Archiv für April, 2010

27. April 2010

Ovarialkarzinome wachsen unter Stress

Das Wachstum von Tumoren könnte durch Stress begünstigt werden. Dies ist die grundlegende Annahme in der Psychosomatischen Medizin. Forscher des MD Anderson Cancer Center, USA haben diesen Zusammenhang bei Ovarialkarzinomen untersucht und konnten den Zusammenhang bestätigen. Die Studienleiter empfehlen aufgrund der Ergebnisse, Substanzen in die Forschung mit einzubeziehen, die auf die Signalwege der Stresshormone zielen.

Literaturangabe: Sood AK et al. Adrenergic modulation of focal adhesion kinase protects human ovarian cancer cells from anoikis. J Clin Invest 2010; Apr 12

Dieser Vorschlag bringt wahrscheinlich für chronisch Erkrankte eine erhebliche Erleichterung. Zur Prävention bzw. zur Behandlung im frühen Stadium ist jedoch meiner Meinung die Lösung erster Wahl eine Stressreduktion. Um in der Bilderwelt der Hypnosetherapie zu sprechen: Wenn ich kein Feuer lege, oder ihm den Brennstoff ausgehen lasse, dann muss ich das Feuer auch nicht löschen.

Meiner Erfahrung nach sind die Streß-Auslöser bei gynäkologischen Themen meist unbewußt und hängen natürlich mit dem Thema Weiblichkeit zusammen. Oft ist es ganz einfach, den Stressor aufzufinden und zu neutralisieren.

Wenn Sie dieses Thema interessant finden, dann empfehle ich Ihnen das:

Schmerz laß nach!

Ohne Pille mehr Spaß am Sex?

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21. April 2010

mentale Herz-OP?

Zur Vorbeugung gegen Herzbeschwerden oder zur Behandlung gleichermaßen geeignet ist das Buch Revolution in der Herztherapie von Dr. Dean Ornish. Er zeigt einen Weg auf, wie vollkommen ohne Medikamente sogar wieder verschlossene Herzkranzgefäße geöffnet werden können.  Aber auch für Gesunde ist es hilfreich, um das Herz zu stärken. Das Buch ist gleichermaßen für den Anwender oder für Therapeuten und Ärzte geeignet. Jeder, der gerne mit Bildern und Visualisierungen arbeitet wird dabei auf seine Kosten kommen.

Ornish leitet in Kalifornien ein Institut für Präventivmedizin und hat mehrere Bestseller geschrieben.  Hier der Link zu einer Rezension bei Amazon und hier geht’s direkt zum Buch:

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15. April 2010

Reizdarmsymptome einfach wegsingen…?

Das Reizdarm-Syndrom wird von psychischen Faktoren und Stress beeinflusst. Das Singen im Chor entspannt und kann so Reizdarmbeschwerden lindern. Auch physiologisch verändert das Singen messbar etwas.

Wer unter Reizdarmbeschwerden leidet, sollt es mal mit dem Singen in einem Chor versuchen. Schwedische Forscher konnten zeigen, dass diese Freizeitaktivität entspannt, Freude bereitet und auch die Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin erhöht. Und der mit dem Reizdarmsyndrom verbundene Schmerz ließ sich in einer Pilotstudie durch das musikalische Gruppenerlebnis über ein Jahr signifikant bessern (1). Die Patienten waren über Zeitungsannoncen akquiriert und randomisiert einem neuen Chor oder einer Intervention mit regelmäßigen Gruppendiskussionen zugeführt worden. Der Chor traf sich ein Jahr lang einmal wöchentlich für 1,5 Stunden unter Leitung eines Musikpädagogen, die Kontrollgruppe traf sich ebenfalls im ersten Halbjahr wöchentlich, danach nur noch 3 mal pro Monat unter Leitung eines Selbsthilfegruppenvertreters. Alle Patienten erhielten zusätzlich schriftliches Informationsmaterial zum Reizdarmsyndrom. Die weiteren Untersuchungen zeigten, dass nicht nur Reizdarmsymptome durch das Singen in der Gruppe verbessert werden können. Das Singen im Chor kann im Vergleich zu einer Gruppenschulung mit Diskussion auch anabole und regenerative Prozesse fördern (2). Denn wiederholter Stress kann die Regernation hemmen, was sich in einer Verringerung der Testosteronspiegel nicht nur im Blut, sondern auch im Speichel ablesen lässt. In der Gesangsgruppe stieg nach der aktuellen Auswertung der Pilotstudie der tagsüber ermittelte Testosteronspiegel im Speichel bei den Chormitgliedern im ersten halben Jahr signifikant an, in der Kontrollgruppe aber nicht. Dabei gab es zwar naturgemäß Unterschiede in der absoluten Konzentration bei Männern und Frauen, der Trend war aber in beiden Geschlechtern ähnlich. Wünschenswert wären nun größere Studien zum Benefit des Gruppensingens beim Reizdarmsyndrom oder auch anderen mit Stress assoziierten Beschwerden.

10.4.2010 10:30 Autor: Friederike Klein (München) Quelle: Springer Medizin Originalstudie: (1) Grape C et al. Choir singing and fibrinogen, VEGF, cholecystokinin and motilin in IBS patients. Med Hypotheses. 2009; 72: 223-5. (2) Grape C et al. Comparison between choir singing and group discussion in irritable bowel syndrome patients over one year: Saliva testosterone increases in new choir singers. Psychother Psychosom. 2010; 79: 196-198. 

10. April 2010

Wann ist lauter Sex zu laut?

Dieser Frage widmet sich Sigrid Neudecker in ihrem Sex-Blog bei ZEITonline. Sie geht dabei Fragen nach wie:

- ist lauter Sex ein Kündigungsgrund?
- wer ist lauter beim Sex – Mann oder Frau?
- welchen Sinn haben die Laute beim Sex?
- wenn zu laut / wie sage ich es dem Nachbarn?

10. April 2010

Deprimierende Neuigkeiten über Antidepressiva

Bei Newsweek online habe ich einen sehr kontroversen Artikel über den Effekt von Antiepressiva gefunden. Er ist in englischer Sprache, deshalb schreibe ich hier ein wenig über den Inhalt.

Studien legen nahe, dass die derzeit verwendeten Medikamente gegen Depression nicht viel wirksamer seien als Placebos. Tatsächlich könne es sogar sein, dass diese als Nocebo wirken.

Der Autor folgert böse, dass es sich bei den derzeit verschriebenen Medikamenten einfach nur um teure Bonbons handeln könnte. Daraus folgert er ein moralisches Dilemma, da die Wirksamkeit auf Glaube, Erwartung und Hoffnung beruhen könnte.

Es ist immer schwierig, aufgrund einer einzigen Studie eine Aussage auf die Wirkung der untersuchten Thematik zu treffen. Wenn jedoch dies stimmt, dann ist das ein Skandal. Dann wären vom selben Artz oder Therapeuten verordnete Kräuterbonbons genauso wirksam – und nicht so belastend.

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