben von Geschichten lernen, sie bietet das auch für Kinder an. Wer Interesse daran hat zu lernen therapeutische Geschichten zu schreiben lernt das am besten bei Stefan Hammel. Viel Spaß damit und gute Geschichten wünsche ich Ihnen!

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Foto: pitopia (c)

28. Dezember 2011

Märchen sind doch Kinderkram!

Nicht die Kinder bloß
speißt man mit Märchen ab.
(Gottfried Ephrahim Lessing)

Durch meinen Beitrag über Märchen habe ich einige Anfragen erhalten und möchte das gerne als Anlass nehmen noch mehr darüber zu schreiben.

Ein Märchenbuch, das ich empfehlen kann

Märchen sind doch Kinderkram! Sehen Sie hier eine grimmige Geschichte, die den Namen auch verdient hat:

Definitiv nichts für Angsthasen. Eine Märchen-Sammlung, bei der die Helden nur aus Hänsel und Gretel bestehen.

Wie macht es unser Gehirn, aus Märchen zu lernen?

Schon immer hatte ich mich gefragt wie unser Gehirn es wohl macht, die Grammatik der Muttersprache zu lernen. Prof. Dr. Manfred Spitzer beantwortet es mir indem er mit erklärte wie das Gehirn Regeln lernt.

Und Regeln gibt es nicht nur in der Grammatik, sondern alle möglichen sozialen Beziehungen laufen durch mehr oder weniger bewusste oder unbewußte Regeln ab. In diesem Video geht er zuerst darauf ein, was Spuren im Schnee mit unserem Gedächtnis zu tun haben. Er erklärt dann die Müller-Lyer-Täuschung und wie man daran einen Automatismus erklären kann. Und schließlich erzählt er wie Kinder die Grammatik lernen – mit Beispiel, ich finde es sehr faszinierend!

Die Wiege der Märchen Erzähler?

Bild: Im Theater spielt man auch Märchen...

Viele Märchenerzähler kommen aus Persien. Als ich zum ersten Mal die Lesung eines echten Märchenerzählers erlebte war ich aufgeregt. Rafik Schami las  aus seinem neuen Buch – ich glaube es war das Geheimnis des Kalligrafen. Die Bücher und Hörbücher von ihm kann ich nur wärmstens empfehlen. Auch Nossrat Peseschkian ist persischer Herkunft und hat sich als Psychiater & Psychotherapeut dem Märchen Erzählen verschrieben. Damit begründete er eine therapeutische Richtung, die er Positive Psychotherapie nannte. In meiner Kindheit vergrub ich mich mit Vorliebe in die Märchenbücher von Elsa S. Kamphoevener. Sie erzählte orientalische Märchen so schön, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte mit Lesen. Und auch sie hat ihre Wurzeln im persischen Reich – Jahre ihrer Kindheit hat sie dort verbracht und ihr Vater führte sogar den Titel eines Paschas.

Welche Märchen sind empfehlenswert?

Ich möchte weniger die Märchen selber empfehlen. Sondern was ich wichtig finde ist, einen Märchenerzähler zu finden, der sein Fach wirklich liebt. Nur wer mit Begeisterung bei der Sache ist kann auch andere begeistern. Deshalb kann ich vorbehaltlos alle Bücher und Märchen von den vorgenannten Autoren empfehlen. Und noch ein weiteres Buch. Er läßt sich nicht in die persische Tradition einreihen, ist aber ein hervorragender Märchen-Erzähler: mein Kollege Stefan Hammel. Sein Buch Der Grashalm in der Wüste ist eine hervorragende Sammlung von Geschichten zum Vorlesen in allen Lebenslagen. Und in seinem Blog stellt er tolle Geschichten auch zum Download zur Verfügung.

Und das Fazit zu den Märchen?

Und? Sind Märchen Kinderkram? Wenn Sie davon überzeugt sind, dann lesen Sie nicht die folgenden Bücher. Denn wenn Sie es ohne Begeisterung tun, dann können Sie es sich sparen! Dann lesen Sie aber auch niemandem ein Märchen vor… die Zeit können Sie sinnvoller nützen – und die Kinder, die Ihnen zugehört hätten auch!

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Bild: National Library of Ireland (cc)

22. Dezember 2011

Wozu sind Gefühle da? Scham

Das Schämen ist ganz aus der Mode gekommen.
Heute schämt man sich höchstens, dass man sich schämt.
(Nicola Trussardi)

Wenn jemand zu mir in die Praxis kommt oder eine Online-Beratung wünscht und es um Scham geht, dann sind die Anfragen folgende: Ich habe Angst mich zu blamieren, ich befürchte ausgelacht zu werden, ich möchte nicht rot werden vor all den Menschen. Und auch hier ist wieder der Auftrag: die Scham soll weg!

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Soviel zum kurzen Ausflug (1.17 min) in die  Grammatik – aber wir waren ja bei der Psychologie!

Und was ist der Sinn von Scham?

Gefühle geben zum einen mir selber eine Rückmeldung – aber auch meinem Umfeld. Die Scham ist zwar auch für mich gedacht – aber vor allem für die Menschen in meinem Umfeld. Wenn ich eine gültige gesellschaftliche Regel übertrete schäme ich mich. Eine Regel kann ich absichtlich oder unabsichtlich übertreten. Mache ich das absichtlich, werde ich keine Scham zeigen – passiert mir das hingegen unbeabsichtigt wird mein Organismus unverzüglich mit Scham reagieren. Das ist eine wertvolle Information für die Menschen um mich herum. Sie können mich verbannen aus der Gemeinschaft oder mir die Übertretung – abhängig von noch weiteren Faktoren – verzeihen! Das hängt davon ab wie viel Erfahrung ich bereits auf einem Gebiet habe, ob ich es absichtlich oder unabsichtlich tat, wie wichtig die Grenze ist, welche Folgen es hatte und so weiter. Die Scham ist also ein Gefühl, das mir hilft, zu einer Gemeinschaft dazuzugehören. Scham ist ein Gefühl, das das Überleben in der Gruppe sicherstellen soll.

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Welche Regel hat Guido Westerwelle gebrochen? Andere schämten sich für ihn, es gab kein Verständnis. Die Regel lautet: Bei internationalen Angelegenheiten spricht man Englisch.

Wie ausgeprägt ist Ihre Scham?

Um zu testen wie ausgeprägt Ihr Schamgefühl ist können Sie im Netzwerk Sexualtherapie den Fragebogen zu Schamgefühlen ausfüllen, den mein Kollege Manfred Soeder entwickelte. Der Test bezieht sich nur auf Sexualität und kann nicht als allgemeiner Test zum Schamgefühl verwendet werden. Sie können sich sogar das Ergebnis per Email schicken lassen wenn Sie das möchten.

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Foto:  pitopia (c)

21. Dezember 2011

Was für ein Unterschied – sagen Sie Ihre Botschaft in anderen Worten!

Ein freundliches Wort
ist mehr wert als es kostet.
(Ernst Ferstl)

Missverständnisse zwischen Menschen gibt es wahrscheinlich schon seit es den Menschen gibt. Eine hohe Kunst ist, diese auszuräumen. Da scheint es offenbar einfach zu sein, seine eigene Position darzustellen wenn es noch keine Missverständnisse gibt. Aber auch das ist nicht immer einfach. Hier habe ich einiges zusammengetragen, das es ein wenig Klarheit bringen soll.

Die Kraft von Worten – dasselbe nur in anderen Worten

Immer wieder darf ich in Trainings, Coachings oder Therapiesitzungen erleben wie kraftvoll es sein kann, die eigenen Worte einfach nur anders auszudrücken. Der folgende Film verdeutlicht wie das konkret aussehen kann.

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Was hat die junge Dame auf dem Schild geändert? Was vorher auf dem Schild stand war ohne Bezug zum Leben der Menschen, die vorbeilaufen. Wenn ich jedoch jemandem sage, dass es einen Menschen gibt, der die Schönheit nicht sehen kann, die andere umgibt, dann gibt es einen persönlichen Bezug. Ich habe sofort vor mir, dass es sein könnte, auch ich könnte diese Schönheit nicht mehr sehen. Diese Vorstellung ist mir näher als einfach nur das Wissen: Da sitzt ein blinder Mann vor mir. Und schon steigt die Bereitschaft zu helfen. Das kann die Kraft der Worte sein wenn ich mich nur darin auskenne, sie richtig zu verwenden.

Wie kann ich Menschen in Worten nahe sein?

Die Frage wie ich in Worten Nähe zu anderen Menschen herstelle beschäftigt die Psychologen schon ziemlich lange. Es ist die Grundlage für die Gestaltung der Therapeutischen Beziehung. Vor allem die Gesprächspsychotherapie nach C. Rogers beschäftigt sich damit. Laut seiner Aussage sind es drei Faktoren, nach denen sich diese Nähe gestalten läßt: Empathie, Authentizität und Akzeptanz. Er ließ die Patienten genau diese drei Faktoren jeweils bewerten wenn sie ein Therapiegespräch hatten. Damit regte er an, dass eine bis dahin gültige Regel gebrochen wurde: Die Therapeuten begannen ihre eigenen Gefühle einzubringen. Bis dahin war es ziemlich verpönt das zu tun. Aber um authentisch zu sein ist es sogar unerlässlich, das zu tun. Einer, der ziemlich hohe Werte bei Empathie erreichte war Frank Farrelly. Er hat dann später eine eigene Therapie- oder Gesprächsform entwickelt: Provokative Therapie – im deutschen oft Humortherapie genannt.

Was macht empathische Gespräche so wirkungsvoll?

Frank Farelly spicht ungeschminkt alles aus, das ihm einfällt wenn er mit jemandem spricht. Viele sind dadurch empört, andere lachen viel und nach dem Gespräch sagen sie: Es hat sich etwas verändert und ich kann gar nicht benennen was es war. Sehen Sie hier eine Nachbesprechung von so einem Gespräch (7;24 min; es ist in englischer Sprache):

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.

Was wirkt scheint also zu sein, dass emotionale Zustände angesprochen werden und sich Blockaden dadurch lösen. So wie wenn an der Grammatik etwas geändert wird, der Betreffende wendet plötzlich eine ganz andere Regel an und kann gar nicht benennen was sich geändert hat. Das kann soweit gehen, dass die Kinder dann plötzlich fragen: “Was ist denn mit Mama los?” Die Änderung wurde bemerkt – konnte aber nicht benannt werden.

Und was kann ich selber machen um diese Nähe auszudrücken?

Es scheint sehr einfach zu sein wenn ich jetzt schreibe: Drücken Sie Ihre Bedürfnisse aus. Das ist die einzige Regel, die Sie befolgen müssen, um mit Ihren Worten dafür zu sorgen, dass andere Ihnen nahe sein können. Wenn Sie einem anderen zeigen möchten, dass Sie ihm nahe sind, dann zeigen Sie ihm in Ihren Worten, dass Sie seine Bedürfnisse verstehen. Das ist schon die höhere Kunst. Dabei geht es nicht – wie manchmal irrtümlich verbreitet – die Worte von anderen wie ein Papagei zu wiederholen. Nein, es geht darum, in meinen Worten das auszudrücken was dem anderen gerade wichtig ist.

Konkretes Beispiel aus der Praxis

Und das kann auch einfach heissen, wenn der Ehemann am Abend heim kommt und motzt: “Warum ist denn die Küche schon wieder nicht aufgeräumt?” zu antworten: “Schatz, welche Laus ist Dir denn heute über die Leber gelaufen? War Dein Tag anstrengend heute?” Sein Bedürfnis wird wahrscheinlich sein, sich erstmal auszuruhen weil er viel um die Ohren hatte. Die Schwierigkeit besteht nun darin, dass die Bedürfnisse von beiden aufeinandertreffen. Die Frau hatte auch einen vollen Tag und hätte gerne die Küche aufgeräumt, wurde aber davon abgehalten und ist ärgerlich darüber. Wahrscheinlich wird sie antworten: “Dann räum doch Du die Küche selber auf.” Sie wird angegriffen und verteidigt sich. Und schon haben die beiden den schönsten Streit. Nicht gerade was sie sich beide für den Abend gewünscht hatten…

Und gibt es Regeln um emphatisch zu kommunizieren?

Ein ganz wichtiger Satz ist: “Jeder Vorwurf ist nur ein schlecht formulierter Wunsch.” Er bedeutet, dass es wichtig ist, seine Bedürfnisse auszudrücken, seine Wünsche zu formulieren. Wer dem anderen Vorwürfe macht fängt einen potenziellen Streit an. Wer das möchte – gut – aber meistens will der andere ja ein Bedürfnis ausdrücken und wundert sich dann irgendwann, dass er es nicht bekommt. Wirklich tragisch wird es dann, wenn der eine anfängt, dem anderen vorzuwerfen, dass er seine Bedürfnisse nicht erfüllt bekommt: Wegen Dir bin ich unglücklich, wegen Dir kann ich nicht… Die Wahrheit liegt ja dort nicht – sondern derjenige hat seine Bedürfnisse einfach bisher nicht erfolgreich ausgedrückt. Die gute Nachricht daran ist: Das ganze ist trainierter – und damit veränderbar. Zum Glück!

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19. Dezember 2011

Wozu ist das denn gut? Vorurteile

Ein Urteil läßt sich widerlegen,
aber niemals ein Vorurteil.
(Marie von Eber-Eschenbach) 

Vorurteile begegnen uns immer und überall. Unser Gehirn ist darauf spezialisiert, Verarbeitungs-Prozesse zu vereinfachen. Sinn dieser Vereinfachung ist, dass Zeit gespart wird. Der Nachteil davon ist, dass unser Verhalten ja aufgrund einer automatisierten Verarbeitung getroffen wird. So kann es schnell zu Handlungen kommen, die nicht unseren Werten entsprechen. Was hilft ist allein Aufmerksamkeit und das Wissen dass es so ist.

Ein Krieger, dessen Mission der Weltfrieden ist

Einen ganz eigenwilligen Weg gegen Vorurteile in der Welt anzugehen hat sich The Scary Guy gewählt. Bevor ich hier lange Geschichten schreibe überlasse ich erstmal Manuel das Wort (5:32):

.

Im Jahr 2010 war The Scary Guy auf einer Tour durch Deutschland.

The Scary Guy ist bereits ein Filmstar in Deutschland

Ich kenne bisher nur den Film “Scary – furchterregend”, der im deutschen Fernsehen bereits mehrere Male ausgestrahlt wurde. Was Manuel erzählt ist nochmal eine ganz andere Seite von diesem Kämpfer für die Liebe. Vor allem fand ich es prima, dass er im Video kleine verhaltensnahe und praktikable Strategien verrät, die aus meiner Sicht sehr viel Sinn machen. Die offizielle Seite von The Scary Guy enthält noch viel mehr Informationen über ihn und seine Friedens-Mission. Sie ist in englischer Sprache. Für diejenigen, die nur deutsch verstehen gibt’s hier eine kurze Doku über ihn persönlich und seine Arbeit:

.

The Scary Guy arbeitet sowohl mit Jugendlichen als auch mit Erwachsenen. Dabei ist er spezialisiert darauf, in Gegenden, in denen es nicht gerade üblich ist, wertschätzend miteinander umzugehen, eine Veränderung im Verhalten von Menschen zu bewirken. Er ist also auf soziale Brennpunkte spezialisiert. Im Film “The Scary Guy” wird deutlich, dass er es schafft, Menschen dazu zu bewegen, mit ihm zu kommunizieren – und mit anderen waren diese noch nicht einmal bereit, Blickkontakt aufzunehmen. Durch diesen Kontakt, den er herstellt – und er macht das mit Empathie – schafft er es, Verhaltensänderungen zu bewirken wo andere es nichtmal schaffen, zur Änderung der Einstellung zu begeistern.

Das manifest gewordene Vorurteil

Bild: The Scary Guy (c)

Wie macht er es? Er lebt was er verkündet, ist authentisch – und zwar mit Haut und Haar – im wahrsten Sinne des Wortes! Was ihm dabei wohl sehr hilfreich ist – mit seiner Erscheinung selber scheint er ein manifest gewordenes Vorurteil darzustellen. In seiner Vergangenheit war er wohl genauso wie die Vorurteile, die auch heute noch seinem Äußeren entgegen schleudern. Heute steht er hin vor Massen von Publikum – vor allem in Schulen – und zeigt, dass es eben nur Vorurteile sind. Denn seine Mission ist eine noble: Für den Weltfrieden will er kämpfen. Und andere damit anstecken. Seine Botschaft ist, dass jeder Einzelne seinen Beitrag leisten kann, damit es Weltfrieden gibt – und das jeden Tag!

Und wozu waren jetzt nochmal Vorurteile gut?

Ach ja, wir waren ja bei den Vorurteilen. Grundsätzlich ist es ja gut, dass unser Gehirn die Fähigkeit hat, den Wahrnehmungs- und Beurteilungsprozeß zu automatisieren. Wir sehen einen bunt tätowierten Kerl – der gehört dann automatisch in die Kategorie “gewalttätiger Mensch, der mich sowieso nicht interessiert”. Sinn dahinter ist, dass ich mich nicht unnütz lange damit beschäftige, sondern meine Ressourcen schone und der Gewalttätigkeit entkommen kann. Bei Scary wäre ich drauf reingefallen, da er zwar bunt tätowiert ist – jedoch nicht in diese automatisch zugewiesene Kategorie paßt. Und was denken Sei jetzt? Sie haben keine Vorurteile? Geht nicht gibt’s nicht. Denn Ihr Gehirn ist darauf spezialisiert.

Die Fähigkeit des Gehirns nützen um seine Werte zu leben

Wenn mein Gehirn das schon mal kann, dann könnte ich es ja nützen… gesagt getan! Mein Tipp: Immer achtsam sein und die Bewertungen, die Ihr  Gehirn jemandem zuweist in Frage stellen. Sich für den Menschen interessieren, seine Bedürfnisse wahrnehmen, aus den Vorwürfen die dahinter liegenden Wünsche hören und auf diese reagieren und nicht auf den Angriff. Immer überprüfen: Was mir mein Gehirn präsentiert – entspricht das meinen Werten? Immer auf die Werte reagieren, dann wird Ihr Gehirn irgendwann das automatisieren. Dann wird alles leichter und auch wärmer, wertschätzender.

Ich habe aber wirklich keine Vorurteile!

Vor allem in meinen Trainings habe ich bemerkt wie stark Vorurteile wirken. Und wieviel Aufmerksamkeit es erfordert, sich dagegen zu stellen. Denn jedes Vorurteil ist ein Angriff. Hier nicht mit Gegenangriff zu reagieren ist gar nicht so leicht. Es gehört schon zu den höheren Oktaven der menschlichen Kommunikation mit sich und der Welt so sehr zufrieden zu sein, um den Angriff zu parieren und nicht einen Gegenangriff zu starten. So kann jeder bei sich selber anfangen – ganz im Sinne von The Scary Guy. Der eigene Beitrag zum Weltfrieden – und das jeden Tag! Viel Spaß dabei…

Ach ja und: Falls jemand hört, dass der Film wieder ausgestrahlt wird, bitte mir den Termin schicken!

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Mehr Info zum Schubladendenken gibt es hier:

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picture: The Scary Guy (c)
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13. Dezember 2011

Englisch lernen im Vorbeigehen?

Überall lernt man nur von dem, den man liebt.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Mich begeistert immer mehr was ich im Internet an Möglichkeiten entdecke. Der Englisch blog bietet in jedem neuen Post einen Tipp zum Lernen der englischen Sprache. Im zugehörigen Englisch Forum können sogar Fragen gestellt werden. Es gibt eine Zusammenfassung der englischen Grammatik und hilfreiche Links. Falls Ihnen das Lernen zu langsam geht können Sie auch bei  English Town Ihr Wissen vertiefen. Hier gibt es Angebote zum Lernen der Englischen Sprache in allen möglichen Lern-Niveaus. Sie können rund um die Uhr einen Englisch-Kurs starten und Ihren Lerninhalt und Level selber bestimmen. Der English Blog veröffentlicht unter der cc Lizenz, der Creative Commons Lizenz, was bedeutet, dass die Inhalte frei veröffentlicht werden dürfen – sofern die Urheber als Autoren genannt werden. Das gefällt mir – das ist Web 2.0!

Im Englisch Blog werden zum Beispiel Zeiten erklärt:

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und natürlich gibt es auch Links zu anderen Videos, die thematisch dazu passen. Alle Zeiten halt.

Da wird der englische Guardian zitiert und ungewöhnliche Wörter übersetzt. Oder es gibt Linktipps zu Blogs, die verwandte Themen behandeln. Auf Synonyme wird eingegangen indem aktuelle Veranstaltungen kommentiert werden. Und so macht der Englisch Blog seinem Slogan “Nebenbei Englisch lernen” alle Ehre. Jeden Tag erscheint ein neues Post, das immer irgendetwas mit der englischen Sprache zu tun hat.

Die Liebe zum Thema ist spürbar

Ich meine, in den Blogs ist wichtig, dass der Schreiber mit Begeisterung bei der Sache ist. Es ist einfach spürbar, wenn jemand sein Fach liebt. Das ist nicht einer von den Blogs, die nur geschrieben werden, damit irgendwelche Pharma-Produkte an den Mann und an die Frau gebracht werden. Werbung gibt’s zwar auch im Blog – aber themenbezogen und nicht aufdringlich. Im Vordergrund steht die Liebe zur Englischen Sprache. Mehr davon!  Schließlich sagt uns die moderne Hirnforschung (Prof. Dr. Gerald Hüther) dass es nicht ausreicht, den Lernstoff ganz oft zu wiederholen. Am besten funktioniert das mit dem Lernen, wenn wir den Inhalt mit Begeisterung lernen. Und wer kann uns das besser vermitteln als jemand, der sein Fach liebt?

Tipp Wenn Sie im vorbeigehen Englisch lernen oder verbessern wollen – abonnieren Sie dieses Blog!

Die App zum Vokabeln trainieren

Und eine App zum Trainieren von Vokabeln habe ich auch gefunden. Der Wortfuchs kostet knappe 3 € und liest Ihnen die Vokabeln sogar vor wenn Sie das wünschen. Für Schüler sind bestimmte Lektionen bereits vorbereitet. Sie können auch Ihre eigenen Lektionen hinzufügen. Die eingegebenen Vokabeln können Sie in unterschiedlichen Varianten üben und sich abfragen lassen: Multiple-Choice, Drag&Drop, Matcher, 1 von 2 und schließlich “übersetzen”.

Das Programm zum herunterladen (freeware)

Den Wortfuchs gibt es auch als Freeware zum Download. Auch hier werden unterschiedliche Varianten angeboten, Vokabeln abzufragen. Der ist allerdings wirklich nur für Kinder gemacht. Für große oder auch kleine Kinder eben.

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12. Dezember 2011

Neues aus der Wissenschaft: Experimente zu Eiswasser und Schmerz

Wir werden glücklich
indem wir immer weiter
für uns lernen.
(Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer)

Ich kann Ihnen durch das was ich schreibe und hier im Blog behandle Bilder in den Kopf setzen, die angenehme Gefühle auslösen.  Alles wird ganz weit, die Atmung wird tiefer, ruhiger und Sie beginnen zu schwelgen. Den allermeisten Menschen wird es warm werden wenn Sie dieses Video sehen, manche bekommen auch Angst weil Sie bestimmte Erfahrungen damit gemacht haben. Wärme wird mit angenehm assoziiert.

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Ich kann jedoch auch Bilder in Ihren Kopf setzen, die Ihnen unangenehme Gefühle bescheren. Es zieht sich etwas zusammen, die Atmung wird oberflächlicher, kurzatmiger, Ihre Konzentration wird geringer und der Organismus schaltet langsam auf  Fluchtmodus. Womöglich werden Sie unruhig, Energie wird aktiviert, um aus der Situation zu gehen.

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Möchten Sie das gerne wiederholen? Die einen ja – die anderen nein. Manche würden sofort mit ins Wasser springen – anderen graut davor schon bei der Vorstellung daran.

Das Eiswasser-Experiment

Und genau diese Erfahrung machen sich Psychologen zunutze in der Schmerzforschung. Lange haben Forscher damit gearbeitet, Patienten zu Forschungszwecken Schmerz zuzufügen. Heutzutage wird nicht mehr geritzt, gepikst oder erhitzt um dem Teilnehmer der Studie Schmerz zuzufügen – es wird gekühlt. Wenn der Körper lange einem Kältereiz ausgesetzt ist beginnt er, die Wahrnehmung als Schmerz zu bewerten. Das nützt die Schmerzforschung für das “Eiswasserexperiment”. Die Probanden werden dazu gebeten, ihre Hände in Eiswasser zu tauchen. Dabei wird unter allen möglichen Fragestellungen gemessen wie lange die Teilnehmer den Kältereiz und damit den Schmerzreiz aushalten. Und die Forschungslage dazu ist mittlerweile ziemlich dicht.

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Diese Drei haben das Experiment für sich etwas abgewandelt, sie tauchen das Gesicht ins eisige Wasser. Die klassische Anordnung sieht so aus, dass die Hand ins Wasser getaucht wird. Und das jeweils unter verschiedenen Bedingungen – einige mag ich hier darstellen.

Einfluß von sexuellen Imaginationen auf Schmerz

Dr. Peter Staats von der John Hopkins Universität in Baltimore ließ Männer unter drei Bedingungen die Hand eintauchen: Die einen visualisierten einen Spaziergang, die anderen eine wenig erregende sexuelle Phantasie und die dritte Gruppe visualisierte eine sexuelle Szene die individuelle für sie sehr erregend war. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Doppelt so lange konnte die dritte Gruppe ihre Hand im eiskalten Wasser belassen. Die Autoren empfehlen deshalb auch, bei unvermeidbaren Schmerzen die Aufmerksamkeit auf extrem lustvolle Erlebnisse zu richten – meist eben sexuelle Phantasien. Meine Gedanken dazu sind: Ob nicht auch exzessives sexuelles Verhalten der Versuch ist, erlebten seelischen oder körperlichen Schmerz zu überdecken, zu verdrängen?

Für hübsche Frauen ertragen Männer Schmerzen länger

Während seinem Studium machte Ernst Roidl einen Eiswasser-Test um zu überprüfen ob Männer wirklich berechenbar sind wie ihnen immer nachgesagt wird. Die Versuchsleiterin machte sich für die einen hübsch (offenes Haar, Make-up, körperliche Nähe) und für die anderen blieb sie eher kühl (Haar streng nach hinten, kein Make-up, körperliche Distanz) und die Männer hatten ihre Hand wieder im Eiswasser. In der “hübsch”-Bedingung beließen die Männer ihre Hände mehr als doppelt so lange im Eiswasser. Die Versuchsleiter mussten die Probanden sogar in einigen Fällen vor Schäden bewahren, indem sie nach zweieinhalb Minuten den Versuch abbrachen. Die weiteren Ergebnisse gibt bei Spiegel Interview.

Fluchen lindert Schmerz

Hier wurden die Probanden gebeten, während Sie die Hand in Eiswasser tauchen Schimpfwörter auszusprechen oder neutrale Worte zu sagen. Überraschenderweise konnten die Probanden tatsächlich ihre Hand unter der Schimpfwörter-Bedingung länger im Wasser lassen. Hier das Abstract bei Nero Report. Was lernen wir hier für die Praxis? Geht es wirklich ums Fluchen und Schimpfen? Der Schmerz muss raus! Aus meiner Sicht ist es wichtig authentisch zu sein – nett lächeln während ich Schmerzen empfinde nützt nichts, ein Emotions-Ausdruck muss her, der zum Erleben passend ist. Vielleicht muss es nicht gleich Fluchen sein, Schimpfen tut’s auch!

Geschlechterunterschiede – Männer & Frauen

Werden Männer und Frauen gebeten, ihre Hand in Eiswasser zu tauchen halten Männer immer länger durch. Interessant wird es, wenn jetzt die Männer zusammen mit den Frauen ihre Hand in das Eiswasser tauchen. Die Wissenschaftler fanden, dass beide Geschlechter dann länger durchhalten! Bei den Frauen war der Effekt zwar auch da – war aber nicht so groß wie bei den Männern.

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