23. November 2011

Wie finde ich einen Therapieplatz?

Immer wieder rufen bei mir Interessenten an oder schreiben mich an mit der Frage wie es geht, einen Therapieplatz zu finden. Nun ganz einfach ist das nicht zu beantworten.

Die Sache mit den Kosten…

Als erstes gibt es die Kostenfrage zu klären. Soll die Krankenkasse die Therapie übernehmen? Dann ist es wichtig, dass Sie einen Kassen-Therapeuten aussuchen. Diesen finden Sie wenn Sie bei Ihrer Krankenkasse die Therapeutenliste anfordern. Rufen Sie dort an, Sie bekommen die Liste zugeschickt. Auf dieser Liste  sind alle zugelassenen Kollegen verzeichnet. Sie rufen einfach die Kollegen auf der Liste einen nach dem anderen an und vereinbaren einen Termin. Bitte lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie lange auf einen Termin warten müssen – die Wartezeiten dauern derzeit bis zu einem Jahr! Manche setzen Sie auch auf eine Warteliste.

Beim Facharztprogramm der AOK wird Ihnen garantiert, dass Sie innerhalb von 2 Wochen einen Termin erhalten. Sie dürfen dann allerdings den Therapeuten während der Therapie nicht mehr wechseln, sondern müssen bei dem bleiben, bei dem Sie einmal begonnen haben. Hier gelangen Sie zu der Seite wo Sie Ihre PLZ eingeben können und dann die Therapeuten finden, die beim Facharztprogramm Psychotherapie mitmachen. Derzeit ist mir nicht bekannt, ob andere Kassen auch solche Programme haben.

Wenn Sie die Therapie selber bezahlen möchten, dann bekommen Sie wahrscheinlich schneller einen Termin. In Privatpraxen sind die Therapeuten oft auf Thematiken spezialisiert, die gar nicht das Ausmaß einer psychischen Störung aufweisen und die Kasse würde die Behandlung in diesem Fall sowieso nicht bezahlen. Hören Sie sich in Ihrem Umfeld um – gute Therapeuten werden empfohlen oder schauen Sie bei den derzeit wachsenden Bewertungsportalen um.

Männlein oder Weiblein…?

Ganz wichtig ist, dass Sie sich überlegen, ob Sie lieber einen Mann oder eine Frau als Therapeuten haben möchten? Oft gibt es Themen, die ich mit einem Mann oder einer Frau besser besprechen kann. Oder das Thema um das es mir geht hängt mit dem Vater zusammen und Sie können es sich beim besten Willen nicht vorstellen, das mit einem Mann zu besprechen. Die Gründe können verschieden sein – wichtig ist, dass Sie sich vorher Gedanken darüber machen.

Welches Therapieverfahren?

Die Anzahl der Therapieverfahren, die derzeit angewendet werden ist stetig am steigen. Erst kürzlich habe ich wieder gelesen, dass Kollegen sich treffen, um neue Verfahren zu entwickeln. Ein richtiger Dschungel. Gut ist da, wer sich auskennt. Das ist derzeit leider nur den Experten vorbehalten. Und auch mir laufen immer wieder Therapieverfahren über den Weg, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Hier gibt es auch eine ausführliche Übersicht über die gängigen Verfahren. Von der Krankenkasse anerkannt sind die drei Verfahren Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und die Psychoanalyse.

Was Sie noch beachten können um einen passenden Therapeuten zu finden sehen Sie in diesem Video:

Sie wohnen nicht bei mir in der Nähe und suchen einen guten Therapeuten? Bei folgenden Portalen oder Verzeichnissen gibt es Therapeuten-Listen. Viel Erfolg bei der Suche!

Liste der Psychotherapeuten, die im Vertrag mit den Krankenkassen stehen

Therapie

Therapeuten im Netz

Psychomeda

Gesunder Mensch

Milton Erickson Gesellschaft für Klinische Hypnose

Verzeichnis der Psychologischen Beratungsstellen in Deutschland

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9. August 2014

So finden Sie leicht Details über Ihre Vergangenheit heraus

Manchen meiner Klienten oder Patienten stelle ich die Frage: “Wie war das denn damals zur Zeit, als Sie geboren wurden?” Viele können mir auch darauf antworten. Doch es gibt immer wieder diejenigen, die mir sagen: “Darüber weiß ich nichts. Meine Mutter sprach noch nie mit mir darüber und sie wird es auch nicht tun.”

Mit dem Blick nur im Rückspiegel bin ich kein guter Fahrer

Ich bin keine Freundin davon, in der Vergangenheit meiner Klienten oder Patienten herumzukramen. Ich halte nichts davon, nach Fahrplan die vergangenen Lebensereignisse auf den Tisch zu holen und diese zu beleuchten. Meine Erfahrung lehrt mich, Kraft und Energie lieber für das Leben in der Gegenwart zu nützen. Je mehr jemand in der Vergangenheit kramt, desto mehr Verletzungen werden sich dort zeigen – oft auch solche, die schon längst ausgeheilt waren. Das kommt mir oft so vor wie jemand, der an einer längst verheilten Wunde lange genug herumpult – irgendwann gibt die empfindliche Haut nach und entzündet sich doch.

Pflanzen und Tiere sind immer in der Gegenwart

Pflanzen  sind immer in der Gegenwart

Wann ist es dann sinnvoll, in den Rückspiegel zu schauen?

Ich unterstütze meine Klienten und Patienten dabei, mehr Kraft für das Leben in der Gegenwart zur Verfügung zu haben. Dabei schaue ich mir an was den betreffenden jetzt belastet. Dies kann ein unerfüllter Kinderwunsch sein, ein Ehekrach, eine Flugangst, Lernblockaden, psychosomatische Zusammenhänge oder alle möglichen anderen Beschwerden. Es kann durchaus sein, dass die Problematik sich in der Gegenwart lösen läßt – es kann jedoch auch vorkommen, dass mich die Methoden mit denen ich arbeite wie mit einem Ariadne-Faden in die Vergangenheit führen. Dort findet sich dann eine Blockade, die genau zu diesem Zeitpunkt entstanden ist. Wird diese gelöst, steht dem Betreffenden in der Gegenwart wieder mehr Kraft, Energie, Leichtigkeit und auch Lebensfreude zur Verfügung.

In Zeiten des Übergangs sind Menschen besonders verletzlich

Meistens handelt es sich dabei um ein Ereignis, das unangenehm war – oder um ganze Lebensumstände, die nicht gerade unterstützend für den Betreffenden waren. Ich stelle immer wieder fest, dass es gerade die Übergänge in andere Lebenssituationen sind, die Menschen besonders verletzlich machen. Ich finde das auch verständlich. So ist eine Frau besonders vulnerabel dafür wie der künftige Vater ihres Kindes darauf reagiert wenn sie ihm sagt, das sie schwanger ist – unabhängig davon ob das Kind geplant war oder nicht. Auch der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist so eine sensible Phase, genauso wie die erste Partnerschaft oder die Geburt des ersten Kindes. Immer dann wenn wir noch keine Erfahrung mit etwas haben, also zum ersten Mal unsere Kompetenz gefragt ist besteht ein höheres Maß an Verletzlichkeit als sonst.

Hier wird oft angesprochen was Ursprung in der Vergangenheit hat.

Hier wird oft angesprochen was Ursprung in der Vergangenheit hat.

Der Körper weiß genau wo es klemmt und was hilft

Meistens können sich die Patienten und Klienten an diese Verletzungen aus der Vergangenheit gut erinnern. Sie kommen jedoch nie im Traum darauf, dass diese etwas mit ihren Beschwerden zu tun haben könnten – sie bringen sie einfach nicht damit in Zusammenhang. Das Unterbewusstsein jedoch kennt diesen und bringt ihn zutage. Das Unterbewusstsein, die innere Weisheit weiß auch genau was hilft, damit sich eine Blockade lösen läßt. Und hierzu sind manchmal Details zu vergangenen Situationen wichtig. Es passiert gar nicht so selten, dass in einer spontanen Erinnerung oder durch einen Traum die fehlende Information auftaucht und dann in der folgenden Sitzung zur Verfügung steht. Einige erhalten die Informationen auch im Gespräch mit Verwandten – aber manchmal beleibt etwas eben unter einem Deckmantel verborgen. Kein Wunder wenn es sich um ein unangenehmes, mit Scham besetztes Thema handelt.

Wie soll ich nur an die Information kommen?

Manche stehen ratlos vor der Aufgabe, sich die Informationen zu besorgen. Von der Mutter gut gehütete Geheimnisse, die seit Jahrzehnten unter einem Deckmantel schlummern lassen sich nicht einfach nur durch “erzähl mal von der Zeit um meine Geburt” hervorlocken. Das einzige, was helfen kann, die modrigen Schleier der Vergangenheit zu durchbrechen ist eine verbindende Geste. Vielen ist es schon gelungen durch die Einladung: “Komm, laß uns die Bilder in den alten Fotoalben ansehen.” Hier sind dann keine als inquisitorisch empfundene Fragen notwendig. Tante, Onkel, Opa, Oma, Schwiegermutter, Schwiegervater und all  die angenehmen und unangenehmen Zeitgenossen sind meist auf den Bildern abgelichtet und sorgen ganz automatisch für Gesprächsstoff. Wer sich jetzt noch darauf versteht, das Bilder-Ansehen zu einem positiven Erlebnis zu machen und nicht die Erwartung hat, dass sich die erhoffte Information bereits beim ersten Mal zeigt, der hat meist schon gewonnen.

Wie ist es Ihnen gelungen, an verschüttete Informationen oder gut gehütete Geheimnisse zu gelangen?

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Bilder: Shivani Allgaier (cc)

31. Mai 2014

Sex – das Geheimnis der Langsamkeit

Vor einigen Wochen hat mich  Claudia angefragt. In ihrem Blog gab es ein Motto, zu dem sie annahm, dass ich etwas zu sagen hätte. Einen Beitrag zur Yoni-Woche wünschte sie sich. “Über die Yoni?”, dachte ich. “Jetzt bin ich gerade froh, dass ich durch die Bücher von Diana Richardson so einiges über Bord werfen konnte, das ich über die Jahre an sexuellen Konditionierungen angesammelt hatte.” Nach ein wenig Stirnrunzeln beschloss ich, nicht lange zu überlegen, sondern einfach zu schreiben.

Blüten sind die Sexualorgane der Pflanzen

Blüten sind die Fortpflanzungsorgane der Pflanzen

Ich will lieber richtigen Sex!

Heute ist es für mich zum Alltag geworden. Das hört sich gewöhnlich an – obwohl es immer noch etwas Besonderes ist. Zum ersten Mal erfuhr ich von der “langsamen Liebe” aus dem Buch “Zeit für Liebe” von Diana Richardson. Während ich hier schreibe habe ich die Stimmen meiner Freundinnen im Kopf. Die einen sind neugierig – die anderen ziehen mich auf – nicht wissend was ich erlebe. Sie ziehen den “richtigen Sex” dem “Langsamen” – langweiligen wie sie meinen – vor.

Das was ich da lese möchte ich erleben.

Was ich in den Büchern von Diana Richardson las wollte ich erleben. Magnetische Anziehung. Verbundensein. Glückseligkeit. Ekstase. Stundenlang. Friedvoll. Liebe machen. Diese Worte machen mich neugierig. Sie beschreibt darin wie der männliche und der weibliche Körper funktionieren. Ich hatte eine Gebrauchsanweisung in meinen Händen. Dass es funktionieren würde, was sie sagte – da war ich mir sicher. Keines der Bücher, die ich vorher je über Sex gelesen hatte konnte mich so sehr beeindrucken. Interessant fand ich vor allem, dass auch ihre geistigen Lehrer – Osho und Barry Long – mich nicht derart ansprechen konnten wie es die Schriften dieser Frau vermochten. Woran das wohl liegen könnte?

Und was steht jetzt in den geheimnisvollen Büchern?

Der Körper lügt nicht. Der normale Zustand zwischen Mann und Frau ist, dass sie sich anziehen wie zwei Magnete. Ist dies nicht der Fall ist die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr groß dass uns Wissen fehlt – über den Körper des anderen Geschlechts – und vor allem über unseren eigenen Körper. Was Diana Richardson beschreibt sind geheime Schlüssel, mithilfe derer dieser Magnetismus erweckt werden kann. Was passiert, wenn nun die zwei Pole dieser Magnete zusammen kommen ist genau das was den konventionellen Sex vom Langsamen unterscheidet. Wenn sie über die Unterschiede zwischen Mann und Frau spricht, dann meint sie ganz andere Unterschiede, über die ich bisher gehört oder gelesen hatte. Einige der Gesetzmäßigkeiten und Schlüssel für die magnetische Liebe spricht sie in dem Interview an, das Anna-Maria Zurhorst mit ihr führte:

Sie räumt in ihren Büchern auch mit vielen Vorurteilen auf. In den Büchern erwarten Sie außerdem viele Themen von Brisanz wie z.B. Mythen über die männliche Erektion, die Antwort auf die Frage ob Frauen weniger Verlangen nach Sex haben als Männer, was es mit dem Orgasmus auf sich hat, was sie empfiehlt um ein Kind zu zeugen, wie man seine Anziehung erhöhen kann und vieles mehr.

Wie erlangt man Körperpräsenz?

Dass ich für das was Diana und Michael Richardson in ihren Making Love Retreats weitergeben zu erleben nicht monate- oder gar jahrelang üben mußte, verdanke ich Yoga der Stille. Die Körperpräsenz, die im Satsang erfahrbar ist – genau darum geht es beim Slow Sex. Es geht darum, vollkommen im Moment zu sein, es geht darum, das Jetzt zu genießen – ganz im jetzigen Augenblick zu sein.

Ich weiß, dass Madhukarji es anders meint wenn er sagt: “Silence is sexy” – es geht nicht (nur) um Sex. Es geht darum, dass dieser Augenblick sexy ist, weil in dieser Präsenz eine unwiderstehliche Anziehung ist. Krisna bedeutet wörtlich übersetzt “der Anziehende”. Krisna ist hier – er ist immer hier. Es geht nicht (nur) um Sex – sondern um jeden Augenblick – aber wenn es um jeden Augenblick geht, dann gehört auch Sex dazu. Wenn mir meine Art wie ich Liebe mache auch noch hilft, das zu leben was mir am wichtigsten ist – dann ist das wunderbar. Und meine Erfahrung ist definitiv: yes, silence is sexy! In der Stille selbe Anziehung, selbe Präsenz, selbe Glückseligkeit, selbe Ekstase wie beim Liebe machen. Ich mag es eher anders herum formulieren. Beim Liebe machen selbe Anziehung, selbe Präsenz, selbe Glückseligkeit, selbe Ekstase wie im Yoga der Stille. Und dafür braucht es keinen Partner – die Bereitschaft für eine Offenheit für das Jetzt genügt.  Hier geht es zu den Terminen Yoga der Stille

Und was ist jetzt mit richtigem Sex?

Es gibt auch guten konventionellen Sex, das kann auch Freude machen. Diana Richardson sagt, dass er aber auch ein schales Gefühl hinterlässt, dass langfristig Trauer im Körper entsteht, dass es den Körper auslaugt, dass es Frustration zwischen den Partnern schafft, dass sich beide verloren fühlen, dass man sich müde fühlt danach, dass es auch im Zusammenhang mit unangenehmen Gefühlen steht, dass der Körper abstumpft. Von der langsamen Liebe jedoch sagt sie, dass Frauen wie Männer begeistert ausrufen, danach hätten sie sich immer schon gesehnt.

Konnte ich Sie neugierig machen?  

Wenn Sie sich für Slow Sex interessieren habe ich drei Angebote für Sie. Zum einen ein Seminar, das in der Gruppe stattfindet. Zum anderen ist es auch möglich, dass ich Sie zusammen mit meinem Partner als Paar oder Einzelperson individuell begleite. Auf jeden Fall jedoch empfehle ich Ihnen, die Bücher von Diana Richardson zu studieren. Ja, studieren Sie sie. Es genügt nicht, sie nur zu lesen. Seite um Seite gilt es aufzusaugen und umzusetzen. Das Wissen muss zu Erfahrung werden. “Und wer ist der Lehrer?” mögen Sie denken. Ich könnte jetzt sagen: “Diana Richardson – aber ich mag die Autorin selber zitieren, die ziemlich oft davon schreibt wer ihr eigener Lehrer war: “Laß das Danach Deinen Lehrer sein!” Sie empfiehlt keine Techniken. Was sie vermittelt ist Wissen wie der männliche und der weibliche Körper funktionieren. Was sie weitergibt sind ihre eigenen Erfahrungen. Und sie empfiehlt nach dem Testen zu entscheiden was für einen selber wichtig ist. Und das rate ich Ihnen auch. Entscheiden Sie selbst welches der richtige Sex für Sie ist.

Achja – was wurde denn aus dem Gastartikel für Claudia? Heraus kam ein Text, der bei womanessence zu lesen ist: Gestatten – mein Name ist Yoni. Ein Blog übrigens für wilde, selbstbestimmte Frauen – sehr kraftvoll und  liebevoll gestaltet. Danke Claudia für Deine Anfrage für den Gastartikel – von mir aus wäre ich nicht darauf gekommen.

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Foto: Shivani Allgaier

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22. März 2014

Rezension: Die Zick-Zack-Linie – einfach funktional bewegen

Schon Ende letztes Jahr schickte mir Dirk Beckmann wieder eines seiner Bücher zu – sein Neuestes. Die Zick-Zack-Linie. Ein Buch, das von der Bewegung handelt. Er ist ein wirkliches Experte auf seinem Gebiet – ein wahrer Bewegungsexperte.

Hier können Sie einen Blick ins Buch werfen, präsentiert vom Autor selber: “Wenn Sie das Thema Rückenbeschwerden los werden wollen und auch das Thema Hexenschuss aus Ihrem Leben verbannen wollen, kann ich dieses Buch nur empfehlen.”, so empfiehlt der Autor im Video. Doch was ist mein Eindruck vom Büchlein?

Ich habe es gelesen… und für gut befunden.

Das neue von Dirk Beckmann

Das neue von Dirk Beckmann

Ich stelle fest, dass es mich in letzter Zeit immer ärgert, wenn mir jemand sagt: “Ich finde es gut.” “Was denn genau?” frage ich mich dann. Denn was ein anderer gut findet muss mir selber ja noch nicht gefallen. Als erstes spricht mich persönlich die blaue, klare Farbe des Einbandes an – vor allem die Kombination mit dem Schwarz. Als zweites fällt mir auf, dass ich es gerne anfasse. Kaum habe ich das Büchlein durchgelesen fällt mir auch schon auf, dass die einzelnen Bilder am rechten Rand einen gewissen Sinn machen. Hätte ich auch früher merken können: ein Daumenkino, was ich als Kind sehr liebte. Die Zick-Zack-Linie in Aktion ist dabei zu sehen. Zum Glück sind die Seiten auch dick genug, damit sie nicht so schnell ausleiern dabei. Und begleitet wird es von einem jubelnden Geräusch, das durch die Textur des Papiers entsteht.

Und der Schreibstil?

Die Zick-Zack-Linie ist ein Übungsbuch, um die Zick-Zack-Linie schriftlich anzuleiten. Es sind auch sehr viele Informationen enthalten über funktionales Bewegen. Übungen und Information bilden eine in sich verbundene Einheit. Nichts wirkt abrupt, beides baut logisch aufeinander auf. Der Text liest sich spritzig leicht, es wird nicht langweilig, sondern der Schreibstil mach Lust auf mehr.

Was steht inhaltlich drin?

Nur Übung macht den Meister...

Nur Übung macht den Meister…

Der Autor holt weit aus und schafft es dennoch, bei der Essenz dessen zu bleiben was ihm wichtig ist. Eine kleine Geschichte des Sports und der Bewegung, Sie erfahren das Wichtigste über die Faszien und wozu unsere Muskulatur – außer für die Bewegung – sonst noch gut sein soll. Sie erfahren einiges über Bewegungsprinzipien, die er von seinem geizigen Lehrer, Dr. med. Flury übernommen hat. Schließlich baut er didaktisch sehr schlüssig den Bewegungsablauf der Zick-Zack-Linie in einzelnen Übungen auf. Dabei erfahren Sie auch noch einiges über Säuglinge und warum Übung Sie zum Meister macht. Was mir sehr gefällt: wenn auch viel Theorie im Buch verarbeitet ist – diese ist nicht hohl, sondern kommt merklich aus praktischer Erfahrung – und das ist sehr, sehr wertvoll.
Hier fand ich auf der Homepage eines Zürcher Arztes ein Interview mit Dr. med. Flury – diesem anerkannten Anwender des Rolfing: Geplauder mit Hans Flury.

Es geht dabei auch um Ihr Gehirn

Lernen findet ja im Gehirn statt, bzw. dort wird es verarbeitet. Wenn Sie damit beginnen, sich funktional zu bewegen wird sich Ihr Gehirn verändern. Und zwar nicht schnell – sondern langsam. Ich mag dazu sehr die Veröffentlichungen von Dr. Dr. Manfred Spitzer. Der Ulmer Mediziner und Lernspezialist hat die Ergebnisse der Lern- bzw. Hirnforschung so veröffentlicht, dass sie sehr gut verständlich sind. Eines seiner Videos “Weise im Alter” erklärt, woran es liegt, dass ältere Menschen – die wir ja mit den Jahren als “Meister” bezeichnen könnten – dennoch Jüngeren überlegen sein können – obwohl diese schneller lernen. Woran das wohl lieg? Sehen Sie selbst:

Auch im Buch “Zick-Zack-Linie” erfahren Sie, warum ein alter Meister den Jungen überlegen sein kann. Erfahrung macht den Meister!

Und mein Fazit zur Zick-Zack-Linie?

Bisher habe ich einige wenige der Übungen ausprobiert. Dirk Beckmann verspricht müheloses Bewegen beim Arbeiten im Garten und Freude bei allen Bewegungen. Soweit ich das einschätzen kann geht es bei den Übungen darum, mehr Körperpräsenz zu bekommen. Wie soll das gehen? Ich bin nicht in allen Fällen die Autodidaktin, sondern lerne Neues gerne mit einem Lehrer. Dabei suche ich mir immer einen, der sein Fach auch wirklich liebt – dann ist Lernen leicht. Ich habe den Eindruck, dass Dirk Beckmann so einer ist. Wenn er näher wohnte wäre ich gleich dabei.

Mehr über Dirk Beckmann und seine Arbeit finden Sie auf seiner Webpräsenz Equilibrium State.

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Das Yoga-Bild stammt aus einem Retreat des Yoga der Stille, Termine gibt es hier.
Bilder: Shivani Allgaier

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6. Januar 2014

Welches Pflaster hilft für Trennungsschmerz?

Ganz kurz nach Weihnachten freue ich mich sehr über einen schönen Gastartikel über ein ganz besonderes Geschenk: eine Puppe. “Eine Puppe?” werden Sie denken… “so etwas Gewöhnliches”…! Lesen Sie über das Besondere einer mapapu und was sich dahinter sonst noch verbirgt. Der Artikel stammt von meiner Kollegin Friederike Klostermeyer, die ihre Praxis in Hamburg hat.

Eine Puppe ist etwas Persönliches und höchst faszinierend

Lea, 74 Jahre, hat es geschafft: Trotz mehrerer Not-Operationen an beiden Armen und Beinen thront sie heute wieder im Bücherregal einer 75jährigen Dame. Lea gehört zu ihr. Ohne Wenn und aber.

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mapapu: treuer Freund und Seelentröster

Puppen und Kuscheltiere – weit mehr als klassische Übergangsobjekte, sondern unsere ZWEITE, große Liebe, die oft ein Leben lang hält.

25 % vielreisender Manager nehmen ihren Teddy oder ihr Stofftier mit auf Reisen, wie die Umfrage einer internationalen Hotelkette ergab. In Mainz setzt die Polizei das Kuscheltier einer 3jährigen gar zur Fahndung aus, nachdem die Eltern des Mädchens eine Vermisstenanzeige erstattet hatten – mitsamt Phantombild! Zahlreiche Reiseanbieter offerieren Städtereisen, Tauchreisen und Gruppenreisen – exklusiv für Plüschtiere. Für die Ausstellung des Moskauer Goethe-Instituts “Ein Koffer für die letzte Reise” stellten Alte, Junge, Arbeiter und Künstler aus allen Ecken Russlands ihr ganz persönliches Gepäck für ihre Reise in den Tod zusammen.

Fazit: Nicht ohne mein Kuscheltier!

Kuscheltiere werden heiß und innig geliebt. Sie werden geherzt, besabbert, mit Tränen begossen, beschmust und zuweilen recht rabiat bespielt. Als Kind(heits)-Begleiter stehen sie als kritikfreie, gewährende, geduldig zuhörende Gesprächs- und Spielpartner zur Verfügung, verstehen als imaginäre Seelen intuitiv alles, was ihnen anvertraut wird. Es ist das Erfahren der bedingungslosen Akzeptanz mit allen Facetten der kindlichen Persönlichkeit – Anlässe und den Stoff hierfür liefert der Alltag.

Insa Fooken, Professorin der Psychologie an der Universität Siegen hält Vorlesungen zur Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters.       2012 widmete sie als Expertin den Puppen und Kuscheltieren ein eigenes Buch: „Puppen – heimliche Menschenflüsterer“. In ihrem Werk würdigt Fooken die besondere Rolle der Puppe, welche in unserer Gesellschaft von wachsender Bedeutung ist, zeigt den protektiven Part, welchen die Puppe in Form therapeutischer Begleitung und Lebenshilfe für das Kind spielt:

Bei Lebenszäsuren, wie dem Einstieg in den Kindergarten, die Begleitung bei schweren Krankheiten, Arztbesuchen oder Operationen, bei Trennung oder Verlust, unterstützend bei traumatischen Erfahrungen, aber auch zur generellen Angstbewältigung leistet die Puppe eine bedeutsame Aufgabe. Gemeinsam mit Dr. Lohmann hat Prof. Fooken eine Literaturübersicht „Chancen für Kinder durch Spielen“ verfasst, um die herausragende Bedeutung von Puppen und Kuscheltieren für die gesunde Entwicklung eines Kindes zu unterstreichen.

Ein Entwicklungshelfer aus Stoff!

Puppen mit Ihren beiden "Eltern": Jennifer Arndt-Lind und Hendrik Lind

Puppen mit Ihren beiden “Eltern”: Jennifer Arndt-Lind und Hendrik Lind

Als Eltern einer Patchworkfamilie stellen Jennifer Arndt-Lind und Hendrik Lind im niedersächsischen Tostedt sogenannte mapapus her. Das Silbenwort mapapu setzt sich zusammen aus den ersten Buchstaben von Ma-ma, Pa-pa und Pu-ppe: mapapu – Entwicklungshelfer für alle Kinder, denen das Leben durch äußere Lebensumstände wie Tod, Trennung oder Umzug ein neues Lebenskonzept, das Abschiednehmen von dem Vertrauten abverlangt. Veränderung bedeutet, sich auf neues Terrain begeben zu müssen.

In der Regel sind die Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten für Kinder gering – umso massiver, prägender ist das subjektiv erlebte Gefühl der Ohnmacht, des “es geschieht” anstelle eines “ich entscheide”.

Die Eltern des Kindes – teils mangelnden Wissens, teils häufig genug aufgrund eigener Überforderung durch die neue Lebenssituation – können nicht immer geduldige, verständnisvolle, liebevolle Begleiter sein. Wie steht man dem Kind in dieser Lage hilfreich zur Seite? Thematisieren der Trauer und des Schmerzes oder “Gras über die Sache wachsen lassen”? Heilt Zeit alle Wunden? Welche Strategie ist die richtige? Da ist der Wunsch nach Ausdruck des Vertrauens in die Selbstregulationskräfte des Kindes, die Überzeugung, es wird im Laufe der Zeit die neue Situation in sein Leben integrieren können und das innige Hoffen – die eigenen Kräfte schonend – sich entpathologisierend verhalten zu dürfen. Salopp formuliert eine Haltung von “Kind-das-schaffst-Du-schon!”

Auf der anderen Seite will niemand Gefahr laufen, das Leid des Kindes zu ignorieren, die aufrichtige Würdigung der vom Kind erlebten Härte des Lebens – mitunter durch die Eltern verursacht – will zum Ausdruck gebracht werden. Es heißt Worte zu finden, die nicht noch zusätzlich Salz in die Wunde streuen, sondern vom Kind als heilsam empfunden werden.

Taten sagen mehr als Worte

Ein von Hand gefertigtes Kuscheltier aus dem Stoff der Eltern zeigt die innere Haltung zum Kind, bringt Wertschätzung zum Ausdruck, den Wunsch etwas Tröstendes geben zu können, selbst und gerade in Situationen, in denen es eigentlich keinen Trost geben kann. Es ist die Geste, die zählt, die in Erinnerung bleibt, weil in dem Kuscheltier die Manifestation der Trostwunsches zum Ausdruck gebracht wird. Viel mehr als die eigentliche Fähigkeit zum Trost zählt der Wille, die Absicht Trost schenken zu wollen. DAS wird gelebter Trost für Beschenkten und Schenkenden zugleich.

Menschen brauchen Rituale – in unserer ritualarmen westlichen Gesellschaft stellt das Schenken von einem individuell aus dem Stoff der Eltern gefertigten Kuscheltier eine Ressource dar, die es dem Schenkenden und Beschenkten ermöglicht, über die Krisensituation hinaus eine Kontinuität an Vertrautem, Sicherheitvermittelndem zu erleben oder einfach: ein Zeit überdauernder NLP-Anker.

Berührungsreliquien

DetailSeit dem 2. Jahrhundert verehren Gläubige Reliquien (lat. Reliquiae “Zurückgelassenes”). So findet sich in der Apostelgeschichte (Apg 19,12) ein Hinweis, dass selbst Schweiß- und Taschentücher des Heiligen Paulus von Gläubigen als  “Berührungsreliquien” bei sich getragen wurden. Der Chronist v. Merseburg berichtet, dass Kaiser Otto III. dem Grab vom Kaiser Karl ein goldenes Halskreuz als Reliquie entnahm. Millionen scheuten und scheuen weder Kosten noch Mühen, um auch nur einen kurzen Blick auf das Grabtuch von Turin zu erhaschen und noch heute zeugen beeindruckende Reliquien-Prozessionen und die Anzahl an Pilgern verschiedenster Religionen zu selbst entlegensten Wallfahrtsorten der Welt von der Bedeutung der Reliquien für die Gläubigen. Ebenso wie diese Gläubigen bestätigen, Trost, Halt und Orientierung durch die Reliquien zu finden, sind ähnliche Phänomene durch ein mapapu als moderne Variante einer  “Berührungsreliquie” aus der bekannten, so vertrauten Kleidung der geliebten Eltern naheliegend.

Und die Moral von der Geschicht’?

Aus der Retrospektive mit zwei eigenen halbwaisen Kindern und meiner psychotherapeutischen Arbeit kann ich mich den geschilderten Erfahrungen der Macher der mapapus sowie der Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Fooken nur anschließen und wünsche dem Projekt mapapu jede mögliche Form von Unterstützung und viel Erfolg!

Gastartikel von: Dipl.-Psych. Friederike Klostermeyer, Hamburg – die Puppen gibt es online bei mapapu.de

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Fotos © Hendrik Lind (mit freundlicher Genehmigung)

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21. April 2013

Buchvorstellung: Hört auf zu arbeiten!

Auch Kopfarbeit sollte Hand und Fuß haben.
(unbekannt)

Vor kurzem entdecke ich das neue Schmankerl aus der Feder der beiden Querdenker. Der Titel dieses Mal eine Provokation: “Hört auf zu arbeiten! Eine Anstiftung das zu tun, was wirklich zählt.” Das nächste was ich wahrnehme ist eine Rezension bei Amazon. Jemand, der das Buch gar nicht gelesen hat. Aber man kann ja mal seinen Senf dazugeben – oder nicht? Ich bin auf jeden Fall neugierig was die beiden wieder geschrieben haben. Und kurze Zeit später schreibt mich der Autor an – ob ich eine Rezension schreiben möchte. Klar möchte ich, ich freue mich drauf!

Warum ich dieses Buch verschlungen habe

Fesselnde Lektüre mit Tiefgang...

Fesselnde Lektüre mit Tiefgang…

Wie die beiden es immer wieder schaffen, mich mit ihren Zeilen zu fesseln habe ich mich gefragt. Liegt es daran, dass sie nicht bei anderen abschreiben? Was wirklich Neues steht ja echt nicht drin – zumindest was die puren Fakten angelangt. Aber sie haben sich ihre eigenen Gedanken gemacht, verschiedene Tatsachen in einen anderen, sinnvollen Rahmen gepackt. Sie schildern die unbefriedigenden Umstände so wie der Großteil der Arbeitenden derzeit ihren Alltag erlebt – Frustration schon seit Jahren. Sie beschreiben wie es geht, aus dem derzeitigen Dilemma auszusteigen. Und sie machen niemandem was vor… bleiben ehrlich… und dennoch begeisternd. Manch einer, der bei ihren Vorträgen war wünscht sich: “So möchte ich auch sein, so wie die Menschen von denen die beiden erzählen.” Sie stehen in ihren Vorträgen da mit ihren funkelnden Augen und stecken den ganzen Saal an. Und genauso geht es mir, wenn ich ihre Bücher lese – auch bei diesem.

Warum sind so viele unzufrieden?

Anja Förster und Peter Kreuz beschreiben warum so viele heute frustriert sind bei der Arbeit. Sie zeichnen die historischen Hintergründe und benennen die Karotten hinter denen alle her rennen. Wie die Systeme gewachsen sind in denen das stattfindet und warum. Welche Auswirkungen das auf den Einzelnen hat und was es zu ändern gilt. Mir gefällt vor allem, dass sie nicht einsteigen in den Sermon der Jammerlappen. Zu viele gibt es, die meinen die Ursache gefunden zu haben und sich dabei in Jammerei oder Anklage verzetteln – Energieverschwendung ohne Aussicht auf eine Lösung, ohne Aussicht auf Erfolg. Die beiden zählen auf was die Ersatzbefriedigungen sind, mit denen man sich eine zeitlang gut ablenken kann. Wer aufhört sich abzulenken spürt eine große Leere in sich. Dabei beziehen sie die neuesten Ergebnisse der Hirnforschung mit ein. Sie sind dabei auf einer Linie mit Prof. Dr. Gerald Hüther. 

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Menschen sind austauschbar geworden. Einer verhält sich wie der andere. Kaum einer fühlt sich wohl – und kaum einer weiß wie er wieder aussteigen kann. Kaum einer weiß wo das Glück zu Hause ist…

Was Anja Förster und Peter Kreuz unter ihrem Konzept der miesen Arbeit verstehen sehen Sie in diesem Video

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Wirtschaftlicher Aspekt der “Einen Theorie von allem”

Während ich das Buch lese habe ich ständig den Eindruck, die beiden Autoren schreiben mit ihrem Buch den wirtschaftlichen Aspekt der integralen Theorie von Ken Wilber. Ich möchte niemanden nötigen sich damit zu befassen – denn ist ist umfangreich. Und aus meiner Sicht von vielen auch viel zu verkopft transportiert – leider. Ken Wilber beschreibt in seinen Büchern die Evolution des Bewusstseins. Er schreibt rein faktisch nichts Neues – er stellt einfach nur alles je Dagewesene in einen einzigen Zusammenhang und nennt es “Eine Theorie von allem”. Ein echtes Genie. Er macht auch deutlich, dass bestimmte Bereiche noch nicht formuliert sind – wie zum Beispiel in der Wirtschaft. Meiner Einschätzung nach liegt genau das jetzt vor. Und in sagenhafter Güte noch dazu! Manch einer mag jetzt sagen: “Das ist doch ein Spiritueller!” Ja, Worte wie Demut und Dienen waren bisher im Spirituellen zu Hause. Es wird Zeit, dass dies salonfähig wird. Höchste Zeit…

Die schlechten Nachrichten zuerst

Was versprechen jetzt die beiden? Sicherheit wird es nicht mehr geben. Und ein Ausstieg aus der Gesellschaft funktioniert auch nicht – denn wer was anbieten möchte braucht Abnehmer. Die Lösung kommt von innen – wir brauchen Menschen, die wieder auf ihre Gefühle und Bedürfnisse hören können und wollen. Und das ist vor allem auch das: anstrengend und es erfordert dass jeder die Verantwortung für sich selber übernimmt! Anstrengend? Verantwortung? “Forget it!” werden Sie vielleicht jetzt sagen…?

Die guten Nachrichten gibt es wann…?

Sie wollen auch das tun was wirklich zählt? Wollen wissen wie das geht? Und wollen wissen wann Sie die Früchte ernten können? Und genau wie das konkret geht lassen die Autoren offen. “Viel Glück auf der Reise” wünschen sie. Von vielen in den Rezensionen bei Amazon angekreidet. Die meisten hätten gerne vorgefertigte Lösungen. Aber so geht das nicht  - denn das wäre ja das alte System… austauschbar! Die Menschen haben nicht kapiert was sie gelesen haben. Vorsicht: Das Buch ist einfach zu lesen – aber es ist keine einfache Lektüre. Ein gewisser Tiefsinn gehört schon dazu. Alles was Sie brauchen, das zu tun was wirklich zählt steht in diesem Buch. Mehr braucht es nicht. Es ist einfach – aber nicht leicht! Und die guten Nachrichten werden Sie begleiten – immer wieder. Und Sie werden sich wundern – immer öfter… und das Wichtigste: es wird immer leichter und macht immer mehr Spaß!

Während des Lesens kamen mir Bilder von alten Situationen in den Sinn. Ich sitze in der Hängematte und zweifle, ob ich die Kündigung wirklich morgen dem Personalchef vorlegen soll. Es wäre doch so bequem, einfach so weiter zu machen. Aber irgendetwas in mir war anderer Meinung, ich fiel aus der Matte und hatte eine Beule am Kopf. Diese war mir die kommenden Stunden eine Mahnung, die von innen zu kommen schien: “Etwas in Dir will etwas anderes, will dass Du diese Kündigung aussprichst.” Es war zwar damals 1998 noch unklar was es werden sollte, aber so konnte es nicht weiter gehen, das war klar. Hätte mir damals jemand gesagt was zu tun ist – dann wäre ich heute nicht da wo ich bin. Hätte ich nicht damit begonnen, auf meine eigenen Gefühle zu hören, auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten – wer weiß ob ich heute so zufrieden wäre wie ich es jetzt bin? Es wäre sicherlich weniger anstrengend gewesen. Ich hätte es sicherlich bequemer gehabt. Deshalb weiß ich, warum es hier gar keine fertigen Lösungen geben darf…

Aber das Wichtigste was es als Aussicht gibt wenn Sie umsetzen was im Buch steht: Wie kann ich mir das Funkeln in den Augen wieder zurück erobern…?

Mein Fazit?

Wertschätzung und positive Energie aller erster Güte. Wenn Sie keine Mühe scheuen könnte dieses Buch Ihr Leben verändern. Lesen Sie – und lassen sich begeistern!

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15. März 2013

Der Selbstversorger – das neue Buch von Wolf-Dieter Storl

Alles was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand.
Charles Darwin 1809 – 1882

Bisher habe ich beinahe immer die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen wenn es darum ging, dass neue Trends aus den USA zu uns herüber schwappen sollen. Dieses Mal finde ich den Trend richtig gut – und es wird Zeit, dass dieser endlich zu uns herüber schwappt…

Die Optimisten aus den USA

wolf-dieter-storlWas machen die US-Bürger wenn die Lebensmittelpreise steigen, die Gehälter jedoch stagnieren? Was machen sie wenn sie merken, dass Obst und Gemüse aus dem Supermarkt zwar gut aussehen – aber nicht mehr so schmecken? Was machen sie wenn sie merken, dass die Energie für den Transport von Lebensmitteln bald nicht mehr bezahlbar ist? Sie verwandeln ihren edlen englischen Rasen in einen Gemüsegarten. Ja, richtig gelesen – die Amis fangen an, in ihren Vorgärten eigenes Obst und Gemüse anzubauen!

Die Gründe zu gärtnern sind vielfältig

Was aus einer Not entstand – für viele ist es ein lieb gewordenes Hobby geworden. Und auch bei uns greift es immer mehr um sich – das Gärtnern. Die einen bauen eigenes Gemüse an, weil sie lieber ohne Chemie auskommen möchten, andere tun es aus Spaß an der Freude, wieder andere möchten sparen und so mancher baut gerne seltene Sorten an, die es sonst nicht zu kaufen gibt. Gründe gibt es viele. Auch Nachhaltiges Handeln, unser ökologisches System zu schonen oder die Liebe zu Kräutern und Wildpflanzen können Motivation zum Gärtnern sein.

Alles was man wissen muss über den Garten-Anbau

Und für all diese Menschen wurde dieses Buch geschrieben: “Der Selbstversorger” Praxisbuch zum Eigenanbau. Was steht nun drin im Buch? Sie finden Informationen über den Garten selber, die Gartengeräte, seltene Gemüse, Kräuter & Wildkräuter, die Bodenbearbeitung, Abstände für die Pflanzensaat, alles über Mist und Kompost, Nützliches zur Pflanzenpflege, die Fakten über Schnecken und andere Schädlinge und schließlich die Erklärung warum Unkräuter Begleitkräuter heißen sollten. Um ehrlich zu sein gibt es noch vieles mehr in diesem Buch.

Und das unsichtbare Volk?

Der Autor wird oft kritisiert, weil er sich nicht nur an wissenschaftliches Wissen hält. Das wird ihm zumindest vorgeworfen im Zusammenhang mit seiner Borreliose-Therapie, die er verbreitet obwohl sie als sehr umstritten gilt. Wer keinen Zugang hat zu den feinstofflichen Bereichen, für den ist es sicherlich auch fremd, den Pflanzen “Zauberkraft” zuzusprechen, wie er oft getitelt wird.

Entsprechend hat er auf den ersten Blick in diesem Buch darauf verzichtet, viele Worte über die energetischen Aspekte des Gärtnerns zu verwenden. Wer zu lesen versteht, der findet jedoch immer wieder Spuren davon. Sei es nun bei den Gartenzwergen oder immer wieder an versteckten Stellen im Text wo er liebevoll seine Verehrung für diesen für manche so offensichtlichen Zauber zum Ausdruck zu bringen versteht.

Mit kleinen Geschichten gewürztes Praxis-Wissen

Wer denkt, dass im Buch nur Anleitungen zum Gärtnern stehen, der täuscht sich. Es finden sich Füchse, die keine Wühlmäuse jagen, sondern Erdbeeren klauen. Und Hunde, die zwar bei Käuzchen Rabazz schlagen – aber niemals Rehe verjagen müssen in der Nacht. Und das obwohl die Bauern im Tal nicht wissen mit welchen Zäunen sie ihren Garten vor den Rehen schützen sollen, die sich nachts aus dem Wald anschleichen. Außerdem können Sie einiges über Gartenzwerge lernen.

Ob das Buch auch wieder ein Bestseller wird…?

Es liest sich leicht und flüssig, es steht alles drin was man wissen muss – Informationen für Anfänger und Fortgeschrittene. Wolf Dieter Storl gibt seine eigenen Erfahrungen weiter. Er beschreibt humorvoll und mit allen nötigen Informationen was man wissen muss, um einen eigenen Garten anzulegen. Der promovierte Kulturanthropologe scheut dabei nicht seine eigenen Fehlschläge offen zu legen – mögen diese den Lesern erspart bleiben. Dass ihm das Gärtnern vor allem Freude bereitet entgeht einem beim lesen nicht. Jeder Absatz macht Lust auf mehr. Erschienen ist es bei Gräfe & Unzer als gebundenes Buch. Es faßt sich angenehm an und ist mit vielen Bildern und Zeichnungen illustriert. Das Buch ist lecker… macht Appetit aufs Gärtnern. Ich wünsche ihm – und vielen Lesern, dass es ein Bestseller wird!

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11. Dezember 2012

Vom Englisch Lernen und Herzen sammeln…

Nimm an, was nützlich ist.
Lass weg, was unnütz ist.
Und füge das hinzu, was dein Eigenes ist.
Bruce Lee

Ein ganz nützliches Tool habe ich mal wieder im Netz gefunden. Für alle, die öfters Texte ins Englische übersetzen und bei LEO viele Alternativ-Vorschläge erhalten gibt es jetzt eine Lösung.

Schneeherz

Ein Herz mit Friedenstaube – geknipst mitten in der Nacht auf dem Gehsteig

Ganz konkret saß ich heute früh am Herz-Blog. Darin sammle und veröffentliche ich Herzen. Arati hat mal wieder ein Herz geknipst. Meine Freundin aus Detmold hat ein richtiges Händchen dafür, überall Herzen aufzuspüren und versteht es auch, diese entsprechend zu knipsen. Mitten in der Nacht auf dem Gehsteig ein Herz aus Schnee. Also nichts wie veröffentlicht im Herz-Blog. Dort veröffentliche ich täglich ein neues Herz-Bild. Am liebsten sind mir die Bilder, die einfach im Augenblick entstehen. Natürlich gehen auch gezeichnete, gebastelte, gestaltete Herzen, die irgendwo abfotografiert wurden. Viel lieber sind mir jedoch diejenigen, die spontan entstehen: auf dem Teller beim Essen, in der Küche beim Abwasch, beim Frühstück im Kaffee, am Gehsteig auf dem Weg zum Liebsten, beim Kochen in der Nahrung, beim Sitzen im Garten, und, und, und, und…

Als ich das Foto einstellen wollte entdeckte ich, dass da auch gleich noch eine Friedenstaube mit auf dem Bild ist. Was für ein Fang! Das Blog gestalte ich zweisprachig Deutsch und Englisch. Natürlich habe ich nicht alle Begriffe in englischer Sprache parat und ich lasse mich dazu von LEO tatkräftig unterstützen. Für die Friedenstaube spuckt mir LEO nun zwei Möglichkeiten aus: “dove of peace”und “peace dove”. Und welches ist gebräuchlicher?

Dafür gibt es im Netz tatsächlich eine Lösung: den Googlefighter! Einfach zwei Begriffe eingeben und auf “fight” drücken – schon ermittelt Google die Anzahl wie oft jeder Begriff verwendet wird. Freilich berücksichtigt google dabei einfach nur die Menge und eventuelle poetische Sichtweisen sind vollkommen unberücksichtigt – aber wenigstens etwas… Manche sollen damit auch ermitteln, ob zum Beispiel Steve Jobs oder Bill Gates öfters im Netz vertreten sind. Sachen gibt’s!

Auf jeden Fall gewinnt bei der Friedenstaube die “peace dove” und so habe ich natürlich die “dove of peace” übernommen. Soll ja auch noch ein paar Punkte erhalten. Nein, ich fand es so einfach poetischer. Und ich freue mich natürlich auf einen Besuch im Herz-Blog auf www.heartclick.eu

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Foto: Arati

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4. September 2012

Wozu soll das gut sein? Zwangsgedanken

Der Charakter eines Menschen wird am besten
erkannt in der Vertraulichkeit;
denn da herrscht kein Zwang.
(Francis Bacon)

Wer unter Zwangsgedanken leidet schämt sich oft dafür. Das Gewitter im Gehirn drängt sich auf und es ist nicht möglich, dieses zu unterbrechen. Hinzu kommt oft noch, dass die Betreffenden sich so fühlen, als hätten sie die Zwangsgedanken wirklich ausgeführt. Nun wäre es ja toll, wenn die Inhalte erfreulich wären. Das ist jedoch weit gefehlt. Diese lösen immer unangenehme Gefühle aus wie Angst, Hilflosigkeit, Schuld, Scham und Ekel. Die Tatsache, dass der Betreffende den Gedanken nichts entgegensetzen kann ist außerdem nicht gerade förderlich für das Selbstbewußtsein. Der Leidensdruck kann enorm werden und dennoch gehen die meisten vor lauter Scham erst sehr spät zum Psychiater oder Psychotherapeuten. Und selbst dort offenbaren sich die Betroffenen erst getarnt mit einer Angsterkrankung oder eine Depression bevor sie sich oft erst nach vielen Sitzungen mit ihren Zwangsgedanken anvertrauen. So groß ist die Scham darüber und so eng machen die Schuldgefühle, die damit verbunden sind.

Die Gedanken verschaffen keinen Spannungsabbau

Das fatale an Zwangsgedanken ist, dass es nicht möglich ist, dagegen anzukämpfen. Für einen gesunden Autofahrer kann es ein erleichternder Spannungsabbau sein zu denken: “Wenn der da vorne weiter so trödelt, dann schiebe ich ihn von hinten an.” Schließlich ist die Spannung ja dann weg und der Betreffende fühlt sich leichter.  Er kann dann zum Alltagsgeschäft übergehen. Für einen Patienten mit Zwangsgedanken ist der Satz “Ich könnte dem da vorne etwas antun.” höchst besorgniserregend. Zum einen wiederholt sich der Satz ständig. Oft auch in vielen Varianten. “Was ist wenn ich den Mann dort jetzt von der Brücke schubse?”, “Ich könnte den vor mir stolpern lassen.” Und der Patient hat den Gedanken nichts entgegenzusetzen. Je mehr er dagegen kämpft, desto stärker werden die Gedanken. Und die Beispiele, die ich hier schreibe sind noch von der harmlosen Sorte…

Wen kann das Gedankengewitter im Kopf treffen?

Oft bricht die Zwangserkrankung aus nachdem der Patient eine Krise erlebt. Bei 85 % der Erkrankten bricht die Krankheit noch vor dem 35. Lebensjahr aus. Bei einigen tauchen die Symptome nur in stressigen Zeiten auf, andere sind ständig davon geplagt. Es scheint keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu geben, die Rate ist bei beiden gleich hoch.

Wie sieht die Behandlung aus?

Wer Zwangsgedanken hat fühlt sich oft allein

Lange Jahre galt die Behandlung von Zwangsgedanken als schwierig oder gar hoffnungslos. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Zum einen gibt es mittlerweile Erfahrungen mit Medikamenten. Zwar treten unter der Medikation die Zwangsgedanken noch in milderer Form weiterhin auf – es ist jedoch für die Betreffenden erstmal eine Erleichterung. Ein Medikament hat immer den Sinn, erstmal den seelischen Druck zu reduzieren. Eine Heilung ist damit nicht verbunden. Erfolgt nicht parallel dazu eine Psychotherapie, dann treten die Zwangsgedanken wieder genauso stark auf wie vor der Medikation wenn diese abgesetzt wird. Je früher eine Behandlung erfolgt, desto erfolgversprechender ist sie.

Zum anderen gibt es mittlerweile psychotherapeutische Ansätze zur Behandlung von Zwangserkrankungen. Die Verhaltenstherapie arbeitet mit dem Ansatz, sich inhaltlich von den Gedanken zu distanzieren und sich den auftretenden Gefühlen zu stellen – die klassische Konfrontation also. Die Psychoanalyse geht davon aus, dass ungefähr im Alter von zwei Jahren Angst- und Schamgefühle abgespalten wurden. Ziel der Therapie ist es, die Abwehrmechanismen aufzudecken und einen reifen Umgang mit den Gefühlen zu ermöglichen.

Und was sagt die Systemische Therapie dazu?

Wer das ganze System betrachtet und nicht nur den einzelnen Menschen geht ganz anders vor. Betrachtet wird das Symptom getreu der Grund-Annahme: “Das Symptom ist nicht das eigentliche Problem, sondern nur die Lösung für ein ganz anderes Problem”. Wer sich wie in einem Brainstorming darauf einlassen kann, die angstauslösenden Gedanken mal spielerisch als eine Lösung für ein Problem zu betrachten, der findet oft einen ungelösten Konflikt im Hintergrund und die Zwangsgedanken sind die Lösung für genau diesen Konflikt. Nur eben eine Lösung, die nicht funktionieren kann.

Brainstorming der besonderen Art

Beim Brainstorming geht es darum Lösungen zu Problemen zu finden. Auch ganz abstruse Lösungen werden ausgewertet. Erstmal wird alles gesammelt, das hilft, das Problem theoretisch zu lösen. Auch das was offenbar nicht nützt, das Problem wirklich zu lösen. Beispielsweise weil die Lösung gewalttätig wäre – ein Mord zum Beispiel. Meine geliebte Lehrerin Penny McLean beliebte in Ihren Seminaren nur zu gerne eine ganz außergewöhnliche Lösung für Probleme anzubieten. Wer jammerte: “Wegen meines Mannes kann ich dies oder jenes nicht tun.” Dem bot sie an: “Ganz einfach – stellen wir uns vor, ich habe hier in der Handtasche eine Smith & Wesson und wir erschießen ihn.” “Das können wir doch nicht machen!” “Ja, dann überlegen wir uns eben eine andere Lösung.” “Dann muss ich wohl oder übel lernen, mich durchzusetzen.” war häufig die Antwort. Ohne die Smith & Wesson wäre die betreffende Frau auf diese Lösung nicht gekommen. Der Mann ist schuld – Sie wissen schon…
Jetzt könnte ich doch sagen, bei der Behandlung von Zwangsgedanken gehe ich ebenso vor wie beim Brainstorming – nur eben rückwärts! Ich schaue mir die Lösung an und suche das Problem dazu. Und wenn es dann gelingt, dieses Problem auf andere Weise zu lösen, dann verebben auch die Zwangsgedanken. Denn dann werden sie ja nicht mehr gebraucht.

Und wie kann das nun in er Praxis aussehen?

Stellen wir uns vor, da ist eine Frau, die hat Angst Ihrem Kind etwas anzutun – das ist das Symptom. Natürlich ist dieser Gedanke höchst erschreckend. Er löst Angst aus. Denn eine Mutter soll doch ihr Kind lieben und für es sorgen. Und nun drängen sich immer wieder Gedanken auf, sie könnte dem Kind schaden. Nicht gerade angenehm. Ab hier tritt  nun fast schon kriminalistisch ein therapeutischer Sherlok Holmes auf den Plan. “Welches Problem könnte es nun zu der Lösung geben – das Kind ist tot?” “Wenn es nicht da wäre, dann …?

… könnte ich weiter meinen Beruf ausüben.
… könnte ich meiner Mutter beistehen, die einen Konflikt mit ihrem Partner hat.
… könnte ich viel mehr Geld verdienen.
… könnte ich anderen Menschen helfen.

Meistens befinden die Betroffenen sich in einem sehr schweren Dilemma – was mir die Heftigkeit der Inhalte von Zwangsgedanken etwas erklärt. Und zu jedem dieser Probleme gibt es auch noch andere Lösungen als das was der Inhalt der Zwangsgedanken bisher vorgeschlagen hat. In den allermeisten Fällen ist es wichtig, das gesamte Lebenssystem des Betreffenden mit einzubeziehen, deswegen empfehle ich bei Zwangsgedanken einen systemischen Therapeuten. Wenn das wirkliche Problem einmal identifiziert ist, dann kann die weitere Behandlung ganz einfach sein. Es kann jedoch auch sein, dass es noch enorme Vorarbeit braucht, die emotionale Stärke aufzubauen, die notwendig ist, den inneren Konflikt wirklich lösen zu können.

Ich wünsche mir, ich kann einigen Betroffenen mit diesem Text Mut machen, sich in Behandlung zu begeben. Und ich hoffe, ich kann damit einigen den Schrecken vor sich selbst nehmen.

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Foto: pitopia (c)

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20. August 2012

Balsam für die Seele: Urlaub am Gardasee

Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich,
dass sie sich der Aussicht freuen könnten, die vor mir liegt!
(J.W. v. Goethe, Italienreise)

Dies ist ein Gastartikel von Jasmin Layer

Fühlen Sie sich unausgeglichen, gestresst und einfach nur urlaubsreif aber haben keine Zeit sich von dem Trubel zurückzuziehen? Suchen Sie nicht nach jemandem, der Ihnen die Erlaubnis gibt, sondern fordern Sie ein paar Tage Zeit für sich ein, auch wenn es nur ein langes Wochenende ist. Wichtig ist, dass Sie die Tage alleine verbringen, damit Ihr Körper und Geist wirklich entspannen können und Sie nur für sich selbst verantwortlich sind.

Im Urlaub ganz sicher außer Reichweite sein

Um sicher zu gehen, dass man in der Auszeit nicht in alte Muster fällt, sollten Sie wegfahren, um wirklich außer Reichweite zu sein. Es gibt viele geeignete Reiseziele, um dem Alltag zu entfliehen, und jeder sollte individuell entscheiden, was für ihn das richtige ist. Für viele ist es hilfreich ein paar Tage in einem Wellnesshotel zu verbringen und gänzlich nichts zu tun. Andere sind gerne aktiv und verbringen Ihre Zeit am liebsten in der Natur. Für letztere ist ein Kurzurlaub am Gardasee aufgrund des mediterranen Klimas, der atemberaubenden Natur und der Nähe zu Deutschland ideal.

Wandern um abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen 

Gardasee

Wasser und Berge

Der Gardasee ist den meisten Deutschen ein Begriff und zieht jährlich unzählige Urlauber an, jedoch wissen die meisten nicht, wie viel die Region eigentlich zu bieten hat. Am Südufer des Sees gibt es wunderschöne Strände und das Wasser kann im Sommer eine Temperatur von bis zu 27 Grad erreichen. Die malerischen Ortschaften umgeben von Olivenbäumen und Weinbergen laden jeder Zeit zum Verweilen ein und nichts ist so entspannend wie bei einem Gläschen Wein den Sonnenunterganz zu beobachten und die Welt um sich herum zu vergessen. Wenn Sie wirklich abschalten möchten, dann sollten Sie sich vor Ort eine Wanderkarte besorgen und das ausgedehnte Netz von Wanderwegen erkunden. Für jeden Schwierigkeitsgrad gibt es ausgezeichnete Routen und zwischendurch bietet sich immer wieder ein bilderbuchähnlicher Blick auf den See.

 Viele Aktivitäten möglich

Wer etwas mehr Action zum Abschalten benötigt kommt am Gardasee auch auf seine Kosten. An Land, im Norden des Sees, können Sie aufgrund der Nähe zu den Alpen klettern oder Mountainbike fahren. Auf dem Wasser wird Segeln, Windsurfen, Tauchen oder Wasserski angeboten. Für alle Aktivitäten gibt es auch Kurse für Anfänger bei denen die Ausrüstung gestellt wird und Sie mit Gleichgesinnten in Kontakt kommen.

Mit Kraft wieder zurück in den Alltag

Nach einem Wochenende nur für sich, kann man wieder mit neuer Kraft in den Alltag starten, also nehmen Sie allen Mut zusammen und planen Ihren nächsten Kurzurlaub.

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Bild: Marjolein Knuit bei flickr

15. August 2012

Mama, ich habe Angst vorm Zahnarzt

“Die wildesten Fohlen werden die besten Pferde.”
(aus Dänemark)

Kinder können manchmal ihre Ängste so direkt ausdrücken. Oft verstecken sich diese jedoch auch in anderen Kanälen – wie zum Beispiel Bauchschmerzen oder Unlust – bis hin zu Wut oder gar Aggression. Es soll sogar noch den Fall geben, dass Kinder gedroht wird: “Wenn Du nicht artig bist, dann gehen wir zum Zahnarzt!” Was für den Moment wohl hilfreich sein kann wird spätestens dann zum Alptraum wenn es wirklich zum Zahnarzt geht.

Wenn Kinder gerne zum Zahnarzt gehen

Und wie bekommen die Zahnärzte das hin? Das Kinder sich auf den Zahnarzt sogar freuen? Es mag einfach klingen – aber irgendwann hatte jemand die Idee, sich ganz auf die kleinen Patienten zu spezialisieren. Die Idee für den Kinderzahnarzt war geboren. Heute gibt es richtig viele davon und der Bundesverband der Kinderzahnärzte tritt nach außen für die Behandler der kleinen Zwerge auf. Und wie machen es nun die Zahnärzte, dass die Kinder gerne kommen?

Zu meiner Zeit war das einzige, was mich dort hin trieb meine Neugier. Ich hatte Freude, die Welt zu entdecken. Und beim Zahnarzt war ich schließlich nicht alle Tage. Es gab viel zu entdecken: neue Gerüche – auch scheußliche, tolle technische Sachen, ungewöhnliche Farben, eine toll gepflegte Zahnarzthelferin mit sehr angenehmer Stimme (interessant dass mir gerade das nach so langen Jahren noch in Erinnerung ist) und natürlich eine Kiste, aus der ich nach der Behandlung immer etwas herausnehmen durfte. Aber ehrlich gesagt war es nicht das Entscheidende, dass ich den Zahnarzt auch spannend fand.

Was ist es nun was Kinder gerne dorthin gehen läßt?

Es mag sein, den Kindern heute geht es so wie mir – sie entdecken einfach gerne Neues? Oder es geht ihnen gut, wenn Sie in einem kindgerechten Zahnarztstuhl mit kindgerechten medizinischen Geräten versorgt werden. Es könnte natürlich auch sein, es ist das Menschliche – dass der Zahnarzt danach fragt wie es beim Reiten ist. Und dass er weiß was ein Kind tun kann, um eine Blutung zu stillen. Aber wovon ich jetzt beginne zu erzählen geht schon wieder in eine spezielle Richtung. Viele Kinderzahnärzte sind nämlich ausgebildet in Hypnose. Es gibt Hypnose für Kinderzahnärzte. Diese pendeln die Kinder nicht in ungeahnte Weiten ihres Unterbewußtseins – nein. Sie nützen die Faszinationskraft der Kinder, um ihre Aufmerksamkeit zu fesseln. Und wenn diese erstmal gewonnen ist, dann ist es in den allermeisten Fällen ganz leicht, das Kind in die Behandlung einzubinden. Oder es so von der Behandlung abzulenken, dass es davon gar nicht so viel mitbekommt. Zur Not und bei langen Eingriffen wird mit Lachgas gearbeitet. Das haben Sie sicherlich schon in dem oben verlinkten Video gesehen. Neugierig geworden? Es gibt sicherlich auch einen Kinderzahnarzt in Ihrer Nähe. In Reutlingen ist das Claudia Sigel, besonders gelungen finde ich die Homepage der Hamburger Wackelzähne und in Ihrer Nähe finden Sie einen in der Therapeutenliste der Kinderzahnärzte.

Auch Erwachsene haben Angst vorm Zahnarzt

Nicht nur die Kleinen fürchten sich vor dem weißen Mann mit Bohrer. Und wie das aussehen kann sehen Sie im folgenden köstlichen Filmchen:

Auch wenn es heißt: Wer Spaß hat kann keine Angst empfinden. Es soll so sein, dass es nicht möglich ist, beide Emotionen gleichzeitig zu verarbeiten im Gehirn. So ist es doch so, dass auch Komiker Angst haben können – vor dem Zahnarzt. Köstlich umgesetzt von Mr. Bean in der Zeichentrickversion. Ich hoffe, Sie müssen so lachen, dass Ihnen die eigene Angst vor dem Zahnarzt vergeht. Und falls Sie doch Angst haben zum Zahnarzt zu gehen, dann empfehle ich Ihnen einen Hypnosezahnarzt. Und eine Therapeutenliste gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose.

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