Archiv für September, 2011

25. September 2011

Das Geheimnis liegt im Wahrnehmen des Unterschiedes

Die Progressive Muskelentspannung (kurz PME) nach Jacobson wird häufig zur Entspannung und Stressbewältigung empfohlen. Bei der PME werden systematisch die Körpermuskeln zunächst angespannt, um sie danach gleich wieder zu entspannen. Dabei ist nicht wichtig, das Muskeln sehr anzuspannen, sondern die Aufmerksamkeit auf den Unterschied zu richten zwischen Anspannung und Entspannung.

Worin liegen die Vorteile dieses Entspannungs-Verfahrens?

Es ist möglich, die Übungen schnell zu erlernen. Es gibt sogar besprochene CDs, die einem die Übungen anleiten. Wenn man sie beherrscht, kann man immer wieder im Alltag den Stress leichter abbauen und sich entspannen. Das geht selbst in öffentlichen Verkehrsmitteln oder während der Mittagspause.

Auf welchem Prinzip baut die Methode auf?

Durch die willentliche Anspannung und die folgende Entspannung erreicht der Übende eine messbar niedrigere Grundspannung seiner Körpermuskulatur und seines Stress-Levels. Entwickelt wurde sie von dem amerikanischen Arzt Edmund Jacobson, der beobachtete, dass seine Patienten, wenn sie gestresst waren, unbewusst ihre Muskeln anspannten. Dieser Spannungszustand kann sich mit der Zeit chronifizieren und zu allen möglichen Beschwerden führen. Dazu zählen Schmerzen, im Besonderen Kopfschmerzen und auch ein erhöhter Stress-Level. Die Idee von Jacobson lag darin, mittels seiner Methode diesen Prozess umzukehren, also durch bewusstes Entspannen Stress abzubauen und so schmerzhaften Verspannungen und Kopfschmerzen vorzubeugen oder diese zu reduzieren.

Konkretes Beispiel wie die kurzzeitige Aktivierung und anschließende Entspannung funktionieren

Vermutlich kennen Sie das Gefühl, wie sich ein verspannter Nacken anfühlt. Ich erkläre Ihnen jetzt eine Übung zur Entspannung der Nackenmuskulatur: Setzen Sie sich aufrecht hin und verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf. Dann drücken Sie mit dem Kopf sieben Sekunden lang in aufrechter Haltung gegen ihre Handinnenflächen. Lassen Sie die Anspannung los – anschließend konzentrieren Sie sich auf die Entspannung der Muskeln.

Wo kann ich die progressive Muskelentspannung erlernen?

So entspannend wie eine Rast auf der Bank...

Entweder Sie belegen einen Kurs oder Sie besorgen sich eine besprochene CD. Zunächst ist es wichtig, dass die Übungen für Sie angeleitet werden. Fragen Sie einfach bei ihrer Krankenkasse nach, wer in Ihrer Nähe Kurse anbietet. In den meisten Fällen übernehmen die Kassen auch die Kosten dafür. Außerdem bieten viele Volkshochschulen Kurse in progressiver Muskelentspannung an. Sie sollten die Übungen durch die Anleitung so gut kennen, dass Sie  diese  zu Hause alleine weiter machen können.

Wenn Sie sich tiefer informieren möchten

Der Neurologe Dr. Karl C. Meyer hat ausführliche Informationen und die Beschreibung der Übungen zusammengestellt. Bei der Schmerzakademie in Berlin gibt es einen kostenlosen Download als mp3. Falls Sie eine andere Stimme bevorzugen, hier die Übungen der Kurfreunde Lohmen.

Für wen ist PME geeignet?

Für jeden, der lernen möchte zu entspannen. Dabei ist es egal, ob es um körperliche Entspannung geht oder ob Sie einfach Ihren Streßlevel senken möchten. Viele sind erstaunt wie hoch ihre Anspannung vorher war. Sie bemerken es erst nach den Übungen.

Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson – 7 Übungen zum Kennenlernen

Falls Sie ausprobieren möchten, ob Ihnen die PME entspricht, stelle ich Ihnen hier sieben einfache Übungen vor. Dann können Sie die Wirkung selber erleben. Sie spannen bei allen Übungen die Muskeln erst einmal an und entspannen sie anschließend bewusst die selben Muskeln. Wichtig ist, dass die Entspannung länger dauern soll als die Anspannung. Denken Sie daran, während der gesamten Übung möglichst gleichmäßig und ruhig weiter zu atmen. Falls Sie in einem Körperteil Schmerzen wahrnehmen, lassen Sie diese Muskelpartie aus.

  • Ballen Sie die rechte Hand zur Faust und spannen Sie die Muskulatur im gesamten rechten Arm an. Dann konzentrieren Sie sich auf die Entspannung derselben Muskeln.
  • Wiederholen Sie dasselbe mit dem linken Arm.
  • Runzeln Sie die Stirn und ziehen Sie dabei die Augenbrauen so hoch wie möglich – und dann entspannen dann die Stirn wieder.
  • Kneifen Sie die Augenlider zusammen und rollen Sie die Augäpfel hin und her – entspannen Sie anschließend die Augenmuskeln.
  • Schieben Sie ihren Unterkiefer soweit wie möglich nach vorne – und dann entspannen Sie die Unterkiefermuskeln.
  • Setzen Sie sich aufrecht hin und verschränken die Hände hinter dem Kopf. Drücken Sie mit dem Kopf in aufrechter Haltung gegen ihre Handinnenflächen, lassen die Anspannung wieder los und anschließend richten sie Ihre Konzentration auf die Entspannung der Nackenmuskulatur.
  • Ziehen Sie die Schultern möglichst weit hoch und nach hinten – und dann entspannen Sie sie.
Falls Sie sich noch weiter informieren möchten: Gebräuchlich ist auch der Begriff der Progressiven Muskelrelaxation (PMR).
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Welche Erfahrung machen Sie mit PME oder anderen Entspannungsverfahren?
Interessiert Sie auch das?
Wenn Dich der Partner schafft, dann ist es Partnerschaft

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Bild: pitopia (c)

20. September 2011

Wir brauchen mehr Herz für die Menschen…

… das fordert die Initiative “zur Psychosozialen Lage in Deutschland“, die von Dr. Joachim Galuska aufgerufen wird.

Leitende Ärzte von humanistisch-integrativen Kliniken stellen eine erschreckende Entwicklung der psychosozialen Belastung speziell in Deutschland fest. Hier finden Sie den Aufruf, die harten Zahlen und Fakten, Veranstaltungstermine, Videos und ganz viele andere Informationen.

Ich finde die Initiative sehr gut. Merke ich doch immer mehr, dass die Therapieplätze bei den Kassenzugelassenen Kollegen auf lange Zeit ausgebucht sind. Die Versorgung im therapeutischen Bereich bei psychischen Erkrankungen ist miserabel. Hier brauchen wir eine Änderung.

19. September 2011

Jeder Vorwurf ist ein schlecht formulierter Wunsch?

Meinungsverschiedenheiten gibt es überall. Nur scheint es einen Unterschied zu geben zwischen den einen, die dies konstruktiv tun und zu einem Ergebnis kommen – und denen, die dies nicht konstruktiv tun und mit dem Streiten an sich beschäftigt sind, sich richtig gehend darin festbeißen.

Wenn unsere Bedürfnisse nicht erfüllt sind, fühlen wir uns schlecht.

Was unterscheidet diese  beiden Gruppen?  Die Konstruktiven haben mehr Spaß am Leben – die anderen sind gefrustet und schlecht gelaunt. Das ist der emotionale Aspekt. Und wie war das mit den Gefühlen? Wem es gut geht, der bekommt seine Bedürfnisse erfüllt, wer sich unwohl fühlt, dem fehlt etwas? Die einen bekommen also was sie brauchen – die anderen nicht? Ist das zu einfach um wahr zu sein?

Tatsächlich wird seit Carl Rogers, dem Begründer des Personenzentrierten Ansatzes in Gesprächsführung und Therapie ein kleiner Trick gelehrt, der beides erklären kann. Rogers geht davon aus, dass die Qualität der Beziehung zwischen zwei Menschen  darüber entscheidet, ob eine Botschaft ankommt oder nicht. Dasselbe sagt auch Paul Watzlawick in seinem 2. Axiom der Kommunikation: “Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei letzterer den ersteren bestimmt.” Das zur Theorie, aber nun zurück zur Praxis und damit zum Trick.

Eine Beziehung lebt von Wertschätzung – nur wie sieht das konkret aus?

Rogers und Watzlawick sind sich einig: Wer will dass seine Botschaft ankommt braucht eine gute Beziehung zum anderen. Und was kann ich dafür tun, dass die Beziehungsqualität gut ist? Ganz einfach: den anderen anständig (sprich wertschätzend) zu behandeln. “Das mache ich doch!” Werden viele denken. “Und dennoch bin ich nicht zufrieden…!” Dann ist immer noch die Möglichkeit, dass die Intention zwar eine wertschätzende ist – jedoch nicht die Wirkung.

Vorwürfe sind schlecht formulierte Wünsche.

Was hilft sind Ich-Botschaften. Was die Beziehung verschlechtert sind Du-Botschaften. Das eine ist wenn jemand klar einen Wunsch äußert und das andere sind einfach nur Vorwürfe. Das Geheimnis liegt einfach darin, dass der andere auf einen Wunsch von mir neutral – oder im besten Falle positiv reagieren kann. Mit einem Vorwurf dagegen schaffe ich eine Distanz zum anderen. Ich greife ihn an und fordere ihn heraus, sich entweder zu verteidigen oder zum Gegenschlag auszuholen. Entweder er rechtfertigt sich (und fühlt sich schlecht dabei) oder er wird mir selber einen Vorwurf um die Ohren hauen (und wird wütend). Über die Formulierung von Ich-Botschaften gibt es viel Literatur, einen sehr guten Artikel darüber finden Sie bei meinem Kollegen Roland Kopp-Wichmann. Mir selber hilft immer wieder ein Zitat von Martin Haberzettl: “Vorwürfe sind schlecht formulierte Wünsche.” Auf das Zitat hat mich vor Jahren eine Coaching-Klientin aufmerksam gemacht. Ich bin noch heute dankbar dafür. Denn dahinter verbirgt sich ja dann eine sehr praktische, einfache Formel. Das gute daran ist, dass ich jeden Vorwurf einfach in einen Wunsch umformulieren kann. Wenn das stimmt, dann würden die Zufriedenen Menschen und die konstruktiven Streiter sich von den unzufriedenen dadurch unterscheiden, dass die einfach sagen was sie wollen? Und die anderen ihre Zeit mit Streiten verbringen?

Eine kurze Demonstration sehen Sie in dem Video, das ich mit meiner Kollegin Jutta Blumhagen zum Thema aufgenommen habe. Das Video gehört zu unserem Videoblog.

Wenn Sie sich demnächst in einem Konflikt befinden oder sich in einem Gespräch unwohl fühlen, empfehle ich Folgendes: Überprüfen Sie, ob es auf einer der beiden Seiten eine vorwurfsvolle Grundstimmung gibt. Und machen Sie dann aus dem Vorwurf den Sie aufspüren (was der andere gefälligst tun oder lassen soll oder was am anderen nicht stimmt) einen Wunsch (was Sie haben möchten).

Was sind Ihre Erfahrungen mit Vorwürfen und mit Wünschen?

Ich freue mich über (fast) jeden Kommentar und vielen Dank fürs  Weitersagen wenn Ihnen dieser Artikel gefällt, hier der Kurz-Link zum Kopieren: http://tiny.cc/thras

16. September 2011

Was hat das Auto mit Gefühlen zu tun?

Vordergründig geht es beim Thema Auto immer um die “harten” Daten wie: Farbe, Hubraum, PS, Anzahl der Türen, Größe des Kofferraumes, Design. Welche Rolle die Emotion dabei spielt hat die ZEIT in einem Interview mit dem Designer Lutz Fügener geführt. Er geht dabei nicht nur auf die Faktoren beim Kauf des heiligen Blechle (wie die Schwaben das Auto nennen) ein, sondern auf die Beziehung zum Auto im Allgemeinen. Lesen Sie das köstliche Interview: “Die Deutschen fahren Kitsch

Und eine Studie verrät welche Bilder wir von den Automarken in unseren Köpfen tragen. Beim Release eines neuen Modells werden die Verkäufer ganz genau instruiert, welche Worte sie verwenden sollen, um ein bestimmtes Image zu erzeugen. Aber es klappt nicht immer – denn der Verbraucher bastelt mit am Image.

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12. September 2011

sich selbst erfüllende Prophezeihung?

Geht ein Mann zum Psychiater und sagt: “Mich beachtet niemand!”

Darauf der Doktor: “Der nächste bitte!”

11. September 2011

Wer hat Angst vor kleinen Spinnen?

Die Gartenparty war in vollem Gange, als sie bemerkte, dass zwischen Dachrinne und dem Busch neben der kleinen Laube eine Spinne ihr handtellergroßes Netz gespannt hatte. Mittendrin saß sie, die großartige Architektin. Das Bier in ihrer rechten Hand war kühl, ebenso kühl war ihre Emotion. Überrascht – so kann sich das anfühlen. Fasziniert von der filigranen Bauweise des Netzes. So genau konnte sie sich das bisher nicht ansehen. Nein, es wäre immer noch nicht angenehm, sich vorzustellen, dass das Getier über ihren Körper krabbelt. Aber es ist vollkommen in Ordnung hier stehen zu bleiben und sich in die Schönheit des Spinnennetzes zu vertiefen, während das kühle Bier ihre Lippen benetzt. Wie sich das ändern konnte blieb ihr ein Rätsel.  Bis tief in die Nacht genoß sie es, mit ihren Freunden am Lagerfeuer im Gras zu sitzen. Noch zwei Wochen davor hätte sie sich nach Anbruch der Dunkelheit nicht auf den Balkon getraut und nun saß sie im Gras wo sie nicht wußte welches Insekt ihr als nächstes zu Lebe rücken konnte.

Zum Glück hatte die Therapeutin sie nach dem Traum gefragt.

Ob es etwas mit diesem Traum zu tun hatte? Der Traum, in dem diese schlimmste Nacht ihrer Kindheit ganz anders verlaufen war. Als sie die Bettdecke zurückschlug, um drunter zu schlüpfen sah sie  es sitzen: das schwarze Tier mit den acht Beinen. In ihrer Erinnerung war sie viel größer gewesen. Fast so als ob sie die Hälfte von ihrem Lebensraum eingenommen hätte. Und nun saß sie da, in einer Ritze des Balkens der Zimmerdecke. Sie sahen sich an. “Mama”, schrie sie. “Da sitzt eine Spinne über mir an der Decke.”  Die Mutter wußte wie sehr sie sich vor den Tierchen fürchtete und rückte an – bewaffnet mit einem Glas und einer Postkarte, um sie dingfest zu machen. Ein bißchen mußten die beiden jagen, aber bald hatten sie die Spinne im Glas. Der einzige Fluchtweg abgeschlossen durch die Postkarte wirkte das Tier noch kleiner als es tatsächlich war. Wenn sie sich nicht bewegen konnte wirkte sie gar nicht mehr gefährlich. Eigenartig wie viel Sicherheit es ihr gab, wenn ihre Mutter zu Hause war. Sie blickte auf das Glas und ihr war, als ob sie darin die Ereignisse ablaufen sah. Die Ereignisse dieser schlimmsten Nacht ihrer Kindheit. Ihre Mutter war arbeiten wie jeden Abend. Alleine für ein Kind zu sorgen war ja auch nicht gerade leicht. Da war sie froh, dass sie die Stelle als Serviererin gefunden hatte. Abends konnte sie ihre Kleine gut alleine lassen. Nur ein einziges Mal wurde sie von ihrer Tochter bei der Arbeit angerufen. Weil eine Spinne sie bedrohte. So ein Schmarrn. Als ob es in unseren Breiten Taranteln gäbe. Ich konnte sie überzeugen, in meinem Bett zu schlafen. Und danach hat sie mich nie wieder bei der Arbeit angerufen. Das war wie ihre Mutter es sah. Als sie sie entdeckte saß die Spinne auf dem Holzbalken. Sie blickte ihr direkt in die Augen. Starr vor Schreck konnte sie sich erst gar nicht rühren. “Mama!” Doch schreien machte keinen Sinn – sie war ja allein. Außer der Spinne und ihr gab es sonst nichts in dem Raum. Sie wußte dass es anders war. Aber ihre Wahrnehmung schien ihr einen Streich zu spielen. Sie konnte daran nichts ändern, so sehr sie sich auch bemühte. Und das machte sie nur noch hilfloser. Bei jeder Bewegung schien sie dem Tier ausgeliefert, schien sie angreifbarer zu sein als vorher. Irgendwie schaffte sie es nach einer gefühlt unendlichen Zeit, die Tür zu erreichen und diese von außen zu schließen. Dort sackte sie erstmal in sich zusammen und weinte. “Die Spinne ist jetzt da drin.” Das machte die Bedrohung kleiner. Aber verschwunden war sie nicht. Sie griff zum Telefonhörer und rief ihre Mutter an. “Deine Tochter hat Besuch vom Ungeheuer von Lochness.” Der Chef ging zu dieser Zeit ans Telefon und das waren die Worte mit denen er  ihr den Hörer in die Hand drückte. Die Stimme ihrer Mutter machte die Spinne noch etwas kleiner. So konnte sie sich etwas beruhigen. Als die Mutter ihr dann erlaubte, für diese Nacht in ihrem Bett zu schlafen fühlte sie sich auch noch etwas wärmer und es wurde heller um sie.

Je älter sie wurde, desto ausgeprägter wurde ihre Spinnenphobie.

Mit den Jahren wurde sie größer. Und mit ihr die Angst vor den kleinen Spinnen. Und obwohl sie wußte, dass diese ihr nichts tun konnten, war es unmöglich ein Fenster offen zu haben, ohne dass ein Fliegengitter dran war. Sie mußte die Tür zum Balkon nach den Tierchen absuchen wenn sie sie öffnete. Es war undenkbar, nach Anbruch der Dunkelheit auf dem Balkon zu sitzen – geschweige denn die Füße unter einen nicht vorher untersuchten Tisch zu strecken. Und das alles nicht wegen einer Spinne – sondern wegen einer nicht daheim gewesenen Mutter – wegen einer nicht empfundenen Sicherheit. Das wußte sie jetzt, wo die Farbe der Postkarte so viel Wärme in das Licht zaubern konnte. Das faszinierte sie.  Das Licht war genauso warm wie das Bauchgefühl das der Traum ihr schenkte.

Es war gar nicht die Spinne, vor der sie sich immer gefürchtet hatte.

Wie wohl sie sich fühlte und das obwohl sie gerade die Spinne beobachtete. Sie genoß es, dass ihr Gefühl ihr sagte was auch ihre Gedanken wußten: Die Spinne ist klein und nebensächlich. Es war gar nicht die Spinne vor der sie sich immer gefürchtet hatte. Es war die fehlende Sicherheit wenn ihre Mutter nicht da war. Und die Wärme des Lagerfeuers ließ sie die Sicherheit noch mehr spüren. Jeden einzelnen Schluck von ihrem Bier konnte sie genießen.

Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Aber sie hätte sich so zutragen können.

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11. September 2011

Unterschied zwischen Informatikern und Psychologen

Wieviele Psychologen braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln? Einen. Aber die Glühbirne muss wirklich wollen!

Wie viele hübsche Informatikstudentinnen braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln?  Alle beide!

11. September 2011

Kann die Psyche wirklich Einfluß auf eine Blasenentzündung haben?

Sie können diese Geschichte auch anhören (Info dazu weiter unten)

Dieses Mal konnte sie ihren Urlaub genießen. Ihr Blick streifte auf der rechten Seite das Kaisergebirge. Schon auf der Höhe von Innsbruck war sie und nur noch wenige Kilometer bis sie zu Hause war. Die Fahrt hinunter zum Gardasee war ihr länger vorgekommen als die Rückfahrt. An was das wohl lag? So einen Urlaub hatte sie noch nie erlebt. Wenn sie anderen das erzählte, kam denen das ganz normal vor: Ein Urlaub ohne Blasenentzündung. Keine stechenden Schmerzen, nicht Stunden auf dem stillen Örtchen verbracht, keine verpassten oder verschobenen Ausflüge. Nein – dieses Mal hatte sie jede einzelne Stunde genossen: die Sonne, den See, die Menschen, das Eis, die Ausflüge. Sie fühlte sich wohl in ihrem Körper während sie die schönen Erlebnisse Revue passieren ließ.

Jetzt geht es so nicht mehr weiter – ich ändere was!

Das war nicht immer so. Und dieses Mal sollte es anders werden. Sie hatte Vertrauen gefast zu ihrer Therapeutin. Im Wartezimmer lag dort eine Informationsbroschüre, in der stand, dass auch chronische Blasenentzündungen behandelbar seien. Sie hatte schon vieles versucht. Von der Ärztin bekam sie Medikamente und zusätzlich trank sie Cranberrysaft. Der schaffte ihr Erleichterung, die Medikamente halfen.  Aber eben immer erst als die Entzündung schon da war. Die Schmerzen waren erstmal unerträglich. Sie hatte zwar keine Ahnung, was die Psychologin dazu beitragen könnte. Aber die Aussicht auf weniger Schmerz oder gar Schmerzfreiheit genügte für eine Entscheidung.

CranberriesEin Ausflug in meine Vergangenheit bringt mich ins Jetzt.

Das Prozedere kannte sie schon. Die Psychologin versetzte sie in Trance. Die vertraute, warme Stimme und die langsamen Worte ließen sie tief entspannen.  Ehe sie sich versah war sie in ihrer Kindheit gelandet. In einer Zeit, an die sie nicht gerne zurückdachte. Ihre Mutter war damals schwer krank, Brustkrebs. Sie war viel im Krankenhaus, dann wieder zu Hause. Das war eine schwierige Zeit. Gerade mal 8 Jahre alt, in der Schule ging es grade so gut. Traurig war sie, wenn sie zur Tür reinkam.  Die Mutter lag auf dem Sofa, die Oma hatte gekocht. Früher öffnete sie mir die Tür und empfing mich mit offenen Armen, wirbelte mich einmal durch die Luft, drückte mir einen Kuß auf die Wange und sagte, ich soll meinen Schulranzen dieses Mal nicht mitten in den Weg, sondern ordentlich neben meinen Schreibtisch stellen. Die Träne, die meine Wange herunterkollerte beweinte die tiefe Sicherheit, die mir eine gesunde Mutter gegeben hatte. Die Sicherheit war weg. Das konnte ich jetzt spüren. Damals wußte ich nicht was mir fehlte.  Und ich war gemein zu ihr gewesen. Ich war wütend und gemein und schämte mich dafür. Mama war ja krank und brauchte ihre Ruhe. Und nicht so eine miesepetrige Jammer-Tochter, der niemand etwas recht machen konnte. Ja, ich hatte mich damals nicht getraut zu sagen, dass ich mir wieder eine Mama wünsche, die mich in der Luft herumwirbelt. Eine Mama, die mich schimpft, weil ich zu lebendig bin. Weil ich vor lauter Unternehmungslust alles um mich herum vergaß. Eine Mama, die mir einfach zuhört. Eine Mama, die mir bei den Hausaufgaben auf die Sprünge hilft.

mit jeder Träne klarer und klarer...Heraus aus dem Gefühlskorsett in emotionale Freiheit.

Die Angst, dass sie Schuldgefühle hat ließ mich stumm bleiben. Ich sagte es nicht, ich sagte überhaupt immer weniger. War unsicher was ich noch sagen darf, was sie nicht belastet. Ich wollte nicht gemein zu ihr sein, wollte sie nicht belasten. Ich weinte. Die ganze Wut von damals verwandelte sich in einen Bach aus Tränen und wurde aus mir heraus geschwemmt. Der aufgewühlte Bach wurde klarer und klarer. Ehe ich mich versah hatte ich meine Augen geöffnet. Mir war wohl ums Herz. Und ich freute mich auf meinen Urlaub. Mit durchaus etwas mulmigem Gefühl fuhr ich am Abend gen Süden. Das Kaisergebirge funkelte im Abendlicht und ich konnte es kaum erwarten, am nächsten Morgen zum Frühstück echten italienischen Capucchino zu schlürfen.

Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. Aber sie hätte sich so zutragen können.

Sie können die Geschichte auch im Veränderungspodcast anhören und herunterladen. Unverändert dürfen Sie die Datei auch gerne weiterverbreiten.

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10. September 2011

Nur für Weicheier!

Pünktlich vor dem Sonntagmorgen finde ich ein einzigartiges Hilfsmittel. Ich frage mich welche Geräte in Zukunft so ein Computer noch alle ersetzen kann?

Wie lange Sie Ihr Frühstücksei morgen kochen, damit es halb roh, weich oder hart sein wird, können Sie hier beim Eierrechner ausrechnen lassen. Der Wecker klingelt aus dem Lautsprecher des Computer und die Zeit wird ausgerechnet unter Berücksichtigung der Höhenmeter, des Eierdurchmessers, der Ausgangstemperatur und des gewünschten Ergebnisses.

8. September 2011

Verändern sexuelle Reize das Verhalten von Kindern?

Damit beschäftigen sich die Autoren des Beitrages “Was ständig sexuelle Reize mit Kindern machen” auf welt.de

Von Kleidung über sexuelle Aufklärung bis hin zu Medienkompetenz und adäquaten Ansprechpartnern für die Kinder wird alles beleuchtet. Leider wird nicht auf entwicklungspsychologischen Aspekte im jeweiligen Alter eingegangen.

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