Archiv für Oktober 15th, 2011

15. Oktober 2011

Wenn es erst vorbei ist, ist das Fliegen wunderbar…

… so ist das für viele Menschen mit Flugangst. Aviophobie heißt die unangenehme Krankheit in der Fachsprache. Immer mehr Menschen leiden darunter. Manche halten die unangenehmen Gefühle lange aus bevor sie den Weg zum Therapeuten gehen – oder lassen sich vom Arzt Tabletten verschreiben, um wenigstens etwas über die Runden zu kommen.

Ohne Vorfreude ist es kein richtiger Urlaub

“Wenn ich Angst hätte vor einem Hund, weil er mich gebissen hat, dann könnte ich das nachvollziehen. Aber ich hatte ja noch nie ein schlechtes Erlebnis mit einem Flugzeug und kann deshalb nicht verstehen, warum ich solche Angst vor dem Fliegen habe.” Diesen oder einen ähnlichen Satz höre ich immer, wenn jemand mit Flugangst sich bei mir meldet. Die Symptome fangen meist schon vor der Reise an. Je näher der Flug rückt, desto angespannter sind die Betroffenen. “Vorfreude auf den Urlaub kenne ich schon lange nicht mehr. Beim Packen schwitze ich und muss mir Wochen vorher schon einen Plan erstellen. An den halte ich mich, damit ich vor lauter Aufregung auch ja nichts vergesse.” Das ist die Angst vor der Angst wenn Sie schon vor der Reise unter diesen oder anderen Symptomen leiden. Vermeidungsverhalten gehört auch dazu. Aus Angst vor der Angst wird alles vermieden, das mit dem Flug zusammenhängt: Gespräche darüber, Sonnencreme einkaufen, die Route am Urlaubsort planen und so weiter…

Die Auslöser für Flugangst liegen im Unbewussten.

Die eigentliche Angst tritt dann auf, wenn Sie im Flugzeug sitzen und die Symptome sind immer die gleichen. Denn Menschen reagieren ähnlich auf Stressoren:

  • Schweißausbrüche
  • feuchte oder kalte Hände
  • Herzrasen
  • das Gefühl, keine Luft zu bekommen
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Durchfall

Die Angstauslöser sind so unterschiedlich wie die Menschen, die darunter leiden. Und was ganz besonders ist: meistens liegen die Auslöser für die Angst ganz weit in der Vergangenheit zurück. “Sobald die Tür zu ist, fühle ich mich so eingesperrt.” Während  der Therapiesitzung wird klar: In der Pubertät hat der Vater nicht akzeptiert, dass seine Tochter beginnt eigene Entscheidungen zu treffen. Wenn sie nicht nach seiner Pfeife tanzte, hing der Haussegen schief. Sie wußte zwar, was sie wollte, konnte sich ihm gegenüber aber nicht durchsetzen. “Ich fühlte mich so eingesperrt.”  Eine andere Patientin sagte mir, dass sie Angst empfinde, weil sie “keinen Boden mehr unter den Füßen” habe. In der Sitzung wird ganz schnell klar, dass sie sich genauso “bodenlos” fühlte, als sie mit 14 Jahren ihren Vater nach einer schweren Krebs-Erkrankung verlor. Die alte Hilflosigkeit kann sich in der Therapiesitzung lösen und beide können sich plötzlich – oh Wunder – vorstellen, ganz ruhig in einem Flugzeug zu sitzen. Beide können sich dann auch vorstellen, voller Vorfreude den Urlaub vorzubereiten.

Unbelastet von der Vergangenheit den Flug genießen.

Die Flug-Situation wird nicht mehr von alten Gefühlen, von alten Gefühlsblockaden überlagert. Meistens wirkt sich die Behandlung auch auf andere Bereiche ihres Erlebens aus, was sie jedoch erst nach der Behandlung spüren können.

So kann das dann aussehen, den Flug zu genießen.

Schönen Urlaub/ schöne Geschäftsreise für Sie!

Was sind Ihre Erfahrungen mit Flugangst?

Danke fürs Weitersagen wenn Ihnen dieser Artikel gefällt. Hier die Kurz-URL zum Kopieren: http://tiny.cc/3tcax

15. Oktober 2011

Gesund geschrieben…

…das ist der Titel des Buches meiner Kollegin Sigrid Schwarz aus Düsseldorf. Sie beschreibt darin den Behandlungsverlauf einer Patientin, der beinahe nur per Email stattfand.

Beziehungsunfähig und noch nie Sex gehabt

Laura Weiß (Pseudonym) war eine Frau Mitte Zwanzig, die unter Angst vor Nähe litt, noch nie Sexualität mit einem Mann erlebte und ziemlich gut darin war, alle Männer wieder in die Flucht zu schlagen. Das ist natürlich nicht das angemessenen Verhalten, um den Wunsch nach einer eigenen Familie wahr werden zu lassen. Mit diesem Anliegen meldete sich Lara Weiß im Jahr 1996 bei Sigrid Schwarz. Drei Jahre, einige persönliche Kontakte und vielen, vielen Emails später hat Laura etwas erreicht, von dem sie nicht einmal zu träumen wagte: sie hat eine tragfähige Beziehung zu einem Mann aufgebaut und sie ist schwanger.

“Gesund geschrieben” Dokumentation einer Verwandlung per Email

Die gesamte Zeit dazwischen, den ganzen Email-Verkehr können Sie in dem Buch “Gesund geschrieben” nachlesen. Bisher kenne ich es so, dass Therapeuten Behandlungsverläufe aus ihrer Sicht beschreiben und veröffentlichen. Wahrscheinlich ist es ein Novum, die Veröffentlichung der Veränderung des Erlebens und Verhaltens aus Sicht der Therapeutin und der Patientin nachlesen zu können. Und zwar nicht retrospektiv – sondern es sind die Original-Emails, die über drei Jahre hin- und hergesendet wurden. Sigrid Schwarz hat auf ihrer Homepage eine Leseprobe und noch andere Texte darüber eingestellt. Das Buch ist im Selbstverlag erschienen. Sie können es bei ihr per Email bestellen oder bei Amazon. Falls Sie das Thema interessiert – ich würde sagen: das lohnt sich!

Hier geht es zum Buch bei Amazon:

Interessiert Sie auch das?

So geht’s nicht mehr weiter – jetzt ändere ich was!

Ich spürte ganz deutlich, dass da ein Zwilling war.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, freue ich mich wenn Sie ihn auf Facebook, Twitter, Google+ oder per Email weiterempfehlen. Hier die Kurz-URL zum Kopieren: http://wp.me/pJUzK-ea

… oder einen Kommentar hinterlassen

.… oder die neuen Artikel per RSS abonnieren.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.

Join 306 other followers