21. April 2013

Buchvorstellung: Hört auf zu arbeiten!

Auch Kopfarbeit sollte Hand und Fuß haben.
(unbekannt)

Vor kurzem entdecke ich das neue Schmankerl aus der Feder der beiden Querdenker. Der Titel dieses Mal eine Provokation: “Hört auf zu arbeiten! Eine Anstiftung das zu tun, was wirklich zählt.” Das nächste was ich wahrnehme ist eine Rezension bei Amazon. Jemand, der das Buch gar nicht gelesen hat. Aber man kann ja mal seinen Senf dazugeben – oder nicht? Ich bin auf jeden Fall neugierig was die beiden wieder geschrieben haben. Und kurze Zeit später schreibt mich der Autor an – ob ich eine Rezension schreiben möchte. Klar möchte ich, ich freue mich drauf!

Warum ich dieses Buch verschlungen habe

Fesselnde Lektüre mit Tiefgang...

Fesselnde Lektüre mit Tiefgang…

Wie die beiden es immer wieder schaffen, mich mit ihren Zeilen zu fesseln habe ich mich gefragt. Liegt es daran, dass sie nicht bei anderen abschreiben? Was wirklich Neues steht ja echt nicht drin – zumindest was die puren Fakten angelangt. Aber sie haben sich ihre eigenen Gedanken gemacht, verschiedene Tatsachen in einen anderen, sinnvollen Rahmen gepackt. Sie schildern die unbefriedigenden Umstände so wie der Großteil der Arbeitenden derzeit ihren Alltag erlebt – Frustration schon seit Jahren. Sie beschreiben wie es geht, aus dem derzeitigen Dilemma auszusteigen. Und sie machen niemandem was vor… bleiben ehrlich… und dennoch begeisternd. Manch einer, der bei ihren Vorträgen war wünscht sich: “So möchte ich auch sein, so wie die Menschen von denen die beiden erzählen.” Sie stehen in ihren Vorträgen da mit ihren funkelnden Augen und stecken den ganzen Saal an. Und genauso geht es mir, wenn ich ihre Bücher lese – auch bei diesem.

Warum sind so viele unzufrieden?

Anja Förster und Peter Kreuz beschreiben warum so viele heute frustriert sind bei der Arbeit. Sie zeichnen die historischen Hintergründe und benennen die Karotten hinter denen alle her rennen. Wie die Systeme gewachsen sind in denen das stattfindet und warum. Welche Auswirkungen das auf den Einzelnen hat und was es zu ändern gilt. Mir gefällt vor allem, dass sie nicht einsteigen in den Sermon der Jammerlappen. Zu viele gibt es, die meinen die Ursache gefunden zu haben und sich dabei in Jammerei oder Anklage verzetteln – Energieverschwendung ohne Aussicht auf eine Lösung, ohne Aussicht auf Erfolg. Die beiden zählen auf was die Ersatzbefriedigungen sind, mit denen man sich eine zeitlang gut ablenken kann. Wer aufhört sich abzulenken spürt eine große Leere in sich. Dabei beziehen sie die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung mit ein. Sie sind dabei auf einer Linie mit Prof. Dr. Gerald Hüther. 

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Menschen sind austauschbar geworden. Einer verhält sich wie der andere. Kaum einer fühlt sich wohl – und kaum einer weiß wie er wieder aussteigen kann. Kaum einer weiß wo das Glück zu Hause ist…

Was Anja Förster und Peter Kreuz unter ihrem Konzept der miesen Arbeit verstehen sehen Sie in diesem Video

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Wirtschaftlicher Aspekt der “Einen Theorie von allem”

Während ich das Buch lese habe ich ständig den Eindruck, die beiden Autoren schreiben mit ihrem Buch den wirtschaftlichen Aspekt der integralen Theorie von Ken Wilber. Ich möchte niemanden nötigen sich damit zu befassen – denn ist ist umfangreich. Und aus meiner Sicht von vielen auch viel zu verkopft transportiert – leider. Ken Wilber beschreibt in seinen Büchern die Evolution des Bewusstseins. Er schreibt rein faktisch nichts Neues – er stellt einfach nur alles je Dagewesene in einen einzigen Zusammenhang und nennt es “Eine Theorie von allem”. Ein echtes Genie. Er macht auch deutlich, dass bestimmte Bereiche noch nicht formuliert sind – wie zum Beispiel in der Wirtschaft. Meiner Einschätzung nach liegt genau das jetzt vor. Und in sagenhafter Güte noch dazu! Manch einer mag jetzt sagen: “Das ist doch ein Spiritueller!” Ja, Worte wie Demut und Dienen waren bisher im Spirituellen zu Hause. Es wird Zeit, dass dies salonfähig wird. Höchste Zeit…

Die schlechten Nachrichten zuerst

Was versprechen jetzt die beiden? Sicherheit wird es nicht mehr geben. Und ein Ausstieg aus der Gesellschaft funktioniert auch nicht – denn wer was anbieten möchte braucht Abnehmer. Die Lösung kommt von innen – wir brauchen Menschen, die wieder auf ihre Gefühle und Bedürfnisse hören können und wollen. Und das ist vor allem auch das: anstrengend und es erfordert dass jeder die Verantwortung für sich selber übernimmt! Anstrengend? Verantwortung? “Forget it!” werden Sie vielleicht jetzt sagen…?

Die guten Nachrichten gibt es wann…?

Sie wollen auch das tun was wirklich zählt? Wollen wissen wie das geht? Und wollen wissen wann Sie die Früchte ernten können? Und genau wie das konkret geht lassen die Autoren offen. “Viel Glück auf der Reise” wünschen sie. Von vielen in den Rezensionen bei Amazon angekreidet. Die meisten hätten gerne vorgefertigte Lösungen. Aber so geht das nicht  - denn das wäre ja das alte System… austauschbar! Die Menschen haben nicht kapiert was sie gelesen haben. Vorsicht: Das Buch ist einfach zu lesen – aber es ist keine einfache Lektüre. Ein gewisser Tiefsinn gehört schon dazu. Alles was Sie brauchen, das zu tun was wirklich zählt steht in diesem Buch. Mehr braucht es nicht. Es ist einfach – aber nicht leicht! Und die guten Nachrichten werden Sie begleiten – immer wieder. Und Sie werden sich wundern – immer öfter… und das Wichtigste: es wird immer leichter und macht immer mehr Spaß!

Während des Lesens kamen mir Bilder von alten Situationen in den Sinn. Ich sitze in der Hängematte und zweifle, ob ich die Kündigung wirklich morgen dem Personalchef vorlegen soll. Es wäre doch so bequem, einfach so weiter zu machen. Aber irgendetwas in mir war anderer Meinung, ich fiel aus der Matte und hatte eine Beule am Kopf. Diese war mir die kommenden Stunden eine Mahnung, die von innen zu kommen schien: “Etwas in Dir will etwas anderes, will dass Du diese Kündigung aussprichst.” Es war zwar damals 1998 noch unklar was es werden sollte, aber so konnte es nicht weiter gehen, das war klar. Hätte mir damals jemand gesagt was zu tun ist – dann wäre ich heute nicht da wo ich bin. Hätte ich nicht damit begonnen, auf meine eigenen Gefühle zu hören, auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten – wer weiß ob ich heute so zufrieden wäre wie ich es jetzt bin? Es wäre sicherlich weniger anstrengend gewesen. Ich hätte es sicherlich bequemer gehabt. Deshalb weiß ich, warum es hier gar keine fertigen Lösungen geben darf…

Aber das Wichtigste was es als Aussicht gibt wenn Sie umsetzen was im Buch steht: Wie kann ich mir das Funkeln in den Augen wieder zurück erobern…?

Mein Fazit?

Wertschätzung und positive Energie aller erster Güte. Wenn Sie keine Mühe scheuen könnte dieses Buch Ihr Leben verändern. Lesen Sie – und lassen sich begeistern!

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15. März 2013

Der Selbstversorger – das neue Buch von Wolf-Dieter Storl

Alles was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.
Charles Darwin 1809 – 1882

Bisher habe ich beinahe immer die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen wenn es darum ging, dass neue Trends aus den USA zu uns herüber schwappen sollen. Dieses Mal finde ich den Trend richtig gut – und es wird Zeit, dass dieser endlich zu uns herüber schwappt…

Die Optimisten aus den USA

wolf-dieter-storlWas machen die US-Bürger wenn die Lebensmittelpreise steigen, die Gehälter jedoch stagnieren? Was machen sie wenn sie merken, dass Obst und Gemüse aus dem Supermarkt zwar gut aussehen – aber nicht mehr so schmecken? Was machen sie wenn sie merken, dass die Energie für den Transport von Lebensmitteln bald nicht mehr bezahlbar ist? Sie verwandeln ihren edlen englischen Rasen in einen Gemüsegarten. Ja, richtig gelesen – die Amis fangen an, in ihren Vorgärten eigenes Obst und Gemüse anzubauen!

Die Gründe zu gärtnern sind vielfältig

Was aus einer Not entstand – für viele ist es ein lieb gewordenes Hobby geworden. Und auch bei uns greift es immer mehr um sich – das Gärtnern. Die einen bauen eigenes Gemüse an, weil sie lieber ohne Chemie auskommen möchten, andere tun es aus Spaß an der Freude, wieder andere möchten sparen und so mancher baut gerne seltene Sorten an, die es sonst nicht zu kaufen gibt. Gründe gibt es viele. Auch Nachhaltiges Handeln, unser ökologisches System zu schonen oder die Liebe zu Kräutern und Wildpflanzen können Motivation zum Gärtnern sein.

Alles was man wissen muss über den Garten-Anbau

Und für all diese Menschen wurde dieses Buch geschrieben: “Der Selbstversorger” Praxisbuch zum Eigenanbau. Was steht nun drin im Buch? Sie finden Informationen über den Garten selber, die Gartengeräte, seltene Gemüse, Kräuter & Wildkräuter, die Bodenbearbeitung, Abstände für die Pflanzensaat, alles über Mist und Kompost, Nützliches zur Pflanzenpflege, die Fakten über Schnecken und andere Schädlinge und schließlich die Erklärung warum Unkräuter Begleitkräuter heißen sollten. Um ehrlich zu sein gibt es noch vieles mehr in diesem Buch.

Und das unsichtbare Volk?

Der Autor wird oft kritisiert, weil er sich nicht nur an wissenschaftliches Wissen hält. Das wird ihm zumindest vorgeworfen im Zusammenhang mit seiner Borreliose-Therapie, die er verbreitet obwohl sie als sehr umstritten gilt. Wer keinen Zugang hat zu den feinstofflichen Bereichen, für den ist es sicherlich auch fremd, den Pflanzen “Zauberkraft” zuzusprechen, wie er oft getitelt wird.

Entsprechend hat er auf den ersten Blick in diesem Buch darauf verzichtet, viele Worte über die energetischen Aspekte des Gärtnerns zu verwenden. Wer zu lesen versteht, der findet jedoch immer wieder Spuren davon. Sei es nun bei den Gartenzwergen oder immer wieder an versteckten Stellen im Text wo er liebevoll seine Verehrung für diesen für manche so offensichtlichen Zauber zum Ausdruck zu bringen versteht.

Mit kleinen Geschichten gewürztes Praxis-Wissen

Wer denkt, dass im Buch nur Anleitungen zum Gärtnern stehen, der täuscht sich. Es finden sich Füchse, die keine Wühlmäuse jagen, sondern Erdbeeren klauen. Und Hunde, die zwar bei Käuzchen Rabazz schlagen – aber niemals Rehe verjagen müssen in der Nacht. Und das obwohl die Bauern im Tal nicht wissen mit welchen Zäunen sie ihren Garten vor den Rehen schützen sollen, die sich nachts aus dem Wald anschleichen. Außerdem können Sie einiges über Gartenzwerge lernen.

Ob das Buch auch wieder ein Bestseller wird…?

Es liest sich leicht und flüssig, es steht alles drin was man wissen muss – Informationen für Anfänger und Fortgeschrittene. Wolf Dieter Storl gibt seine eigenen Erfahrungen weiter. Er beschreibt humorvoll und mit allen nötigen Informationen was man wissen muss, um einen eigenen Garten anzulegen. Der promovierte Kulturanthropologe scheut dabei nicht seine eigenen Fehlschläge offen zu legen – mögen diese den Lesern erspart bleiben. Dass ihm das Gärtnern vor allem Freude bereitet entgeht einem beim lesen nicht. Jeder Absatz macht Lust auf mehr. Erschienen ist es bei Gräfe & Unzer als gebundenes Buch. Es faßt sich angenehm an und ist mit vielen Bildern und Zeichnungen illustriert. Das Buch ist lecker… macht Appetit aufs Gärtnern. Ich wünsche ihm – und vielen Lesern, dass es ein Bestseller wird!

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11. Dezember 2012

Vom Englisch Lernen und Herzen sammeln…

Nimm an, was nützlich ist.
Lass weg, was unnütz ist.
Und füge das hinzu, was dein Eigenes ist.
Bruce Lee

Ein ganz nützliches Tool habe ich mal wieder im Netz gefunden. Für alle, die öfters Texte ins Englische übersetzen und bei LEO viele Alternativ-Vorschläge erhalten gibt es jetzt eine Lösung.

Schneeherz

Ein Herz mit Friedenstaube – geknipst mitten in der Nacht auf dem Gehsteig

Ganz konkret saß ich heute früh am Herz-Blog. Darin sammle und veröffentliche ich Herzen. Arati hat mal wieder ein Herz geknipst. Meine Freundin aus Detmold hat ein richtiges Händchen dafür, überall Herzen aufzuspüren und versteht es auch, diese entsprechend zu knipsen. Mitten in der Nacht auf dem Gehsteig ein Herz aus Schnee. Also nichts wie veröffentlicht im Herz-Blog. Dort veröffentliche ich täglich ein neues Herz-Bild. Am liebsten sind mir die Bilder, die einfach im Augenblick entstehen. Natürlich gehen auch gezeichnete, gebastelte, gestaltete Herzen, die irgendwo abfotografiert wurden. Viel lieber sind mir jedoch diejenigen, die spontan entstehen: auf dem Teller beim Essen, in der Küche beim Abwasch, beim Frühstück im Kaffee, am Gehsteig auf dem Weg zum Liebsten, beim Kochen in der Nahrung, beim Sitzen im Garten, und, und, und, und…

Als ich das Foto einstellen wollte entdeckte ich, dass da auch gleich noch eine Friedenstaube mit auf dem Bild ist. Was für ein Fang! Das Blog gestalte ich zweisprachig Deutsch und Englisch. Natürlich habe ich nicht alle Begriffe in englischer Sprache parat und ich lasse mich dazu von LEO tatkräftig unterstützen. Für die Friedenstaube spuckt mir LEO nun zwei Möglichkeiten aus: “dove of peace”und “peace dove”. Und welches ist gebräuchlicher?

Dafür gibt es im Netz tatsächlich eine Lösung: den Googlefighter! Einfach zwei Begriffe eingeben und auf “fight” drücken – schon ermittelt Google die Anzahl wie oft jeder Begriff verwendet wird. Freilich berücksichtigt google dabei einfach nur die Menge und eventuelle poetische Sichtweisen sind vollkommen unberücksichtigt – aber wenigstens etwas… Manche sollen damit auch ermitteln, ob zum Beispiel Steve Jobs oder Bill Gates öfters im Netz vertreten sind. Sachen gibt’s!

Auf jeden Fall gewinnt bei der Friedenstaube die “peace dove” und so habe ich natürlich die “dove of peace” übernommen. Soll ja auch noch ein paar Punkte erhalten. Nein, ich fand es so einfach poetischer. Und ich freue mich natürlich auf einen Besuch im Herz-Blog auf www.heartclick.eu

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Foto: Arati

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4. September 2012

Wozu soll das gut sein? Zwangsgedanken

Der Charakter eines Menschen wird am besten
erkannt in der Vertraulichkeit;
denn da herrscht kein Zwang.
(Francis Bacon)

Wer unter Zwangsgedanken leidet schämt sich oft dafür. Das Gewitter im Gehirn drängt sich auf und es ist nicht möglich, dieses zu unterbrechen. Hinzu kommt oft noch, dass die Betreffenden sich so fühlen, als hätten sie die Zwangsgedanken wirklich ausgeführt. Nun wäre es ja toll, wenn die Inhalte erfreulich wären. Das ist jedoch weit gefehlt. Diese lösen immer unangenehme Gefühle aus wie Angst, Hilflosigkeit, Schuld, Scham und Ekel. Die Tatsache, dass der Betreffende den Gedanken nichts entgegensetzen kann ist außerdem nicht gerade förderlich für das Selbstbewußtsein. Der Leidensdruck kann enorm werden und dennoch gehen die meisten vor lauter Scham erst sehr spät zum Psychiater oder Psychotherapeuten. Und selbst dort offenbaren sich die Betroffenen erst getarnt mit einer Angsterkrankung oder eine Depression bevor sie sich oft erst nach vielen Sitzungen mit ihren Zwangsgedanken anvertrauen. So groß ist die Scham darüber und so eng machen die Schuldgefühle, die damit verbunden sind.

Die Gedanken verschaffen keinen Spannungsabbau

Das fatale an Zwangsgedanken ist, dass es nicht möglich ist, dagegen anzukämpfen. Für einen gesunden Autofahrer kann es ein erleichternder Spannungsabbau sein zu denken: “Wenn der da vorne weiter so trödelt, dann schiebe ich ihn von hinten an.” Schließlich ist die Spannung ja dann weg und der Betreffende fühlt sich leichter.  Er kann dann zum Alltagsgeschäft übergehen. Für einen Patienten mit Zwangsgedanken ist der Satz “Ich könnte dem da vorne etwas antun.” höchst besorgniserregend. Zum einen wiederholt sich der Satz ständig. Oft auch in vielen Varianten. “Was ist wenn ich den Mann dort jetzt von der Brücke schubse?”, “Ich könnte den vor mir stolpern lassen.” Und der Patient hat den Gedanken nichts entgegenzusetzen. Je mehr er dagegen kämpft, desto stärker werden die Gedanken. Und die Beispiele, die ich hier schreibe sind noch von der harmlosen Sorte…

Wen kann das Gedankengewitter im Kopf treffen?

Oft bricht die Zwangserkrankung aus nachdem der Patient eine Krise erlebt. Bei 85 % der Erkrankten bricht die Krankheit noch vor dem 35. Lebensjahr aus. Bei einigen tauchen die Symptome nur in stressigen Zeiten auf, andere sind ständig davon geplagt. Es scheint keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu geben, die Rate ist bei beiden gleich hoch.

Wie sieht die Behandlung aus?

Wer Zwangsgedanken hat fühlt sich oft allein

Lange Jahre galt die Behandlung von Zwangsgedanken als schwierig oder gar hoffnungslos. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Zum einen gibt es mittlerweile Erfahrungen mit Medikamenten. Zwar treten unter der Medikation die Zwangsgedanken noch in milderer Form weiterhin auf – es ist jedoch für die Betreffenden erstmal eine Erleichterung. Ein Medikament hat immer den Sinn, erstmal den seelischen Druck zu reduzieren. Eine Heilung ist damit nicht verbunden. Erfolgt nicht parallel dazu eine Psychotherapie, dann treten die Zwangsgedanken wieder genauso stark auf wie vor der Medikation wenn diese abgesetzt wird. Je früher eine Behandlung erfolgt, desto erfolgversprechender ist sie.

Zum anderen gibt es mittlerweile psychotherapeutische Ansätze zur Behandlung von Zwangserkrankungen. Die Verhaltenstherapie arbeitet mit dem Ansatz, sich inhaltlich von den Gedanken zu distanzieren und sich den auftretenden Gefühlen zu stellen – die klassische Konfrontation also. Die Psychoanalyse geht davon aus, dass ungefähr im Alter von zwei Jahren Angst- und Schamgefühle abgespalten wurden. Ziel der Therapie ist es, die Abwehrmechanismen aufzudecken und einen reifen Umgang mit den Gefühlen zu ermöglichen.

Und was sagt die Systemische Therapie dazu?

Wer das ganze System betrachtet und nicht nur den einzelnen Menschen geht ganz anders vor. Betrachtet wird das Symptom getreu der Grund-Annahme: “Das Symptom ist nicht das eigentliche Problem, sondern nur die Lösung für ein ganz anderes Problem”. Wer sich wie in einem Brainstorming darauf einlassen kann, die angstauslösenden Gedanken mal spielerisch als eine Lösung für ein Problem zu betrachten, der findet oft einen ungelösten Konflikt im Hintergrund und die Zwangsgedanken sind die Lösung für genau diesen Konflikt. Nur eben eine Lösung, die nicht funktionieren kann.

Brainstorming der besonderen Art

Beim Brainstorming geht es darum Lösungen zu Problemen zu finden. Auch ganz abstruse Lösungen werden ausgewertet. Erstmal wird alles gesammelt, das hilft, das Problem theoretisch zu lösen. Auch das was offenbar nicht nützt, das Problem wirklich zu lösen. Beispielsweise weil die Lösung gewalttätig wäre – ein Mord zum Beispiel. Meine geliebte Lehrerin Penny McLean beliebte in Ihren Seminaren nur zu gerne eine ganz außergewöhnliche Lösung für Probleme anzubieten. Wer jammerte: “Wegen meines Mannes kann ich dies oder jenes nicht tun.” Dem bot sie an: “Ganz einfach – stellen wir uns vor, ich habe hier in der Handtasche eine Smith & Wesson und wir erschießen ihn.” “Das können wir doch nicht machen!” “Ja, dann überlegen wir uns eben eine andere Lösung.” “Dann muss ich wohl oder übel lernen, mich durchzusetzen.” war häufig die Antwort. Ohne die Smith & Wesson wäre die betreffende Frau auf diese Lösung nicht gekommen. Der Mann ist schuld – Sie wissen schon…
Jetzt könnte ich doch sagen, bei der Behandlung von Zwangsgedanken gehe ich ebenso vor wie beim Brainstorming – nur eben rückwärts! Ich schaue mir die Lösung an und suche das Problem dazu. Und wenn es dann gelingt, dieses Problem auf andere Weise zu lösen, dann verebben auch die Zwangsgedanken. Denn dann werden sie ja nicht mehr gebraucht.

Und wie kann das nun in er Praxis aussehen?

Stellen wir uns vor, da ist eine Frau, die hat Angst Ihrem Kind etwas anzutun – das ist das Symptom. Natürlich ist dieser Gedanke höchst erschreckend. Er löst Angst aus. Denn eine Mutter soll doch ihr Kind lieben und für es sorgen. Und nun drängen sich immer wieder Gedanken auf, sie könnte dem Kind schaden. Nicht gerade angenehm. Ab hier tritt  nun fast schon kriminalistisch ein therapeutischer Sherlok Holmes auf den Plan. “Welches Problem könnte es nun zu der Lösung geben – das Kind ist tot?” “Wenn es nicht da wäre, dann …?

… könnte ich weiter meinen Beruf ausüben.
… könnte ich meiner Mutter beistehen, die einen Konflikt mit ihrem Partner hat.
… könnte ich viel mehr Geld verdienen.
… könnte ich anderen Menschen helfen.

Meistens befinden die Betroffenen sich in einem sehr schweren Dilemma – was mir die Heftigkeit der Inhalte von Zwangsgedanken etwas erklärt. Und zu jedem dieser Probleme gibt es auch noch andere Lösungen als das was der Inhalt der Zwangsgedanken bisher vorgeschlagen hat. In den allermeisten Fällen ist es wichtig, das gesamte Lebenssystem des Betreffenden mit einzubeziehen, deswegen empfehle ich bei Zwangsgedanken einen systemischen Therapeuten. Wenn das wirkliche Problem einmal identifiziert ist, dann kann die weitere Behandlung ganz einfach sein. Es kann jedoch auch sein, dass es noch enorme Vorarbeit braucht, die emotionale Stärke aufzubauen, die notwendig ist, den inneren Konflikt wirklich lösen zu können.

Ich wünsche mir, ich kann einigen Betroffenen mit diesem Text Mut machen, sich in Behandlung zu begeben. Und ich hoffe, ich kann damit einigen den Schrecken vor sich selbst nehmen.

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Foto: pitopia (c)

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20. August 2012

Balsam für die Seele: Urlaub am Gardasee

Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich,
dass sie sich der Aussicht freuen könnten, die vor mir liegt!
(J.W. v. Goethe, Italienreise)

Dies ist ein Gastartikel von Jasmin Layer

Fühlen Sie sich unausgeglichen, gestresst und einfach nur urlaubsreif aber haben keine Zeit sich von dem Trubel zurückzuziehen? Suchen Sie nicht nach jemandem, der Ihnen die Erlaubnis gibt, sondern fordern Sie ein paar Tage Zeit für sich ein, auch wenn es nur ein langes Wochenende ist. Wichtig ist, dass Sie die Tage alleine verbringen, damit Ihr Körper und Geist wirklich entspannen können und Sie nur für sich selbst verantwortlich sind.

Im Urlaub ganz sicher außer Reichweite sein

Um sicher zu gehen, dass man in der Auszeit nicht in alte Muster fällt, sollten Sie wegfahren, um wirklich außer Reichweite zu sein. Es gibt viele geeignete Reiseziele, um dem Alltag zu entfliehen, und jeder sollte individuell entscheiden, was für ihn das richtige ist. Für viele ist es hilfreich ein paar Tage in einem Wellnesshotel zu verbringen und gänzlich nichts zu tun. Andere sind gerne aktiv und verbringen Ihre Zeit am liebsten in der Natur. Für letztere ist ein Kurzurlaub am Gardasee aufgrund des mediterranen Klimas, der atemberaubenden Natur und der Nähe zu Deutschland ideal.

Wandern um abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen 

Gardasee

Wasser und Berge

Der Gardasee ist den meisten Deutschen ein Begriff und zieht jährlich unzählige Urlauber an, jedoch wissen die meisten nicht, wie viel die Region eigentlich zu bieten hat. Am Südufer des Sees gibt es wunderschöne Strände und das Wasser kann im Sommer eine Temperatur von bis zu 27 Grad erreichen. Die malerischen Ortschaften umgeben von Olivenbäumen und Weinbergen laden jeder Zeit zum Verweilen ein und nichts ist so entspannend wie bei einem Gläschen Wein den Sonnenunterganz zu beobachten und die Welt um sich herum zu vergessen. Wenn Sie wirklich abschalten möchten, dann sollten Sie sich vor Ort eine Wanderkarte besorgen und das ausgedehnte Netz von Wanderwegen erkunden. Für jeden Schwierigkeitsgrad gibt es ausgezeichnete Routen und zwischendurch bietet sich immer wieder ein bilderbuchähnlicher Blick auf den See.

 Viele Aktivitäten möglich

Wer etwas mehr Action zum Abschalten benötigt kommt am Gardasee auch auf seine Kosten. An Land, im Norden des Sees, können Sie aufgrund der Nähe zu den Alpen klettern oder Mountainbike fahren. Auf dem Wasser wird Segeln, Windsurfen, Tauchen oder Wasserski angeboten. Für alle Aktivitäten gibt es auch Kurse für Anfänger bei denen die Ausrüstung gestellt wird und Sie mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen.

Mit Kraft wieder zurück in den Alltag

Nach einem Wochenende nur für sich, kann man wieder mit neuer Kraft in den Alltag starten, also nehmen Sie allen Mut zusammen und planen Ihren nächsten Kurzurlaub.

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Bild: Marjolein Knuit bei flickr

15. August 2012

Mama, ich habe Angst vorm Zahnarzt

“Die wildesten Fohlen werden die besten Pferde.”
(aus Dänemark)

Kinder können manchmal ihre Ängste so direkt ausdrücken. Oft verstecken sich diese jedoch auch in anderen Kanälen – wie zum Beispiel Bauchschmerzen oder Unlust – bis hin zu Wut oder gar Aggression. Es soll sogar noch den Fall geben, dass Kinder gedroht wird: “Wenn Du nicht artig bist, dann gehen wir zum Zahnarzt!” Was für den Moment wohl hilfreich sein kann wird spätestens dann zum Alptraum wenn es wirklich zum Zahnarzt geht.

Wenn Kinder gerne zum Zahnarzt gehen

Und wie bekommen die Zahnärzte das hin? Das Kinder sich auf den Zahnarzt sogar freuen? Es mag einfach klingen – aber irgendwann hatte jemand die Idee, sich ganz auf die kleinen Patienten zu spezialisieren. Die Idee für den Kinderzahnarzt war geboren. Heute gibt es richtig viele davon und der Bundesverband der Kinderzahnärzte tritt nach außen für die Behandler der kleinen Zwerge auf. Und wie machen es nun die Zahnärzte, dass die Kinder gerne kommen?

Zu meiner Zeit war das einzige, was mich dort hin trieb meine Neugier. Ich hatte Freude, die Welt zu entdecken. Und beim Zahnarzt war ich schließlich nicht alle Tage. Es gab viel zu entdecken: neue Gerüche – auch scheußliche, tolle technische Sachen, ungewöhnliche Farben, eine toll gepflegte Zahnarzthelferin mit sehr angenehmer Stimme (interessant dass mir gerade das nach so langen Jahren noch in Erinnerung ist) und natürlich eine Kiste, aus der ich nach der Behandlung immer etwas herausnehmen durfte. Aber ehrlich gesagt war es nicht das Entscheidende, dass ich den Zahnarzt auch spannend fand.

Was ist es nun was Kinder gerne dorthin gehen läßt?

Es mag sein, den Kindern heute geht es so wie mir – sie entdecken einfach gerne Neues? Oder es geht ihnen gut, wenn Sie in einem kindgerechten Zahnarztstuhl mit kindgerechten medizinischen Geräten versorgt werden. Es könnte natürlich auch sein, es ist das Menschliche – dass der Zahnarzt danach fragt wie es beim Reiten ist. Und dass er weiß was ein Kind tun kann, um eine Blutung zu stillen. Aber wovon ich jetzt beginne zu erzählen geht schon wieder in eine spezielle Richtung. Viele Kinderzahnärzte sind nämlich ausgebildet in Hypnose. Es gibt Hypnose für Kinderzahnärzte. Diese pendeln die Kinder nicht in ungeahnte Weiten ihres Unterbewußtseins – nein. Sie nützen die Faszinationskraft der Kinder, um ihre Aufmerksamkeit zu fesseln. Und wenn diese erstmal gewonnen ist, dann ist es in den allermeisten Fällen ganz leicht, das Kind in die Behandlung einzubinden. Oder es so von der Behandlung abzulenken, dass es davon gar nicht so viel mitbekommt. Zur Not und bei langen Eingriffen wird mit Lachgas gearbeitet. Das haben Sie sicherlich schon in dem oben verlinkten Video gesehen. Neugierig geworden? Es gibt sicherlich auch einen Kinderzahnarzt in Ihrer Nähe. In Reutlingen ist das Claudia Sigel, besonders gelungen finde ich die Homepage der Hamburger Wackelzähne und in Ihrer Nähe finden Sie einen in der Therapeutenliste der Kinderzahnärzte.

Auch Erwachsene haben Angst vorm Zahnarzt

Nicht nur die Kleinen fürchten sich vor dem weißen Mann mit Bohrer. Und wie das aussehen kann sehen Sie im folgenden köstlichen Filmchen:

Auch wenn es heißt: Wer Spaß hat kann keine Angst empfinden. Es soll so sein, dass es nicht möglich ist, beide Emotionen gleichzeitig zu verarbeiten im Gehirn. So ist es doch so, dass auch Komiker Angst haben können – vor dem Zahnarzt. Köstlich umgesetzt von Mr. Bean in der Zeichentrickversion. Ich hoffe, Sie müssen so lachen, dass Ihnen die eigene Angst vor dem Zahnarzt vergeht. Und falls Sie doch Angst haben zum Zahnarzt zu gehen, dann empfehle ich Ihnen einen Hypnosezahnarzt. Und eine Therapeutenliste gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose.

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15. August 2012

Sport reduziert meßbar psychischen Streß – und sogar die Symptome psychischer Erkrankungen

Der Sport ist dazu da, dass man gesünder
stirbt – nicht dass man länger lebt.
(Ludwig Prokop, östr. Hochschullehrer)

Schon während dem Studium durfte ich die positiven Auswirkungen von Sport auf das Befinden lernen. Eine Dozentin im Seminar “Psychosomatik” war sehr auf den Zusammenhang von Sport auf das Erleben eingeschossen. Weil natürlich jeder eine gute Note haben wollte, gab es kaum jemanden, der sich ein anderes Thema für das Referat aussuchte als dieses.

Bewegung hilft bei Depression

Zum einen wird das Wissen natürlich in den Psychosomatischen Kliniken umgesetzt. Es gibt dort neben den medizinischen und psychologischen Angeboten vielfältige Sport-Aktivitäten: Morgengymnastik, moderates Ausdauertraining, ja sogar Körper- und Bewegungstherapie. Die körperliche Aktivität alleine bringt vielen Patienten sehr viel Erleichterung. Die Erfahrung und auch die Forschung zeigen immer wieder: Moderates Ausdauertraining kann tatsächlich gegen Depression helfen. Wie weit das sogar reichen kann habe ich an dem Tag kapiert, als ich auf der Homepage einer Psychotherapeutin gelandet bin, die eine monatelange Wartezeit hatte. Für alle, die sie auf ihrer Homepage vertrösten musste empfahl sie, in der Zwischenzeit bis sie einen Therapieplatz bekommen können, moderaten Ausdauersport zu machen. Es kann also auch soviel Kraft geben, um eine Wartezeit zu überbrücken. Um eine tatsächliche Wirkung zu erreichen ist wichtig, dass es sich um eine Ausdauer-Sportart handelt und dass diese regelmäßig ausgeübt wird. Die Devise ist weniger ein “viel hilft viel” als vielmehr die Regelmäßigkeit.

Auch Krebspatienten haben den Sport für sich entdeckt

Nicht nur bei Depression hilft es, regelmäßig Sport zu machen. Schon lange treffen sich Menschen mit allen möglichen Krankheitsbildern zum Sport. So auch Patienten mit onkologischen Krankheitsbildern – das nennt sich dann zum Beispiel Onko Walking. Das Krankheitsbild verbindet und der Sport bietet eine Möglichkeit, den Kopf mal frei zu bekommen. Die anderen verstehen zudem wie es einem geht.

Viele bekommen durch den Sport neue Kraft und lernen wieder, positiv zu denken. Oft ist so eine Sport-Gruppe auch eine Möglichkeit, wieder in eine Sport-Gruppe zurückzukehren, der ein Patient früher angehörte. Hier kann sich jeder Zeit lassen und wird gefördert, sein altes Trainigsniveau wieder aufzubauen.

Wo ist die Grenze zum Ungesunden?

“Sport ist Mord” – so hörte ich in der Schule früher von meinen Mitschülern wenn sie keine Lust auf die Bewegung hatten. Natürlich meinten sie es nicht so. Sie drückten damit aus, dass sie sich am liebsten davor drücken wollten. Dass Depression auch bei Sportlern auftreten kann – und zwar gar nicht so selten – erlebe ich immer wieder in meiner eigenen Praxis. Und die Ereignisse in der Sport-Welt sprechen für sich: abgemagerte Turnerinnen und Eiskunstläuferinnen, von Doping entstellte Körper von Sportlern aller möglichen Sportarten und schließlich der erschreckende Selbstmord von Robert Enke – dem berühmten Fußballspieler.

Es ist also wichtig, dass der Sport nicht zur Kompensation von Streß eingesetzt wird. Der Sport sollte vielmehr dazu dienen, das natürliche Bedürfnis zu befriedigen, sich zu bewegen. Wenn Sie immer dabei bleiben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen und den Sport nicht verwenden, um die Frustration zuzudecken, dass Bedürfnisse von Ihnen nicht befriedigt sind – dann sind Sie mit Ihrem Sport genau richtig. Und der Sport wird Ihnen gut tun.

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PMS – Übung zur Selbsthilfe

Ode an die Menschlichkeit

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6. August 2012

KiKE – Atelier für Kinder und Jugendliche krebskranker Eltern

Die Krebserkrankung eines Elternteils verändert das Leben der Eltern – und der Kinder. Daher hat das Tübinger Tumorzentrum im Jahr 2007 “KikE” ins Leben gerufen, ein Hilfsangebot für Kinder krebskranker Eltern.

TonmonsterIm August lädt KikE nun erstmals zum Sommerferien-Workshop “Tonmonster gegen die Angst” ein: An vier Vormittagen im August formen, brennen und bemalen Kinder von acht bis elf Jahren ein “Tonmonster”, das es mit ihrer Angst aufnehmen kann und sie beschützt.

Der Workshop ist kostenlos und findet am Di 21., Do 23., Di 28. und Do 30. August jeweils von 9 bis 11.30 Uhr in Räumen des Universitätsklinikums in Tübingen statt.

Mehr dazu finden Sie auf den Seiten von KiKE im Internet.
Kontaktaufnahme für interessierte Eltern und Kinder: Tel. 07071/29-8 70 33 oder Kike@med.uni-tuebingen.de.

Eltern erhalten nach einem Vorgespräch mit der Kursleiterin Ina Täubel weitere Details.

KikE

Das Angebot von KikE ist kostenfrei und finanziert sich über Spenden.

Neben Beratungen und Einzelbegleitungen von Kindern und ihren Eltern ist die kunsttherapeutische Unterstützung im KikE-Atelier ein zentraler Baustein des Projekts.

Wer Unterstützung sucht in Reutlingen wird bei  Sonnenstrahlen e.V. fündig.

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1. August 2012

Apps für die Gesundheit

Sie sind hipp – die kleinen Programme für das Smartphone – genannt App. Eine kleine Applikation für das Telefon, für manche aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gefürchtet und geliebt aus demselben Grunde: immer verfügbar, immer erreichbar zu sein hat Vor- und Nachteile. Die einen wehren sich dagegen, weil sie wenigstens am Wochenende mal nicht vom Chef kontaktiert werden möchten. Die anderen lieben es, weil sie eben überall auch Zugriff haben möchten auf bestimmte Informationen. Und ich war letzte Woche sehr dankbar bei der Rückfahrt vom Urlaub aus Italien. Meine Mitfahrerin hat den Zug verpaßt und wir konnten mit Hilfe der App der DB eine neue Zugverbindung heraussuchen. So konnten wir ohne Zeitverlust entscheiden an welchem Bahnhof ich sie aussteigen lassen konnte – und das mitten in der Nacht. Das ist schon Comfort.

Auch in den medizinischen Bereichen halten diese Apps immer mehr Einzug und ich möchte gerne einige davon vorstellen.

Von Diabetikern für Diabetiker

Wer auf die Verwaltung seiner Blutzuckerwerte und allen möglichen anderen Werten angewiesen ist wird erleichtert sein, die neue App zu benutzen: ”DiabetesPlus” unterstützt Typ-2-Diabetiker nicht nur bei der Dokumentation ihrer Werte. Blutzuckerwerte, Insulingaben, Broteinheiten, Sporteinheiten und Notizen.

An all das haben die Autoren des Programmes gedacht. Und es scheint gut zu sein – denn derzeit erhält es bei iTunes von 95 Bewertungen von 75 Benutzern die Höchstzahl von 5 Sternen.
Mit einem Klick lassen sich zudem die gesamten Werte als pdf-Datei an den behandelnden Arzt senden. So hat selbst der Arzt einen Überblick über die gesundheitlichen Werte.

Das Programm zeigt sogar dann noch farblich markiert, ob der Blutzucker im Zielbereich liegt. Die Werte können im Tages- oder Monatsverlauf angezeigt werden. So sind Ausreißer-Werte ganz schnell im Blick. Mit 3.99 € liegt die App im oberen Preisbereich – verglichen mit anderen Apps. Wer jedoch die Vorzüge nützen möchte, für den lohnt die Investition.

Den Puls analog messen war gestern!

Ihr Smartphone wird jetzt auch zum Krankenpfleger bzw. zum Arzthelfer. Denn Sie können sich jetzt zum einmaligen Preis von 1.59 € von Ihrem Smartphone den Puls messen lassen. Cardiograph nützt wie hochsensible Medizingeräte die eingebaute Kamera, um die Pulsfrequenz zu messen. Sie legen dabei Ihre Fingerkuppe auf die Smartphone-Oberfläche in der Nähe der Kamera-Linse. Der Finger mit dem Blitzlicht beleuchtet. Die Kamera mißt nun die Farbveränderung des Fingers, die sich durch den Pulsschlag ergibt.

Die Darstellung der Messung und die Bedienung der App sieht richtig medizinisch aus – wenn auch eine Warnung behauptet, dass es sich nicht um ein echtes medizinisches Gerät handele – ein Besuch beim Arzt sei aufzusuchen – auch wenn das Gerät präzise messen könne.

Trinken Sie genug? Wenn nein ist’s Zeit für den Trink-Wecker

Die App erinnert sie daran zu trinken. Viele Menschen sind ausgelaugt oder gar krank weil sie ihre tägliche Trinkmenge nicht erreichen. Sie werden erinnert und auch motiviert, Ihre tägliche Trinkmenge von 2-3 L Wasser zu erreichen. Sie können dazu entweder die Standard-Texte und -Töne der App nützen – oder Ihre eigenen verwenden. Die Entwickler vom Trink-Wecker lassen sich immer mal wieder etwas einfallen, um die App noch mehr zu personalisieren.

Ihre Trinkmenge können Sie dann entweder als Tages- oder auch als 14 Tages-Übersicht anzeigen lassen. Laut Kundenbewertungen handelt es sich auch um einen sehr guten Support vom Entwickler.
Diese App können Sie bei Gefallen durch nur 0.79 € von der Lite auf die Pro-Version aufrüsten. Das ist ein 50 % Sonderpreis, der nur für kurze Zeit gilt!

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31. Juli 2012

Sprachen im Alter – zum Lernen ist es nie zu spät

Nichts können ist keine Schande – aber nichts lernen. (Sprichwort) 

Gastartikel von Rita Denzer.

Nerja, SpanienIm Laufe des Lebens baut der Körper auf natürliche Art und Weise ab. Um diesem Prozess entgegen zu wirken, ist es wichtig alle Muskeln regelmäßig zu trainieren. Das gilt auch für das Gehirn.

Sprachenlernen bringt Ihren Verstand in Form

Ellen Bialystok arbeitet an der York Universität in Toronto und beschäftigt sich schon fast Ihr ganzes Leben mit den Auswirkungen vom Sprachenlernen auf das menschliche Gehirn. In den letzten Jahren hat Sie erstaunliche Entdeckungen gemacht: „Es scheint, dass das Gehirn von Menschen, die zweisprachig leben, auch im höheren Alter bessere Leistungen erbringen kann.“ Weiterhin kam heraus, dass die Gedächtnisleistung von Alzheimer Patienten, die regelmäßig zwei Sprachen sprechen, mit denen von vier bis fünf Jahre jüngere Patienten, die nur eine Sprache sprechen konnten, zu vergleichen ist. Obwohl das Gewebe gleichermaßen angegriffen wird, scheint es, dass trotz Schädigung, die Funktionstüchtigkeit weniger beeinflusst wird. Wissenschaftler wie Bialystok glauben, dass das Erlernen einer Sprache, das Gedächtnis ähnlich aktiv hält wie zum Beispiel Rätsel lösen.

Zum Lernen ist es nie zu spät

Sicherlich wird es mit dem Alter schwieriger eine Sprache fließend zu sprechen. Hinsichtlich der Fitness des Gehirns geht es darum aber auch nicht. Judith Kroll von der Pennsylvania State University erklärt: . „Es scheint, als ob sogar wenig Training gegen den Abbau der Gedächtnisleistung hilft. Zu welchem Zeitpunkt im Leben man eine Sprache erlernt, ist dafür relativ unwichtig“.

Bilinguale Menschen sind zudem besser in „Multitasking“. Der Wechsel zwischen zwei Sprachen erfordert mehr Konzentration. Dadurch lernt man schnell unwichtige Informationen zu ignorieren und sich auf relevante Dinge zu konzentrieren. Das macht auch Sinn, wenn man bedenkt, dass wenn man eine andere Sprache spricht, die eigene Muttersprache noch stets aktiv ist und unterdrückt werden muss.

Kinder haben es leichter?

Die Lernfähigkeit nimmt mit dem Alter geringfügiger ab als man früher geglaubt hat. Lediglich Personen zwischen 15 und 29 Jahren haben sich als geschickter beim Lernen erwiesen. Ab 30 Jahren sind dann aber kaum noch Unterschiede festzustellen. Grundsätzlich hat Lernerfolg nicht nur etwas mit der Fitness des Gehirns zu tun. Soziale, erzieherische und alltägliche Umstände sind einfach anders wenn Erwachsene eine Sprache lernen. Wenn Kinder etwas Neues lernen, ist das so ziemlich das Einzige was sie tun. Erwachsene, die mehr Zeit und Ruhe haben, können ebenso gut lernen wie Kinder.

Trainieren Sie Ihr Gedächtnis

Es ist ziemlich eindeutig, dass das Lernen einer neuen Sprache einer der besten Wege ist, sein Hirn auf Trab zu halten. Das Verstehen neuer Grammatik und das Auswendiglernen von Vokabeln ist beschwerlich, jedoch ist es auch unheimlich bereichernd. Wer das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden will, kann eine Sprachreise buchen. Sprachaufenthalte in Spanien zum Beispiel bieten eine gute Möglichkeit dem Alltagsstress zu entfliehen und gleichzeitig einen angenehmen Urlaub zu verbringen. Kurse gibt es generell für alle Altersgruppen und in verschieden Schwierigkeitsstufen. Nebenbei kann man dann das neu erlernte Wissen anwenden.

Mehr Informationen über Sprachenlernen, Sprachaufenthalte und Preise finden Sie unter Escuela De Idiomas Nerja

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